Gänsehaut-Faktor

Warum sich manche bei Filmen gerne gruseln

dpa/fts

24.10.2020

Die wohl berühmteste Szene aus einem gruseligen Film: Jack Nicholson verschafft sich in «The Shining» zugang zum Badzimmer mithilfe einer Axt.
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Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Die Rede ist von Gruselfilmen. Warum macht es manchen Leuten so viel Spass, sich zu fürchten? Und wieso sollte man keine Filme anschauen, nach denen man schlecht träumt? Hier erfahren Sie die Gründe.

Buh! Erschreckt zu werden, kann sich fies anfühlen. Manchen Menschen macht das aber Spass. Sie fahren gerne mit der Geisterbahn, hören sich Schauergeschichten an und lieben Gruselfilme. Warum eigentlich? «Da gibt es mehrere Ideen», sagt der Film-Experte Andreas Rauscher.

Eine Idee: Manche Menschen mögen das Gefühl, wenn der Schrecken nachlässt. Vielleicht kennst du das auch: Du hast dich zwar erschrocken. Aber du musstest danach direkt loslachen, weil du so erleichtert warst, dass nichts Schlimmes passiert ist.



Eine andere Vermutung: Menschen kann es guttun, sich auch mit Gefühlen wie Furcht zu beschäftigen. Andreas Rauscher erklärt: «Bei Gruselfilmen sieht oder hört man etwas, vor dem man Angst hat. Aber man weiss gleichzeitig, dass es nicht echt ist.» Wenn du also einen Gruselfilm schaust, droht dir keine wirkliche Gefahr.

Dieses Wissen hilft natürlich nur, wenn man unterscheiden kann, was echt ist und was nicht. Kristin Langer beschäftigt sich mit der Frage, welche Filme und Serien Kindern guttun und welche nicht. Sie sagt: «Gruseln will gelernt sein!» Erst im Alter zwischen neun und elf Jahren fangen Menschen an, zwischen Erfundenem und Wirklichkeit unterscheiden zu können.

Vielleicht kannst du beim Lesen eines Buches tief in die Geschichte eintauchen. Tauchst du aber in eine Welt ein, die dir Angst macht, kann es zum Problem werden. Vor allem, wenn du noch nicht gelernt hast, wie du wieder auftauchst.

Geeignete Filme sind wichtig

«Wenn Kinder Filme sehen, die noch nicht für sie geeignet sind, dann gruseln sie sich auch nach dem Filmende noch weiter», sagt Kristin Langer. Dann kann es zum Beispiel passieren, dass du schlecht träumst. Oder du erinnerst dich im Alltag in einer ähnlichen Situation an den Film und bekommst Angst.

Deshalb ist es wichtig, nur für dich geeignete Filme zu gucken. «Man merkt schnell, ob einem ein Film guttut oder nicht», sagt die Expertin. «Wenn man sich nicht wohlfühlt, sollte man das direkt ehrlich sagen und den Film nicht zu Ende gucken. Auch wenn Freunde oder Eltern vielleicht doof reagieren.»

Wer sich nach einem Film schon mal weitergruselt, dem empfiehlt sie: «Es hilft, wenn man herausfindet, wie der gruselige Film gemacht worden ist.» Darüber könne man mit Erwachsenen sprechen und zusammen ein Making-of anschauen. Darin wird gezeigt, wie der Film entstanden ist. Und dass das gruselige Monster in Wirklichkeit ein Schauspieler mit Maske und Kostüm ist.

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