Der Megxit ist perfekt

Für ihre Freiheit machen Harry und Meghan keine halben Sachen

SDA/gbi

19.2.2021 - 18:01

Selbst die Queen konnte Harry und Meghan nicht umstimmen: Das Paar will seine Zukunft ohne royale Titel und Pflichten bestreiten. Damit führen die beiden konsequent zu Ende, was sie vor einem Jahr begonnen haben.

Am Anfang war der Megxit: Vor fast genau einem Jahr hatten Prinz Harry und Herzogin Meghan ihren Auszug aus dem britischen Königshaus erklärt und den Rückzug ins Privatleben erklärt. «Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue fortschrittliche Rolle für uns zu finden», teilten die beiden am 8. Januar 2020 auf Instagram mit.

Die Ankündigung kam in Blaublüter-Kreisen einer Schockwelle gleich, und schon bald folgten Taten: Das Paar siedelte mit Baby Archie in Meghans Heimat, die USA über. Dort setzten sie sich zunehmend auch für politische Themen ein, Meghan ging sogar wählen – wo sich die Royals doch eigentlich traditionell aus der Politik heraushalten.

Zuletzt dann die persönlicheren Nachrichten: ein erfolgreicher Prozess gegen ein britisches Boulevardblatt, die zweite Schwangerschaft sowie die Ankündigung eines «intimen» Interviews mit dem grössten Talkshow-Star der USA, Oprah Winfrey – einer Freundin von Meghan.

Tschüss, Ehrentitel

Am heutigen Freitag erfolgte nun der finale berufliche Bruch mit dem Königshaus, der deutlich macht: Meghan und Harry wollen nicht mehr als Prinz und Herzogin wahrgenommen werden. Sie wollen Privatleute sein und eigene Ideen vorantreiben. Dafür sind sie bereit, schmerzhafte Einschnitte hinzunehmen – vor allem der 36-jährige Harry.

Denn wie erwartet und nun vom Palast bestätigt, gibt der Sechste der Thronfolge nicht nur wie Ex-Schauspielerin Meghan (39) viele Schirmherrschaften auf, die ihm seine Grossmutter, Queen Elizabeth II., übertragen hatte – bei der Rugby Football Union, der Rugby Football League und dem London-Marathon. Auch seinen militärischen Ehrentiteln muss Harry nun entsagen. Dabei hat das Militär ihm immer viel bedeutet.

Schluss mit royalen Pflichten: Harry und Meghan haben andere Zukunftspläne.
Schluss mit royalen Pflichten: Harry und Meghan haben andere Zukunftspläne.
Bild: Keystone

Gleich zweimal diente Harry in Afghanistan – als Bordschütze eines Kampfhelikopters hat er dabei nach eigenen Angaben auch getötet. «Ein Leben zu nehmen, um eines zu retten, darum drehte es sich bei uns», sagte er einst der BBC. Seit seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst engagiert er sich als Schirmherr der «Invictus Games» für kriegsversehrte Soldaten. Diese Rolle behält er, da es sich um eine private Initiative handelt.

Nun heisst es: Volle Konzentration auf das Leben in den USA. Mittlerweile wohnt das Paar mit Söhnchen Archie, der im Mai zwei wird, in einem angeblich mehrere Millionen Franken teuren Anwesen im kalifornischen Promiort Montecito. Dort basteln sie an ihrer zweiten Karriere.

Finanzielle Sorgen sind kaum zu befürchten

Ihre Accounts als «Sussex Royal» in sozialen Medien haben sie bereits aufgegeben. Stattdessen wollen sie unter dem Dach ihrer gemeinnützigen Organisation Archewell – der Name erinnert wohl nicht nur zufällig an Sohn Archie – Bildungsprogramme und Initiativen mit Fokus auf Themen zu Gesundheit und allgemeinem Wohlbefinden bündeln. Finanzielle Probleme dürften sie vorerst nicht haben. Deals mit den Streaming-Riesen Netflix und Spotify sollen ihnen Millionen eingebracht haben. Auch ein eigener Podcast gehört dazu.

In Grossbritannien wird der royale Rückzug bei aller Trauer um den Abschied des Glamour-Paars als logische Folge angesehen. Harry sei schon lange unzufrieden gewesen mit seiner Rolle, betonen britische Medien.

Der lebenslustige Rotschopf war stets geselliger als sein älterer Bruder William, der stets würdevoll – aber viele sagen auch: langweilig – auftrat. «Prince Charming» hingegen nahm jede Menge Skandale mit, seien es Sauftouren in Londoner Clubs, Beziehungswirrwarr, Nacktfotos vom Strip-Billard in Las Vegas oder ein Fasnachtsauftritt in einer Nazi-Uniform: Die Boulevardpresse hatte lange ihre Freude an Harry.

Doch die Beobachtung wie unter einem Brennglas hat viele Schattenseiten. Ein Beispiel für Harry ist der Tod seiner Mutter, Prinzessin Diana, die 1997 von Paparazzi verfolgt bei einem Verkehrsunfall starb. Aber auch Meghan spielt eine grosse Rolle dafür, dass das Paar selbst nachdrücklich die Kontrolle über seine Aussendarstellung übernommen hat. Die frühere Schauspielerin wurde wiederholt wegen ihrer Hautfarbe und afroamerikanischer Wurzeln Ziel rassistischer Beleidigungen.

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