Parler

Kanye West kauft rechtslastige Online-Plattform doch nicht

dpa

2.12.2022 - 06:03

Trump und Kanye West im Clinch wegen eines Dinners

Trump und Kanye West im Clinch wegen eines Dinners

Washington 26.11.2022: Rapper Kanye West und Ex-US-Präsident Donald Trump kabbeln sich in sozialen Netzwerken. Hintergrund ist ein Abendessen, dass am Dienstag in Trumps Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida stattgefunden haben soll. Daran soll West zufolge auch der rechtsextreme Nationalist Nick Fuentes teilgenommen haben. Trump hat sich inzwischen gerechtfertigt. Er habe Fuentes nicht gekannt, schreibt der Republikaner auf der von ihm mitgegründeten Plattform «Truth Social». West hatte zuvor ein Video auf Twitter veröffentlicht, in dem er behauptet, Trump sei «beeindruckt» von Fuentes gewesen. West sagt darin ausserdem, er habe Trump vorgeschlagen, dass der Ex-Präsident bei der Wahl 2024 als sein Vize antreten könne. 2020 hatte sich West für das Amt des US-Präsidenten beworben – wegen verpasster Anmeldefristen schaffte er es jedoch in den meisten Staaten nicht auf den Wahlzettel. Der Rapper war einst einer von wenigen Stars, die sich öffentlich für Trump aussprachen. Zuletzt verbreitete er immer wieder antisemitische Hassrede – der Sportartikelhersteller Adidas kündigte die Zusammenarbeit mit ihm.

02.12.2022

Der ehemals als Kanye West bekannte Rapper Ye will den bei rechten Amerikanern populären Kurznachrichtendienst Parler doch nicht kaufen.

dpa

2.12.2022 - 06:03

Die Entscheidung gegen den Kauf von Parler sei in beiderseitigem Interesse getroffen worden, teilte das Social-Media-Unternehmen am Donnerstag mit. Parler werde aber auch weiterhin Möglichkeiten für Wachstum und Entwicklung der Plattform «für unsere dynamische Community» ausloten.

Noch im Oktober hatte Ye einen Aufkauf von Parler angeboten. Damals teilten der Rapper und das Mutterunternehmen Parlement Technologies mit, das geplante Geschäft solle in den letzten drei Monaten des ausklingenden Jahres unter Dach und Fach gebracht werden.

Parler gehört zu jenen Online-Plattformen, die mit dem Versprechen, kaum gegen Hassrede, Rassismus und Desinformation vorzugehen, vor allem rechtskonservative, rechtsextreme und libertäre Nutzer locken. Die breite Masse haben diese Dienste nicht erreicht. An den Start ging Parler im August 2018, wurde in rechten Kreisen aber erst zwei Jahre später populär.

Kommunikationsplattform für Kapitol-Erstürmer

Im Januar 2021 ging Parler wegen seiner Rolle rund um die Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger des früheren Präsidenten Donald Trump vorübergehend offline. Einen Monat nach dem Angriff auf den Sitz des Kongresses gab Parler einen Neustart bekannt. In den Play Store von Google kehrte die App erst im September dieses Jahres zurück.

Zuletzt fiel Ye mit einer Serie antisemitischer Äusserungen auf, die zu seiner Verbannung von etablierten Online-Plattformen führten. Auch seine Talentagentur trennte sich von ihm, Konzerne wie Adidas kappten ihre Geschäftsbeziehungen zum Rapper. Erst am Donnerstag äusserte sich Ye in einem Interview mit dem Verschwörungstheoretiker Alex Jones lobend über Adolf Hitler.

dpa