Wenn man mit Angstschweiss rechnen muss

rre

14.3.2019 - 17:59

Die Liebe zur Mathematik ist nicht jedem gegeben. 
Bild: iStock

Nicht jedem ist der Umgang mit Mathematik gegeben, bei manchen löst der Anblick von Funktionen und Koordinatensystemen gar Panik aus. Warum das so ist, haben Wissenschaftler aus Grossbritannien genauer untersucht.

Mathe, am frühen Morgen – und dann auch noch eine Doppelstunde. So manches Kind packt beim Blick auf den Stundenplan das kalte Grausen. Warum das Fach, das uns die Wissenschaft der Zahlen näherbringt, bei manchen Schülern für Angst, Tränen und schlaflose Nächte sorgt, wollten Forscher der Universität in Camebridge in Grossbritannien näher untersuchen. Dazu nahmen sie zunächst 1’000 Schülerinnen und Schüler aus Italien unter die Lupe. Den Wissenschaftlern fiel auf, dass die Mädchen allgemein ängstlicher erschienen und gleichzeitig häufiger mit Unbehagen auf alles reagierten, was mit dem Unterrichtsfach in Verbindung stand.

Eine detaillierte Analyse von 1'700 Primar- und Sekundarschülern in Grossbritannien zeigte, dass die Kinder und Jugendlichen Mathematik – im Vergleich zu anderen Schulfächern – als besonders schwierig empfanden. Schlechte Noten, an der Tafel beim Rechnen von den Mitschülerinnen und -schülern ausgelacht zu werden und die damit verbundene Sorge, den geforderten schulischen Ansprüchen nicht zu genügen, verminderten das Selbstwertgefühl und trugen zur Angst vor dem Schulfach bei.

Multifaktorielle Ursachen

«Auch wenn der Mathematik-Angst individuelle Ursachen und Auslöser zugrunde liegen, haben wir bei den von uns befragten Schülerinnen und Schülern Gemeinsamkeiten ausmachen können», sagt die Autorin der Studie, Denes Szucs.

Befragt nach den möglichen Gründen für die Furcht vor der Mathematik, fühlten sich viele Primarschüler aufgrund der unterschiedlichen Lehrmethoden überfordert. Sekundarschüler beklagten hingegen Probleme in der Schüler-Lehrer-Kommunikation.

Einen nicht unwesentlichen Anteil an der Angst vor Analysis, Vektorenrechnung und Geometrie haben auch die Eltern. Oft hatten sie selbst während ihrer Schulzeit Probleme mit dem Rechnen, und so geben sie ihre Angst – bewusst oder unbewusst – an ihre Kinder weiter.

Angst ernst nehmen

Szucs betont, dass das Verhalten von «Lehrern, Eltern, Mitschülern einen Einfluss darauf hat, wie Kinder mit Mathematik umgehen». Gerade Pädagogen sollte es ein Anliegen sein, sich mit der Angst vor der Mathematik ihrer Schülerinnen und Schüler auseinanderzusetzen und diese ernst zu nehmen.

Dass sich aktiv etwas gegen die Angst vor der Mathematik tun lässt, konnten Forscher der Stanford University (USA) belegen. Sie nahmen 46 Kindern im Rahmen einer Studie mit gezieltem Einzelunterricht die Furcht vor den Lehren des grossen Rechenmeisters Adam Ries(e).

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