3,5 Milliarden Franken für Kleider, die kaum je getragen werden

jka

28.2.2021

In Grossbritannien landen alle fünf Minuten 3,5 Tonnen Kleidungsstücke im Abfall oder auf der Sammelstelle. Eine Stylistin hat daraus eine Kollektion zusammengestellt. 

Kaum zu glauben: Zwischen 50 und 80 Prozent der Kleider, die in unserem Schrank hängen und liegen, bleiben Umfragen zufolge völlig ungenutzt. Fast klar, dass sie früher oder später in der Altkleidersammlung oder im Abfall landen.  

Wie gross die Menge der Kleidung ist, die weggeworfen wird, verdeutlichen Zahlen aus Grossbritannien. Dreieinhalb Tonnen Kleidungsstücke landen dort alle fünf Minuten im Abfall. Viele davon wurden zuvor kaum getragen.

So geben die Britinnen und Briten jährlich umgerechnet 3,5 Milliarden Franken für neue Kleider aus, die sie nur ein einziges Mal tragen, bevor sie sie wieder entsorgen. Im Schnitt geben die rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner des Vereinigten Königreichs damit pro Jahr also gut 52 Franken für Kleider aus, die sie höchstens einmal tragen. 

Fast Fashion als Problem

Alles Zahlen, die der Stylistin Miranda Almond zu denken geben. Um auf das Problem aufmerksam zu machen und ein Zeichen gegen die sogenannte Fast Fashion zu setzen, hat sie diverse Kleidungsstücke wieder aus dem Abfall geholt und damit eine eigene Modekollektion zusammengestellt (siehe Bildstrecke oben). Die Kollektion «Rewear Edit» wurde kürzlich an der Londoner Fashion Week vorgestellt. 

Die Zahl der Kleidungsstücke, die schnell wieder weggeworfen werden, steigt auch in der Schweiz. Seit der Gründung des Altkleider-Verwerters Texaid vor 40 Jahren hat sich die Zahl der gesammelten Altkleidung verzehnfacht

Eine Ursache dafür liegt in der sogenannten Fast Fashion. Darunter versteht sich die Tatsache, dass Textil-Kollektionen stetig geändert werden und die Kleidungsstücke in der Regel von mangelnder Qualität sind. Die Folge davon: Kundinnen und Kunden kaufen immer in immer kürzeren Abständen Kleider und werfen sie auch immer schneller wieder weg.

Fast Fashion – Wie man dem Konsumrausch entkommen kann

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