Kolumne am Mittag

Wo Donald Trump noch überall posten kann

Von Dirk Jacquemien

20.1.2021

«Big Tech» hat Trump gecancelt. Doch er hat noch Alternativen.
Keystone

Donald Trump wurde von allen Social-Media-Diensten verbannt. Von allen? Nein, wir zeigen, wo der baldige Ex-Präsident noch willkommen ist.

Impeachment-Weltrekordhalter Donald Trump hat es derzeit nicht einfach. Denn er ist ein Opfer der hinterhältigen «Cancel Culture» geworden. Erst haben ihn 81 Millionen amerikanische Wähler gecancelt, indem sie einfach so für «Sleepy» Joe Biden stimmten, und dann cancelten ihn auch noch Twitter, Facebook und Co., nur weil er zu einem klitzekleinen Aufstand aufgerufen hatte.

Die kommunistischen Milliardäre des Silicon Valley haben dem sympathischen zukünftigen Alt-Präsidenten also einen Maulkorb verpasst. Wie soll er nun mit den Menschen kommunizieren?

Klar, er könnte bei «Fox News» anrufen, eine Pressekonferenz geben oder die eigene Website nutzen. Aber richtig aufblühen tut der sensible Trump doch nur auf Social Media. Wir zeigen, welche Optionen er nun noch hat.

Myspace

Vor Facebook und Twitter, als die Welt noch in Ordnung war, gab es Myspace. Einstmals das dominante soziale Netzwerk, ist mySpace leider inzwischen grösstenteils in der Versenkung verschwunden. Dabei gab es dort das ultimative Feature für Trump, die «Top Friends».

Aus den eigenen Freunden musste man acht auswählen, die zu solchen «Top Friends» wurden. Und niemand achtet mehr darauf, wer seine wirklichen Freunde sind, als Donald Trump. Bei ihm würden sicher Ivanka Trump, Rudy Giuliani, Wladimir Wladimirowitsch Putin und nochmal Ivanka die Spitzenplätze belegen. Der verräterische Mike Pence wird sich wohl nicht mehr bei den «Top Friends» wiederfinden. 

Trump hat noch eine weitere Verbindung zu Myspace: Die Plattform wurde 2005 vom Medienmogul Rupert Murdoch gekauft. Murdoch mit seinen Qualitätsmedien wie Fox News hat Trump immer den Rücken gestärkt, wenn er mal wieder von den Fake-News-Journalisten unsportlich angegriffen wurde. Murdoch mag Myspace inzwischen wieder verkauft haben, sein humanistischer Geist lebt dort aber sicher weiter.

Rupert Murdoch kaufte 2005 mySpace, «a place for friends». Hier ist der friendly Trump sicher willkommen.
Rupert Murdoch kaufte 2005 Myspace, «a place for friends». Hier ist der nette Herr Trump sicher willkommen.
Keystone

Tinder, Grindr und Co.

Die verkrustete Monogamie ist natürlich nichts für einen progressiven und weltoffenen Typen wie Trump. Wer konnte es ihm vergelten, dass er nach der Geburt seines jüngsten Kindes erst mal in die Arme einer Pornodarstellerin flüchtete? Damals, 2006, musste man sich noch im eigenen Golfclub neue Partnerinnen anlachen. Heutzutage haben hochvirile Menschen wie Trump da ganz viel mehr Optionen.

Online-Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder Grindr sind der perfekte Ort für den prototypischen Sugar-Daddy Donald Trump.

Auf Grindr wurde sogar schon ein Profil von Trump entdeckt, wobei ehrlicherweise gesagt werden muss, dass nicht klar ist, ob es sich hierbei um ein echtes Profil oder einen gemeinen Catfishing-Angriff handelt.

Soundcloud

Wie wohl kein Präsident zuvor bewegte Trump die Popkultur, vor allem die Musikszene. Songs wie «FDT (Fuck Donald Trump)» der Rapper YG und Nipsey Hussle oder «Nazi Trumps Fuck Off» der Punk-Band Dead Kennedys waren, wie man auch ohne Englischkenntnisse sagen kann, offenkundig liebevolle Hommagen an den beliebten Präsidenten.

«FDT» war nach der Wahl im November sogar auf Platz 1 der amerikanischen iTunes-Charts, Songs über Donald Trump sind also eine Hitgarantie. Ein Song von Donald Trump würde dementsprechend richtig einschlagen. Ganz klar also: Er braucht einen Soundcloud-Account.

Soundcloud ist die Plattform für Kinderzimmer-Rapper und WG-Küchen-Techno-Produzenten, um ihre Werke in die Welt zu bringen. Aber auch Trumps Seelenverwandter und Musikgenie Kanye West hat einen Account auf Soundcloud. Ein heisser Track von Trump feat. Kanye würde garantiert das Internet sprengen.

Regelmässig gibt es werktags um 11:30 Uhr und manchmal auch erst um 12 Uhr bei «blue News» die Kolumne am Mittag – es dreht sich um bekannte Persönlichkeiten, mitunter auch um unbekannte – und manchmal wird sich auch ein Sternchen finden.

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