Warum Sie alte E-Mail-Adressen besser behalten sollten

13.6.2018 - 09:19, dpa/dj

Haben Sie mehrere E-Mail-Adressen? Geben Sie die alten lieber nicht frei - eventuell sind diese noch mit einem Ihrer Online-Konten verknüpft und könnten so vom nächsten Besitzer missbraucht werden, um Infos und Logins von Ihnen abzugreifen.
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Nicht mehr benutzte E-Mail-Adressen sollte man nicht löschen lassen. Jemand, der die Adresse später übernimmt, könnte sie missbrauchen. Vor allem bei Konten kostenloser Provider ist Vorsicht geboten.

Auch wenn man eine alte E-Mail-Adresse gar nicht mehr nutzt, sollte man sie im Zweifel besser behalten und das Konto nicht löschen. Denn es besteht die Gefahr, dass abgelegte E-Mail-Adressen neu vergeben und vom neuen Nutzer missbraucht werden.

Das geht etwa mit Informationen aus Mails an die jeweilige Adresse, die eigentlich an den alten Besitzer gerichtet waren, über die nun aber der neue Nutzer verfügt. Damit kann er allerlei Unfug anstellen.

Sicherheit von anderen Online-Diensten gefährdet

So kann die Kontrolle über den E-Mail-Account dazu missbraucht werden, die Passwortwiederherstellung von zahlreichen Online-Diensten zu nutzen. Diese läuft fast immer über die bei der Registrierung angegebe E-Mail-Adresse.

Dann kann der neue Besitzer einer Mail-Adresse auf Dienste und Konten zugreifen, die noch mit der Adresse verknüpft sind und so im Namen des Opfers online einkaufen oder bei sozialen Medien posten.

Neue Phishing-Welle: So erkennen Sie gefälschte Mails

Vorsicht bei kostenlosen Anbietern

Das Problem dieses möglichen Identitätsdiebstahls betrifft besonders Provider mit Gratisangeboten, die über einen längeren Zeitraum nicht genutzte Konten deaktivieren und die zugehörigen Adressen dann wieder neu vergeben.

Im schlimmsten Fall bekommt der ursprüngliche Inhaber davon noch nicht einmal etwas mit. Erschwerend kommt hinzu, dass kaum ein Nutzer den vollständigen Überblick darüber hat, wo er überall mit welchen Daten und über welche E-Mail-Adresse angemeldet ist.

Das sollten Sie stattdessen tun

Auch wenn Sie eine E-Mail-Adresse nicht mehr nutzen wollen, aufgeben sollten Sie sie nie. Jedes E-Mail-Programm unterstützt die Nutzung von mehreren Accounts. Fügen Sie also auch Ihren alten Account hinzu und lassen sie dessen E-Mails in einem separaten Postfast ablegen. Dieses können Sie ab und zu checken, oder die gesamten Mails aufs Mal löschen. Auf jeden Fall sind so vor dem oben erwähnten Missbrauch geschützt.

Alternativ können Sie auch ein Weiterleitung von Ihrer alten zu Ihrer neuen Adresse einrichten. Fast jeder Anbieter bietet eine solche Option an. Hierbei werden allerdings dann Mails zur alten mit jenen zur neuen Adresse vermischt, ausser sie geben eine «Regel» an, wonach E-Mails von einer bestimmten Adresse immer in einen eigenen Ordner abgelegt werden.

Überfordert mit zu vielen Mails? Mehrere E-Mail-Adressen und jede für einen ganz spezifischen Zweck: Das ist ein empfehlenswerter und vorteilhafter Gegenentwurf zur verbreiteten Ein-Adressen-Politik.
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Das hilft zum Beispiel gegen Spam.
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Im Haupt-Postfach landen dann nur noch wirklich wichtige Mails.
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Also: Mehrere E-Mail-Konten anlegen.
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Für die Anmeldung bei Newslettern oder ähnlichem nimmt man dann einen Sekundäraccount.
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Alle modernen E-Mail-Klienten können problemlos mit mehreren Konten umgehen.
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Trotzdem wichtig: Ein sicheres Passwort für alle Accounts.
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