Sony: Eine Frage des Formats

Henning Steier, Barcelona

25.2.2019

Das Xperia 1 ist das neue Flaggschiff-Android-Smartphone von Sony.
Bild: PD

Sony neues Flaggschiff-Smartphone Xperia 1 setzt einige Ideen konsequent um, bei anderen wundert man sich. Und zum Thema 5G hat man von den Japanern nichts vernommen.

Sony dürfte manchen Kunden leicht verwirren. Denn die Japaner ändern erneut die Bezeichnungen ihrer Smartphones. Am MWC19 in Barcelona haben sie ihr neues Top-Gerät dabei, das Xperia 1. Zur Erinnerung: Der Vorgänger hiess Xperia XZ2 Premium. Neu tragen die Geräte Nummern. Je kleiner diese ist, umso besser das Mobiltelefon. Man könnte jetzt witzeln, dass Sony Mobile im Smartphone-Geschäft eh nur noch eine kleine Nummer ist, aber lassen wir das.

Sony hat an die wichtigste Mobilfunkmesse auch das Xperia 10, das Xperia 10, das Xperia 10 Plus und das Xperia L3 mitgebracht, doch dazu später mehr. 

Technik der Alpha-Kameras

Das Xperia 1 kommt mit drei 12-Megapixel-Kameras an der Rückseite zum Kunden: Standardbrennweite, Superweitwinkel und Tele mit zweifachem optischem Zoom. Erstgenannte und letztgenannte Digicam haben einen optischen Bildstabilisator. Mit der dritten Kamera kann man Superzeitlupenaufnahmen in Full HD mit maximal 960 Bildern pro Sekunden machen. Sony hat nach Technologie aus der Alpha-Kameraserie ins Xperia 1 integriert, etwa den Augenfokus samt Augenerkennung. Dieser funktioniert sehr gut, was uns für die Smartphone-Version optimistisch stimmt. 

Sony hat dem Xperia 1 einen Gamingmodus spendiert. Die Hardware konzentriert sich dann darauf, ein ressourcenhungriges Spiel flüssig laufen zu lassen. Benachrichtigungen lassen sich im Spielemodus abschalten, Let's-Play- Videos können aufgenommen und im Dual-Window-Modus etwa YouTube-Clips parallel geschaut werden, in denen man sich beispielsweise Tipps fürs nächste Level besorgt. 

Keine schwarzen Balken

Ungewöhnlich am Xperia 1 ist das 21:9-Format. Das Smartphone bietet ein  6,5-Zoll-OLED mit einer Auflösung von 3840 x 1644 Bildpunkten. Wenn Kinofilme in diesem Format verfügbar sind, sieht man also oben und unten im Gegensatz zu vielen anderen Mobilgeräten keinen schwarzen Rand. Auch durchdacht: die bereits vom Xperia XZ3 bekannte Funktion Side Sense. Tippt man auf die Seite des Bildschirms, kann einhändig diverse Funktionen aufrufen, ohne ins Finger-Yoga übergehen zu müssen.

Apropos: Der Fingerabdrucksensor befindet sich nun wieder auf der rechten Seite des Gehäuses. Auffällig: Hersteller wie Huawei kombinieren etwa im Mate X Fingerabdrucksensor und Einschaltknopf, beim Sony Xperia 1 sind es zwei Buttons. Man kann also das Display nutzen, ohne das Gerät zu entsperren. Ob das Sinn ergibt, ist eine andere Frage. Eine Antwort: Man kann sich einfach nur mal schnell Benachrichtigungen im Sperrbildschirm anschauen.

Auch ausser der Reihe: Das Xperia 1 lässt sich nicht kabellos laden. Dafür ist die restliche Ausstattung auf Augenhöhe mit Konkurrenzgeräten der Preisklasse um 1000 Franken. Das Gerät wird im Sommer in der Schweiz auf den Markt kommen. 

Die neue Mittelklasse der Japaner: Sony Xperia 10 und 10 Plus.
Bild: PD

Schweizer Marktstart und Preise der neuen Mittelklassengeräte Xperia 10 und Xperia 10 Plus sind auch noch nicht genau bekannt. Die Geräte dürften rund 390 beziehunsgsweise 490 Franken kosten und in den nächsten Wochen erhältlich sein. Die Smartphones kommen bloss mit Dual-Kameras zum Kunden, haben auch das 21:9-Format und den Fingerabdrucksensor rechts aussen am Gehäuse. Im Vergleich zum Top-Modell sind die Displays und Speicher jeweils ein bisschen kleiner sowie etwa die Prozessoren schwächer; zudem ist unter anderem weniger Arbeitsspeicher verbaut. 

Das Sony Xperia L3 ist das jüngste Einsteigergerät des Herstellers.
Bild: PD

Im Einsteigersegement positioniert Sony das Xperia L3, das nicht im 21:9-, sondern im 18:9-Format kommt. Es bietet im Gegensatz zu vielen Konkurrenzgeräten keine Full-HD-Auflösung, sondern bloss 1440 x 720 Pixel. Die weiteren Spefifikationen, etwa 3 GByte Arbeitsspeicher, 32 GByte Flash-Speicher und einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 512 GByte, sind typisch für ein Gerät der 250-Franken-Kategorie. Unverständlich ist, dass es Gerät ab März noch mit dem veralteten Android 8.1 Oreo ausgeliefert werden wird. 

Während 5G-Smartphones auch am MWC19 das Trendthema sind, hat man dazu von Sony auch heute übrigens nichts vernommen.

Update 11:20 Uhr: Sony hat die Preise und Verfügbarkeiten offiziell bekanntgegeben: Das Xperia 1 kommt im Juni für 1100 Franken in die Schweiz. Das Xperia 10 wird ab Anfang April als Dual-SIM-Variante in den Farben Black, Silver und Navy für 400 Franken erhältlich sein. Das Xperia L3 wird man hierzulande ab Anfang April als Dual-SIM-Version in Schwarz für 300 Franken kaufen können. 

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Bildergalerie: Highlights vom MWC19 Barcelona

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