Diese Bündner Bauersfrau backt die besten Nusstorten weit und breit

Max Hugelshofer

7.10.2020 - 14:53

In der Backstube von Käthy Buol entstehen inzwischen fast täglich Nusstorten, Birnenbrote, aber auch Kräutertees, Sirups und verschiedenste Teigwaren.
Bild: Max Hugelshofer

Vor zehn Jahren half die Schweizer Berghilfe den Buols beim Umbau des Kuhstalls in eine Backstube. Heute kann sich die Familie kaum mehr vorstellen, wie es früher möglich war, Brot in der eigenen Küche zu produzieren.

Kleine Räder. Sie sind unauffällig, aber sie sind überall. Und sie sind der Schlüssel für ein effizientes Arbeiten in Käthy Buols kleiner Backstube. «Es war mir beim Einrichten wichtig, den Raum nicht vollzustellen, sondern alles flexibel und mobil zu behalten», sagt die Bäuerin und Bäckerin aus dem Prättigau.

Darum haben die Tische, die Backöfen, die Knetmaschine, der Kühlschrank und die Pastamaschine alle etwas gemeinsam: kleine Räder.

In ihrer Backstube entstehen inzwischen fast täglich Nusstorten, Birnenbrote, aber auch Kräutertees, Sirups und verschiedenste Teigwaren. Ihre Produkte verkauft Käthy einerseits am Wochenmarkt in Klosters, aber auch seit über 20 Jahren als Teil der beliebten Bündner Geschenktüte «Scarnuz Grischun» und in vielen Dorfläden in der Region.

Eier, Butter und Rahm – alles aus der Nachbarschaft

Dass ihre Produkte so gut ankommen, hat für Käthy einen einfachen Grund: «Ich mache alles von Hand, nach traditionellen Rezepten und ohne Zusatzstoffe». Die Zutaten wie Eier, Butter und Rahm stammen alle von Bauernbetrieben aus der Nachbarschaft, das Mehl aus der Schweiz.

Nur bei den Baumnüssen für ihre Nusstorten, da muss Käthy noch auf Nüsse aus Kalifornien zurückgreifen, weil bisher schlicht das Angebot aus einheimischer Produktion fehlt.

Käthy Buol aus Gadenstätt im Prättigau backt in ihrer Backstube im ehemaligen Kuhstall
Bild: Max Hugelshofer

Mit dem Ausbau der Backstube konnten Buols vor zehn Jahren die Weichen für ihren Mutterkuhbetrieb in Richtung Zukunft stellen. «Ohne die Einkünfte aus der Bäckerei wäre es finanziell nicht mehr gegangen.»

Inzwischen hat ihr Sohn den Hof übernommen, Käthys Mann Martin arbeitet weiter als Angestellter mit. Käthys Einkünfte aus der Backstube sind aber immer noch ein sehr wichtiger Bestandteil des Familieneinkommens.

Und was, wenn sie sich einmal pensionieren lässt und mit dem Backen aufhört? «Dann sind die Gerätschaften im Nu auf ihren kleinen Rädern herausgerollt, und die Backstube kann für etwas komplett Neues verwendet werden.»

Diese Reportage erschien zuerst im «Berghilfe Magazin».

Zurück zur Startseite