Brisantes Buch

Zuckerberg war eifersüchtig auf Instagram

dj

8.4.2020

Instagram darf Facebook selbst bloss nicht überstrahlen, war offenbar das Leitmotto von Mark Zuckerberg. 
Instagram darf Facebook selbst bloss nicht überstrahlen, war offenbar das Leitmotto von Mark Zuckerberg. 
Getty Images

Weil Mark Zuckerberg neidisch auf den Erfolg von Instagram gewesen sei, soll er die App systematisch unterlaufen haben, behauptet ein neues Buch.

Der Kauf von Instagram dürfte zu Mark Zuckerbergs besten Geschäftsentscheidungen zählen. 2012 kaufte der Facebook-CEO die App für knapp eine Milliarde Dollar von deren Gründern Kevin Systrom und Mike Krieger. Heute wird der Wert von Instagram auf rund 100 Milliarden Dollar geschätzt.

Systrom und Krieger blieben nach dem Aufkauf bei Facebook. Ihnen wurden von Zuckerberg grosse Autonomie bei der Führung von Instagram versprochen. Doch je erfolgreicher Instagram wurde, desto eifersüchtiger wurde offenbar Zuckerberg. Das geht zumindest aus einem Vorabdruck des Buches «No Filter» der «Bloomberg»-Reporterin Sarah Frier hervor.

Instagrams Erfolg war laut Zuckerberg keine Eigenleistung

Wenn es Instagram gut geht, ist das auch gut für die Mutter Facebook, müsste man meinen. Doch Zuckerberg sah das offenbar anders. Er schien partout verhindern zu wollen, das Instagram Facebook selbst überholt.

So zeigte sich 2016 ein Trend bei dem Verhalten der durchschnittlichen Facebook-Nutzer, die einfach weniger Beiträge verfassten als noch zuvor. Zuckerberg sah die Verantwortung dafür laut Frier bei Instagram und dessen Einführung der Story-Funktion. Bei diesem von Snapchat kopierten Feature verschwinden Beiträge nach 24 Stunden wieder, das Format eignet sich also auch für nicht ganz so durchdachte Beiträge. Instagrams Erfolg bei diesem Feature beruhe nicht auf Eigenleistung, sondern einfach der Tatsache, dass Instagram es vor Facebook selbst eingeführt habe, soll Zuckerberg Systrom vorgehalten haben.

Danach habe er versucht, Instagram konsequent zulasten von Facebook kleinzuhalten. Er habe Instagram angewiesen, in der App einen prominenten Link zur Facebook-App zu platzieren. Gleichzeitig seien auf der Facebook-Seite die Links zu Instagram entfernt worden. Wenn Systrom und Krieger neue Angestellte einstellen wollten, habe Zuckerberg viel weniger Posten genehmigt, als die Instagram-Führung für notwendig erachtete. Andere Facebook-Tochterunternehmen, wie der verlustreiche VR-Brillen-Hersteller Oculus, hätten dagegen hunderte neue Mitarbeiter zugeteilt bekommen.



Wütend wegen einem Symbol

Facebook verhalte sich zu Instagram wie eine grosse Schwester, die das Party-Kleid für ihre kleine Schwester auswählen und gleichzeitig sicherstellen will, dass diese nicht schöner als sie selbst aussieht, zitiert Frier einen ehemaligen Instagram-Manager.

Selbst ein Symbol für ein neues Video-Feature von Instagram habe Zuckerberg «sehr wütend» gemacht, weil er Ähnlichkeiten zum Logo des Facebook Messenger erkennen wollte. Und sogar für den Kampf gegen Desinformation, die auch auf Instagram während der US-Präsidentschaftswahl 2016 zum grossen Problem wurde, habe Zuckerberg Instagram nicht die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt.

Im September 2018 kündigten Systrom und Krieger dann beide frustriert bei Facebook. Im gleichen Jahr verliess auch der letzte verbliebende Gründer des anderen grossen Facebook-Aufkaufs — WhatsApp — das Unternehmen. Auch er lag im Clinch mit Zuckerberg.

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