Corona-Übersicht

1'172 Neuinfektionen — 300 Party-Besucher in Chur müssen Quarantäne

Agenturen/red

8.10.2020 - 21:44

Das BAG meldet 1'172 Neuinfektionen und damit den zweiten Tag in Folge eine vierstellige Zahl an neuen Corona-Fällen. Nach einem Besuch eines Partylokals in Chur müssen 300 Gäste in Quarantäne. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind am Donnerstag weitere 1'172 Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Es war bereits der zweite Tag in Folge mit einer Fallzahl von über 1'000.

Schon am Mittwoch hatte das dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) mehr als 1'000 neue Infektionen vermeldet, nämlich 1'077. Zahlen über 1'000 waren seit dem 1. April nicht mehr vorgekommen. Die Fallzahlen haben sich innerhalb einer Woche praktisch verdoppelt.

Am Dienstag hatte das BAG noch 700 neue Ansteckungen registriert. Am Montag waren für das Wochenende 1548 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden. Am vergangenen Freitag zählte das Amt 552 Infektionen und am Donnerstag vor einer Woche noch 550.

Anstieg in fast allen Kantonen

Fast in allen Kantonen stiegen die Fallzahlen, wie die vom BAG zusammengestellten Zahlen aus der Woche bis zum 4. Oktober zeigen. Mehr Fälle gab es in allen Kantonen ausser in Appenzell-Innerrhoden und Obwalden. Über die Hälfte der Neuansteckungen fielen in den Kantonen Genf, Waadt und Zürich an.

Genf und Waadt lagen denn auch über der Schwelle von 60 Infizierten pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner, ab welcher der Bund eine Region als Risikogebiet bezeichnet. Bei der Infiziertendichte führte Genf mit 85,3 Angesteckten je 100'000 Einwohner die Rangliste an.

In Zürich stieg diese sogenannte Inzidenz innert Wochenfrist von 24,3 auf 51,1 Erkrankte pro 100'000 Einwohner. Ausserordentlich stark wuchs die Inzidenz auch mit Kanton Schwyz von 11,9 auf 50,3.

Coronavirus in Churer Partylokal

Im Zentralschweizer Kanton sind unter anderem vier Alters- und Pflegeheime betroffen. In einem Alterszentrum in Goldau SZ wurden 18 Bewohner positiv getestet. Nachdem das Virus zunächst bei einer Bewohnerin festgestellt worden war, wurden nach Angaben des Kantons 17 weitere Ansteckungen in dem Heim bestätigt.

In Chur wiederum wurden rund 300 Personen nach dem Besuch eines Partylokals in der Vergnügungsmeile Welschdörfli in Quarantäne geschickt. Ein Partygänger war laut Angaben des Kantons positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Auch im Transitzentrum Landhaus in Davos Laret gibt es Corona-Fälle. Bei bisher drei Personen wurde das Virus festgestellt. Bei weiteren 86 Personen sei Quarantäne angeordnet worden, teilte der Kanton mit.

Im Kanton Bern sind über 300 Gäste in Quarantäne geschickt worden, die sich am 3. Oktober in Stadtberner Club- und Barbetrieb Propeller aufgehalten haben. Zuvor war ein Gast positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Tessin verschärft Massnahmen

Die Tessiner Kantonsregierung reagierte mit verschärften Massnahmen auf die stark steigenden Fallzahlen. Clubs und Tanzlokale müssen am Freitagabend für zunächst drei Wochen schliessen. In Restaurants darf nur noch am Tisch konsumiert werden.

In Tessiner Läden und Einkaufszentren gilt ab Samstag eine Maskenpflicht. Das Tessin ist der mittlerweile zwölfte Kanton, der in Läden Masken vorschreibt. Bereits beschlossen oder schon in Kraft ist die Maskenpflicht in Läden in Bern, Zug, Zürich, Genf, Waadt, Basel-Stadt, Solothurn, Neuenburg, Freiburg, Jura und im Wallis.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das Volk wird nicht über die gesetzlichen Grundlagen für die Corona-Warn-App abstimmen.
  • In Chur sind rund 300 Personen nach dem Besuch eines Partylokals in der Vergnügungsmeile Welschdörfli in Quarantäne geschickt worden.
  • Das BAG hat 1'172 Neuinfektionen bei 16'066 Tests registriert. Das entspricht einer Positivitätsrate von 7,3 Prozent. 
  • Ab Samstag gilt im Tessin eine Maskenpflicht in Geschäften – Clubs und Diskotheken müssen am Freitagabend bis 30. Oktober schliessen.
  • Österreich meldet mit über 1'200 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen aktuellen Rekordwert.
  • Die Zahl der neuen Coronafälle ist in Deutschland wieder deutlich gestiegen: Das Robert Koch-Institut zählte 4'058 neue Corona-Infektionen innerhalb 24 Stunden.
  • Trump will die Behandlung mit Antikörper-Mitteln, wie er sie bekommen hat, für alle gratis machen. Das Problem: Die Behandlung ist noch in der Testphase und nicht zugelassen.
  • Im Zusammenhang mit dem Weissen Haus sind mindestens 34 Menschen an Corona erkrankt, viel mehr als bisher bekannt.

21.44 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Donnerstag

21.13 Uhr: Gesundheitsdirektorin Rickli: Bund soll Schnelltests offiziell empfehlen

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli hat sich ob des Anstiegs der Infektionszahlen im Kanton Zürich besorgt gezeigt. Dennoch wolle man nun nicht «dreinschiessen», sondern «die Daten analysieren». 

