Virtueller Einbruch ins Smart Home: So schützen Sie Ihre Geräte

Felix Raymann

25.12.2018 - 14:00

Damit vernetzte Geräte wie beispielsweise das Babyfone nicht gehackt wird, sollte man einige Vorkehrungen treffen.
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Vernetzte Kühlschränke, Babyfones, Fernseher, Web-Cams und andere smarte Haushaltgeräte können von Cyberkriminellen gehackt werden. Deshalb sollte man seine smarten Geräte nicht ungeschützt mit dem Internet verbinden.

Lag bei Ihnen ein smartes Gadget oder ein vernetztes Haushaltgerät unter dem Weihnachtsbaum? Vielleicht haben Sie es bereits in Betrieb genommen und mit dem Internet verbunden – das geht mitunter ganz schnell mit nur wenigen Handgriffen.

Doch sollte man sich zumindest für die wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen kurz Zeit nehmen, um die Geräte vor neugierigen Hackern und automatisierten Bots zu schützen. Denn smarte Geräte können zwar das Leben einfacher machen, aber sie können auch missbraucht werden.

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Botnets und gekaperte Babyfones

Jedes Gerät mit eigener IP-Nummer – also Geräte, die mit dem Internet verbunden werden können – sind angreifbar. Dies machen sich Cyberkriminelle zunutze und veröffentlichen beispielsweise die Bilder von vernetzten Überwachungskameras. So sammelten Hacker die Bilder von tausenden Webcams auf der ganzen Welt – darunter mindestens 141 aus der Schweiz – und veröffentlichten die Bilder auf einer russischen Website. Auf diese Weise konnte jeder, der wollte, in fremde Wohnzimmer, Gärten oder Kinderzimmer schauen, in denen die Bewohner eine Überwachungskamera oder eine vernetzte Babyphone-Kamera installiert hatten.

Eine andere Gefahr geht von sogenannten DDoS-Angriffen (Distributed-Denial-of-Service) aus. Das heisst, Cyberkriminelle lassen über smarte Geräte automatisierte Angriffe auf IT-Infrastrukturen von Unternehmen ausführen. In einer der bisher grössten DDoS-Attacken, bei der die Websites von Netflix, Twitter, Spotify und PayPal mit Hilfe eines Botnets (von engl. robot, «Roboter» und net, «Netz») lahmgelegt worden sind, verwendeten Hacker eine sehr grosse Anzahl an Hausgeräten, Kameras, Sensoren, Router und TV-Receiver etc.

Anders als PCs können viele smarte Geräte nicht über eine Sicherheitssoftware geschützt werden. Das macht sie grundsätzlich manipulierbar. Sie haben keine Firewall und verfügen oft nicht einmal über ein sicheres Passwort. Doch einige Massnahmen können Besitzer von Geräten, die sich im «Internet der Dinge» befinden, vornehmen:

So sichert man seine Geräte ab

Ein paar simple Tipps:

  • Sichere Passwörter verwenden: So wie beim E-Mail-Account oder beim PC sollte man auch bei vernetzten Geräten darauf achten, dass man sichere Passwörter benutzt. Häufig werden Geräte und Gadgets von den Herstellern mit einem Standard-Passwort versehen. Dieses sollte man unbedingt ändern und jedes Passwort nur jeweils für ein Gerät verwenden.
  • Automatik ausschalten: Schalten Sie die UPnP-Funktion (Universal Plug and Play) am Router aus. Diese ermöglicht es, dass sich Geräte automatisch verbinden und somit von aussen gefunden werden können.
  • Software aktualisieren: Alle vernetzten Haushaltgeräte, Webcams, Lampen, Autos und Router usw. müssen, um möglichst sicher zu sein, stets mit aktueller Software bzw. Firmware versehen werden.
  • Berechtigungen einschränken: Geräte, die über das Smartphone per App gesteuert werden, haben oft standardmässig viele Berechtigungen zugewiesen. Deaktivieren Sie in den App-Einstellungen, auf welche Daten das Smartphone oder der Dienst zugreifen darf. Für viele Anwendungen ist es unnötig, dass auf Ortungsdienste, Kontaktadressen oder das Mikrofon zugegriffen werden darf.

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