1'077 Neuinfektionen — Maskenpflicht in Bern und Zug

Agenturen/red

7.10.2020 - 21:48

In der Schweiz steigen die Infektionszahlen massiv an — das BAG meldet 1'077 Neuansteckungen. Die Kantone Bern und Zug führen die Maskentragpflicht in Einkaufsläden ein. Die Ereignisse des Tages im Überblick.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 1'077 Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Wegen des Anstiegs riefen die Kantone Bern und Zug die Maskentragpflicht in Einkaufsläden aus.

Letztmals über 1000 Neuinfektionen meldete das BAG am 1. April mit 1016. Erstmals war die 1000-er-Marke am 16. März mit 1065 positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getesteten Menschen überschritten worden.

Anschliessend blieben die Infektionen mit Schwankungen in der Tausenderregion. Den bisherigen Spitzenwert gab es am 23. März mit 1446 Meldungen. Am 16. März hatte der Bundesrat den Lockdown angeordnet, ab dem 27. April erfolgte die schrittweise Öffnung.

Ausweitung der Maskenplicht

Wegen des Anstiegs ergriffen bereits neun Kantone zusätzliche Massnahmen. Mit Bern und Zug kamen am Mittwoch der zehnte und elfte hinzu. In Zug gilt Maskentragpflicht beim Einkaufen. Auch Mitarbeitende von Restaurants müssen ab Samstag neu eine Maske tragen.

Im Kanton Bern ist die Pflicht strenger. Sie gilt ab dem kommenden Montag in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen. Darunter fallen Geschäfte und Einkaufszentren, Bahnhöfe, Poststellen, Museen, Theater, Verwaltungsgebäude und Gotteshäuser. Ausgenommen sind Kitas und alle Schulen unter Kantonsaufsicht.

Eine Maskentragpflicht in Verkaufsgeschäften gilt somit in den Kantonen Bern, Zug, Zürich, Genf, Waadt, Basel-Stadt, Solothurn, Neuenburg, Freiburg, Jura und Wallis. Trotz des höchsten Anstiegs der Fallzahlen unter den Zentralschweizer Kantonen verzichtet Schwyz auf eine Maskenpflicht in Läden.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Laut Trumps Arzt hatte der US-Präsident seit über 24 Stunden keine Covid-Symptome mehr.
  • Laut Trumps Stabschef will der US-Präsident schon bald wieder im Oval Office arbeiten. 
  • Der Kanton Bern reagiert auf die steigenden Fallzahlen: Ab 12. Oktober gilt unter anderem eine Maskenpflicht in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen.
  • Ab Samstag gilt auch im Kanton Zug eine Maskentragepflicht in den Geschäften. 
  • Das BAG meldet 1'077 neue bestätigte Coronavirus-Ansteckungen bei 15'122 Tests. Die Positivitätsrate liegt bei 7,1 Prozent.
  • US-Präsident Donald Trump hat die US-Regierung und seine Partei via Twitter angewiesen, bis nach der Wahl nicht mehr mit den Demokraten über ein weiteres Coronavirus-Konjunkturpaket zu verhandeln. 

21.48 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Mittwoch

21.37 Uhr: Conte wirbt für Italien als Urlaubsziel — Corona-Zahlen steigen stark

Ungeachtet der steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen hält der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte sein Land für ein geeignetes Urlaubsziel. «Gerade die angemessen strengen Massnahmen, die wir soeben beschlossenen haben, zeigen, dass wir im Umgang mit dem Virus nicht nachlässig werden», sagte Conte der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (F.A.Z.) auf die Frage, ob Italien für Touristen aus Deutschland ein sicheres Reiseland sei. Einreisende aus Risikogebieten würden an den Flughäfen einem Schnelltest unterzogen, dessen Ergebnis nach 15 Minuten vorliege. Das Interview in Rom führten neben der «F.A.Z.» auch mehrere internationale Zeitungen.

Im Kampf gegen wieder steigende Corona-Infektionszahlen hatte Italiens Regierung am Mittwoch eine landesweite Maskenpflicht im Freien ab Donnerstag beschlossen. Bisher mussten die Schutzmasken hauptsächlich in geschlossenen Räumen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgesetzt werden. Die Behörden verzeichneten in den jüngsten Wochen einen erheblichen Anstieg der Infektionszahlen. Obwohl die Pandemie bisher als unter Kontrolle gilt, wuchs die Angst vor einer zweiten Welle deutlich.

Conte sagte der «F.A.Z.», der mitunter als «italienisches Wunder» bezeichnete Umstand, dass die zweite Welle der Infektionen in seinem Land bisher flacher verlaufen sei als etwa in Spanien oder Frankreich, sei das Ergebnis der «Opferbereitschaft der gesamten Nation». «In der Erinnerung an die schlimme Frühphase der Pandemie stellen wir uns jetzt im Geist der Verantwortlichkeit und der Vorsicht der aktuellen Phase.»

Mit dem Ende Juli beschlossenen EU-Wiederaufbauplan im Umfang von 750 Milliarden Euro, von dem Italien und andere stark von der Pandemie betroffene Länder besonders profitieren werden, hätten die 27 EU-Staaten gezeigt, dass man eine Herausforderung wie die Überwindung der Pandemie-Folgen nur gemeinsam bewältigen könne, sagte Conte. Die umfassende Hilfe für Italien sei nicht nur ein «Zeichen konkreter Solidarität» gewesen, sondern auch «ein grosser Vertrauensvorschuss» für sein Land.

