Corona-Pandemie fördert Fettleibigkeit bei Kindern

SDA

11.5.2021 - 10:43

ARCHIV - 20.03.2020, Spanien, Madrid: Ein Kind isst ein Stück Pizza, während es zu Hause fernsieht. Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation WHO warnt davor, dass die Coronavirus-Pandemie wahrscheinlich zu mehr Fettleibigkeit unter Kindern führen wird. (zu dpa «WHO Europa: Corona-Pandemie mit Folgen für Fettleibigkeit bei Kindern») Foto: Jesús Hellín/Europa Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Corona-Pandemie könnte zu mehr übergewichtigen Kindern führen, warnt das Europa-Büro der WHO.
Bild: dpa/Europa Press/Jesús Hellín

Sie bewegen sich weniger und haben seltener Zugang zu Schul-Essen: Kinder könnten wegen der Corona-Pandemie häufiger Fettleibigkeit entwickeln, warnt die Weltgesundheitsorganisation.

SDA

11.5.2021 - 10:43

Das in Kopenhagen ansässige Regionalbüro geht davon aus, dass die Schliessung von Schulen und Lockdowns negative Folgen für Ernährung und Bewegung von Kindern haben könnten, etwa durch den fehlenden Zugang zu Schulmahlzeiten und mangelnde körperliche Aktivität. Präventionsmassnahmen müssten deshalb Priorität haben, forderte das Büro.

«Covid-19 könnte unter Umständen einen der am stärksten beunruhigenden Trends in der WHO-Region Europa verstärken – zunehmende Fettleibigkeit bei Kindern», erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Übergewicht und Fettleibigkeit stünden in direkter Verbindung mit lebensbedrohlichen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs.

Um den kommenden Generationen eine bessere Zukunft zu ermöglichen, müssten auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Daten basierende Massnahmen ergriffen werden, die eine gesündere Ernährung und körperliche Betätigung förderten und dabei helfen könnten, Fettleibigkeit bei Kindern zu verringern.

Wie aus einem am Dienstag veröffentlichten WHO-Bericht hervorging, lebt in manchen Ländern der Region jedes dritte Kind im Alter von sechs bis neun Jahren mit Übergewicht oder Fettleibigkeit.

Am grössten ist dieses Problem in den Mittelmeerstaaten, doch die Situation dort bessert sich langsam: Unter anderem Griechenland, Italien, Portugal und Spanien zeigen laut WHO einen abnehmenden Trend. Der Bericht basiert auf den jüngsten verfügbaren Daten aus 36 Ländern aus den Schuljahren 2015/16 und 2016/17.