«Captain Marvel» und «Shazam» sind eigentlich ein und dieselbe Person

Fabian Tschamper

7.4.2019

DC und Marvel kämpfen seit jeher um den Superhelden-Thron. Dabei gibt es eine Überschneidung, die dem einen oder anderen Fan Kopfschmerzen bereiten könnte.

Marvels «Captain Marvel» hat erst kürzlich eine Milliarde Dollar eingespielt in den Kinos weltweit. Nun startet am Donnerstag, 4. April, DCs «Shazam» auf den Leinwänden, der früher eben auch «Captain Marvel» hiess. So weit, so komisch. Die Geschichte um die Fehde zwischen DC und Marvel beginnt in den 1930er Jahren.

Angefangen hat es 1938 mit der Veröffentlichung des allerersten Superhelden – ganz simpel «Superman» genannt. Der DC-Comic verkaufte sich sehr gut, als dann aber ein Jahr später die Firma Fawcett Comics ihren eigenen Übermenschen lancierte, eskalierte die Situation bereits. Fawcett Comics erfand nämlich den Superhelden «Captain Marvel», der sich mit dem Zauberwort «Shazam!» in einen Kraftprotz verwandeln konnte. Dessen Comics verkauften sich in den 40ern besser als jene von «Superman». 1941 begann dann ein zwölf Jahre langer Rechtsstreit mit DC. Detective Comics klagte gegen die Konkurrenz, weil «Captain Marvel» eine Kopie von Superman sei.

Zehn Jahre später entschied der United States Court of Appeals für den Kläger: «Captain Marvel» verletze tatsächlich DCs Rechte an der Figur «Superman». Die Konsequenz davon war der Ruin von Fawcett Comics und damit auch die Einstellung von «Captain Marvel».

Auftritt Stan Lee

20 Jahre war diese Version von «Captain Marvel» weg vom Fenster. Dann erst, im Jahr 1972, lizensierte sich DC die Rechte an der Figur und überführte sie ins DC-Comicuniversum. Blöd nur, dass die neu gegründete Firma Marvel Comics fünf Jahre zuvor – unter der Leitung eines gewissen Stan Lee – eine Figur namens Captain Marvel eingeführt hatte. Die Erstveröffentlichung war 1967.



Diesmal gab es für DC nichts daran zu rütteln, sie mussten ihre Figur umbenennen. Aufgrund von Marvels «Captain Marvel» trat DCs «Captain Marvel» bei seiner Rückkehr im Jahr 1972 nunmehr in Comics mit dem Titel «Shazam» auf. Im Comic selber bezeichnete DC die Figur immer noch als «Captain Marvel».

Damit nicht genug: In den Marvel-Comics exisitieren nämlich mehrere Figuren, die den Superheldennamen «Captain Marvel» besitzen beziehungsweise besassen. Der Ausserirdische Mar-Vell war der erste mit diesem Namen, die aktuellste ist Carol Danvers (Brie Larson), die nun auch im Film «Captain Marvel» in den Kinos zu sehen ist.

Die Veteranin und der Anfänger

Brie Larsons «Captain Marvel» ist ein klassischer Heldencharakter. Sie ist mutig, stark und gerecht. In gewohnter Manier verteidigt sie die Erde mit ihren Superkräften und dem Militärtraining aus ihrem zivilen Leben als Carol Danvers. Einzeiler und bildgewaltige Szenen erzählen die tollkühne Geschichte aus dem Marvel-Universum.

«Shazam» auf der anderen Seite ist in Wirklichkeit ein 13-jähriger Junge namens Billy Batson. Er wird von einem alten Magier zu dessen Champion auserwählt. Durch des Magiers Macht kann sich Billy mit dem Wort «Shazam» in einen Superhelden verwandeln, der Traum eines jeden Jungen in diesem Alter. Das Heldentum ergibt sich zwar noch im Film, aber «Shazam» überzeugt vor allem, weil der Zuschauer eine Beziehung zu ihm herstellen kann. Ernsthaft, wer würde nicht erst einmal testen, ob er eine Betonmauer zerschlagen oder fliegen kann? Vielleicht war das einer der Gründe, warum sich diese Version von «Captain Marvel» in den 40ern besser verkaufte als das Alien «Superman». 

«Captain Marvel» und «Shazam» laufen derzeit in unseren Kinos.

Die Kino-Highlights im April
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