20 Millionen für eine Filmrolle? Wie läppisch

Von Fabian Tschamper

15.6.2021

Die Schauspielindustrie wirft seit Jahrzehnten mit Millionenbeträgen um sich, eine Newsmeldung ist das heute kaum noch wert. Doch vor 25 Jahren sorgte Jim Carrey genau dafür: Er knackte als Erster die 20-Millionen-Gage. Was hat sich seither verändert?

Von Fabian Tschamper

15.6.2021

Das Schlüsselwort bei heutigen Lohnverträgen in der Schauspielerei lautet «gewinnorientiert». Jim Carrey hatte diese Option bei seiner schwarzen Komödie «The Cable Guy» (1996) noch nicht. Er kassierte als erster Schauspieler überhaupt runde 20 Millionen Dollar für die Rolle als Nervensäge. Damals war das natürlich eine knackige Schlagzeile wert wie hier in einer «Variety»-Ausgabe von 1995.

Das Branchenblatt «Variety» titelte damals mit «Hollywood findet die 20-Millionen-Gage für Carrey schlicht beängstigend».
Variety

Manch ein Studioboss dürfte heutzutage ob dieser Schlagzeile herzhaft lachen. Spülten doch etwa die Marvel-Filme insgesamt 22,5 Milliarden Dollar in die Kasse des Filmstudios. Was sind da schon 20 Milliönchen?

Item, «gewinnorientiert»: Eine grundsätzliche Veränderung bei den Verträgen mit Schauspieler*innen ist die Klausel über eine Entlohnung anhand des Profits. Will heissen, diese Verträge garantieren einen festen Lohn plus einen Prozentsatz des Gewinns. Keanu Reeves etwa bekam für die beiden Sequels von «Matrix» 30 Millionen Dollar. Insgesamt sahnte er aber 156 Millionen ab, die Filme über Neo liefen ziemlich gut.

So sind die Löhne in Hollywood nun exorbitant.

In den vergangenen zwei Jahren war es Dwayne Johnson, der ganz oben auf der «Forbes»-Liste der bestverdienenden Schauspieler*innen stand. Dies natürlich aber nicht für einen einzigen Streifen, sondern halt für seine gesamte Arbeit in den Jahren 2019 und 2020.

Die «Forbes»-Liste von 2020

Für eine einzelne Produktion ist The Rock nicht mal in den Top 20.

Zuoberst steht Reeves mit seinen «Matrix»-Filmen, es folgen Bruce Willis für «The Sixth Sense», Tom Cruise für «Mission Impossible 2» und «War of the Worlds» und Will Smith für «Men in Black 3» mit jeweils 100 Millionen Dollar.

Die bestverdienende Frau für einen einzelnen Streifen ist bislang Sandra Bullock für «Gravity». Sie bekam 20 Millionen Lohn, ihr gewinnorientierter Vertrag brachte ihr schliesslich rund 70 Millionen ein.

Heute ist es generell schwieriger, an genaue Konditionen bei Verträgen von Schauspieler*innen zu kommen – sprich: an die genaue Gage –, darum sind die Saläre bei jeglichen Quellen auch immer so schön runde Zahlen. Ganz anders funktioniert es im Sport. Da reicht eine Google-Suche und du weisst, wie viel LeBron James über vier Jahre bei den Los Angeles Lakers verdient – nämlich 153'312'846 Dollar.