Dies sagte Rickli dem «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt). Demnach sprach sie sich für das Vorwärtskommen bei den Schnelltest aus und forderte den Bund auf,  «die Schnelltests so rasch wie möglich offiziell empfehlen.»

Denkbar sei ausserdem eine Ausweitung der Maskenpflicht, so Rickli.

Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli.
KEYSTONE/ENNIO LEANZA (Archivbild)

20.16 Uhr: Infektionszahl klettert auch in Portugal rapide

Das Coronavirus macht auch dem bisher relativ gut durch die Krise gekommenen Portugal immer mehr zu schaffen. Mit 1278 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete die Gesundheitsbehörde DGS in Lissabon die zweithöchste Ansteckungszahl seit Ausbruch der Pandemie. Mehr neue Fälle wurden nur ein einziges Mal vor knapp sechs Monaten erfasst: Am 10. April hatte es 1516 Neuinfektionen gegeben. Seitdem war aber in Portugal nie wieder die Marke von 1000 erreicht worden. Wegen der rapide steigenden Zahlen kündigte die sozialistische Regierung von Ministerpräsident António Costa «neue Massnahmen» an.

Die Gesamtzahl der Fälle kletterte den amtlichen Angaben zufolge auf mehr als 82'000. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, stieg am Donnerstag um zehn auf 2050. Sorge bereitete derweil vor allem die Tatsache, dass die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten in etwas mehr als einem Monat von gut 300 auf mehr als 800 in die Höhe schoss.

«Nächste Woche werden wir neue Massnahmen beschliessen, ich kann aber noch nicht sagen, welche», erklärte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva. Eine strikte Ausgehsperre, wie sie es zu Beginn der Pandemie gegeben hat, schloss die Politikerin aber aus. «Das Land würde kaum wieder einen allgemeinen Lockdown wie im März und April ertragen», meinte sie auf Fragen von Journalisten.

In Portugal gilt — anders als im Nachbarland Spanien — nicht im gesamten Land eine generelle Maskenpflicht im Freien, sondern nur auf Madeira. Mund-Nasen-Schutz muss man aber unter anderem in öffentlichen Transportmitteln, in Läden und anderen geschlossenen Räumen sowie auch an Orten mit Menschenansammlungen tragen. Ausserdem muss man einen Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Personen einhalten. Die Bundesregierung warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Lissabon.

20.02 Uhr: 302 Gäste der Berner Bar «Propeller» in Quarantäne

Nachdem ein Gast des Berner Club- und Barbetriebs Propeller positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, sind über 300 Gäste in Quarantäne geschickt worden.

Betroffen sind die 302 Gäste, die sich am 3. Oktober im Restaurant, in der Bar oder im Club aufgehalten haben, wie die bernische Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion mitteilte.

Nach dem Besuch des Berner Bar- und Clubbetriebs Propeller sind 302 Gäste unter Quarantäne gestellt worden. 
KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI (Symbolbild)

Auch im Berner Altersheim Lentulus sind sechs Bewohnerinnen und Bewohner sowie acht Mitarbeitende positiv auf Covid-19 getestet worden. Weitere sechs Bewohner wurden negativ getestet und befinden sich in Quarantäne.

Im Kanton Bern steigt die Zahl der positiv getesteten Covid-19-Fälle derzeit wieder deutlich an. Seit Mittwoch kamen fast hundert Neuansteckungen dazu.

19.31 Uhr: Referendum gegen Swiss Covid-App gescheitert

Das Volk wird nicht über die gesetzlichen Grundlagen für die Corona-Warn-App abstimmen. Das Referendum gegen die Änderung des Epidemiengesetzes ist laut einem Tweet von Gesundheitsminister Alain Berset nicht zustandegekommen.

Berset hat das Scheitern des Referendums am Donnerstagabend in einem Tweet bekannt gegeben und zeigte sich zufrieden. Die App sei wichtig, um die Ansteckungsketten und die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbrechen. Sie sei bereits 2,5 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Das Referendum gegen die Swiss Covid-App ist gescheitert.
KEYSTONE/ANTHONY ANEX (Symbolbild)

Das Komitee «Stop Swiss Covid» vorwiegend aus der Westschweiz hatte bis am Donnerstag um Mitternacht Zeit, die nötigen 50'000 Unterschriften zu sammeln. Komitee-Mitglied François de Siebenthal kritisierte in einer Mitteilung, dass einige Gemeinden Unterschriftenbögen nach der Beglaubigung nicht rechtzeitig zurückgeschickt hätten. «Das ist unzulässig.»

Schon andere Referenden seien gescheitert, weil Gemeinden nicht mitspielten. Auch die Post mache dem Komitee Schwierigkeiten, indem sie Briefe nicht pünktlich zustelle.

Das Komitee fürchtet wegen der App eine «digitale Diktatur» wie in China. National- und Ständerat hiessen am 19. Juni die Gesetzesgrundlagen für die App gut, mit dringlichen Änderungen im Epidemiengesetz. Das Gesetz ist bereits in Kraft und gilt vorderhand bis Ende Juni 2022.

