Bauer gaukelt Kühen mit VR-Brillen grüne Wiesen vor

SDA

13.1.2022 - 06:03

Die scheinbare Wirklichkeit (virtuelle Realität): Dank einer Spezialbrille meinen die Kühe im Stall, sie befänden sich auf einer saftigen Wiese.
Getty Images

Die klassische Musik im Kuhstall von Bauer Kocak ist echt. Aber die grüne Wiese vor der Nase der Tiere nicht. Sie ist nur scheinbare Wirklichkeit, Virtual Reality (VR), erzeugt dank einer speziellen Brille. Den Kühen scheint es zu gefallen. Sie geben mehr Milch. Vielleicht auch bessere.

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13.1.2022 - 06:03

Ein Bauer in der Türkei greift zu ungewöhnlichen Mitteln, damit seine Kühe mehr Milch produzieren: Er gaukelt ihnen vor, auf einer grünen Wiese zu stehen.

Das funktioniert mit einer sogenannten Virtual-Reality-Brille (VR), die er den Kühen aufsetzt, wie Bauer Izzet Kocak der Deutschen Presse-Agentur sagte. Damit würden Weideflächen simuliert, wenn die Kühe im Stall stehen. Zusätzlich spiele er den Tieren Musik von Beethoven und Mozart vor.

Kocaks Plan scheint zu funktionieren: Die tägliche Milchproduktion der beiden Kühe, an denen er die Brillen teste, habe innerhalb einer Woche jeweils um fünf Liter zugenommen, sagte Kocak.

Tierschützer sind kritisch

Er wolle zudem testen, ob sich die Qualität der Milch verbessere. Der Landwirt habe auch Kontakt zu Forschern aus Deutschland, Russland und Grossbritannien. Er wolle das System in den kommenden Wochen an drei weiteren Kühen ausprobieren.

Cows looking out of a barn, rays of sunshine lighting up their breath on a cold morning
Die wahre Wirklichkeit: Die Kühe stehen im Stall, nicht auf einer saftigen Wiese.
Bild: Getty Images

Der 30-Jährige lebt in der zentralanatolischen Provinz Aksaray und besitzt insgesamt 180 Tiere. Die VR-Brillen setze er nur 20 Minuten am Tag ein, die Kühe würden trotzdem noch auf die Weide gelassen, betonte Kocak.

Er bestelle die Brillen aus Russland, von wo die Idee stammt. Dort hatte das Landwirtschaftsministerium VR-Brillen schon vor rund zwei Jahren an Kühen getestet.

Tierschützer stehen dem Konzept aber kritisch gegenüber. Die Methode dürfe nicht bedeuten, dass man Tiere in Käfige einsperre, warnte der Chef der türkischen Tierrechtsgruppe Haytap, Ahmet Kemal Senpolat. Das sei «Folter» und eine Verletzung der Tierrechte.



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