Die Zahl der täglichen Coronavirus-Infektionen stieg am heutigen Mittwoch laut offiziellen Daten sprunghaft auf 3678 an — das waren rund 1000 mehr als am Vortag und damit der höchste Stand seit fast sechs Monaten. Die Zahl der Toten in Italien übersprang bereits die Marke von 36'000. Rund 334'000 Menschen infizierten sich bisher mit Sars-CoV-2.

21.20 Uhr: Infektiologe Andreas Cerny: Das macht das Tessin besser

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen steigt massiv an, im Tessin jedoch bewegen die Zahlen auf niedrigem Niveau. Das hat Gründe, wie Infektiologe Andreas Cerny dem «Tages-Anzeiger» (kostenpflichtiger Inhalt) sagte.

Demnach sei dort «die Sensibilität und der Respekt gegenüber dem Virus noch grösser als in der übrigen Schweiz». So tragen im Tessin viele freiwillig eine Maske, ausserdem befolgen insbesondere Ältere noch immer die Regeln aus dem Lockdown.

Insgesamt, so Cerny, habe der Bundesrat die Einschränkungen zu schnell gelockert. So seien die Abstände zwischen den Lockerungsschritten entgegen der Empfehlung der Taskforce zu gross gewesen. Zudem habe man den Respekt vor dem Virus verloren, da sich zu Beginn nur wenige ansteckten.

21.03 Uhr: Roche: Keine Lieferprobleme bei Coronavirustests in Grossbritannien

Dem Schweizer Pharmakonzern Roche zufolge haben Lieferschwierigkeiten in Grossbritannien bei diagnostischen Tests keinen Einfluss auf das dortige Coronavirus-Testprogramm. Technische Probleme in einem neuen Verteilzentrum in Sussex im Süden Englands hätten zu einer vorübergehenden Unterbrechung und Verzögerungen bei der Auslieferung von Produkten geführt, erklärte Roche.

«Dies hat und wird unsere Fähigkeit, Covid-19-Tests in Grossbritannien anzubieten, nicht beeinträchtigen», erklärte der Konzern aus Basel. Roche arbeite mit den betroffenen Kunden und dem britischen Gesundheitssystem NHS und den Behörden in Irland zusammen, um die Auswirkungen der Lieferprobleme auf kritische Bereiche wie etwa Krebs-, Herz- und Infektionskrankheiten zu minimieren, hiess es weiter.

20.02 Uhr: Weltbank: Coronakrise könnte 115 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen

Infolge der Corona-bedingten Wirtschaftsrezession könnten in diesem Jahr bis zu 115 Millionen Menschen in extreme Armut stürzen. Bis 2021 könnte die Krise sogar 150 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze drängen, warnte die Weltbank. Unter die Armutsgrenze fallen Menschen, die von weniger als einem 1,60 Euro (rund 1,70 Franken) pro Tag leben.

Ohne den Ausbruch der Corona-Pandemie läge die weltweite Armutsrate bei geschätzten 7,9 Prozent, teilte die Weltbank in einem neuen Bericht mit. Infolge der Krise könnte sie auf 9,4 Prozent ansteigen. Das würde jahrzehntelange Fortschritte im Kampf gegen extreme Armut zunichte machen.



Als Reaktion auf den Bericht rief die Entwicklungsorganisation One die Weltbank dazu auf, Schuldenrückzahlungen der ärmsten Länder bis Ende 2021 auszusetzen. Das Geld könne von den Ländern im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise eingesetzt werden, so die Organisation.

19.41 Uhr: Arzt: Trump seit mehr als 24 Stunden ohne Covid-Symptome

US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben seines Arztes bereits seit mehr als 24 Stunden keine Symptome einer Covid-19-Erkrankung mehr. Er habe nun zudem den vierten Tag in Folge kein Fieber mehr und habe auch sonst im Bereich des normalen Spektrums «stabile» Werte, teilte Sean Conley in einem vom Weissen Haus veröffentlichten Schreiben mit.

Auch die Sauerstoffsättigung in seinem Blut und die Atmung seien gut, hiess es weiter. Der Präsident habe seit dem Beginn seines Krankenhausaufenthalts am Freitag keinen zusätzlichen Sauerstoff verabreicht bekommen. Trump habe am Mittwochmorgen (Ortszeit) gesagt, «ich fühle mich toll», schrieb der Leibarzt.

US-Präsident Donald Trump nach seiner Rückkehr aus dem Spital.
KEYSTONE/AP/Alex Brandon

Der 74-jährige Trump war am Montagabend nach einem dreitägigen Klinikaufenthalt wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Weisse Haus zurückgekehrt. Ein ausführliches Update in Form einer Pressekonferenz haben die Ärzte seitdem nicht mehr gegeben.

19.35 Uhr: Über 1000 Fabrikarbeiter in Sri Lanka infiziert

Mehr als 1000 Arbeiter einer Bekleidungsfabrik in Sri Lanka sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. In der Fabrik nahe der Hauptstadt Colombo waren bis August chirurgische Masken für den US-amerikanischen Markt produziert worden, wie die zuständigen Behörden  bekanntgaben.

Der erste Fall in der Fabrik war demnach vor drei Tagen entdeckt worden. Bei weiteren Tests wurde bei 1026 der insgesamt 1700 Arbeiter eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt.

«Eines der Hauptprobleme, die wir leider erlebt haben (...),  ist, dass die meisten der positiv getesteten Fälle asymptomatisch oder ohne Symptome im Zusammenhang mit Covid-19 verliefen», teilte die Leitung des Textilunternehmens Brandix mit.

Alle erkrankten Arbeiter wurden ins Krankenhaus gebracht, die übrigen rund 700 Arbeiter und ihre Familien wurden in speziellen Einrichtungen unter Quarantäne gestellt. Die Polizei hat in der Region und in den benachbarten Städten eine unbefristete Ausgangssperre verhängt.