19.02 Uhr: «Maximale Alarmstufe» in weiteren französischen Städten

Frankreichs Regierung hat wegen der besorgniserregenden Corona-Lage für weitere Städte die «maximale Alarmstufe» ausgerufen. Diese gelte ab Samstag in Lille, Grenoble, Lyon und Saint-Etienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran an. «Die Situation hat sich in den letzten Tagen in mehreren Metropolen verschlechtert», sagte der Minister.

Die «maximale Alarmstufe» gilt bisher in der Hauptstadt Paris, in der südfranzösischen Metropole Marseille und im Überseegebiet Guadeloupe. Sie ist die letzte Stufe vor dem Gesundheitsnotstand. Als Konsequenz aus der Einstufung müssen in der Regel Bars und Cafés schliessen, es gibt weitere Einschränkungen etwa bei Turnhallen oder Schwimmbädern. In Restaurants gelten strengere Hygienemassnahmen.

«Die Gesundheitssituation in Frankreich verschlechtert sich weiter», warnte Véran. Wer Freunde oder Familie empfangen wolle, müsse Abstand halten und die Maske tragen. Véran betonte gleichzeitig, dass es auch gute Nachrichten gebe: Die Situation in Nizza habe sich deutlich verbessert. Auch in Bordeaux, Rennes und Marseille sei eine positive Entwicklung zu beobachten.

18.51 Uhr: Wicki: Ähnliches Schutzkonzept für Skigebiete wie im ÖV

Laut dem Präsidenten des Verbandes Seilbahnen Schweiz, Hans Wicki, sollen sich Skigebiete für die kommende Wintersaison am Schutzkonzept des Öffentlichen Verkehrs orientieren. Eine Maskenpflicht gelte demnach in Gondeln, nicht aber für Seilbahnen und Schlepplifte. Dort befänden sich die Skigäste an der frischen Luft und schauten nach vorne.

Es gelte «das Gleiche wie beim öffentlichen Verkehr: Wer keine Maske oder Halsschlauch trägt, darf nicht mitfahren», sagte Wiki gegenüber «20 Minuten». Ob es Sanktionen gibt, müsse demnach jedes Skigebiet selbst entscheiden.

18.34 Uhr: Madrids Bewohner sollen Region trotz Urteils gegen Teil-Lockdown nicht verlassen

Trotz eines Gerichtsurteils gegen einen Teil-Lockdown für den Grossraum Madrid hat die dortige Regionalregierung die Menschen aufgefordert, die Metropolregion nicht zu verlassen. «Wir bitten die Menschen erneut, Madrid nicht zu verlassen und alle Gesundheitsrichtlinien zu beachten», erklärte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso. Zuvor war die konservative Regionalregierung selbst gegen den von der linksgerichteten Zentralregierung verhängten Teil-Lockdown vor Gericht gezogen, obwohl die Corona-Zahlen in Madrid rasant gestiegen waren.

Das höchste Regionalgericht von Madrid setzte dann am Donnerstag die von der Zentralregierung angeordnete Abriegelung der Hauptstadtregion vom Rest des Lands ausser Kraft. Zur Begründung erklärten die Richter, die Beschränkungen beeinträchtigten die «Rechte und fundamentalen Freiheiten» der betroffenen 4,5 Millionen Einwohner. Auch verfüge das nationale Gesundheitsministerium, das den Lockdown angeordnet hatte, nicht über die entsprechende Kompetenz.



Unter dem Teil-Lockdown durften die Bewohner der spanischen Hauptstadt und neun nahegelegener Gemeinden seit Freitag ihre Stadt nur noch zum Arbeiten, für die Schule oder aus medizinischen Gründen verlassen. Die Corona-Beschränkungen waren aber nicht wie im Frühjahr mit einer Ausgangssperre verbunden, die Madrilenen können also ihre Wohnungen jederzeit verlassen.

Die Verordnung war am Mittwoch vergangener Woche zwischen dem spanischen Gesundheitsministerium und den meisten von Spaniens 17 Regionen vereinbart worden, um Gegenden mit einer schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vom Rest des Landes zu isolieren - für das Corona-Management sind in Spanien grundsätzlich die Regionen zuständig. Die Verordnung kam de facto aber nur in der Region Madrid mit ihren extrem hohen Infektionsraten zum Tragen.

Die rechtsgerichtete Regionalregierung von Madrid hatte sich gegen die Verordnung gesperrt. Zuvor  hatte sie nur eine Reihe von besonders stark betroffenen Vierteln abgeriegelt. Sie sagte zwar zu, das mehrheitlich beschlossene Dekret umzusetzen, kündigte aber zugleich an, seine Rechtmässigkeit zunächst vom obersten spanischen Gericht prüfen zu lassen. Diese Gerichtsentscheidung steht noch aus.

Ohne gerichtliche Bestätigung der Restriktionen kann die Polizei im Grossraum Madrid bei Verstössen keine Bussgelder verhängen. Dies hatte sie in Erwartung des Urteils bisher schon nicht getan.

Mit 700 Infektionen pro 100'000 Einwohner im Durchschnitt - in vielen Vierteln noch mehr — hat die Region Madrid die höchste Corona-Ansteckungsrate in ganz Spanien. Die landesweite Rate von 275 Ansteckungen pro 100'000 Einwohner ist wiederum die höchste in der EU.

