Paranoia in Person

Vom Missbrauch von Drogen, Frauen und Waffen – zum US-Präsidenten?

Von Fabian Tschamper

10.11.2019

John McAfee hat ein bewegtes Leben: Hier schaut er aus einem Polizeiwagen in Guatemala.
Keystone

Der Antiviruspionier John McAfee verkaufte seine Firma und lebte in illegalem Saus und Braus. Seine Geschichte soll nun verfilmt werden – bis und mit seinen Absichten Präsident der Vereinigten Staaten zu werden.

Der Computernerd John McAfee studierte an der renommierten Virginia Tech Universität Hard- und Softwareentwicklung. Freilich zog er nach erfolgreich abgeschlossenem Studium ins Silicon Valley, dem heiligsten aller Böden wenn es um Computertechnologie geht. Dort gründete er dann seine Onlinesicherheitsfirma McAfee.

John McAfee missbrauchte während dieser Zeit immer wieder Alkohol und Kokain.

Von 1983 bis 1997 besass er Anteile an der Antivirus-Firma McAfee, verkaufte dann aber seine Aktien. Sein Vermögen belief sich damals schätzungsweise auf etwa 100 Millionen Dollar – nach der US-Immobilienkrise sollen es noch vier Millionen gewesen sein.



Mit seinem gescheffelten Geld wanderte er rund zehn Jahre nach dem Verkauf seiner Firma nach Belize aus. Dort begann der moralische Abstieg von McAfee: Er errichtete ein riesiges Anwesen im Dschungel des zentralamerikanischen Staats und sah sich immer wieder mit Hausdurchsuchungen konfrontiert. McAfee soll unerlaubt Waffen besessen, Drogen hergestellt und Frauen prostituiert haben.

Ausserdem wurden mehrere Todesfälle mit McAfee in Verbindung gebracht, sie konnten ihm jedoch nie nachgewiesen werden.

Sein Verstand schien sich dann – langsam aber sicher – komplett von ihm zu verabschieden. McAfee wurde immer paranoider, entfernte sich von der Realität.

Im Juni 2013 brannte seine Villa in Belize nieder – mit einem satirischen Video zollte er seinem eigenen Leben mit Frauen, Drogen und Waffen Tribut. Nur zwei Jahre später teilte er mit, dass er sich als Präsidentschaftskandidat registriert habe und dafür eine «Cyber»-Partei gründen wolle. Da McAfee zwar Schotte ist, aber auf einer US-Militärbasis geboren wurde, dürfte er tatsächlich als Präsident kandidieren.

Das absurde Leben McAfees in Belize verfilmt Hollywood nun unter dem Titel «King of the Jungle». Schönling Zac Efron übernimmt dabei die Rolle eines Journalisten, der McAfee auf seinem Anwesen interviewen soll. Doch dort angekommen, wird er in dessen Paranoia und diverse Morde hineingezogen.

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