Der jüngste Ausbruch hat die Anzahl an Infektionen mit dem Coronavirus in Sri Lanka auf insgesamt 4500 Fälle ansteigen lassen. In Sri Lanka leben rund 21 Millionen Menschen.

19.14 Uhr: Corona-Hotspot Tunis führt wieder nächtliche Ausgangssperre ein

Wegen stark steigender Coronavirus-Neuinfektionen wird es in der tunesischen Hauptstadt Tunis wieder eine nächtliche Ausgangssperre geben. Ab Donnerstag müssen die Bewohner des gesamten Verwaltungsbezirks an Wochentagen zwischen 20 und 5 Uhr (Ortszeit) zu Hause bleiben, teilte der Gouverneur von Tunis, Schadhli Bualak, mit. An Wochenenden soll die Ausgangssperre schon ab 18 Uhr abends greifen. Tunis war zuletzt zu einem der Corona-Hotspots des Landes geworden. Die Regierung hatte Mitte März nach vergleichsweise nur wenigen Fällen eine radikale landesweite Ausgangssperre verhängt und die Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Mit Lockerung der Massnahmen stiegen die Corona-Zahlen jedoch stetig. Mittlerweile wurden in Tunesien mehr als 24'500 Coronavirus-Infektionen registriert.

Der Krisenstab habe dem Innenministerium und dem Präsidenten zudem vorgeschlagen, Märkte und Freitagsgebete auszusetzen sowie Cafés nur noch ohne Sitzmöglichkeiten zu öffnen, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Tap unter Berufung auf Bualak mit. In einigen Städten und Regionen des Landes gelten teils noch strengere Einschränkungen.

Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft in dem nordafrikanischen Urlaubsland. Millionen Tunesier laufen Gefahr, im Zuge der erneuten Einschränkungen ihre Arbeitsplätze zu verlieren. Bereits vor der Corona-Pandemie steckte Tunesien in einer Wirtschaftskrise.

18.48 Uhr: Mehr als sechs Millionen Corona-Infektionen in Europa seit Januar

Seit dem Auftreten der ersten Corona-Fälle im Januar sind in Europa mehr als sechs Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus offiziell nachgewiesen worden. Das geht aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervor, die sich auf Behördenangaben stützt.

Demnach wurden in Europa insgesamt 6'000'940 Infektionen registriert, von denen 237'716 tödlich verliefen. Die am stärksten von der Corona-Krise betroffenen Länder sind Russland (1'248.619 Infektionen, 21'865 Todesfälle), Spanien (825'410, 32'486), Frankreich (669'235, 32'365) und Grossbritannien (530'113, 42'445).

Innerhalb der vergangenen sieben Tage wurden in Europa 543.137 Neuinfektionen festgestellt, das ist ein Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zur Vorwoche (431'951). Die Zahl der registrierten Todesfälle stieg im gleichen Zeitraum um 17 Prozent an, von 4765 auf 5562.

Der Anstieg der Fallzahlen lässt sich zum Teil auch dadurch erklären, dass in mehreren europäischen Ländern zuletzt deutlich mehr Tests durchgeführt wurden. Dennoch ist anzunehmen, dass ein erheblicher Anteil der weniger schweren oder asymptomatischen Erkrankungen unentdeckt bleibt.

18.17 Uhr: Trumps Stabschef: Präsident will bald wieder aus seinem Büro arbeiten

US-Präsident Donald Trump will nach Angaben seines Stabschefs trotz seiner Corona-Infektion schon bald wieder in seinem Amtszimmer, dem Oval Office, arbeiten. Dort seien inzwischen extra Vorsichtsmassnahmen getroffen worden, um eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden, sagte Stabschef Mark Meadows am Mittwoch dem Sender Fox News. Meadows sagte, dem Präsidenten gehe es «sehr gut» und er mache gute Fortschritte. «Der Präsident arbeitet weiter», sagte Meadows. Trump habe bereits am Dienstag ins Oval Office im Westflügel des Weissen Hauses zurückkehren wollen, habe das aber noch nicht getan.

Trump, der am Montagabend nach einem dreitägigen Klinik-Aufenthalt wegen einer Covid-19-Erkrankung in die Residenz des Weissen Hauses zurückgekehrt war, will sich am 3. November eine zweite Amtszeit sichern. Sein demokratischer Gegenkandidat ist Ex-Vizepräsident Joe Biden.

18.08 Uhr: US-Börsen reagieren positiv auf teilweise Trump-Kehrtwende bei Corona-Hilfen

US-Anleger haben positiv auf eine teilweise Kehrtwende von Präsident Donald Trump nach dem Abbruch der Gespräche über ein neues Corona-Hilfspaket reagiert. An der New Yorker Wall Street legte der Leitindex Dow Jones am Mittwoch zu. Auch die Indizes S&P 500 und Nasdaq stiegen an.

Trump hatte die Aktienkurse am Dienstag mit der Ankündigung auf Talfahrt geschickt, die Gespräche mit den oppositionellen Demokraten über neue Corona-Hilfen abzubrechen. Später schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter aber, er sei bereit, Einzelmassnahmen zuzustimmen. Trump nannte unter anderem neue Direktzahlungen von 1200 Dollar an US-Bürger sowie Milliardenhilfen für die Luftfahrtbranche und kleine und mittlere Unternehmen.

Trumps Ankündigung zum Abbruch der Verhandlungen war überraschend gekommen. Die Demokraten, Trumps Republikaner und die Regierung hatten seit Monaten über ein neues Hilfspaket gerungen, um Bürger und Wirtschaft angesichts der verheerenden Auswirkungen der Corona-Pandemie zu unterstützen. Oppositionsführerin Nancy Pelosi telefonierte zuletzt wiederholt mit Finanzminister Steve Mnuchin.



