Google zwingt Android-Hersteller zu Sicherheitsupdates

dj

25.10.2018 - 10:11

Android-Nutzer können in Zukünft auf häufigere Sicherheitsupdates hoffen.
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Google zwingt Android-Hersteller vertraglich zu Sicherheitsupdates für ihre Geräte, Facebook entdeckt millionenfach kinderpornografische Bilder sowie kopiert mal wieder einen Konkurrenten, und Tesla schreibt zum ersten Mal seit Jahren schwarzen Zahlen. Das sind die Digital-News des Tages.

Einer der grössten Wettbewerbsnachteile von Android-Handys gegenüber der iPhone-Konkurrenz ist die oftmals völlig ungenügende Versorgung mit Updates. Während Apple-Smartphones noch knapp fünf Jahre nach ihrer Lancierung mit Updates ausgestattet werden, ist bei vielen Android-Geräten deutlich früher Schluss. Dabei geht es nicht nur um Updates mit neuen Features, auch das Schliessen von kritischen Sicherheitslücken erfolgt bei einigen Geräte selbst wenige Monate nach Lancierung nicht mehr.

Diese Praxis gefährdet Nutzer aber natürlich auch den Ruf von Android. Wie nun bekannt wurde, zwingt Google Handy-Hersteller, die Android verwenden wollen, bereits seit Anfang Jahr mit vertraglichen Klauseln zu einer besseren Updatepolitik, berichtet theverge.com.

Zwei Jahre lang Sicherheitsupdates

Zunächst gilt die Verpflichtung für alle nach dem 1. Januar 2018 lancierten Geräte, die mindestens 100’000 Käufer gefunden haben. Ab dem 1. Januar 2019 müssen die Hersteller dann alle ihr neu veröffentlichten Geräte mindestens zwei Jahre lang mit den Updates versorgen.

Im ersten Jahr nach Lancierung müssen die Hersteller mindestens vier Updates bereitstellen. Im zweiten Jahr wird keine Update-Anzahl vorgeschrieben, die Hersteller müssen aber von Google als kritisch identifizierte Sicherheitsupdates nach spätestens 90 Tagen auf ihre Geräte ausspielen. Bei Verstössen gegen die Vereinbarungen behält sich Google offenbar vor, zukünftige Geräte des Herstellers nicht mehr zu zertifizieren — dann dürfte etwa der Play Store nicht mehr verwendet werden.

Die weiteren Digital-News des Tages

Facebook-Algorithmus entdeckt über 8 Millionen kinderpornografische Bilder

Durch automatisierte Software hat Facebook in den letzten drei Monaten knapp 8,7 Millionen kinderpornografische Bilder entdeckt und entfernt, wie das Unternehmen der Nachrichtenagentur «Reuters» sagte. Die neue Software, die von Machine Learning angetrieben wird, erkenne automatisch Bilder die sowohl Nacktheit als auch Kinder enthalten, so Facebook.

Facebook kopiert noch eine App

Diese Taktik hat bereits bei Instagram funktioniert, wo Facebook mit dem Story-Feature den Konkurrenten Snapchat schamlos kopierte und erfolgreich junge Nutzer abjagen konnte. Nun hat man sich offenbar TikTok (ehemals musical.ly) vorgenommen. Bei der vor allem bei Teenagern beliebten App nehmen die sich etwa auf, wie sie lippensynchron zu Pop-Songs mitsingen und tanzen. Unter dem Namen «Lasso» will Facebook nun die Grundfunktionalität von TikTok kopieren, berichtet techrunch.com

TikTok ist beliebt bei Teenies, Facebook ist es nicht. Also macht sich der Tech-Gigant mal wieder ans Kopieren.
TikTok

Tesla schreibt ersten Gewinn seit Jahren

Elektroautohersteller Tesla kann seinen bisher höchsten Quartalsgewinn verzeichnet. Gleichzeitig war es überhaupt erst das dritte Quartal mit schwarzen Zahlen seit dem Börsengang in 2010. Konkret wurde im dritten Quartal 2018 ein Gewinn von 312 Millionen Dollar erwirtschaftet. Grösster Treiber des Erfolgs ist das vergleichsweise günstige Model 3, das nach anfänglichen Produktionsschwierigkeiten nun in immer weiter steigenden Zahlen aus der Fabrik rollt. Nachbörslich stiegt die Tesla-Aktie um knapp 12 Prozent, so CNBC.

Motorola stellt selbst Ersatzteile bereit

Das eigene Smartphone zu reparieren ist meistens schwierig bis unmöglich, vor allem weil einem die Hersteller selbst Steine in den Weg legen. Nicht so bei Motorola. Die heute zu Lenovo gehörende Firma mag zwar nicht mehr zu den führenden Smartphone-Hersteller zählen, aber in Kooperation mit dem Reparatur-Portal «ifixit.com» vertreibt Motorola nun Kits und Ersatzteile, mit denen Besitzer selbst Hand an ihr Smartphone anlegen können.

Verklagt Samsung eigene Werbe-Persönlichkeit?

Samsung soll die russische TV-Moderatorin und ehemalige Präsidentschaftskandidatin Xenija Sobtschak auf rund 1,6 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt haben, berichtet 9to5Mac.com. Sobtschak hatte einen Werbevertrag mit Samsung, wurde aber im Fernsehen und bei öffentlichten Auftritten mehrmals mit einem iPhone gesichtet. Dem russischen Dienst der BBC sagte Samsung allerdings, keine Klage gegen Sobtschak eingereicht zu haben. Offenbar fordert der Konzern aber auf anderem Wege Geld von Sobtschak zurück.

Xenija Sobtschak ist die Tochter von Präsident Putins politischem Mentor und trat bei der letzten Präsidentschaftswahl gegen ihn an.
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