Jonas Projer kaum SRF-Chef – dafür bald Kilchsperger-Nachfolger?

Lukas Rüttimann

4.11.2018

«Arena»-Moderator Jonas Projer trumpfte im «Samschtig-Jass» gross auf. Punkten konnte er nicht nur mit einem guten Blatt, sondern auch mit seinen Entertainer-Qualitäten.

Er ist der grosse Aufsteiger der letzten Jahre im Leutschenbach: Das SRF-Publikum kennt Jonas Projer als Moderator mit viel Drive, der die «Arena» erfolgreich in eine neue Ära geführt hat. Publikum wie Gäste schätzen seine Kompetenz und seinen souveränen Umgang, weshalb der erst 37-Jährige Shooting Star von einzelnen Medien sogar als möglicher Kandidat für die Nachfolge von SRF-Chef Ruedi Matter ins Feld geführt wurde.

Seit dieser Woche weiss man: Daraus wird wahrscheinlich nichts, Ex-Kulturchefin Nathalie Wappler dürfte das Rennen machen. Auf die Stimmung geschlagen hat das Projer aber keineswegs. Im Gegenteil: Gutgelaunt und publikumsnah wie eh und je setzte er sich gestern bei Reto Scherrer an den Differenzler-Tisch im «Samschtig-Jass».



Väter unter sich

Obwohl er zugab, «schon sehr nervös» zu sein, merkte man Projer seine Kameraerfahrung an. Munter plauderte er mit den anderen Jassern am Tisch, und gab sich so zugänglich wie entspannt. Erstaunlich auch, wie offen der als ehrgeizig bekannte Polit-Moderator über sein Privatleben Auskunft gab. Der Zürcher, erst kürzlich zum fünften Mal Vater geworden, erzählte etwa von der nächtlichen Aufgabenteilung mit seiner Frau – und wie seine Wochenenden als Vater einer Grossfamilie aktuell aussehen.

Dem Publikum kam auch zugute, dass mit Reto Scherrer ein anderer junger Mehrfachvater (mit Kindern zwischen 1 und 5 Jahren) moderierte und diese Steilvorlage zu einem People-Talk der unterhaltsamen Sorte nutzte. So ähnelte der gestrige «Samschtig-Jass» stellenweise einer TV-Version des Papa-Blogs, bei dem die beiden SRF-Stars sich beispielsweise darüber amüsierten, dass Schlaf der wahre Luxus von jungen Vätern sei, oder dass der grösste Liebesbeweis im Haus Projer das Ausschlafenlassen des Partner ist: «Schatz ich habe dich so gern, ich lass’ dich schlafen», wie es Projer lachend beschrieb. Ungewohnt unverkrampft – und ungemein sympathisch.



Interesse an Unterhaltung

Die Entertainer-Qualitäten des Polit-Aufsteigers blieben Scherrer denn auch nicht verborgen. Ganz direkt sprach er Projer darauf an, ob er sich eine Karriere in der Unterhaltung vorstellen könne – worauf sich der «Arena»-Dompteur erstaunlich offen zeigte: «Ganz im Ernst? Das würde mich total interessieren. Für mich ist das Denken in Kategorien wie Unterhaltung und Politik völliger Chabis, und ich würde extrem gern einmal eine Sendung machen, wie ihr das hier macht».

Ob sich Projer damit als Nachfolger von Roman Kilchsperger für den vakanten Posten im «Donnschtig-Jass» ins Spiel bringen wollte? Fakt ist: Am Jass-Talent würde es nicht scheitern. Zwar belegte er am Ende wegen einer verpatzen zweiten Runde nur den dritten Rang, bei den anderen beiden Durchgängen bewies er aber mit nur einem Differenzpunkt, dass er etwas von der Materie versteht. Und nicht zuletzt, weil er auch die musikalische Darbietung der Paldauer ohne Wimpernzucken überstand, dürften dem «Arena»-Mann bestimmt bald alle Wege in der SRF-Unterhaltung offen stehen.

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