18.17 Uhr: Starker Anstieg von Coronafällen in Schwyz wohl wegen Veranstaltung

Im Kanton Schwyz ist die Zahl der Corona-Infektionen erneut stark angestiegen. Die Häufung von positiven Fällen vor allem im inneren Kantonsteil dürfte im Zusammenhang mit einer Veranstaltung stehen, wie das Schwyzer Departement des Innern mitteilte.

Nähere Angaben zum besagten Anlass waren beim Kanton Schwyz nicht erhältlich. Das zuständige Departement hielt in der Medienmitteilung fest, dass Veranstalter zwar Schutzkonzepte vorweisen müssten, doch vor allem das Verhalten der Besucher entscheidend sei, dass sich das Virus nicht verbreite.

Im Kanton Schwyz waren am Donnerstag 198 positive Coronafälle registriert. Das entspricht einem Anstieg von 53 Fällen innerhalb eines Tages. Zehn Personen befinden sich im Spital, zwei mehr als noch am Vortag.

18.03 Uhr: Starker Anstieg der Infektionen in Italien — Mehr Tests bei Einreisen

In Italien müssen neben Briten unter anderen auch Reisende aus Tschechien, aus ganz Frankreich und Spanien bei der Ankunft einen negativen Corona-Test vorlegen, wie aus der am Donnerstag in Rom veröffentlichen Anordnung des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Der Test darf nicht älter sein als 72 Stunden. Alternativ kann die medizinische Kontrolle bei der Einreise durchgeführt werden.

Solche Bestimmungen galten schon länger für Reisende aus Griechenland, Malta und Kroatien, die jetzt aber nicht mehr auf dieser Liste stehen, wie das Aussenministerium in Rom erläuterte.

In dem Mittelmeerland selbst stiegen die Infektionszahlen am Donnerstag noch einmal deutlich an. Die Behörden zählten in dem 60-Millionen-Einwohner-Land 4458 neue Ansteckungen in 24 Stunden. Es gab 22 neue Corona-Tote. Schon am Vortag hatten die Behörden einen sprunghaften Anstieg um rund 1000 Infektionsfälle in Italien registriert. So hoch wie aktuell war dieser Wert seit dem 11. April nicht mehr gewesen. Als Gesamtzahl der Infektionen mit Sars-CoV-2 gibt Italien nun fast 340'000 an.

17.20 Uhr: 300 Leute nach Clubbesuch in Chur in Quarantäne

In Chur sind rund 300 Personen nach dem Besuch eines Partylokals in der Vergnügungsmeile Welschdörfli in Quarantäne geschickt worden. Ein Partygänger war laut Angaben des Kantons positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Einen weiteren Fall eines Coronavirus-Ausbruchs wurde im Transitzentrum Landhaus in Davos Laret verzeichnet. Dort wurden bisher drei Personen positiv auf das Virus getestet. Bei weiteren 86 Personen sei Quarantäne angeordnet worden, teilte die Kommunikationsstelle Coronavirus des Kantons Graubünden am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Zum Fall in Chur bestätigte die Kommunikationsstelle Angaben des Clubbetreibers und der Zeitung «Südostschweiz», wonach ein Gast letzten Samstagabend das Lokal besucht hatte und danach positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Person wurde umgehend in Isolation versetzt.

Nach einem Clubbesuch im Welschdörfli befinden sich 300 Menschen in Quarantäne
Bild:. Keystone

Bei weiteren 300 Personen sei am Donnerstagnachmittag durch die Contact Tracer eine Quarantäne angeordnet worden. Die Quarantäne dauert an bis zum 13. Oktober. Das Partylokal bleib trotz des Corona-Vorfalls offen, wie der Betreiber am Donnerstag auf Social Media betonte. Das Partyvolk kann sich weiterhin unter Einhaltung eines Schutzkonzepts amüsieren.

In der Statistik des Kantons Graubünden erschienen die neusten Corona-Fälle am Donnerstag noch nicht. Offiziell befanden sich 293 Personen in Quarantäne und 80 in Isolation.

16.00 Uhr: Polen führt Maskenpflicht wieder ein

Im Kampf gegen die stark steigende Zahl von Corona-Infektionen führt Polen am Samstag wieder eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ein. Dies kündigte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Donnerstag in Warschau an.

Dann werde das gesamte Land als sogenannte gelbe Zone eingestuft. Bislang gibt es in Polen 51 lokale gelbe und rote Zonen mit erhöhtem oder stark erhöhtem Infektionsgeschehen.

Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erklärte am Donnerstag, dass ab Samstag wieder eine generelle Maskenpflicht im Land gilt.
Bild: Keystone

Mit der Ausweitung gelten weitere Restriktionen – etwa die Begrenzung von Feiern auf maximal 75 Teilnehmer. «Nur so können wir einen Lockdown verhindern», sagte Morawiecki. Zuvor hatte die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen einen Rekordwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums verzeichneten die Behörden 4'280 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Im gleichen Zeitraum starben 76 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus – so viele wie nie zuvor.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 111'599 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2'867 starben in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

15.40 Uhr: Waadtländer Gastrobetriebe müssen Kundendaten digital festhalten

Zur Bekämpfung von Covid-19 müssen Waadtländer Restaurants und Bars künftig Kundendaten digital festhalten, um allfällige Ansteckungsketten zurückverfolgen zu können. Das schriftliche Festhalten von Kontaktdaten ist nur noch in Ausnahmesituationen gestattet.

