Wie Denise Biellmann von ihrer Mutter geprägt wurde

3.8.2018 - 08:33, tsch

Denise Biellmann wurde weltweit berühmt durch die nach ihr benannte Pirouette.
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Mit 14 Jahren holte sie an ihrer ersten EM bereits Silber in der Kür.
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Die ehemalige Eiskunstläuferin Denise Biellmann wurde am 11. Dezember 1962 in Zürich geboren.
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Am gleichen Tag im gleichen Jahr kam Lotti Ehrismann zur Welt. Sie war als gelernte Tiefbauzeichnerin die erste Frau in einer Männerdomäne.
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Heute vertritt sie als Präsidentin den Berufsbildnerverein der Tiefbauzeichner.
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Ebenfalls am 11. Dezember 1962 geboren: Adrian Schnidrig. Sein Wunsch nach einer Familie war grösser als sein Herzenswunsch, Pfarrer zu werden.
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Adrian Schnidrig arbeitet seit Abschluss seiner Lehre bei den Zermatter Bergbahnen.
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Eiskunstlauf-Star Denise Biellmann ist «Geboren am 11. Dezember 1962» - ebenso wie zwei weitere Schweizer, die in der beliebten SRF-DOK porträtiert werden.

Im Jahr 1962 hält die Welt den Atem an: Mit der Kubakrise kommt es zum vorläufigen Höhepunkt des Kalten Krieges zwischen der Sowjetunion und den USA. Während John F. Kennedy auf der sozialistischen Insel scheitert, verstirbt mit seiner grossen Verehrerin Marilyn Monroe ein Weltstar. In der Schweiz trauert man im selben Jahr um den Unternehmer und Politiker Gottlieb Duttweiler, der im Juni in Zürich stirbt.

Just ein halbes Jahr später kommt dort ein Mädchen zur Welt, deren Kunststücke auf dem Eis zukünftig die Menschen begeistern werden. Wie 285 andere Kinder in der Schweiz ist Denise Biellmann «Geboren am 11. Dezember 1962». Neben der Eiskunstläuferin porträtiert die beliebte SRF-DOK-Reihe zwei Geburtstags-Genossen, die als Teil der Babyboomer-Generation ebenfalls mit prägenden Mutterfiguren aufwuchsen.

Die Pirouette machte sie berühmt

Mit ihren später nach ihr benannten Pirouetten verzauberte sie Anfang der 80er-Jahre die Welt: Als Eiskunstläuferin Denise Biellmann im Jahr 1981 Welt- und Europameisterin wird, liegen lange Jahre harten Trainings hinter ihr. Entscheidend für die Karriere der Profisportlerin ist ihre Mutter Heidi, die ihr die ersten «Schliferli» besorgt und ihre Tochter von diesem Zeitpunkt an bis in die höchsten Sphären des Eiskunstlaufs begleitet.

Die Mutter spielte auch im Leben von Adrian Schnidrig aus Zermatt eine grosse Rolle. Als Alleinerziehende musste sie in der Schweiz der 60er-Jahre vier Kinder allein mit der Witwenrente versorgen. Das prägte die Beziehung zwischen Mutter und Sohn ein Leben lang. Auch nach ihrem Tod lebt und arbeitet der Bergbahnmittarbeiter, der sich aufgrund seines Familienwunsches gegen eine Pfarrer-Laufbahn entschied, in Zermatt.

Setzt sich im Männerberuf durch

Ebenso prägend, jedoch in entgegengesetzter Weise, war die Mutter für Lotti Ehrismann, die als Dritte im Bunde porträtiert wird. Das Verhältnis zwischen Tochter und Mutter, die als junge Witwe noch einmal heiratet, ist ein Leben lang kühl und kaum von Liebe geprägt. Anerkennung für das, was sie tut, erhält die junge Lotti kaum. Als Erwachsene wird sie später umso mehr wertgeschätzt: Im männlich dominierten Berufsfeld setzt sie sich als Tiefbauzeichnerin durch und bildet heute die nachfolgenden Generationen aus.

«Geboren am...» läuft am Freitag, 3. August, um 21 Uhr auf SRF  1. Mit Swisscom TV Replay können Sie die Sendung bis zu sieben Tage nach der Ausstrahlung anschauen.

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