Leinwand-Heldin Sigourney Weaver: Die «Alien»-Bezwingerin wird 70

dpa

8.10.2019

Sigourney Weaver an der Premiere von «Abduction» in Los Angeles 2011.
Sigourney Weaver an der Premiere von «Abduction» in Los Angeles 2011.
Keystone

Mit «Alien» schrieb Sigourney Weaver Filmgeschichte. Heute wird sie 70 Jahre alt und bricht für «Avatar»-Regisseur James Cameron erneut nach Pandora auf.

In dem düsteren Science-Fiction-Horror «Alien» kämpfte Sigourney Weaver als Astronautin mutig gegen schleimige Monster an. Als «Avatar»-Wissenschaftlerin erforschte sie die futuristische Welt von Pandora. Bei einer Grösse von 1,80 Metern überragt sie die meisten Kolleginnen, auch viele männliche Ko-Stars schauen zu ihr hoch. Weaver, die heute, Dienstag, 70 Jahre alt wird, hatte anfangs Probleme mit ihrer Statur.

«Ich fühlte mich wie eine riesige Spinne», erzählte Weaver im Juni der US-Zeitschrift «Parade». Schon mit elf Jahren habe sie ihre Mutter weit überragt. «Ich hatte nie das Selbstvertrauen, zu glauben, dass ich schauspielern könnte». Mit 13 Jahren legte die Tochter einer britischen Schauspielerin und eines amerikanischen Fernsehchefs ihren Vornamen Susan ab und nannte sich Sigourney, nach einer Figur aus dem Roman «Der grosse Gatsby». 

Die Vorzeige-Heldin mit Uni-Abschluss

Weaver studierte Literatur und Drama an den Elite-Universitäten Stanford und Yale. Sie war Ende 20, als Ridley Scott die Theaterschauspielerin entdeckte und sie in ihrer ersten grösseren Filmrolle für sein Sci-Fi-Werk «Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt» anheuerte. «Ich war Miss Nobody von nirgendwo!», witzelte Weaver in «Parade». Und eigentlich wollte sie die Rolle gar nicht. Das Skript sei ihr zu düster gewesen.

Am Ende sagte sie Ja und schrieb als die unerschrockene «Alien»-Heldin Ripley Filmgeschichte. Die Handlung an Bord des Raumschiffs, das von Aliens heimgesucht wird, sollte sich anfangs nur um Männer drehen. «Doch dann dachten sich die Drehbuchschreiber, dass es Zeit wäre, eine Frau als alleinige Überlebende zu haben», erzählt Weaver.

Die Leinwand-Heldin

Regisseur Scott machte die grosse Unbekannte vor 40 Jahren über Nacht zu Hollywoods starker Action-Frau. Der Horror-Schocker wurde 1980 mit dem Oscar für die besten Spezialeffekte gekrönt. Weaver gilt als Wegbereiterin für starke Leinwandheldinnen wie Sarah Connor aus «Terminator» oder Lara Croft.

Weavers zweiter Auftritt in James Camerons «Aliens – Die Rückkehr» brachte ihr eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin ein. Auch in «Alien 3» und im vierten Teil «Alien – Die Wiedergeburt» war sie wieder dabei.

Für Cameron trat Weaver in einer weiteren Hit-Rolle vor die Kamera, als die kettenrauchende Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine in «Avatar – Aufbruch nach Pandora». Mit 70 Jahren kehrt die Schauspielerin nun auf den fernen Planeten zurück. Die Dreharbeiten zu gleich vier Fortsetzungen des 3D-Fantasy-Spektakels sind in Neuseeland angelaufen. «Avatar 2» soll im Dezember 2021 in die Kinos kommen, die weiteren Fortsetzungen dann 2023, 2025 und 2027.

Verschiedene Genre

Weaver ist nicht auf Science-Fiction festgelegt. In dem Leinwanddrama «Gorillas im Nebel» verwandelte sie sich in die Primatenforscherin Dian Fossey. Der Auftritt brachte ihr eine Nominierung für den Hauptrollen-Oscar ein. Gleichzeitig hatte sie Gewinnchancen als beste Nebendarstellerin in der Komödie «Working Girl» (Die Waffen der Frauen). Darin trat sie sie an der Seite von Harrison Ford als knallharte und zugleich verführerische Geschäftsfrau auf.

Weaver-Fans können sich auch auf ihre Rückkehr in der geplanten «Ghostbusters»-Fortsetzung mit Bill Murray und Dan Aykroyd freuen. Nach den beiden «Ghostbusters»-Komödien von 1984 und 1989 will Regisseur Jason Reitman seinen Geisterjäger-Klamauk im kommenden Jahr ins Kino bringen.

An Aufträgen mangelt es Weaver nicht. Es sei «eine gute Zeit für Frauen», sagte der Hollywood-Star 2016 beim Filmfestival im nordspanischen San Sebastián, wo Weaver ein Ehrenpreis verliehen wurde. Sie habe das Glück gehabt, mit Regisseuren wie Ridley Scott, Peter Weir, James Cameron, Ang Lee, Mike Nichols oder David Fincher arbeiten zu dürfen, die «an die Kraft der Frauen glauben».

Seit vielen Jahren ist die Schauspielerin mit dem Theaterregisseur Jim Simpson verheiratet, die Eltern einer erwachsenen Tochter leben hauptsächlich in New York. Das Älterwerden mache ihr persönlich und beruflich nichts aus, im Gegenteil. «Ich bekomme wunderbare Rollen», versicherte Weaver kürzlich im «Parade»-Interview. «Ich war nie die Puppe, die schöne Naive oder die Angebetete, denn dafür war ich zu gross. Ich habe immer interessante Leute gespielt, und das geht so weiter. Ich muss nun nicht plötzlich herausfinden, wer ich jetzt bin».

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