Im Kampf gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie hatte der US-Kongress im März das mit einem Umfang von 2,2 Billionen Dollar grösste Hilfspaket der US-Geschichte beschlossen, den sogenannten Cares Act. Ende April folgte ein weiteres Hilfspaket im Umfang von rund 500 Milliarden Dollar.

Experten halten weitere Hilfen für dringend notwendig. Am Dienstag sagte US-Notenbankchef Jerome Powell, die wirtschaftliche Erholung würde mit mehr staatlichen Hilfen «stärker und schneller» verlaufen.

17.57 Uhr: Forscher entdecken spezifische Basler Sars-CoV-2-Mutation

Forschende aus Basel haben in einer einzigartigen Studie Informationen des Erbguts der Coronaviren aufgeschlüsselt und dabei eine spezifische Basler Variante entdeckt. Das berichtet SRF. Die Erkenntnisse sollen nun im Kampf gegen die Pandemie helfen.

«Wir wollen verstehen, welche Wege das Virus geht und wie es nach Basel gekommen ist», sagt Studienleiter Adrian Egli, Mikrobiologe am Basler Unispital. Sein Team hat das Erbgut der Viren bei 500 Patientinnen und Patienten entschlüsselt. Eine derart präzise Untersuchung der Virusmutationen innerhalb einer Stadt sei weltweit einmalig.

Weltweit gebe es rund 90 verschiedene Stämme des Coronavirus. Eine davon sei lokal auf Basel beschränkt. «Diese Variante ist gleich zu Beginn der Welle im März entstanden und hat sich dann rasant verbreitet. Wir vermuten, dass der Ursprung ein Superspreader-Anlass im Elsass war», erklärt Egli.

Die Studie könne auf blinde Flecken bei den Pandemie-Massnahmen hinweisen. So habe sich die Basler Mutation vermutlich innerhalb von Familien und Freundeskreisen stark weiterverbreitet. «In diesem Bereich hat das Schutzkonzept Schwächen und die Behörden können auch nur wenig Kontrollen durchführen», führt Egli aus.

Der Wissenschaftler betont aber auch, dass es richtig gewesen sei, lokale Grossveranstaltungen wie die Fasnacht abzusagen. Schliesslich sei Basel international stark vernetzt. So habe man neben der Basler Mutation vor allem Stämme aus Norditalien nachgewiesen, aber auch aus England, Spanien und sogar aus Australien und Uruguay. Die Basler Mutation wiederum sei schon bis nach Kanada «exportiert» worden.

Ein Team des Unispitals Basel hat für eine Studie das Erbgut von Coronaviren von 500 Patientinnen und Patienten entschlüsselt und dabei eine spezifische Basler Variante entdeckt. (Symbolbild)
KEYSTONE/Alexandra Wey

17.30 Uhr: Kein Alkohol mehr in Pubs – Schotten sitzen auf dem Trockenen

Pubs und Restaurants in Schottland müssen gut zwei Wochen lang auf den Ausschank von Alkohol verzichten. Ab kommendem Wochenende dürfen die Betreiber nur noch von 6 Uhr morgens bis 1 Uhr abends öffnen und neben Essen nur nichtalkoholische Getränke anbieten, wie die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon am Mittwoch in Edinburgh erklärte.

Die Regeln sollen zunächst zeitlich befristet bis zum 25. Oktober gelten und die massiv steigenden Corona-Fallzahlen in Schottland nach unten drücken. Zuletzt zählte das Land mehr als 1000 Fälle innerhalb eines Tages.

Ohne weitere Massnahmen könne Schottland schnell wieder das Infektionsgeschehen vom Frühjahr erreichen, warnte Sturgeon. In den fünf am schlimmsten betroffenen Regionen in Schottland muss die Gastronomie in dem Zeitraum sogar komplett schliessen.

17.04 Uhr: Italien führt Maskenpflicht im Freien ein und verlängert den Ausnahmezustand

Im Kampf gegen wieder steigende Corona-Infektionszahlen hat Italiens Regierung eine landesweite Maskenpflicht im Freien beschlossen. Ausnahmen gebe es nur für Kinder im Alter unter sechs Jahren und für Menschen mit Krankheiten oder Einschränkungen, die mit dem Tragen einer Gesichtsmaske nicht zu vereinbaren seien, sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin Sandra Zampa dem TV-Sender RAI.

Auch in bestimmten Situationen, in denen man alleine sei – etwa in einem Park –, gelte die Pflicht nicht. Unklar blieb zunächst, ab wann genau diese neue Massnahme in Kraft treten soll. Beobachter sagten, sie werde wahrscheinlich schon von Donnerstag an gelten.

Das Tragen von Gesichtsmasken im Freien war bisher bereits in einigen italienischen Regionen und Städten Pflicht, darunter Neapel und Rom. Im grössten Teil des Landes müssen die Schutzmasken  bislang vor allem in geschlossenen Räumen wie Läden und Büros sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgesetzt werden.

Die Regierung beschloss am Mittwoch ferner, den wegen der Corona-Pandemie ausgerufenen Notzustand über den 15. Oktober hinaus bis zum 31. Januar zu verlängern, wie ein Sprecher sagte.

16.47 Uhr: Bundesrat verzichtet auf Reise

Der Bundesrat verzichtet auf den ursprünglich für Oktober vorgesehenen zweiten Teil seines jährlichen «Schuelreislis»; dies aufgrund der Entwicklung der Pandemie.

