Windows 10 bekommt vollwertiges Linux

dj

8.5.2019

Ein richtiges Linux wird bald auch auf Windows 10 nutzbar sein können.
Getty Images

Ehemalige Erzfeinde kommen zusammen. In Windows 10 wird bald ein vollwertiges Linux integriert.

Auf den ersten Blick scheinen Windows und Linux nicht wirklich zusammenzupassen. Microsoft war lange Zeit ein Feindbild für die Verfechter freier Software. Doch schon seit einige Jahren ist Microsoft verstärkt in diesem Bereich aktiv und geniesst inzwischen eine ziemlich gute Beziehung mit der Linux- und Open Source-Gemeinschaft. Mit GitHub betreibt Microsoft zudem die grösste Plattform für Open Source-Entwicklung.

Auch im eigenen Geschäft ist Microsoft inzwischen viel undogmatischer geworden, wenn es um das eingesetzte Betriebssystem geht. Einen wachsenden Anteil seiner Einnahmen generiert Microsoft mit dem Cloud-Dienst Azure. Ob auf den Servern, für die Microsoft Miete kassieren kann, dann Windows oder Linux läuft, für das Unternehmen nicht mehr so wichtig. Daher ist es nun auch nicht völlig überraschend, dass Windows 10 einen vollwertigen Linux-Kernel bekommen soll.

Weiterentwicklung eines bestehenden Features

Bereits seit 2016 gibt es das Windows Subsystem for Linux (WSL). Bisher funktioniert das nur als eine Emulation — Befehle die für einen Linux-Kernel gedacht sind, werden von WSL in Befehle für den Windows-Kernel übersetzt. Zukünftig soll jedoch der echte, vollwertige Linux-Kernel Teil von WSL sein. Programme für Linux sollen dort also exakt so funktionieren, wie auf einem echten Linux-System.

WSL 2 wird dabei den jeweils aktuellen Linux-Kernel mit Langzeitunterstützung bekommen — derzeit ist das Version 4.19. Microsoft erhofft sich damit vor allem Erleichterungen für Programmierer. Sie können für Linux entwickelte Software komplett auf ihren Windows-Rechnern testen.

Viele Linux-Programmier nutzen derzeit noch macOS. Dessen Kernel ähnelt jenem von Linux, ist allerdings nicht völlig kompatibel. Hier hofft Microsoft sicherlich auf einige Umsteiger. WSL 2 soll Ende Juni in Vorabversionen von Windows 10 verfügbar sein und dann im Herbst in Endkunden-Varianten auftauchen.

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