Dies hat der Waadtländer Staatsrat entschieden, wie er am Donnerstag mitteilte. Zu diesen Ausnahmen gehören zum Beispiel der Fall, dass ein Kunde über kein Smartphone verfügt oder das Fehlen eines Mobilfunknetzes. Ein zuverlässiges Tracing-System stelle sicher, dass der Kantonsarzt in der Lage sei, eine an einem öffentlichen Ort erfolgte Ansteckung rasch zu erkennen.

Waadtländer Restaurants und Bars dürfen Gästedaten nur noch digital festhalten, lediglich in Ausnahmefällen ist das schriftliche Festhalten erlaubt.
Bild: Keystone

Die während des Sommers durchgeführten Kontrollen hätten gezeigt dass es bei der Tracing-Pflicht «ernsthafte Zuverlässigkeitsprobleme» gebe. Deshalb sei es nötig, eine digitale Lösung einzuführen. Jeder Gastronomiebetrieb kann ein System seiner Wahl einsetzen, aber die IT-Lösungen müssen vom Waadtländer Wirteverband GastroVaud in Absprache mit dem Kantonsarzt genehmigt werden.

Die nominell meisten bestätigten Covid-Fälle in der Schweiz sind bisher im Kanton Waadt zu verzeichnen. Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es nur im Kanton Genf mehr Fälle.

14.20 Uhr: Trump will an virtuellem Duell nicht teilnehmen

Die zweite TV-Debatte von US-Präsident Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden soll virtuell stattfinden. Das gab die Kommission für Präsidentschaftsdebatten bekannt. Nach Trumps Covid-19-Erkrankung waren Bedenken aufgekommen, ob die beiden zum Fernsehduell erneut persönlich aufeinander treffen sollten.

US-Präsident Donald Trump will in dieser Form allerdings nicht am zweiten TV-Duell teilnehmen. Der Wechsel zu einem virtuellen Format sei «inakzeptabel», sagte Trump am Donnerstag in einem Interview des Fernsehsenders Fox Business. «Ich werde meine Zeit nicht mit einer virtuellen Debatte verschwenden.»

Unmittelbar zuvor hatte die zuständige unabhängige Kommission CPD angekündigt, die Debatte werde aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht als persönliches Gegenüber stattfinden. Die beiden Kandidaten sollten demnach an unterschiedlichen Orten auftreten und online zusammengeschaltet werden. Moderator und Gäste hingegen sollten wie geplant in Miami im Bundesstaat Florida zusammenkommen.

Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus hat Trump betont, er fühle sich gut. Biden sagte über das für den 15. Oktober angesetzte Duell, er freue sich zwar über eine weitere Begegnung mit dem Präsidenten. Aber die Debatte solle nicht stattfinden, wenn Trump noch krank sei.

US-Präsident Donald Trump (links) und Herausforderer Joe Biden trafen am 29. September im Studio aufeinander. Das soll es am 15. Oktober nicht geben, das Duell wird virtuell stattfinden.
Bild: Keystone

14.00 Uhr: Pariser Kliniken bereiten sich auf Zustrom von Corona-Patienten vor

Die Pariser Gesundheitsbehörden rechnen mit einem Zustrom von Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern. Die Gesundheitseinrichtungen seien aufgefordert worden, alle Ressourcen zu mobilisieren und sich auf die kommenden Tage vorzubereiten, schrieb der Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde, Aurélien Rousseau, am Donnerstag auf Twitter. Ein Notfallplan wurde aktiviert. Damit können Kliniken zum Beispiel nicht dringende Operationen verschieben.

Im Kampf gegen Corona sind in der französischen Hauptstadt seit Dienstag alle Bars und Cafés geschlossen. Für Restaurants gelten strengere Hygienemassnahmen. Ausserdem wurde die «maximale Alarmstufe» ausgerufen. Mehr als 270 Menschen pro 100'000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen in Paris mit dem Virus infiziert. Besonders Jüngere sind betroffen. Mehr als ein Drittel der Intensivbetten ist mit Covid-19-Patienten belegt.

Frankreich ist mit mehr als 32'000 Toten schwer von der Pandemie getroffen. Mit 18'746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gab es am Mittwoch einen weiteren Rekord. «Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen», hatte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend angekündigt.

13.45 Uhr: Coronakrise reisst Löcher in Budgets der meisten Kantone

Die Coronakrise und der Wirtschaftseinbruch reissen zum Teil riesige Löcher in die Budgets 2021 der allermeisten Kantone. Die tiefsten Spuren hinterlassen die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise in den Berner Staatsfinanzen. Für 2021 ist ein Defizit von 630 Millionen Franken budgetiert. Es drohe die grösste Rezession der Nachkriegsgeschichte, liess die Finanzdirektion verlauten.

Das Budget des Kantons Zürich sieht ein Defizit von 541 Millionen Franken vor. Die Corona-Pandemie macht sich zudem bemerkbar mit einem erwarteten Verlust beim Universitätsspital und dem Ausfall der Flughafen-Dividende. Im Kanton Genf rechnet die Kantonsregierung mit einem Defizit von 501 Millionen Franken. Sie schätzt, dass die Gesundheitskrise das Gesamtergebnis 2021 um rund 100 Millionen verschlechtert.

Der Haushalt des Kantons Waadt schreibt 2021 voraussichtlich das erste Mal seit 15 Jahren rote Zahlen. Das prognostizierte Defizit beträgt 163 Millionen Franken. Grund für das Minus ist auch hier unter anderem die Coronavirus-Krise.

