US-Justizminister: Apple stellt Profit über öffentliche Sicherheit

dj

19.5.2020 - 13:46

William Barr ist ein treuer Fusssoldat von US-Präsident Trump und hat sich auf Apple eingeschossen.
Getty Images

Der US-Justizminister ist weiter auf Kriegsfuss mit Apple und wirft dem Unternehmen nur gar vor, mehr an Geld als an der öffentlichen Sicherheit interessiert zu sein.

US-Justizminister William Barr hat Apple erneut schwer angegriffen. Grosse Unternehmen wie Apple würden «den Dollar über die öffentliche Sicherheit» stellen. Barr tätigte die Aussage bei einem Pressebriefing über die Ermittlungen zu einem Terroranschlag auf einer Marinebasis in Florida im vergangenen Dezember.

Der bei dem Angriff selbst getötete Attentäter Mohammed Saeed Alshamrani hinterliess zwei Smartphone — ein iPhone 5 und ein iPhone 7. Diese waren per Code gesichert und hatten die standardmässige Verschlüsselung eines Apple iPhones. Deshalb, und weil Alshamrani die Geräte vor seinem Tod noch beschädigte, konnte die US-Bundespolizei FBI zunächst keinen Zugriff auf die Inhalte erlangen.

Barr beklagte sich bereits im Januar über die vermeintlich ausbleibende Kooperation von Apple. Nun sei es dank der «grossartigen Arbeit des FBI» auch ohne Apples Hilfe gelungen, die iPhones zu knacken. Dadurch seien Verbindungen des Attentäter zu al-Qaida aufgedeckt worden. Barr forderte dennoch eine gesetzliche Regelung, die Apple und andere Unternehmen in solchen Situationen zur Kooperation mit den Behörden zwingen soll.

Apple will keine Backdoor einbauen

Apple wies die «falschen Behauptungen über unser Unternehmen» zurück. Als eine «stolze amerikanische Firma» sehe man die Kooperation mit den Behörden als eine Pflicht an. Was Barr allerdings verlange, sei, dass Apple eine Backdoor in seine iPhones einbaue. Doch eine Zugriffsmethode nur für die «guten Jungs» sei technisch unmöglich, so Apple, und würde die Sicherheit aller Nutzer gefährden. Apples Auffassung wird von fast allen Verschlüsselungsexperten geteilt.

Dieser Konflikt wird sich nicht so schnell auflösen. FBI-Chef Christopher Wray sprach von «Glück», dass man die iPhones knacken konnte. Vermutlich half dem FBI, dass es sich um ältere iPhones ohne die neueste Apple-Sicherheitstechnik handelte. Hätte Alshamrani aktuelle iPhones genutzt, wäre es deutlich unwahrscheinlicher, dass dem FBI der Zugriff gelungen wäre.

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