Alkoholiker werden für Altersheime zum Problem

rre

21.2.2019 - 11:11

Alkohlkrank im Alter -  es gibt immer mehr Betroffene. 
Bild: iStock

Sucht – ein Thema, das nicht nur Junge betrifft. In Seniorenheimen sieht sich das Betreuungspersonal mit einer wachsenden Zahl alkoholkranker alter Menschen konfrontiert. 

Die Gesellschaft wird immer älter, gleichzeitig gibt es immer mehr alkoholkranke Seniorinnen und Senioren. Das bekommen auch die Mitarbeitenden von Altersinstitutionen und Spitex-Organisationen zu spüren, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Laut einer noch unveröffentlichten Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), zeigt sich der übermässige und vor allem regelmässige Alkoholkonsum betreuungsbedürftiger älterer Menschen sowohl in selbst- als auch in fremdgefährdendem Verhalten: Sie pöbeln Pflegekräfte an oder belästigen andere Mitbewohner.

Der steigenden Zahl süchtiger Menschen über 65 Jahre steht ein verhältnismässig kleines Angebot von Betreuungsplätzen gegenüber: In vielen psychiatrischen Kliniken gibt es keine Langzeitabteilungen mehr. Gemäss der BAG-Studie sind die Alterszentren und Spitex-Organisationen mit der Problematik überfordert, speziell, wenn es darum geht, eine beginnende Suchterkrankung zu erkennen und entsprechend zu (be-)handeln.

Entzug nur auf Wunsch

Nur zwei auf Suchterkrankungen spezialisierte, öffentliche Seniorenheime gibt es im Kanton Zürich. Eines in Zürich-Selnau, ein anderes in Pfäffikon. Entsprechend lang ist die Warteliste. In letzterer Einrichtung, dem Alterszentrum Waldfrieden, setzt man auf den kontrollierten Konsum. Ein Entzug wird nur auf ausdrücklichen Wunsch der Heimbewohnerin oder des Heimbewohners durchgeführt.

Es besteht Handlungsbedarf. Auch GLP-Gemeinderat Markus Baumann ist sich des Problems bewusst. Er ist der Meinung, dass die Betreuungsangebote für «pegeltrinkende» Seniorinnen und Senioren im Kanton Zürich ausgebaut werden sollten.

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