Elektro

E-Mobilität: Ist der Töff bald elektrisch?

16.9.2022

Wie weit ist Elektro bei den Zweirädern?

Wie weit ist Elektro bei den Zweirädern?

Bei den Autos ist der E-Motor kaum mehr wegzudenken. Im Bereich der Zweiräder hat sich die Idee aber noch nicht überall durchgesetzt. GO! hat bei Experten des Touring Clubs Schweiz nachgefragt, wie es um die Elektrifizierung der Motorräder steht. Die Antworten seht ihr im Video.

08.08.2022

Bei Autos ist der E-Motor kaum mehr wegzudenken. Bei den Zweiräder hat sich die Idee aber noch nicht überall durchgesetzt. GO! hat bei Experten nachgefragt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Elektrifizierung des Motorrads ist noch nicht so weit wie beim Auto.
  • In einigen Töff-Bereichen hat sich der E-Mobilität aber schon durchgesetzt.
  • Im Freizeitbereich wird es aber noch lange dauern bis sich der E-Antrieb durchsetzt.

«Beim Töff hinkt die Entwicklung etwa 10 Jahre hinterher. Das, was vor 10 Jahren das Tesla Model S war, ist heute gerade so da», so der TCS Experte.

Während mittlerweile jedes 4. neu eingelöste Auto zumindest teilweise elektrisch ist, sind es beim Motorrad nur etwa 100 Stück im Jahr.

Sportliche Elektromotorräder werden im Jahr nur einige 100 Stück verkauft.
Zero

«Für einen Sport-Tourer gibt es im Elektrobereich noch kein Äquivalent. Dafür ist die Reichweite zu klein, das Gewicht zu hoch und die Ladegeschwindigkeit zu tief.» Das erklärt Joel Wooden, Experte für E-Mobilität TCS.

E-Roller sind auf dem Vormarsch

Anders sieht es bei den Rollern aus, dort ist die E-Mobilität weiter. Sie machen mittlerweile zehn Prozent der Gesamtverkäufe aus.

Zwar sind die Anschaffungskosten höher als bei einem vergleichbaren Benziner, im Unterhalt sind sie aber viel günstiger.

Ein Benziner Roller ist zwar günstiger aber dafür im Unterhalt teurer.
Keystone

«Dort kompensiert es sich je nach gefahrenen Kilometer über die geringeren Kilometerkosten. Wenn ich mit einem Silence S01 ca. 6000 Kilometer mache und es mit einer Vespa vergleiche, dann sind sie etwa gleich teuer. Obschon die Vespa im Ankauf die Hälfte billiger ist.»

Hürden der E-Mobilität sind beim Roller weniger ein Problem

Auch die Probleme der E-Mobilität fallen beim Pendler-Roller weniger ins Gewicht als beim Freizeit-Töff.

«Mit Charge at work oder Charge at home, hat man mit den Rollern eine Reichweite von 80-110 km im Stadtverkehr. Kann man ihn an beiden Orten laden, sind wir bei 160 - 200 km, die man am Tag zurücklegen kann.»

Der Elektro-Roller von BMW ist das perfekte Pendlerfahrzeug.
GO!

Für den durchschnittlichen Pendler, reicht das völlig.

Rosige Zukunft für E-Roller

Die Experten prophezeien dem E-Roller auf jeden Fall eine rosige Zukunft.

«In der Westschweiz sieht man sie schon öfters. Dort hat es viele Grenzgänger, die von Frankreich pendeln und mit dem ÖV nicht erschlossen sind . Ich glaube in diesem Segment wird es nicht lange gehen bis Elektro die Oberhand hat.»

Der Elektroroller hat in der Stadt Vorteile.
GO!

Dort kann der E-Roller auch seine Vorteile ausspielen: Weniger Lärm und keine Absage.

Weniger optimistisch sehen die Experten die E-Zukunft der Freizeit-Motorräder.

«Manche werden sich nicht vom Motorengeräusch trennen wollen.»

«Im Freizeitbereich wird es am längste gehen, bis Produkte auf dem Markt sind, die dem Kunden entsprechen. Es wird auch «Die-Hards» geben, die sich nicht vom Motorengeräusch trennen wollen.»

Manche Biker werden sich nie mit E-Mobilität anfreunden können.
Keystone

Dort, wo es um Emotionen geht, ist es schwierig die Leute umzustimmen. Steht hingegen Praktikabilität im Alltag im Vordergrund, wird der E-Motor nicht mehr wegzudenken sein.