Es gibt aber auch Ausnahmen: Kantone, die für das kommende Jahr Überschüsse budgetieren. Voran liegt hier der Kanton Basel-Stadt, der trotz Krise einen Überschuss von 135 Millionen Franken ausweist. Einmalige Mehreinnahmen machen die pandemiebedingten Steuerausfälle in der geschätzten Höhe von 95 Millionen Franken mehr als wett.

13.15 Uhr: Justiz kippt Abriegelung von Madrid

Ein spanisches Gericht hat dem von der Zentralregierung angeordneten Teil-Lockdown für den Grossraum Madrid nicht zugestimmt. Zur Begründung erklärte Madrids höchstes Regionalgericht am Donnerstag, die Beschränkungen beeinträchtigten die «Rechte und fundamentalen Freiheiten» der betroffenen 4,5 Millionen Einwohner. Gegen das Dekret der linksgerichteten Zentralregierung hatte Madrids Regionalregierung geklagt.

Das Dekret war am vergangenen Freitag kurz vor Mitternacht in Kraft getreten. Seitdem dürfen die Bewohner der spanischen Hauptstadt und neun nahegelegenen Gemeinden ihre Stadt nur noch zum Arbeiten, für die Schule oder aus medizinischen Gründen verlassen.

Polizei kontrolliert am 5. Oktober in Madrid die Einhaltung der Lockdown-Regelungen. (Archiv)
Bild: Keystone

12.25 Uhr: 1'172 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag 1‘172 Coronavirus-Ansteckungen bei 16‘066 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 7,3 Prozent. Zwei Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben. 27 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Schon am Mittwoch hatte das BAG mehr als 1'000 neue Infektionen vermeldet, nämlich deren 1'077. Dass die Zahlen über 1'000 steigen, war seit dem 1. April nicht mehr vorgekommen.

Am Dienstag hatte das BAG noch 700 neue Fälle registriert. Am Montag waren für das Wochenende 1'548 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden. Am Freitag zählte das Amt 552 Infektionen und am Donnerstag vor einer Woche noch 550.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 58'881 laborbestätigte Fälle. 4'978 Personen mussten seither wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung kletterte auf 1'791.

12.05 Uhr: Polen verzeichnet erstmals über 4'000 neue Fälle

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat den zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Die Behörden verzeichneten 4'280 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag in Warschau mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 76 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus - so viele wie nie zuvor.

Bei den Neuinfektionen lag der Schwerpunkt mit 598 Fällen in der Region um die Hauptstadt Warschau, aber auch Kleinpolen im Süden des Landes (548) und Grosspolen im Westen (505) waren stark betroffen. Erst am Mittwoch war der bisherige Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht worden, er lag bei 3'003 Neuinfektionen innerhalb eines Tages.

Im Laufe dieses Donnerstags wird das polnische Gesundheitsministerium voraussichtlich ankündigen, dass mehr Regionen als Risikogebiete eingestuft werden. Die Zahl der sogenannten gelben und roten Zonen mit hohem oder sehr hohem Infektionsgeschehen könne von derzeit 51 auf mehr als hundert ausgedehnt werden, sagte Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska laut Agentur PAP.

Menschen strömen Anfang Oktober durch die Stadt Sopot an der Ostsee. 
Bild: Keystone

11.30 Uhr: Tessin verschärft die Massnahmen

Der Kanton Tessin reagiert auf die in den letzten Tagen stark gestiegenen Corona-Fallzahlen. Ab Freitagabend müssen Clubs, Diskotheken und Tanzlokale schliessen.

Das hat die Tessiner Kantonsregierung am Donnerstag entschieden und bekanntgegeben. Ab Samstag gilt in Läden und Einkaufszentren im Südkanton zudem eine Maskenpflicht. 

Weiter Massnahmen betreffen Restaurants. Ihre Gäste dürfen nur noch im Sitzen konsumieren. Für das Personal der Restaurants sind chirurgische Masken obligatorisch. Gesichtsvisiere aus Plexiglas dürfen diese Angestellten ab Freitagabend nicht mehr benutzen.

Im Kanton Tessin müssen Clubs und Diskotheken wegen der stark gestiegenen Corona-Fallzahlen schliessen. (Symbolbild)
Bild: Kexystone

10.50 Uhr: Mehr Fälle in fast allen Kantonen

In der vergangenen Woche bis zum 4. Oktober sind die Ansteckungen mit dem Coronavirus in fast allen Kantonen und im Fürstentum Liechtenstein gestiegen. Insgesamt wurden dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert Wochenfrist 3'439 neue Fälle gemeldet.

62 Menschen mussten wegen der Lungenkrankheit Covid-19 zwischen dem 28. September und dem 4. Oktober neu ins Spital, wie das BAG in seinem am Donnerstag veröffentlichten Wochenbericht bekannt gab. Zudem wurden fünf zusätzliche Todesfälle gemeldet. In der Woche zuvor waren es zehn Tote im Zusammenhang mit Covid-19 gewesen und 61 Spitaleinweisungen.

In der Schweiz wurden in der letzten Woche in fast allen Kantonen mehr Corona-Fälle registriert.(Symbolbild)
Bild: dpa

10.35 Uhr: Über 1'200 Neuinfektionen in Österreich

In Österreich  wurden innerhalb 24 Stunden über 1'200 Neuansteckungen mit dem Coronavirus registriert. Das seinen so viele wie noch nie zuvor,  berichten verschiedene österreichische Medien. Auch in der Hauptstadt Wien habe es mit 535 neuen Fällen einen Negativ-Rekord gegeben.

