Königin Elizabeth II. wird 92 - «Die Queen wird immer cooler»

16.4.2018 - 15:45, von Silvia Kusidlo, dpa

Für ihre Millionen Untertanen und zahlreichen Bewunderer in aller Welt sie «Her Majesty The Queen». Doch für einen wachsenden Kreis von Personen ist Queen Elizabeth II. schlicht eins: Granny. Acht Enkel hat die Queen, die die Schar an Ur-Enkeln munter wachsen lässt. Kennen Sie alle davon?
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Prinz Charles mag ihr Erstgeborener und damit ihr Thronerbe sein. Doch zum ersten Mal Oma wurde Queen Elizabeth II. 1977 durch ihre Tochter Anne.
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Prinzessin Anne und ihr erster Ehemann, der Vielseitigkeitsreiter Mark Phillips, wurden am 15. November 1977 Eltern eines Sohnes, den sie Peter nannten. Das Angebot der Queen, ihm einen Titel zu verleihen, lehnten seine Eltern ab. Darum darf sich der heutige Sportmanager im Gegensatz zu seinen Cousins nicht Prinz nennen, obwohl er zum Zeitpunkt seiner Geburt fünfter der Thronfolge war.
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Inzwischen ist Peter Phillips auf Rang 13 der britischen Thronfolge abgerutscht, gefolgt von seinen beiden Töchtern Savannah und Isla. Mutter der beiden Mädchen, die 2010 und 2012 das Licht der Welt erblickten, ist die kanadische Unternehmensberaterin Autumn Kelly. Die musste vor der Hochzeit 2008 noch ihren katholischen Glauben aufgeben - sonst wäre ihr Mann aufgrund des Act of Settlement von 1701 von der Thronfolge ausgeschlossen worden.
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Sie gilt als Lieblingsenkelin der Queen - obwohl Zara Tindall in der britischen Presse einst den Ruf eines Wildfangs weg hatte. «So wild war ich gar nicht», verteidigte sich die 1981 geborene Tochter von Prinzessin Anne 2015 im «People»-Magazin. Inzwischen ist die passionierte Reiterin, die 2008 mit einem Zungenpiercing für Schlagzeilen sorgte, selbst Mutter.
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Zusammen mit dem ehemaligen Rugby-Nationalspieler Mike Tindall, den die - wie ihr Bruder titellose - Queen-Enkelin 2011 heiratete, hat Zara Tindall eine kleine Tochter. Mia kam 2014 zur Welt und steht derzeit auf Rang 17 der Thronfolge, direkt hinter ihrer Mama.
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Die kleine Mia dürfte in diesem Jahr grosse Schwester werden: Nachdem Zara Tindall im Dezember 2016 eine Fehlgeburt erlitten hatte, konnte der Buckingham Palace zu Beginn dieses Jahres wieder frohe Botschaften verkünden: Zara Tindall ist wieder schwanger und wird mutmasslich im Sommer ihr zweites Kind zur Welt bringen. Es wäre das siebte Urenkel der Queen.
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Zuvor jedoch wird ein anderer Zweig der königlichen Familie neue Früchte tragen: Im April wird Prinz William, der älteste Sohn von Thronfolger Prinz Charles und der 1997 verstorbenen Lady Diana, zum dritten Mal Papa.
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Als zukünftiger König und Dritter der Thronfolger ist es eine der wichtigsten dynastischen Aufgaben von Prinz William, für legitimen Nachwuchs zu sorgen. Eine Pflicht, der der 1982 geborene Herzog von Cambridge offenbar gerne nachkommt: 2013 kam der kleine Prinz George zur Welt, ...
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... 2015 begrüssten Prinz William und seine Frau Kate schliesslich Prinzessin Charlotte. Ob sich die beiden Mini-Royals schon auf ihr neues Geschwisterchen freuen?
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Als ungefähren Geburtstermin gab der Palast den April 2018 an - das sechste Urenkel der Queen könnte also jeden Moment zur Welt kommen. Ob es tatsächlich ein Mädchen namens Mary sein wird, wie Buchmacher derzeit favorisieren? Fakt ist jedenfalls, dass der Neuzugang nach aktuellem Stand Platz fünf der britischen Thronfolge einnehmen würde. Den belegt momentan noch...
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... Prinz Harry, der Zweitgeborene von Prinz Charles. Nach einer langen «Karriere» als Partyprinz scheint der 1984 geborene Rotschopf inzwischen bereit, aktiver an der Vergrösserung der royalen Familie mitzuwirken. Im November 2017 gab er seine Verlobung mit der US-Schauspielerin Meghan Markle bekannt, die Hochzeit findet am 19. Mai statt. Insidern zufolge wollen die beiden danach «umgehend» mit der Familienplanung beginnen. Angeblich wollen auch sie drei Kinder.
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Prinz Andrews Ehe mit Sarah Ferguson hielt nur zehn Jahre, doch es reichte, um England um zwei Prinzessinnen reicher zu machen: Die ältere, Beatrice von York, erblickte 1988 das Licht der Welt. Während sich die Siebte der britischen Thronfolge Unternehmerin nennt, bevorzugt die britische Presse «Partyprinzessin». Schliesslich machte Beatrice lange Zeit die Londoner Clubs unsicher, gerne in Gesellschaft ihrer Schwester.
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Die Partyjahre von Prinzessin Eugenie könnten hingegen bald vorbei sein: Immerhin ist die 1990 geborene Enkelin der Queen seit Kurzem mit ihrem Langzeitfreund Jack Brooksbank verlobt: «Granny war sehr glücklich», verriet Eugenie der BBC. Die Hochzeit soll im Oktober stattfinden.
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Das Leben von Lady Louise Windsor begann 2003 dramatisch: Wegen einer Plazenta- Ablösung musste ihre Mutter, Sophie von Wessex, per Notkaiserschnitt entbinden. Die Geburt seiner Tochter kam so überraschend, dass Prinz Edward nicht dabei sein konnte. Inzwischen ist Lady Louise eine junge Dame...
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... und grosse Schwester: 2007 kam ihr kleiner Bruder James zur Welt, der gemeinerweise einen Rang höher als sie in der Thronfolge steht - auf dem zehnten nämlich. Seit 2015 begleiten die Geschwister ihre Eltern mittlerweile auch zu royalen Auswärtsterminen, etwa nach Südafrika, drücken aber ansonsten in London die Schulbank.
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Die britische Königin hat zwar längst nicht mehr so viele offizielle Termine wie früher. Aber ihr Pensum ist immer noch enorm. Dabei wird sie schon 92 - und ist für ihr hohes Alter erstaunlich fit.

