Was macht eigentlich Werner Günthör?

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26.8.2018

Er war der Gigant unter den Schweizer Leichtathleten. Heute kümmert sich Werner Günthör um den Nachwuchs – und um seinen Töff.

Wenn nächste Woche am Weltklasse-Meeting in Zürich wieder auch die Schweizer Athleten für Highlights sorgen, wird sich so manch einer an einen ganz Grossen der einheimischen Leichtathletik erinnern. Werner Günthör war einer der besten Kugelstosser der Welt. Zwischen 1986 und 1993 war er Europameister, Hallen-Weltmeister, Olympia-Dritter und nicht weniger als dreifacher Weltmeister – ein Gigant seines Sports. Und das nicht nur wegen seiner fast zwei Metern Grösse und fast 130 Kilogramm Wettkampfgewicht.

Als «Kugel-Werni» gehörte der Thurgauer zu den beliebtesten Sportlern der Schweiz. Gleich drei Mal wurde der Leichtathlet zum Sportler des Jahres gewählt. Nur Roger Federer (acht Mal) und Radprofi Tony Rominger (vier Mal) haben ihn in dieser Beziehung toppen können. Wie beim Basler Tennis-Star war es vor allem Günthörs Bescheidenheit und Bodenhaftung, die er trotz seiner Erfolge nie verlor – und die ihn beim den Fans so beliebt machten.

Vorträge und Ratschläge

Auch nach seinem Rücktritt 1993 blieb «Kugel-Werni» volksverbunden. In Magglingen BE bildet er angehende Sportlehrer aus. Weiter ist er involviert in die Schulung von J+S- Leitern und in die Gestaltung von Rahmenprogrammen für Besucher des nationalen Sportzentrums. So organisierte er für den Gesamtbundesrat einst sogar einen Bogenschiess-Event.

Er fände den Austausch mit unterschiedlichsten Menschen immer sehr spannend, sagt Günthör über seine neue Tätigkeit. Deshalb berät er unter andrem auch andere Spitzensportler und lässt sie an seinen Erfahrungen bei internationalen Wettkämpfen teilhaben. Davon profitiert hat beispielsweise der kürzlich zurückgetretene Schwingerkönig Matthias Sempach oder die neuseeländischen Kugelstosserin Valerie Adams.

Sein eigener Schweizer Rekord ist mit 22,75 Metern noch immer in einer eigenen Dimension. Kein anderer Schweizer Kugelstosser ist je in diese Weite vorgedrungen. Auch international ist dieser Rekordwurf noch immer einer der zehn besten Weiten, die je gestossen wurden.

Vorbild und Töff-Fan

Kein Wunder ist der heute 57-Jähirge auch als Referent gefragt. Als Sportidol ist seine Meinung zu Themen wie Motivation, Führung oder Zielerreichung von Belang. Zumal sich Günthör seine für ihn typische Bescheidenheit bis heute hat bewahrt können: «Selbst wenn man der Beste ist, kann man immer etwas besser machen. Wer denkt, er bleibe der Beste, wird schnell vom TGV zum Güterzug», sagt er in einem Interview mit der «NZZ».

Privat hat der Hüne mit den grossen Händen gern Hemdsärmeliges. Der gelernte Sanitär-Installateur schraubt in seiner Freizeit mit Leidenschaft an seinem Töff herum. Er arbeitete sogar als Töff-Instruktor und begleitete Motorradreisen nach Korsika, Sardinien und Kroatien. Seine Leidenschaft für zwei Räder teilt «Kugel-Werni» mit seiner Frau Nadja.

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