Stattdessen traf sich die Landesregierung nach der ordentlichen Bundesratssitzung vom heutigen Mittwoch mit Vertretern von Schweizer Unternehmen, die in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung tätig sind. Das teilte die  Bundeskanzlei mit. 

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga habe eine Auswahl von Schweizer Firmen mit zukunftsweisenden Produkten oder Dienstleistungen zu einem Austausch nach Bern eingeladen, wird mitgeteilt. Die Projekte würden das enorme Potenzial der Schweizer Unternehmen aufzeigen.

16.35 Uhr: Infektiologe ist besorgt

Der Lausanner Infektiologe Philippe Eggimann beobachtet die steigenden Fallzahlen in der Schweiz «Der Anstieg bereitet mir Sorgen», sagte der Forscher zu «20 Minuten».  Zwar sei es den Westschweizer Kantonen gelungen, die Situation zu stabilisieren. Doch stiegen in allen Regionen die Fallzahlen an. 

Sorge bereitet Eggimann die kalte Jahreszeit: «Eine Person, die unter einer anderen Atemwegserkrankung wie der saisonalen Grippe leidet und niest, verteilt die Tröpfchen auf sechs bis acht Meter. Masken werden noch wichtiger.»

Zwar stehe die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern noch gut da. Doch sollte die Epidemie ausser Kontrolle geraten, gebe es nur noch zwei Möglichkeiten: «Ein neuer Lockdown oder eine massive Durchseuchung. Beides ist inakzeptabel», stellt Eggimann fest. 

Infektiologe Philippe Eggimann.
Bild: Keystone

16.29 Uhr: Auch Deutschland zieht die Schraube an

In Deutschland gibt es im Kampf gegen die Corona-Pandemie neue Einschränkungen. So beschlossen die Bundesländer ein Beherbergungsverbot für Touristen aus Gebieten im Inland, die hohe Corona-Infektionszahlen aufweisen.

Das Verbot gelte deutschlandweit, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Teilnehmerkreisen einer Konferenz. 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder teilte für sein Bundesland mit, dass Touristen aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten dürfen. Das Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten.

16.05 Uhr: Kanton Schwyz weitet Maskenpflicht nicht aus

Trotz deutlich steigender Fallzahlen will der Kanton Schwyz die Maskenpflicht nicht ausweiten. Es gebe momentan  «keine Anzeichen, dass beim Einkaufen in Läden eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht», heisst es in einer Mitteilung. Der Kanton sehe «deshalb weiterhin von der Einführung einer Maskenpflicht in Läden ab.»

Weiter hiess es, das Contact-Tracing sei «momentan stark ausgelastet», funktioniere aber. Der Blick auf die regionale Verteilung der Fälle zeige, «dass insbesondere im inneren Kantonsteil eine Häufung von positiven Fällen zu verzeichnen» sei. Die Bevölkerung sei weiterhin «aufgerufen, die Verhaltensregeln und Hygienemassnahmen strikt zu befolgen.

15.36 Uhr: 239 Tote an nur einem Tag im Iran

Im Iran sind an einem Tag so viele Corona-Infizierte gestorben wie noch nie seit Beginn der Pandemie. 239 Tote habe das Gesundheitsministerium am Mittwoch für die vergangenen 24 Stunden gemeldet, berichtete das Staatsfernsehen. In dem Land mit 80 Millionen Einwohnern wurden im gleichen Zeitraum 4'019 neue bestätigte Infektionsfälle registriert.

Insgesamt sind im Iran nach offiziellen Angaben bislang 27'658 Corona-Infizierte gestorben. 483'844 Infektionsfälle sind registriert worden und etwas mehr als vier Fünftel der Infizierten gelten inzwischen als genesen.

Eine Einkaufsstrasse in Teheran: Im Iran sind an einem Tag so viele Menschen an Covid-19 gestorben wie noch nie zuvor. (Archiv)
Bild: Keystone

15.05 Uhr: Dänemark verlängert Massnahmen

Die in Dänemark geltenden Massnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung werden bis zum 31. Oktober verlängert. Das gab Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwoch in Kopenhagen bekannt.

Nach einem vorherigen Anstieg der dänischen Infektionszahlen hatte die Regierung in Kopenhagen Mitte September neue Beschränkungen eingeführt. Restaurants, Cafés und Kneipen in ganz Dänemark müssen seitdem bereits um 22.00 Uhr schliessen. Zudem muss man seither in allen Lokalen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die maximale Teilnehmerzahl für öffentliche Versammlungen wurde auf 50 herabgesetzt, das wurde später auch auf private Veranstaltungen etwa in Restaurants erweitert. Arbeitnehmer werden aufgefordert, wenn möglich im Homeoffice zu arbeiten. Soziale Kontakte sollen die Dänen generell begrenzen und den öffentlichen Nahverkehr in Stosszeiten meiden.

Fahrgäste in Dänemark tragen Mundschutz und warten am Bahnsteig auf einen Zug. (Archiv)
Bild: dpa

14.32 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Nachdem Pressevertreter noch Fragen stellen konnten, ist die Medienkonferenz nun beendet. Wir danken Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

14.18 Uhr: Vorsicht im Familienkreis

Mit den neuen Massnahmen wolle man die besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen schützen, erklärt nun Schnegg. Die meisten Ansteckungen würden sich im privaten Umfeld ereignen. Man dürfe sich nicht täuschen lassen: Nur weil man die Anwesenden kenne, dürfe das Infektionsrisiko nicht unterschätzt werden.

«Ein Familienfest kann schnell zu einem Ansteckungsherd werden», sagt Schnegg. Er erinnert daran, dass das Virus bereits weitergegeben werden könne, bevor man überhaupt Symptome zeige. Sein Appell: «Bleiben Sie wachsam und schützen Sie sich und die anderen.»

