Sie sind zugleich die Besten und Schlechtesten

fts

23.2.2019 - 18:00

Der Eine heiss begehrt, der Andere lässt einen kalt: Der Oscar und die Goldene Himbeere.
Getty Images/Keystone

Die berüchtigten Goldenen Himbeeren werden vor den Oscars an die schlechtesten Filme und Schauspieler vergeben. Wer hat beide Auszeichnungen erhalten? «Bluewin» stellt einige grosse Namen vor. Ja, selbst DiCaprio ist dabei.

Wovon hängt eigentlich die schauspielerische Leistung ab? Talent, Regie, Drehbuch, Set, Tagesform – was ist ausschlaggebend? Die Oscars zeichnen bekanntlich jene Rollen aus, bei denen all diese Faktoren die Erwartungen übertreffen. Die Goldenen Himbeeren sind hingegen eine «Auszeichnung» für jene Rollen, bei denen gar nichts stimmt – für die schlechtesten von allen schlechten Darbietungen.

Die Razzies – wie sie liebevoll genannt werden – sind somit kein hochangesehener Preis in der Film-Branche. Kaum ein Schauspieler nimmt die Auszeichnung persönlich entgegen. Ein Blick in die Geschichte des Negativ-Fimpreises zeigt: Es findet sich durchaus die eine oder andere Hollywood-Grösse unter jenen, die einen Oscar und einen Razzie erhalten haben.

Al Pacino

Er ist weltweit angesehen als einer der besten Schauspieler unserer Zeit. Für den Oscar nominiert war er erstmals seit seiner Nebenrolle als Michael Corleone im Klassiker «The Godfather» 1973. Als bester Schauspieler wurde er 1993 geehrt für seine Darstellung vom blinden US-Army Leutnant Frank Slade in «The Scent Of A Woman» («Der Duft der Frauen») – es ist Pacinos bis anhin einziger Oscar.

Charakterkopf und einer der ganz grossen im Filmbusiness: Al Pacino.
Keystone

Pacino hat auch einen Razzie zu Hause auf dem Fenstersims stehen und zwar für seinen Cameo-Auftritt in Adam Sandlers «Jack and Jill» aus dem Jahr 2012. Für diese desaströse Vorstellung nahm er die Goldene Himbeere in der Kategorie «Worst Supporting Actor» mit – oder besser: Man hat sie ihm – wie auch immer – zukommen lassen.

Nicole Kidman

Die australische Schönheit hat so ziemlich alles gemacht in der darstellenden Kunst: Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin ist sie gewesen – und für kurze Zeit sogar Stand-up-Comedian. Von über 50 verschiedenen Organisationen wurde sie nominiert als beste Schauspielerin. Den Oscar für «Best Actress» hat sie 2003 eingeheimst für die Rolle der Virginia Woolf in der Roman-Verfilmung «The Hours».

Nicole Kidman (mit Silikon-Nase) in ihrer oscarprämierten Rolle als Virginia Woolf in «The Hours».
Keystone

Bei der Goldenen Himbeere wurde sie dann drei Jahre später zusammen mit ihrem Leinwand-Partner Will Ferrell «ausgezeichnet» – als schlechtestes Filmpaar in der Serien-Adaption «Bewitched». Das Konzept des Films war nicht jederfraus Sache: Kidman spielt eine Hexe, die die Hauptrolle im Remake von «Bewitched» erhalten hat. Also ein Film über den Dreh des Films. Die Ticketverkäufe blieben: mau.

Leonardo DiCaprio

Lange war es ein Running Gag, für wie viele Oscars Leonardo DiCaprio eigentlich nominiert war, um am Ende leer auszugehen. Das änderte sich erst 2016: Den «Best Actor»-Oscar erhielt er für seine Darbietung des Frontsoldaten Hugh Glass in Regisseur Alejandro G. Iñárritus «The Revenant». Endlich, liesse sich sagen, gilt DiCaprio doch als einer der talentiertesten Schauspieler seiner Generation.

Diese Rolle hat ihm den Oscar eingebracht: Leonardo DiCaprio als Hugh Glass in «The Revenant».
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Um zwei «Razzie»-Awards kam aber auch selbst DiCaprio nicht herum – er handelte sie sich im gleichen Jahr für denselben Film ein – «The Man In The Iron Mask» hiess er. In jenem Film spielt DiCaprio beide Zwillingsbrüder in der Hauptrolle, der eine ist König von Frankreich, und der andere ist neidisch darauf. Darum gab es die Goldene Himbeere einmal für «Worst Lead Actor» und noch eine weitere für das schlechteste Leinwand-Paar. 

Halle Berry

Es war ein historischer Moment, als Halle Berry 2002 als erste afroamerikanische Schauspielerin einen Oscar gewann – dies auch noch in der Kategorie «Best Actress». Der Film «Monster's Ball» des deutsch-schweizerischen Filmregisseurs Marc Forster ist generell hochangesehen bei Filmkritikern. Mit tränenüberströmtem Gesicht nahm sie den Goldjungen entgegen – ein ikonischer Moment für die heute 52-Jährige.

Dafür gab es eine Goldene Himbeere: Halle Berry als «Catwoman» gefiel nicht.
Keystone

Den «Razzie» erhielt Berry dann 2005 für ihre Interpretation von «Catwoman». Und sie schrieb damit gleich nochmal Geschichte, als sie – als erste Schauspielerin überhaupt – den Razzie persönlich abholte. Und sogleich ihre Oscar-Rede mit dem tränenüberströmten Gesicht wiederholt hat. In einer Hand hielt sie ihren Oscar, in der anderen die Goldene Himbeere.

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