Hunde nach jedem Spaziergang auf Zecken checken

dpa/gbi

21.6.2020 - 10:05

Im Frühsommer liegen im Gras besonders viele Zecken auf der Lauer.
Bild: Keystone

In den Sommermonaten gibt es besonders viele Zecken. Sie mögen warme Temperaturen und sitzen besonders gerne im hohen Gras – und lauern dort nicht nur auf Menschen.

Sobald die Temperaturen nicht mehr unter 8 Grad sinken, werden die Zecken munter. Im Frühling und Frühsommer erreiche die Aktivität der kleinen Blutsauger einen ersten Höhepunkt, schreibt die Zeckenliga Schweiz, und im Herbst einen zweiten. Der Grund: Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sind in diesen Zeiten für die Zecken günstiger als in hochsommerlichen Hitze- und Trockenheitsphasen.

In der Schweiz kommen sie in tieferen Lagen viel häufiger vor als in höheren Lagen, es gibt aber keine scharfe Grenze der Verbreitung. Die kleinen Spinnentiere lieben nicht nur den Menschen, sondern auch Hunde und Katzen als Futterquelle. Dabei können Zecken gefährliche Krankheiten wie Borreliose und die Gehirnhautentzündung FSME übertragen.

Bloss nicht warten

Im Sommer sollten Haustierbesitzer daher nicht nur sich selbst, sondern auch den Vierbeiner regelmässig unter die Lupe nehmen. «Nach jedem Freilauf sollte der Körper von Hund und Katze gründlich untersucht werden», rät die Tierschutzorganisation Vier Pfoten.



Entdeckte Zecken müsste man sofort entfernen. Denn je mehr Zeit vergeht, desto höher ist die Gefahr, dass Zecken sich festbeissen und Krankheitserreger übertragen. Deshalb lohnt sich der Zecken-Check auch schon nach einer kurzen Runde in der Stadt.

Neben dem Bürsten und Kämmen des Fells hilft auch ein vorbeugender Zeckenschutz. Hierzu kann der Tierbesitzer im Vorfeld Präparate verabreichen. Die gibt es in Tablettenform, als Halsband oder zum Aufträufeln – am besten in den Nacken, wo das Tier das Präparat nicht wegschlecken kann.

Vorsicht sei beim Wirkstoff Permethrin geboten, heisst es bei Vier Pfoten: Während Hunde das Präparat sehr gut vertrügen, sei es für Katzen giftig. Kokosöl könnte als pflanzliche Alternative angewendet werden.

Zecken lassen sich in der Regel leicht vom Fell aufsammeln. Wenn sie sich allerdings festgebissen haben, muss unter Umständen eine Zeckenzange oder Pinzette her. Wenn beim Entfernen die Beisswerkzeuge der Tierchen in der Haut steckenbleiben, sollte wegen einer möglichen Entzündungsgefahr ein Tierarzt aufgesucht werden.

Bund hat Risikogebiet ausgeweitet

Doch auch Menschen sollten auf der Hut sein: Die Fälle von FSME nehmen gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) seit mehreren Jahren stark zu und erreichten 2018 mit 377 gemeldeten Fällen einen Rekordwert.



Daher hat das BAG dieses Jahr die Risikogebiete ausgeweitet: Die Impfung gegen FSME wird nun in der ganzen Schweiz – mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin – all jenen empfohlen, die bei Aktivitäten im Freien, insbesondere im Wald, Zecken ausgesetzt sind.

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