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg (rechts), spricht neben Barbara Grützmacher, stellvertretende Kantonsärztin, am Point de presse zu den Entscheiden des Regierungsrats zu den Massnahmen gegen die Corona-Pandemie in Bern. 
Bild: Keystone

14.15 Uhr: «Ampel steht auf Gelb»

«Die Corona-Ampel für Grossveranstaltungen steht momentan auf Gelb», erklärt Frank Neff vom Covid-Sonderstab. Auf der Website des Kantons werde eine Übersicht über bereits bewilligte Veranstaltungen publiziert. Einzelne Infektionsherde könnten das Contact Tracing stark beanspruchen.

14.13 Uhr: Wo die Maskenpflicht gilt

Schnegg führt aus, in welchen Bereichen die neue Maskenpflicht gilt: Darunter fallen Geschäfte und Einkaufszentren, Poststellen, Museen, Theater, Bibliotheken, Verwaltungsgebäude, Kirchen, Kinos und Bahnhöfe inklusive Perrons und Unterführungen. Kinder unter zwölf Jahren sind von der Maskenpflicht ausgenommen.

In Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokalen sowie in Restaurants dürfen die Gäste die Maske nur dann ablegen, wenn sie an einem Tisch sitzen.

14.04 Uhr: Neue Massnahmen

Um die Lage in den Griff zu bekommen, hat der Regierungsrat neue Massnahmen beschlossen. Dazu zählt eine Maskenpflicht in öffentlich zugängnlichen Räumen. Diese gilt ab Montag, 12. Oktober 2020, im Kanton Bern. Zudem gilt bei Grossverantaltungen mit über 1'000 Personen neu eine Maskenpflicht. In Bars, Clubs und Restaurants gilt eine Sitzpflicht und die Besucherzahl wird für Bars, Clubs, Diskotheken und Tanzlokale auf 300 gleichzeitig anwesende Gäste beschränkt. 

Die Welt sei nicht mehr dieselbe wie noch vor acht Monaten, erklärt Schnegg dazu. Er appelliert an die Bevölkerung, die neuen Vorschriften zu befolgen. Ansonsten müssten Bewilligungen für Veranstaltungen wieder zurückgezogen werden. 

14 Uhr: Medienkonferenz beginnt

Als erstes spricht Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg. Er kommt auf die zuletzt gestiegenen Fallzahlen zu sprechen: 84 neue Infektionen innert eines Tages im Kanton. Die Lage sei heikel. 

13.50 Uhr: Neue Massnahmen auch in Bern?

Verschärft auch der Kanton Bern die Corona-Massnahmen? Heute hat der Regierungsrat weitere Entscheide zur Bewältigung der Pandemie gefasst. Um 14 Uhr wird informiert. Vor die Medien treten sollen der kantonale Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektor, Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg, die stellvertretende Kantonsärztin Barbara Grützmacher sowie Frank Neff, Corona-Sonderstab der Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion.

13.35 Uhr: 84 Neuansteckungen im Kanton Bern

Innert 24 Stunden sind im Kanton Bern 84 neue Corona-Erkrankungen bekannt geworden. Das teilte der Kanton am Mittwoch auf seiner Website mit. Nur an fünf Tagen während des Lockdowns wurden kantonsweit noch höhere Zahlen registriert, zuletzt am 2. April.

Von den am Mittwoch gemeldeten Neuinfizierten haben 30 Menschen ihren Wohnsitz in Bern, also fast ein Drittel. Im Spital lagen am Mittwoch 28 Covid-Patienten, zwei weniger als bei der letzten Erhebung am Montag. Sechs Menschen befanden sich auf der Intensivstation.

13.20 Uhr: Brüssler Cafés und Bars müssen erneut schliessen

Wegen sehr hoher Corona-Zahlen müssen Cafés und Bars in der belgischen Hauptstadt Brüssel wieder schliessen. Dies entschieden die Bürgermeister der 19 Brüsseler Kommunen am Mittwoch, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Die Vorgaben gelten demnach von diesem Donnerstag an für einen Monat. Restaurants dürfen offen bleiben. Schon zu Beginn der Corona-Krise war das Gastgewerbe in Belgien monatelang dicht.

Bereits am Dienstag waren die Corona-Regeln für das gesamte Land verschärft worden. So sollen die Bürger von Freitag an pro Monat nur noch mit drei Personen ausserhalb der Familie engen Kontakt pflegen. Im Café dürfen nur noch vier Leute zusammensitzen. Um 23.00 Uhr ist Sperrstunde. Arbeit von zuhause aus wird dringend empfohlen.

12.35 Uhr: 1'077 neue Ansteckungen innert 24 Stunden

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch 1'077 Coronavirus-Ansteckungen bei 15‘122 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 7,1 Prozent. Zwei Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben – zehn Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Dass die Zahlen über 1'000 steigen, war seit dem 1. April nicht mehr vorgekommen. Am Dienstag registrierte das BAG 700 neue Fälle. Am Montag waren für das Wochenende 1'548 neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden. Am Freitag zählte das Amt 552 Infektionen, am Donnerstag 550 und am vergangenen Mittwoch 411.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 57'709 laborbestätigte Fälle. 4951 Personen mussten seither wegen einer Covid-19-Erkrankung im Spital behandelt werden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung kletterte auf 1789.

In der Schweiz und in Liechtenstein wurden bisher 1'439'599 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19. Gegenüber Dienstag wurden dem BAG 15'122 neue Tests gemeldet. Bei 4,7 Prozent aller Tests fiel das Resultat über die vergangenen Monate gesehen positiv aus. Für die vergangenen zwei Wochen betrug die Positivitätsrate 5,3 Prozent.

