«Stranger Things»-Interview Winona Ryder: «Ich werde nie in eine Scheidung von Keanu einwilligen»

Von Marlène von Arx

3.7.2019

Ihren Kids geht’s gut – und so kann Winona Ryder als Joyce Byers in «Stranger Things» die dritte Staffel etwas entspannter angehen. «Bluewin» hat die Schauspielerin zum Interview getroffen.

Die skurrilen Abenteuer der mittlerweile jungen Erwachsenen gehen weiter in Staffel drei, der populären Mystery-Serie «Stranger Things». Winona Ryder konnte eine Golden Globe-Nominierung verbuchen für ihre Rolle.

Die Generation X-Ikone erzählt im «Bluewin»-Interview, was es sonst noch Neues gibt im Netflix-Hit, an welche kulturellen Highlights der 80er Jahre sie sich gern erinnert – und was es mit ihrer Keanu-Reeves-Ehe genau auf sich hat.

«Stranger Things» ist mit einer neuen Staffel zurück. Was gibt’s Neues von Joyce Byers zu berichten?

Ich habe Joyce immer als gute Detektivin gesehen, aber das fiel in der Vergangenheit wegen all der Hysterie nicht so auf – was auch okay war, denn die meisten Mütter würden in ihrer Situation ausflippen. Es freut mich, dass sie sich jetzt aufs Nachforschen konzentrieren kann, denn ich liebe Detektive. Deshalb trage ich auch eine Halskette mit der Aufschrift Briscoe – zu Ehren meines Lieblings-Detektivs Lennie Briscoe aus der Krimi-Serie «Law & Order».

Scheinbar steht die dritte Staffel auch unter dem Zeichen des «Sommers der Liebe».

Ach, das wusste ich gar nicht.

Jedenfalls erleben die Teenager die erste Liebe. Darf man annehmen, dass Sie und Hopper, gespielt von David Harbour, sich auch endlich näherkommen?

Ah, ich sehe, worauf Sie hinaus wollen: Sagen wir so, ich habe in dieser Staffel viel mit David gearbeitet, unsere Dynamik kommt mehr zum Zug. Dafür habe ich weniger mit meinen Serienkindern zu tun gehabt. Ich vermisse die Kids. Mehr darf ich leider nicht sagen.

Wie erinnern Sie sich an Ihren eigenen ersten «Summer of Love»?

Den ersten Kuss mit fünf oder später? Ich erinnere mich an alle gern! Ich kann mich erinnern, dass ich einst einen Jungen mochte, aber nicht wusste, wie ich ihn zum Tanzen auffordern sollte. Schliesslich bin ich wie zufällig an ihm vorbei geeilt und fragte en passant: «Hey, willst du mit mir den nächsten langsamen Song tanzen?» Er sagte nein! Dann kam ein anderer Junge und forderte mich zu «For Your Eyes Only» von Sheena Easton auf.

An welche kulturellen Highlights aus den 80er Jahren erinnern Sie sich sonst noch besonders gern?

Ich mochte Jim Jarmuschs ersten Film («Permanent Vacation») und David Bowie in «Merry Christmas, Mr. Lawrence». Oh, wir haben übrigens Cary Elwes jetzt in «Stranger Things» als Bürgermeister. Sein «The Princess Bride» war doch einer der grösstem Film-Hits der 80er Jahre! Wir waren auch zusammen in «Bram Stoker’s Dracula». Ich hatte vor der Kamera allerdings nicht viel mit ihm zu tun, aber es war toll, ihn mit dabei zu haben, denn er ist ein sehr lustiger Typ.



Apropos «Bram Stoker’s Dracula»: Im Internet geistert herum, dass Sie eigentlich seit Jahren mit Keanu Reeves verheiratet sind. Was hat es damit auf sich?

Armer Keanu! Als wir den gemeinsamen Film «Destination Wedding» promoteten, kam mir in den Sinn, dass wir vor vielen Jahren für «Bram Stoker’s Dracula» eine sehr lange Hochzeits-Szene in einer Kirche mit einem richtigen rumänischen Priester gedreht hatten. So sagte ich in einem Interview, dass wir womöglich verheiratet sind. Das verbreitet sich dann wie ein Lauffeuer, und sogar der Regisseur Francis Ford Coppola gab ein Statement ab. Keanu ist einer meiner Lieblingsmenschen. Ich werde nie in eine Scheidung einwilligen. Er ist mein Forever (lacht)!

Mit wem aus Ihren früheren Filmen sind Sie sonst noch verbunden? Cher? Johnny Depp?

Mit Johnny habe ich sehr lange nicht mehr gesprochen. Und lustig, dass Sie Cher ansprechen. Ich habe in letzter Zeit viel an sie gedacht und möchte sie unbedingt wiedersehen. Wenn mich jetzt junge SchauspielerInnen nach Tipps fragen, erinnere ich mich daran, was sie mir damals sagte.

Winona Ryder beim Selfie mit unserer LA-Kolumnistin Marlène von Arx.
Winona Ryder beim Selfie mit unserer LA-Kolumnistin Marlène von Arx.
Marlène von Arx

Zum Beispiel?

Dass ich das schon alles überstehen werde. Ich zweifelte ja daran, aber sie hat mir wirklich sehr geholfen. Sie nimmt einen besondern Platz in meinem Herzen ein. Das Internet hat natürlich vieles verändert. Ich hatte bereits fünf Filme gedreht, bevor ich mein erstes Interview gab. Fans mussten dann warten, bis das Magazin herauskam, und dann sammelten sie vielleicht Artikel. Was für eine andere Welt! Was die «Stranger Kids» heute durchmachen, kann ich mir nur schwer vorstellen. Ich versuche sie daran zu erinnern, dass letztlich die Arbeit der Lohn ist.

Wichtig ist auch darauf zu achten, dass ihnen die Wahl nicht genommen wird. Wenn man nicht mehr nein sagen kann, wird’s gefährlich. Ich hatte zum Glück Eltern, die mich nur in den Sommerferien arbeiten liessen, die mich in der Schule behielten und gute Noten verlangten. Ich sah damals viele Kids, die diesen Halt nicht hatten und heute nicht mehr unter uns sind.

Wie betrachten Sie diese Renaissance in Ihrer Karriere, nachdem Sie doch eine Weile recht zurückgezogen lebten?

Mit 47 noch Arbeit zu finden in meinem Beruf, kann schwierig sein. Deshalb bin ich dankbar für die Gelegenheiten, die sich mir präsentieren. Dass es jetzt eine Sci-Fi-Serie ist, ändert nichts an meinem Arbeitsprozess. Der ist immer gleich. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in einer Serie sein würde, die so populär ist wie «Stranger Things». Offenbar haben die Leute momentan besonders nostalgische Gefühle den 80er Jahren gegenüber. Früher waren es die 60er und dann die 70er Jahre – scheinbar kommt alle zehn, zwanzig Jahre eine neue Dekade an die Reihe. Mir kann das nur recht sein.

«Stranger Things 3» ist ab 4. Juli auf Netflix abrufbar.

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