9.55 Uhr: Erstmals mehr als 5'000 neue Fälle in Tschechien

Tschechien hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Am Mittwoch kamen 5'335 weitere Fälle hinzu, wie am Donnerstag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Erst am Vortag war erstmals die 4'000er-Marke überschritten worden. Seit Beginn der Pandemie starben in Tschechien 829 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Seit Wochenbeginn gilt der nationale Notstand.

Die Regierung des Ministerpräsidenten Andrej Babis von der populistischen Partei ANO will am Freitag ein ganzes Massnahmenpaket vorstellen. Gesundheitsminister Roman Prymula sagte der Zeitung «MF Dnes» (Donnerstag), es werde unter anderem über die vollständige Schliessung der Theater und Kinos verhandelt. Zudem könnten Hotels genutzt werden, um Menschen in Quarantäne unterzubringen und von ihren Familienmitgliedern zu isolieren.

Für Aufsehen sorgte unterdessen ein offener Brief der Leiter mehrerer Krankenhaus-Intensivstationen. Sie appellierten vor allem an junge Menschen, die geltenden Regeln einzuhalten. «Wir kämpfen auf unseren Stationen um das Leben von Menschen, die ohne die Coronavirus-Infektion noch weitere zehn oder 20 Jahre qualitätsvolle Lebensjahre vor sich hätten», hiess es darin.

Ein Sanitäter behandelt am 7. Oktober einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation des Allgemeinen Universitätsklinikums in Prag. 
Bild: dpa

9.12 Uhr: Kreuzfahrtverband beschliesst generelle Testpflicht

Die Kreuzfahrtindustrie hat eine Covid-19-Testpflicht für alle Gäste und Crewmitglieder an Bord der Schiffe beschlossen. «Nur mit einem negativen Testergebnis wird der Zugang zum Schiff gewährt», teilte die Cruise Lines International Association (Clia), der grösste Verband der Kreuzfahrtindustrie, am Donnerstag in Hamburg mit. An diese globale Testpflicht sollen sich alle Clia-Mitgliedsreedereien ab sofort halten. Den Angaben zufolge repräsentieren sie 95 Prozent der Kreuzfahrtkapazitäten weltweit.

Die Branche sei damit «der erste und bislang einzige Sektor innerhalb der Tourismusbranche, der konsequent verpflichtende Tests auf das Coronavirus für alle Reisenden und Angestellten einführt». Die Pflicht gelte für Schiffe ab 250 Passagieren. Wann und wie Mitarbeiter und Gäste auf das neuartige Coronavirus getestet werden, dürften die Reedereien selbst entscheiden.

Passagier mit Maske an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. (Symbolbild)
Bild: Keystone

8.39 Uhr: Ausbreitung des Coronavirus

Fallzahlen-Entwicklung nach Überschreitung von 100 Fällen pro Land.
Grafik: dpa

8.18 Uhr: Zahl der-Neuinfektionen in Indien sinkt weiter

Seit drei Wochen fällt in Indien die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen. Innerhalb von 24 Stunden verzeichnete das Gesundheitsministerium am Donnerstag 78'524 Fälle, im gleichen Zeitraum starben zudem 971 Menschen nach einer Infektion. In der ersten Oktoberwoche lag die Zahl der täglich registrierten Fälle bei durchschnittlich über 70'000. In den zwei letzten Septemberwochen stand sie noch bei mehr als 86'000 Fällen täglich. Im September gab es auch Phasen, in denen die Neuinfektionen pro Tag im Durchschnitt bei 93'000 lagen. In dem Land mit gut 1,3 Milliarden Einwohnern wurden laut Gesundheitsministerium im Oktober täglich 1,1 Millionen Menschen getestet.

Regenschirme als Abstandshalter in Indien. (Archiv)
Bild: Keystone

7.17 Uhr: Über 4'000 Neuinfektionen in Deutschland 

Die Zahl der neuen Coronafälle in Deutschland steigt wieder deutlich schneller. Erst am Mittwoch war ein neuer Höchstwert der täglich gemeldeten Neuinfektionen seit April erreicht worden. Diese Marke wurde nun abermals weit übertroffen.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4'000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4'058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1'200 mehr als am Mittwoch, als mit 2'828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet worden war. Ein höherer als der nun gemeldete Wert war zuletzt in der ersten Aprilwoche erreicht worden.

Als Reaktion auf die steigenden Fallzahlen hatten die Bundesländer am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Coronatest vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100'000 Einwohnern binnen sieben Tagen.

6.15 Uhr: Neue Einschränkungen in Frankreich erwartet

Angesichts eines neuen Höchststandes bei den Corona-Neuinfektionen wird in Frankreich mit weiteren Schritten der Regierung gerechnet. «Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen», sagte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend den Fernsehsendern TF1 und France2 in dem südfranzösischen Ort Saint-Martin-Vésubie.

Frankreich erzielte mit 18'746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Tages-Höchststand. Wie die Behörden am Mittwochabend mitteilten, wurde damit der bisherige höchste Wert von 16'972 neuen Fällen vom vergangenen Wochenende deutlich überschritten.