11.55 Uhr: Roche-Probleme bedrohen britische Corona-Tests

Lieferprobleme des Pharmakonzerns Roche könnten in Grossbritannien das Coronavirus-Testprogramm beeinträchtigen. Der Arzneimittelhersteller aus Basel räumte am Mittwoch ein, dass es aufgrund von Problemen in seinem Verteilzentrum in Sussex, Südengland zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Produkten komme, darunter auch Coronavirus-Tests.

Dem Versand von Corona-Tests werde Vorrang eingeräumt und es werde alles getan, um die Versorgung des nationalen Gesundheitssystems NHS mit diesen Tests sicherzustellen, erklärte Roche.

Der vor allem für seine Krebstherapien bekannte Konzern ist auch der weltgrösste Anbieter von Apparaturen und Methoden zur Diagnose von Erkrankungen und einer der NHS-Hauptlieferanten für diagnostische Tests. Die Behörde war erst vor wenigen Tagen von einer technischen Panne betroffen, die die Meldung von 15'000 positiven Testergebnissen verzögerte.

Wie lange es dauern wird, die Lieferprobleme zu beheben, die auf den Wechsel in ein neues Vertriebszentrum zurückgehen, war nicht zu erfahren. Roche arbeite mit Hochdruck an der Sache und habe zusätzliches Personal eingestellt, erklärte ein Sprecher des Konzerns. «Wir bedauern zutiefst, dass es bei der Auslieferung einiger Produkte zu einer Verzögerung gekommen ist, und entschuldigen uns bei allen unseren Kunden, die davon betroffen sind.»

Roche räumte Probleme in seinem Verteilzentrum in Sussex, England, ein. (Symbolbild)
Bild: Keystone

11.21 Uhr: Steigende Fallzahlen im Kanton St. Gallen

In den letzten Tagen sind die Zahlen der mit Covid-19 infizierten Personen im Kanton St. Gallen deutlich angestiegen. Von Montag auf Dienstag wurden 35 neue Fälle gemeldet. Am Mittwoch waren es 73 neue Fälle. Darin eingeschlossen sind jeweils Nachmeldungen vergangener Tage.

Es seien Cluster ausgemacht worden, teilte das St. Galler Gesundheitsdepartement am Mittwoch mit. Dazu gehörten Freizeitaktivitäten, der Freundes- und Familienkreis oder Anlässe während der Herbstferien. Dies habe «in kurzer Zeit zu einem kurzfristigen Anstieg von positiv getesteten Personen» geführt. Die meisten Betroffenen gehörten nicht zu den «vulnerablen Personen».

Die St. Galler Regierung werde in den kommenden Tagen die Lage besprechen. In einem Dreistufenplan wurde schon länger festgelegt, bei welcher Entwicklung welche Kompetenzstufen zusätzliche Massnahmen beschliessen können.

Ein Arzt bereitet sich auf einen Abstrich für einen  Corona-Test vor. (Symbolbild)
Bild: dpa

10.30 Uhr: Bund sieht keine Probleme bei Geschäftsmieten

Laut dem Bund bestehen derzeit wenige Hinweise für umfassende Schwierigkeiten bei Geschäftsmietern, die von Corona-Schliessungen betroffen waren. Es seien «überraschend zahlreiche Einigungen über Mietpreissenkungen zwischen den Mietparteien» getroffen worden.

Zu diesem Schluss kommt ein Monitoringbericht, den der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat. Die Regierung sieht sich darin bestätigt, nicht in die privatrechtlichen Beziehungen zwischen Mieterinnen und Mietern einerseits und Vermieterinnen und Vermietern anderseits einzugreifen.

Trotzdem hat der Bundesrat vor drei Wochen gehandelt. Im Auftrag der Räte hat er die Vorlage für einen teilweisen Mieterlass beschlossen. Die Regierung verzichtete aber darauf, dem Parlament die Zustimmung zum Gesetzesentwurf zu beantragen.

Das Covid-19-Geschäftsmietegesetz sieht vor, dass Mieterinnen und Mieter sowie Pächterinnen und Pächter, die im Frühjahr von einer Schliessung oder starken Einschränkung betroffen waren, für die Zeit vom 17. März bis 21. Juni 2020 nur 40 Prozent des Mietzinses bezahlen müssen. 60 Prozent gehen zulasten der Vermieterinnen und Vermieter.

Die kräftige Konjunkturerholung hat sich laut dem Bundesrat  positiv auf die Situation bei den Geschäftsmieten ausgewirkt.  (Symbolbild)
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9.58 Uhr: Neuseeland hat Pandemie wieder im Griff

Neuseeland hat nach Angaben der Regierung die Ausbreitung des Coronavirus zum zweiten Mal seit Beginn der Pandemie in den Griff bekommen. «Das ist ein grosser Meilenstein. Die Neuseeländer haben das Virus erneut durch ihr gemeinsames Handeln zum Schweigen gebracht», teilte Gesundheitsminister Chris Hipkins am Mittwoch mit. Gleichzeitig forderte er die Bevölkerung auf, weiter wachsam zu sein, um Rückfälle zu vermeiden. Der Inselstaat im Südpazifik hat seit zwölf Tagen keine lokale Neuansteckung mehr verzeichnet.

Neuseeland mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern ist dank strikter Massnahmen bislang vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen. Im Juni hatte sich das Land für coronafrei erklärt und war zu einer relativen Normalität zurückgekehrt.

