Verbot nach Stromkrise

Kosovarische Bitcoin-Miner flüchten in Panikverkäufe

Dirk Jacquemien

18.1.2022

Die Bitcoin-Begeisterung im Kosovo hat sich gelegt.
Ein Schild erinnert in Pristina an die vor Kurzem noch grosse Bitcoin-Begeisterung im Kosovo.
Getty Images

Das Verbot kam sehr plötzlich: Der Kosovo hat das Mining nach wiederholten Stromausfällen komplett untersagt. Krypto-Schürfer verramschen nun die dazugehörige Technik zu Spottpreisen.

Dirk Jacquemien

18.1.2022

Eine Energiekrise mit wiederholten Blackouts hat die kosovarische Regierung dazu veranlasst, das stromintensive Krypo-Minung, also das Erschaffen neuer Einheiten von Kryptowährungen, zu verbieten. Zunächst ist das Verbot auf 60 Tage beschränkt, könnte allerdings verlängert werden.

Die im Geschäft Aktiven sehen jedenfalls schwarz für die Zukunft des Krypto-Mining im Kosovo. Wie der «Guardian» berichtet, finden sich in Telegram-Gruppen zahlreiche Verkaufsangebote für das für Mining notwendige Equipment zu Spottpreisen.

Déjà-vu für Kryptobranche

Im Kosovo wiederholt sich das Schicksal, dass den Minern in vielen Ländern in den vergangenen Monaten widerfahren ist. Angelockt wurden sie von wenig Regularien und billigem, teils subventionierten Strom. Doch Regierungen merkten schnell, dass die Präsenz von grossflächigem Krypto-Mining im Land wenig Vor- und viele Nachteile mit sich bringt.

Der grosse Umbruch begann in China, das noch vor knapp einem Jahr für den Grossteil des Krypto-Mining verantwortlich war. Ein staatliches Verbot hat dieses nun quasi völlig zum Erliegen gebracht. Viele Krypto-Miner wichen ins benachbarte Kasachstan aus, nur um von den politischen Unruhen Anfang des Jahres auf dem falschen Fuss erwischt zu werden. In westlichen Ländern wiederum stösst die Branche vor allem aufgrund ihrer negativen Umweltbilanz auf steigenden Widerstand.