Das erste Parfüm, das nach Weltall riecht

uri

30.6.2020 - 00:00

Ins All blicken, konnte man schon lange – bald könnte man es auch riechen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

Jahrelang hat die US-Weltraumbehörde NASA an einem Duft tüfteln lassen, der wie das Weltall riechen soll. Ein Start-up-Unternehmen will das «Eau de Space» nun auf den Markt bringen.

Im Jahr 2008 gab die NASA dem Chemiker Steve Pearce den Auftrag, den Geruch des Weltalls zu kopieren. Mit dem Duft, der innert vier Jahren entstand, sollen Astronauten darauf vorbereitet werden, was ihnen im All in die Nase schiesst.

Das Start-up «Eau de Space» aus Kalifornien sammelt nun auf der Plattform Kickstarter Geld, um den Weltraumduft für jedermann zu realisieren.

Tatsächlich möchte man meinen, dass das Weltall weitgehend geruchlos ist und die Astronauten lediglich ihre Körpergerüche riechen und all das, was der Mensch sonst noch selbst in den Weltraum bringt. Doch verschiedene Raumfahrer machten Angaben zum Geruch, den sie an ihren Anzügen bei Weltraumspaziergängen zurück in die Internationale Raumstation ISS oder ihre Raumfähren brachten.

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Die Astronautin Peggy Whitson erzählte dem Fernsehsender CNN im Jahr 2002 etwa, dass es in der Schleuse nach ihrer Rückkehr so roch, als habe man ein «Pistole abgefeuert». Es habe sich um einen «bitteren Geruch mit einer rauchigen, verbrannten Note» gehandelt.

«Schiesspulver, Steak, Himbeeren und Rum»

Eine ähnliche Erfahrung machte auch der US-Astronaut Scott Kelly, der 2015/16 fast ein ganzes Jahr auf der Raumstation ISS verbrachte. Er schrieb in seinem 2017 erschienen Buch «Endurance: Mein Jahr im Weltall», der Weltraum rieche nach verbranntem Metall, etwa wie brennende Wunderkerzen oder als ob etwas geschweisst worden sei. Andere Astronauten beschrieben das Weltall-Odeur gegenüber Pearce als einen «Mix aus Schiesspulver, gebratenem Steak, Himbeeren und Rum», wie er erklärte.

Der Astronaut Tim Kopra unternimmt im Dezember 2015 einen «Spacewalk». (Archiv)
Bild: Keystone

Ob man mit einer solchen Komposition seine Mitmenschen betören kann, sei dahingestellt. Allerdings ist das auch gar nicht das Ziel, des Start-ups, das bislang bereits umgerechnet über 38'000 Franken für die Verwirklichung des Projekts einsammeln konnte. Wie es hiess, richte sich «Eau de Space» vor allem an Eltern und Lehrer, um damit das Interesse von Kindern am experimentellen Lernen zu stärken.


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