Wird «Outlander» Sam Heughan doch noch der nächste James Bond?

Marlène von Arx

1.4.2019

In der Gerüchteküche brodelt es schon seit längerem: Schottlands Schwarm Sam Heughan wird als Nachfolger von Daniel Craig in der Rolle des britischen Spions gehandelt. Ein Porträt.

Die Krankenschwester Claire Randall (Caitriona Balfe) wird nach dem Zweiten Weltkrieg per schottisches Steinkreis-Portal versehentlich 200 Jahre zurück in die Zeit des Jakobiten-Aufstandes transportiert. Bald ist sie Feuer und Flamme für den charismatischen Hochland-Rebellen Jamie Fraser (Sam Heughan), was ihre unterkühlte Beziehung zu ihrem Mann Frank (Tobias Menzies) und dessen Vorfahren im 18. Jahrhundert nicht einfacher macht. Krieg, Intrigen und verbotene Leidenschaft – «Outlander» ist eine Art «Game of Thrones» mit Zeitmaschine und romantischem Fabio-Filter.

Die Serie hat Sam Heughan in einen international bekannten, twitternden Mädchenschwarm verwandelt. Selbst nach vier Staffeln kann der in New Galloway, Schottland, geborene Schauspieler sein Glück kaum fassen: «Mein Leben hat sich schon etwas verändert», bestätigt er im Interview während einer seiner Stippvisiten nach Los Angeles. «Als ich zum ersten Mal hier zu einem Casting ging, konnte ich nicht einmal Auto fahren. Ich fuhr mit dem Bus zu den Paramount Studios und kam ganz verschwitzt an. Jetzt werde ich in Limousinen herumgefahren, und jemand gibt mir etwas Schönes zum Anziehen.»

Schön, schöner, Sam Heughan

Letzteres ist in den Augen vieler Fans offenbar nicht zwingend nötig, weshalb Jamie oft mit offenem Hemd oder ganz oben ohne in «Outlander» zu sehen ist. Der 38-Jährige, der in Edinburgh in eine Steiner-Schule ging, die Royal Scottish Academy of Music and Drama besuchte und seine Sporen in britischen Bühnen- und in TV-Produktionen verdiente, trägt es mit Fassung: «Wenn es der Serie hilft, dass ich verführerisch für ein Magazin-Cover fotografiert werde, wieso nicht? Aber dann soll man wenigstens auch Jamies Narben sehen.»



Auf der Hollywood-Temperatur-Skala wird Sam Heughan seit Monaten ganz heiss als Nachfolger von Daniel Craig gehandelt, wenn dieser seinen letzten Auftrag im Dienste Ihrer Majestät hinter sich hat. Es heisst, die Produzenten wollen zu den Wurzeln von James Bond zurück, der gemäss Schöpfer Ian Fleming einen schottischen Vater und eine Schweizer (!) Mutter hat. Heughan wurde bereits zu einem Casting eingeladen.

«Bond ist ein Dinosaurier aus einer anderen Generation», findet er. «Daniel Craig hat eine emotionale Tiefe eingeführt, die man weiter entwickeln könnte. Die Action bringt jeder hin, aber woher kommt Bond? Wieso ist er, wie er ist? Ich sähe gerne einen jungen Bond, einen schottischen Bond, junge Bösewichte, die junge Moneypenny. Das wäre cool. Und ja, ich halte mich auch noch für jung.»

Zeitreisen hier, Spione da

Sein Lieblings-Bond ist interessanterweise Timothy Dalton, nicht sein schottischer Landsmann Sean Connery. «Connery ist grossartig, und mir gefiel, wie Roger Moore immer neckisch die Augenbrauen hochzog, aber wenn ich wählen muss, sage ich Dalton in ‹The Living Daylights› – weil er kantiger war.»

Die Gerüchte, dass er ernsthaft im 007-Rennen ist, will er jedoch nicht weiter bestätigen: «Sobald ein britischer Schauspieler einmal in einem Smoking fotografiert wurde, ist er nachher im Rennen. Es sind also viele im Gespräch, und das ist okay.» Und lachend fügt er bei: «Hauptsache, Richard Madden bekommt den Zuschlag nicht!» (Madden, bekannt aus «Game of Thrones», «Cinderella» und Netflix’«The Bodyguard», ist auch Schotte und ein guter Kumpel.)

Sam Heughan beim Interview mit «Bluewin»-Kolumnistin Marlène von Arx. Wird er der nächste James Bond?
Bild: Marlène von Arx

Als Spion übte sich Sam Heughan bereits letzten Sommer an der Seite von Mila Kunis in der Action-Komödie «The Spy Who Dumped Me», und als nächstes misst er sich mit Vin Diesel in der Comic-Adaption «Bloodshot»: «Er mag ja ein bisschen anders arbeiten als die meisten Schauspieler, aber er hat mehrere erfolgreiche Action-Filmserien auf die Beine gestellt, was eine enorme Leistung ist», so Heughan über Diesel. «Ich glaube, Judi Dench hat mal über ihn gesagt, er sei der Marlon Brando seiner Zeit.» Auf Heughans weiterer beruflichen Wunsch-Liste: Einen Sci-Fi-Film mit Ridley Scott zu drehen.

Das Hollywood-Leben

Vorerst stehen aber weitere Pflichten als Traummann im Schottenrock an: Für die Benefiz-Gala seiner Lifestyle/Fitness-Organisation «My Peak Challenge» hat er einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem er selbst der Hauptpreis ist. Die glückliche Gewinnerin wird im Mai nach Schottland geflogen und darf als Begleitung von Heughan, der im wirklichen Leben mit der Schauspielerin Amy Shiels («Twin Peaks») liiert sein soll, an die Gala. «Es gibt ein traditionelles schottisches Ceilidh mit Dinner und Musik, und die Arme muss dann mit mir tanzen – und tagsüber gibt es auch noch eine Trainingsstunde.»

Und dann geht’s schon bald wieder los mit weiteren Dreharbeiten für «Outlander». Mindestens zwei weitere Staffeln wird es noch geben, das steht bereits fest. Das Erfolgsgeheimnis der Serie geht nach Sam Heughan auf die Bestseller der Autorin Diana Gabaldon zurück: «Ihre Bücher sind ausschweifend und beinhalten sehr viele verschiedene Elemente – von der Zeitreise über eine Liebesgeschichte bis zum historischen Drama.»

Heughan macht den Fans Appetit: «Wir sind immer in Bewegung: Zuerst spielte die Serie in Schottland, dann in Paris, der Karibik und nun in der neuen Welt Amerika.» Und auch Jamie verändere sich ständig. «Aus dem jungen Hitzkopf ist ein erfahrener Anführer und Vater geworden. So wird es auch für mich nie langweilig. Ich fühle mich geehrt, Jamie auf seinem Weg begleiten zu dürfen.»

Die vierte Staffel von «Outlander» startet im deutschen Fernsehen am Dienstag, 9. April, um 21.15 Uhr auf RTL Passion.

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