Die Queen kichert in der ersten Reihe wie ein kleines Schulmädchen, neben ihr die strahlende «Modekönigin» Anna Wintour vom «Vogue»-Magazin mit riesiger Sonnenbrille auf der Nase. Selten hat man Königin Elizabeth II. so gelöst gesehen wie bei der Londoner Fashion Week vor wenigen Wochen. Die Modenschau schien die Monarchin im hellblauen Kostüm zu amüsieren. Erstaunlich jung wirkte sie auf dem Event: Dabei wird sie am 21. April stolze 92 Jahre alt.

Dass sie so gut beieinander ist, liegt sicherlich auch in den Genen. Ihre Mutter, meist nur Queen Mum genannt, wurde stolze 101. Trotz aller Rüstigkeit: So einfach wie auf der Modenschau fällt Elizabeth II. längst nicht mehr jeder offizielle Termin: Klein und gebeugt sieht sie aus der Nähe aus. Beim langsamen Gehen suchen ihre Augen den Boden nach Unebenheiten und Treppen nach sicheren Handläufen ab.

Aber sie ist enorm pflichtbewusst und kämpft: Einen Tag nach ihrem Geburtstag wird sie sogar den Startschuss für den London-Marathon in Windsor Castle geben, an dem 40 000 Läufer teilnehmen. Allerdings reduziert die Queen zunehmend ihre Verpflichtungen - die jüngeren Royals übernehmen für sie mehr und mehr Termine. Demnächst bekommt sie weitere Unterstützung: US-Schauspielerin Meghan Markle, die sich seit Jahren für Frauenrechte einsetzt, wird Prinz Harry am 19. Mai heiraten. Schon jetzt ist klar: Das Paar kommt beim Volk gut an.

Zum Geburtstag der Königin wird es am 21. April ein Konzert mit vielen Stars in der Londoner Royal Albert Hall geben. Auftreten werden etwa Tom Jones, Kylie Minogue, Craig David und Sting. «Nicht viele 92-Jährige bekommen so ein heisses Ticket zum Geburtstag», schrieb das US-Magazin «Time». Die BBC wird das Konzert live übertragen. Es werden dem Sender zufolge mehrere Royals dabei sein.

Grosses Geburtstagsfest im Juni

Das grosse Geburtstagsfest der Queen - die Parade «Trooping The Colour» - ist erst im Juni. Denn dann ist das Wetter besser. Die Parade vermittelt stets einen Hauch von Empire.

Ob auch der 96-jährige Prinz Philip an der Seite seiner Frau bei den Feierlichkeiten dabei sein wird? 70 Jahre sind sie schon verheiratet - länger als jedes andere Monarchenpaar in Grossbritannien.

Philip ist im vergangenen Jahr in Rente gegangen und begleitet die Königin bei offiziellen Anlässen nur noch, wenn er Spass daran hat und sich fit fühlt. Man sieht den 96-Jährigen nur noch selten. Kürzlich bekam er ein neues Hüftgelenk. Er musste in den vergangenen Jahren hin und wieder ins Krankenhaus, aber meist nur für kurze Zeit.

Elizabeth II. erfreut sich glücklicherweise recht guter Gesundheit. Dabei wird schon seit mehr als 50 Jahren geplant, was wer wann im Todesfall der Queen zu tun hat, wie die Zeitung «The Guardian» berichtete. Seit etwa 20 Jahren werde daran bis ins letzte Detail gefeilt. Inzwischen treffen sich die Beteiligten, darunter Regierungsvertreter, schon zwei- bis dreimal im Jahr, heisst es.

Rüstige Queen

Wie rüstig die Königin noch ist, zeigte sie vor drei Monaten im Fernsehen. Die BBC sendete eine Dokumentation zu ihrem 65. Krönungsjubiläum samt einem Gespräch mit ihr. Ihre Stimme war zwar etwas brüchig, aber: Sie war klar bei Verstand, manchmal etwas energisch und auch humorvoll: So sei die Fahrt in der goldverzierten Kutsche aus dem 18. Jahrhundert zur Westminster Abbey «schrecklich» gewesen, weil sie praktisch nur auf mit Leder überzogenen Sprungfedern gesessen habe. Und eine schwere Krone zu tragen sei ebenfalls ziemlich unbequem. Man müsse den Kopf ganz still halten. «Sonst kann man sich den Hals brechen und die Krone fällt herunter.»

Erst ihr Besuch kürzlich bei der Modenschau des britischen Designers Richard Quinn, bei der die Models ziemlich schrille Kreationen und kunterbunte Motorradhelme trugen. Jetzt ein Mega-Konzert zum Geburtstag mit Popstars und Rappern: «Es ist offiziell», schrieb das Magazin «Time» bewundernd. «Die Queen wird jedes Jahr cooler.»

Royal-Flash
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