Polizei veröffentlicht erste Zeugenaussagen

dpa

25.10.2021 - 17:40

In Gedenken an die verstorbene Kamerafrau: Ein Blumenstrauss hängt vor der Bonanza Creek Film Ranch.
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Der Schock nach dem tödlichen Vorfall am Filmset mit US-Schauspieler Alec Baldwin hält an. Immer noch sind viele Fragen  – die Polizei gibt derweil erste Zeugenaussagen bekannt.

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25.10.2021 - 17:40

Ein neuer Polizeibericht zitiert Aussagen des bei dem Set-Unglück verletzten Regisseurs Joel Souza. Dieser sagte demnach, die Crew sei nach einer Mittagspause zu den Dreharbeiten zurückgekehrt. Er selbst sei sich aber nicht sicher, ob dabei die Waffe erneut überprüft worden sei. Hollywood-Star Baldwin habe dann in einer Kirchen-Szene auf einer Bank gesessen und mit der Waffe eine Szene geprobt.

Souza selbst habe Kamerafrau Hutchins über die Schulter geschaut, um den Kamerawinkel zu prüfen. Dann habe er etwas gehört, das wie eine Peitsche und dann wie ein lauter Knall klang. Er erinnere sich vage daran, dass sie über Schmerzen im Bauch klagte, sich an den Leib gefasst, dann rückwärts getaumelt und zu Boden gegangen sei. Er selbst habe an der Schulter geblutet und konnte Blut auf Hutchins sehen.

Mitarbeiter verliessen Set aus Protest

Souza bestätigt zudem, dass am Donnerstagmorgen eine neue Kameracrew engagiert werden musste, weil ein davor eingesetztes Team die Produktion im Bundesstaat New Mexico verlassen hatte. Die «Los Angeles Times» hatte am Freitag berichtet, dass sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert und aus Protest die Produktion verlassen haben sollen.

Am Mittwoch will die Polizei bei einer Pressekonferenz über die Ermittlungen informieren, nannte aber noch keine Uhrzeit.

Baldwin äussert sich nach tödlichem Zwischenfall an Filmset

Baldwin äussert sich nach tödlichem Zwischenfall an Filmset

«Es gibt keine Worte, um meinen Schock und meine Traurigkeit über den tragischen Unfall zu beschreiben, der das Leben von Halyna Hutchins gefordert hat», twitterte der Schauspieler und Produzent.

25.10.2021

Die Produktionsfirma Rust Movie Productions wies die Vorwürfe zurück. Es seien keine offiziellen Beschwerden über die Sicherheit von Waffen oder Requisiten am Set bekannt gewesen, zitierte die «New York Times» aus einer Mitteilung.

Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western, bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen und sind nach dem Unfall unterbrochen worden.

Als Konsequenz aus dem tödlichen Zwischenfall bei «Rust» verbot der US-Sender ABC am Freitag mit sofortiger Wirkung scharfe Munition am Set für seine Serie «The Rookie», wie das Filmmagazin «The Hollywood Reporter» berichtet. Bei früheren Dreharbeiten sei gelegentlich bei Szenen im Freien scharfe Munition verwendet worden, hiess es.

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