Lukas Bärfuss bei «Schawinski»

«Die westliche Wirtschaft war nie friedlich»

klm

3.4.2022

Lukas Bärfuss: «Die westliche Wirtschaft war nie friedlich»

Lukas Bärfuss: «Die westliche Wirtschaft war nie friedlich»

Lukas Bärfuss spricht bei «Schawinski» darüber, dass der Westen süchtig nach Öl sei und sich deswegen zu sehr auf Wladimir Putin verlassen musste.

03.04.2022

Wir hätten den Krieg kommen sehen können, aber wir entschieden uns fürs Geschäft, schrieb der Schweizer Schriftsteller in einem Essay. Warum aber schweigen viele Intellektuelle zum Ukraine-Konflikt? Roger Schawinski fragt bei Lukas Bärfuss nach.

klm

3.4.2022

Lukas Bärfuss, geboren 1971 in Thun, hat zahlreiche Theaterstücke, Bücher und Essays geschrieben. Darin geht es auch immer wieder um Krieg – und um Geld.

Diese Verbindung spiele auch bei der russischen Invasion der Ukraine eine Rolle. Der Westen könne sich durch die wirtschaftlichen Verbindungen zu Wladimir Putin nicht unschuldig geben, wie er im Gespräch mit Talkmaster Roger Schawinski betont. 

«Unsere Wirtschaft war nie friedlich und unsere Wirtschaftsordnung war immer invasiv und imperial», sagt Bärfuss dazu. «Wenn ich mich hier umschaue, sind wir aus Öl. Unsere Kleidung ist aus Öl, unsere Medikamente sind aus Öl, unser Dünger ist aus Öl. Wir sind abhängig oder man kann gar sagen süchtig nach diesem Rohstoff. Und diese Sucht hat gesellschaftlich ähnliche Folgen, wie sie auch persönliche hat. Nämlich dass man blind wird und einen Dealer braucht. Dass man sich auf einmal nicht mehr fragt, ob das einen nicht kaputt macht.» 

Worte zu finden, ist nicht einfach

Auch wenn Bärfuss für seine beissenden Kommentare zu Politik und Gesellschaft bekannt ist, tue er sich schwer, die richtigen Worte zu der Ukraine-Krise zu finden: «Es ist unter dem Eindruck von diesem Bombenhagel nicht so einfach, etwas zu sagen, das eine Verbindung mit dem hat, was man spürt.» 

Lukas Bärfuss über Schweizer Kulturschaffende und die Ukraine

Lukas Bärfuss über Schweizer Kulturschaffende und die Ukraine

Lukas Bärfuss spricht bei «Schawinski» darüber, dass er sich schwer tut, die richtigen Worte zum Krieg in der Ukraine zu finden und er findet, dass sich dazu alle Bürger Gedanken machen sollten.

03.04.2022

Laut Bärfuss darf man darüber trotzdem nicht schweigen. Jeder und jede müsse sich dazu Fragen stellen: «Es ist so, dass das Echo der Zivilgesellschaft und der Intellektuellen nicht so gross ist, wie ich mir das wünschen würde.» 

Auf den Schweizer Staat könne man in der Krise nicht setzen. Denn bei unseren Politikern stehe laut ihm nicht der Mensch im Vordergrund: «Haben wir eigentlich noch eine Politik in diesem Land? Ich habe manchmal das Gefühl, wir sind eine Provinz vom internationalen Finanzkapitalismus. Das Geld regiert.» 

Lukas Bärfuss über die Schweizer Politik

Lukas Bärfuss über die Schweizer Politik

Der Schweizer Schriftsteller Lukas Bärfuss stellt in Frage, ob es in der Schweiz überhaupt noch eine Politik gibt. «Das Geld regiert», sagt er im Gespräch mit Talkmaster Roger Schawinski.

03.04.2022

Bei «Schawinski» spricht Lukas Bärfuss ausserdem über seinen Werdegang zum Schriftsteller, die Parallelen des Kriegs in der Ukraine und dem Völkermord in Ruanda und darüber, wie er mit Kritik umgeht. 

Den ganzen Talk mit Lukas Bärfuss siehst du am Sonntag, 3. April, 18:15 Uhr (Wiederholung 22 Uhr), in der Sendung «Schawinski» auf blue Zoom.

Der ganze «Schawinski»-Talk mit Lukas Bärfuss in voller Länge: 

Schawinski – mit Lukas Bärfuss

Schawinski – mit Lukas Bärfuss

Wir hätten den Krieg kommen sehen können, aber wir entschieden uns fürs Geschäft, schrieb der Schweizer Schriftsteller in einem Essay. Warum aber schweigen viele Intellektuelle zum Ukraine-Konflikt? Roger Schawinski fragt bei Lukas Bärfuss nach.

03.04.2022