Warum sich Krebserkrankungen bis 2040 verdoppeln

DPA/tafi

4.2.2020 - 13:42

Die Zahl der Krebserkrankungen wird in den kommenden Jahrzehnten weltweit stark steigen, warnt die WHO. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber jeder kann selbst etwas gegen Krebs tun.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet einen drastischen Anstieg bei der Zahl der Krebsfälle. Laut einer Prognose wird es bis 2040 fast doppelt so viele Krebserkrankungen geben wie heute. Das geht aus dem alle fünf Jahre erstellten Weltkrebsreport der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer WHO-Organisation, hervor.

2018 erkrankten laut Report weltweit 18,1 Millionen Menschen neu an Krebs, 9,6 Millionen Menschen starben daran. Im Jahr 2040 dürften bei einer Fortsetzung des gegenwärtigen Trends etwa 29 bis 37 Millionen Menschen neu an Krebs erkranken, berichtet die IARC zum Weltkrebstag an diesem Dienstag.

Die Anzahl der Krebserkrankungen, im Bild Melanom-Zellen (schwarzer Hautkrebs), wird sich in den nächsten beiden Jahrzehnten verdoppeln, warnt die WHO. 
Symbolbild: Keystone/DPA/Bernd Wüstneck

Jeder kann selbst etwas gegen Krebs tun

Als Grund machen Experten zum einen die wachsende und älter werdende Weltbevölkerung aus, aber auch «Lebensstilfaktoren» spielten eine wichtige Rolle. In einer Studie fanden deutsche Krebsforscher heraus, dass eine gesundheitsbewusstere Lebensweise 40 Prozent der Krebserkrankungen verhindert werden können. Dafür müsse man nur an die Massnahmen halten, die bisher bekannt und leicht umsetzbar sind.



Laut Michael Baumann, Chef des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), würden die Menschen viele Punkte der «primären Prävention» kennen. Sie würden aber nicht ausreichend umgesetzt. Zu den Vorsorgemassnahmen, die sich im Alltag treffen lassen, gehören:

– nicht rauchen
– Übergewicht vermeiden
– Sport treiben
– auf eine gesunde Ernährung achten
– wenig oder kein Alkohol trinken
– alle empfohlenen Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Überleben ist eine Frage des Geldes

Auch wenn die Häufigkeit der Krebstypen je nach Land stark schwankt, ist Lungenkrebs der weltweit häufigste Krebstyp – sowohl was die Anzahl der Erkrankungen als auch die Anzahl der Todesfälle betrifft. Ursächlich dafür sind in den meisten Fällen das Rauchen und der Konsum anderer Tabakwaren. Auch Brustkrebs und Darmkrebs gehören zu den häufigsten Krebstypen.



Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, sei laut Weltkrebsreport in den vergangenen fünf Jahren gesunken. Allerdings ist es auch eine Frage des Wohlstands eine Krebserkrankung zu überleben, so die IARC.

Sowohl Betroffene in ärmeren Ländern als auch ärmere Bevölkerungsschichten in reichen Ländern hätten geringere Überlebenschancen. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu sterben, sei in Ländern mit hohen Einkommen zwischen 2000 und 2015 um 20 Prozent gesunken, in Ländern mit niedrigen Einkommen nur um fünf Prozent.

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