Parler-Sicherheitsleck enthüllt Beteiligung von Nutzern an Kapitol-Erstürmung

dj

13.1.2021 - 10:53

Viele der Aufständischen dokumentierten ihre Verbrechen in Echtzeit auf Parler
Viele der Aufständischen dokumentierten ihre Verbrechen in Echtzeit auf Parler.
Keystone

Parler-Nutzer dokumentierten ihre Verbrechen bei der Erstürmung des Kapitols, Sandberg verleugnet die Rolle Facebooks dabei und Huawei kontrolliert offenbar das Privatleben seiner Mitarbeiter. Das und mehr in den Digital-News des Tages.

Kurz bevor das rechtsextreme soziale Netzwerk Parler am Montag offline ging, wurde es noch Opfer eines gigantischen Sicherheitslecks. Eklatante Versäumnisse der Betreiber erlaubten es quasi jedermann, auch private Beiträge, Fotos und Videos aus Parler abzuziehen. Enthalten waren auch Metadaten wie etwa der per GPS bestimmte Standort, von dem ein Beitrag abgesetzt wurde.

«Gizmodo» hat nun diese Daten analysiert. Dabei zeigte sich, dass 70'000 Parler-Beiträge am 6. Januar um das Kapitol herum erstellt wurden, davon Hunderte aus dem Gebäude selbst, was mindestens einen Hausfriedensbruch der Beteiligten beweisen sollte. Das FBI soll bereits Interesse an 618 Parler-Videos gezeigt haben, um die Möchtegern-Putschisten dingfest zu machen.



Sandberg verleugnet Rolle Facebooks bei Kapitol-Erstürmung

Facebook-COO Sheryl Sandberg hat abgestritten, dass ihre Plattform eine signifikante Rolle bei der Erstürmung des Kapitols spielte. In einem Interview mit «Reuters» sagte Sandberg, der Aufstand sei grösstenteils anderorts geplant worden. Doch wie «Vice» hervorhebt, gab es zum Zeitpunkt des Interviews über 60 «Stop the Steal»-Gruppen auf Facebook, in denen weitere Aktionen geplant wurden. Facebook hat auch entscheidend zum Aufstieg des Verschwörungskults QAnon beigetragen, indem sein Algorithmus Nutzern empfahl, doch entsprechenden Gruppen beizutreten.

YouTube löscht Trump-Video

YouTube hat ein weiteres Video des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump gelöscht. Ausserdem wurde seinem YouTube-Kanal nun für mindestens sieben Tage die Möglichkeit genommen, neue Videos hochzuladen. YouTube begründete den Schritt mit der Sorge, die Videos könnten zu weiterer Gewalt anstiften, berichtet «The Verge».

Huawei soll Privatleben der Mitarbeiter kontrollieren

Eine umfangreiche internationale Recherche, an der unter anderen die Schweizer «Republik» beteiligt war, zeigt auf, wie der chinesische Tech-Gigant Huawei offenbar massiv in das Privatleben seiner Mitarbeiter eingreift, auch in der Schweiz. So versuche das Unternehmen, Beziehungen von in Europa arbeitenden chinesischen Mitarbeitern mit Einheimischen mit allen Mitteln zu unterbinden. Eine Heirat mit Einheimischen würde gar als «Verrat» betrachtet, so ein ehemaliger Huawei-Mitarbeiter. Ausserdem soll Huawei Angestellte älter als 50 Jahre systematisch aus dem Unternehmen drängen.

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