Nicolas Cage macht sich mal wieder die Hände schmutzig

Von Gil Bieler

29.1.2021

Ein Mann weniger Worte: Nicolas Cage in «Willy's Wonderland».
Screen Media

Er ist einer der Topstars von Hollywood, sogar Oscar-Gewinner – trotzdem ist er sich nicht zu schade, gegen durchgedrehte Killerroboter zu kämpfen. Ein Hoch auf Nicolas Cage!

Hätte es Nicolas Cage in den Neunzigerjahren in den Europapark im süddeutschen Rust verschlagen, es wäre im blutigen Gemetzel geendet. Nicht etwa, dass Besucher*innen in Gefahr geraten wären, doch auf Animatronics ist der Filmstar so gar nicht gut zu sprechen.

Wie, der Begriff Animatronics sagt Ihnen nichts? Da muss man in der Tat erst mal das schlaue Web befragen: So werden mechanisch oder elektronisch gesteuerte Figuren genannt, die zum Beispiel in Freizeitparks für Unterhaltung sorgen. Programmierte Roboter-Viecher also. Im Europapark gab es früher eine Attraktion namens «Die Vogelhochzeit», bei der ein ganzes Heer aus solchen kleinen Robotervogel-Gestalten auf einer Bühne vor sich hinruckelte und -zuckelte, während sie ein Liedchen anstimmten.



Dem Kolumnisten blieb das nachhaltig in Erinnerung. Die zuckenden Bewegungen. Die starren Augen. Die blechernen Stimmen. Das ist der Stoff, aus dem Kinderalbträume gemacht sind.

Einen Nicolas Cage dagegen könnten diese Dinger nicht das Fürchten lehren. Für seinen neuen Film «Wolly’s Wonderland» musste der 57-Jährige mit einigen besonders gruseligen Exemplaren dieser Papp- … pardon: Blechkameraden drehen. Und mit ihnen ringen.

Herrlich absurd

Bei «Wolly’s Wonderland» handelt es sich um einen herrlich abgedrehten B-Horrorfilm, für den sich ein Schauspieler vom Format eines Nicolas Cage eigentlich viel zu schade sein sollte. Immerhin hat er schon einen Oscar zu Hause stehen (als bester Hauptdarsteller in «Leaving Las Vegas»), und war Star in gefeierten Filmen wie «The Rock» oder «Lord Of War». Doch zum Glück tickt Mister Cage anders.

Bei Weitem nicht jeder seiner Filme ist ein Meisterwerk, ja manchmal legt er es sogar geradewegs auf Trash an. In einer Netflix-Doku erklärt er etwa die Herkunft diverser Fluchwörter. Und bald darf die Welt ihn in der Rolle eines schweigsamen Typen betrachten, dessen Auto in einem Nest in Nevada liegen bleibt. Während die Kiste repariert wird, erklärt sich der Fremde bereit, einen heruntergekommenen Freizeitpark auf Vordermann zu bringen.

Als die fiesen Roboterpuppen darin zum Leben erwachen, wird es so richtig ungemütlich – wobei es die Animatronics sind, die zittern müssen. Der Trailer zeigt das ganze Ausmass dieses irren Klamauks.

Nicolas Cage steht der Sinn nach Unsinn: Der Trailer zu «Willy's Wonderland».

Youtube

Wer befürchtet hätte, die Welt würde nun völlig langweilig, da das Horrorjahr 2020 überstanden und Donald Trump aus dem Weissen Haus ausgezogen ist, darf beruhigt sein: Nicolas Cage rettet eine ganze Ladung Wahnsinn ins neue Jahr hinüber. «2020 ist noch nicht vorbei, Kids» lautet passend ein Werbeslogan des Films.

In den USA wird «Wolly’s Wonderland» ab dem 12. Februar zum Streamen verfügbar sein. Wann und auf welchem Kanal wir in der Schweiz in diesen Hochgenuss des schlechten Geschmacks kommen, ist leider noch nicht bekannt. Auf eine Premiere im Europapark sollte man aber kaum wetten.

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

Zurück zur Startseite