Gesundheitsminister Olivier Véran will am Donnerstag (18:00 Uhr) über die aktuelle Lage berichten. «Das Virus zirkuliert seit einigen Wochen schneller», warnte Macron. Er verwies auf Einschränkungen, wie sie bereits in den hart getroffenen Metropolen Paris und Marseille gelten.

Staatschef Emmanuel Macron liess durchblicken, dass für Frankreich bald neue Massnahmen kommen dürften.  
Bild: Keystone

6.02 Uhr: Mehr als fünf Millionen Infizierte in Brasilien

Mehr als fünf Millionen Menschen haben sich in Brasilien seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwoch (Ortszeit) hervor. Nach den USA und Indien verzeichnet Brasilien damit die meisten Corona-Infektionen (5'000'694). Insgesamt 148'228 Menschen sind in Brasilien im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind.

Ein junger Mann sitzt auf einem Friedhof in Rio de Janeiro, auf dem viele Opfer der Coronapandemie begraben worden sind. (Archiv)
Bild: dpa

4.30 Uhr: Krise reisst Löcher in Budgets der meisten Kantone

Für bislang 20 Kantone liegen die Budgets 2021 vor, und klar ist: Die Coronavirus-Krise und der Wirtschaftseinbruch reissen zum Teil riesige Löcher in die Budgets der allermeisten Kantone.

Die tiefsten Spuren hinterlassen die finanziellen Auswirkungen der Coronakrise in den Berner Staatsfinanzen. Für 2021 ist ein Defizit von 630 Millionen Franken budgetiert. Es drohe die grösste Rezession der Nachkriegsgeschichte, liess die Finanzdirektion verlauten.

2.13 Uhr: Trump verspricht kostenlose Behandlung

US-Präsident Donald Trump hat seinen Landsleuten eine kostenlose Covid-Behandlung mit Antikörper-Mitteln versprochen, wie er sie bekommen hat. «Ich nenne es ein Heilmittel», verkündete Trump in einem am Mittwoch veröffentlichten Video. Er wolle den raschen Einsatz der Arzneien mit einer ausserordentlichen Erlaubnis ermöglichen.

Der US-Präsident war vergangene Woche mit einem noch experimentellen Mittel der Biotech-Firma Regeneron behandelt worden. Danach habe er sich binnen 24 Stunden «grossartig» gefühlt, schwärmte Trump. «Ich will, dass Sie bekommen, was ich bekommen habe – und ich werde es kostenlos machen.» Es gebe «Hunderttausende Dosen» davon, und man wolle sie so schnell wie möglich in die Krankenhäuser bringen. Das Militär sei für die Verteilung zuständig, sagte Trump. «Das nennt man Logistik.» Unklar ist allerdings, ob und wie der Zulassungsprozess für so neue Medikamente beschleunigt werden kann.

Es sei «Gottes Segen» gewesen, dass er an Covid-19 erkrankt sei, sagte Trump weiter. Dadurch sei er auf die Antikörper-Behandlung aufmerksam geworden. «Ich hatte von diesem Medikament gehört. Ich sagte, lasst mich das nehmen. Es war mein Vorschlag. Und es war unglaublich, wie es gewirkt hat», sagte Trump. «Und wenn ich mir das nicht eingefangen hätte, hätten wir es nur in einer Reihe mit anderen Medikamenten betrachtet.»

Experten vermuten schon seit Längerem, dass eine Antikörper-Behandlung ein effizienter Weg zur Covid-Bekämpfung sein kann. Allerdings gibt es bisher noch wenig Erfahrungen damit. Regeneron hatte wenige Tage vor Trumps Behandlung erst einen Test mit 275 Patienten bekannt gegeben. Die Antikörper richten sich gegen zwei Regionen des Spike-Proteins auf der Oberfläche des Sars-CoV-2-Virus.

2.10 Uhr: 34 Coronafälle rund um das Weisse Haus

Der Corona-Ausbruch im Weissen Haus hat einem Medienbericht zufolge grössere Ausmasse als bislang bekannt. Der Sender ABC News berichtete am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf ein internes Dokument der Katastrophenschutzbehörde (Fema), dass sich 34 «Mitarbeiter des Weissen Hauses und andere Kontakte» in den vergangenen Tagen mit dem Virus infiziert haben. Ob die gelisteten Fälle auch US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania umfassen, ging aus dem Bericht nicht hervor.

Nach Bekanntwerden der Infektion von Trump am Freitag ist die Liste mit infizierten Vertrauten des Präsidenten immer länger geworden. Neben der Sprecherin des Weissen Hauses sind auch enge Berater Trumps, Hope Hicks und Stephen Miller, positiv getestet worden. Das Weisse Haus hält sich unter Verweis auf Persönlichkeitsrechte äusserst bedeckt bei Angaben zum Umfang des Ausbruchs.

Unterdessen teilten die US-Marines mit, dass der stellvertretende Kommandeur, General Gary Thomas, positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Thomas habe sich am Dienstag als Vorsichtsmassnahme in häusliche Quarantäne begeben, nachdem ein enger Kontakt positiv getestet worden sei. Auch weitere ranghohe Generäle, darunter Generalstabschef Mark Milley, arbeiten derzeit von zu Hause, weil sie bei einer Besprechung dem Coronavirus ausgesetzt gewesen sein könnten. Zuvor war der Vizechef der Küstenwache, Admiral Charles Ray, positiv getestet worden.

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Agenturen/red