1'600 geheime Gräber, 2'500 Leichen – nur die Spitze des Eisberges

dpa/phi

21.6.2019

Ein Demonstrant trägt im Februar 2015 eine Maske, um auf das Schicksal verschwundener Studenten aufmerksam zu machen.
Bild: Keystone

Dass der Drogenkrieg in Mexiko viele Opfer fordert, ist bekannt. Wenn nun aber Wissenschaftler von knapp 2'500 Leichen in 1600 geheimen Gräbern sprechen, staunt der Leser dann doch.

Forscher in Mexiko haben die Existenz von mehr als 1600 geheimen Gräbern bestätigt. Zwischen 2006 und 2017 seien in den Löchern 2489 Leichen verscharrt worden, hiess es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Iberoamerikanischen Universität in Mexiko-Stadt.

Man kratze dabei aber nur an der Oberfläche dieses «wachsenden Phänomens»: Forschungsleiterin Denise González ergänzte: «Leider handelt es sich nur um einen Bruchteil» der Gräber. Die Wissenschaftler warfen Justiz und Regierung vor, unhaltbare Statistiken über geheime Gräber und geborgene Leichen vorgelegt zu haben.

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Die staatliche Beauftragte für vermisste Personen, Karla Quintana, machte in einer Reaktion die Vorgängerregierung verantwortlich. Bald werde zudem ein digitales Verzeichnis zu verschwundenen Personen einsatzbereit sein, kündigte Quintana an. Die Informationen würden Hinterbliebenen Antworten geben, die auf ihre Angehörigen warteten.

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