Im August waren dann aber Infektionen in der Stadt Auckland aufgetreten. In der Metropole wurde umgehend ein neuer Lockdown verhängt, der schrittweise gelockert wurde. Insgesamt hat das Land nach Angaben der örtlichen Behörden seit Beginn der Pandemie rund 1'500 Fälle registriert, 25 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern Anfang Oktober bei einer Wahlkampfveranstaltung in Auckland: Der Inselstaat ist in der Corona-Pandemie auf einem guten Weg und kann seit zwölf Tagen keine lokale Neuansteckung verzeichnen. 
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9.20 Uhr: In diesen Kantonen gilt Maskenpflicht in den Läden

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen haben bisher zehn Kantone eine Maskentragpflicht beim Einkaufen eingeführt, zuletzt am Mittwoch der Kanton Zug.

Eine Maskentragpflicht in Verkaufsgeschäften gilt nunmehr in den Kantonen Zürich, Genf, Waadt, Basel-Stadt, Solothurn, Neuenburg, Freiburg, Jura, Wallis und Zug.

Die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske beim Einkaufen kommt der Empfehlung des Vorstands der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) entgegen. Solche Massnahmen seien angezeigt, wenn die relevanten Kennzahlen zu den Corona-Ansteckungen dies nahelegten.

8.30 Uhr: Maskenpflicht beim Einkaufen im Kanton Zug

Als erster Kanton in der Zentralschweiz führt Zug aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen eine Maskentragepflicht beim Einkaufen ein. Auch Mitarbeitende von Restaurants müssen ab Samstag neu eine Maske tragen.

Mit dem jüngsten Anstieg der Corona-Fallzahlen sei der Kanton Zug in der Nähe der Grenzwerte, die für Risikoländer gelte, teilte der Regierungsrat am Mittwoch mit. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, habe er beschlossen, die Maskentragpflicht zu erweitern.

Die Maskenpflicht gilt neu für alle Personen, die sich in öffentlich zugänglichen Innenräumen von Läden und Einkaufszentren befinden. Zudem müssen neu auch Mitarbeitende von Restaurationsbetrieben im Gästebereich stets eine Maske tragen. Der Nutzen von Masken gegen die Ausbreitung des Coronavirus sei mittlerweile wissenschaftlich erwiesen.

Im Kanton Zug muss man ab Samstag beim Shopping Maske tragen. (Symbolbild)
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7.57 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die absolut am stärksten betroffenen Länder – unterteilt nach Infizierten (inkl. Genesenen) und Toten; sowie Fälle je 100'000 Einwohner.
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7.05 Uhr: Deutschland verzeichnet Höchstwert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat wieder einen neuen Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht.

Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2'828 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekannt gab. Das sind über 150 mehr als am Freitagmorgen, als mit 2'673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der zuvor geltende Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Ein Anstieg zeichnet sich weiterhin bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit (6.10.2020, 13:15 Uhr) 449 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 219 davon werden beatmet. Vor einer Woche (29.9.) hatte der Wert noch bei 352 (195 beatmet) gelegen, in der Woche davor (22.9.) bei 278 (151 beatmet). Rund 8'900 Intensivbetten sind in den deutschen Spitälern derzeit noch frei.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Dienstag bei 1,15 (Vortag: 1,21). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Gäste sitzen in einem Restaurant in Berlin – einige Bezirke der deutschen Hauptstadt gelten inzwischen als «Hotspots», weshalb man die Massnahmen in Berlin nun verschärft. 
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5.50 Uhr: Superreiche wurden während Corona noch reicher

Der Gemeinde der Superreichen konnte das Coronavirus zumindest bezüglich ihres Reichtums bisher wenig anhaben. Im Gegenteil: Laut einer Studie ist das weltweite Vermögen des «Clubs der Milliardäre» durch die Pandemie sogar angestiegen, heisst es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie. In der Schweiz sieht das Bild ähnlich aus:  Auch hierzulande zog das Vermögen von Superreichen im Vergleich zu 2019 kräftig an.

Im Gegensatz zum Rest der Welt konnten die hiesigen Milliardäre vor allem im Gesundheits- und Finanzsektor seit dem Ausbruch der Pandemie ein ordentliches Vermögen anhäufen. Konkret stiegen die Vermögen der in der Schweiz ansässigen Superreichen in den Monaten April bis Juli 2020 um 29 Prozent auf 123,5 Milliarden Dollar. Die Schweizer «Milliardärspopulation» nahm dabei seit 2019 um zwei auf 37 Personen zu. Knapp die Hälfte davon seien «Selfmade-Milliardäre», heisst es im «Billionaires Report 2020» der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Grossbank UBS.

Zurückzuführen sei dies hauptsächlich auf die «V-förmige» Erholung am Aktienmarkt. Nach dem durch die Pandemie ausgelösten Crash an den Börsen sei der Reichtum der Milliardäre von April bis Juli 2020 auf einen neuen Höchststand gestiegen, geht aus der Studie hervor.

Gemäss dem Bericht vereinten die Milliardäre dieser Welt per Ende Juli 2020 ein rekordhohes Gesamtvermögen von 10,2 Billionen US-Dollar auf sich. Damit wurde der vorherige Höchststand von 8,9 Billionen Dollar von Ende 2017 klar übertroffen. Insgesamt zählten die Studienautoren auf dem Globus nun 2'189 Milliardäre, nach 2'158 im Jahr 2017. Alleine seit Anfang April kletterte der Reichtum der Milliardäre in nur einem Quartal um 27,5 Prozent. Dies habe auch damit zu tun, dass bereits Ende 2019 viele Vermögende wegen den globalen Spannungen risikoscheuer wurden. Im März und April seien viele Milliardäre daher gut positioniert gewesen und konnten wieder zukaufen, als die Kurse an den Börsen fielen.

Die Superreichen in der Schweiz haben auch trotz der Coronapandemie zu feiern – sie sind noch reicher geworden. (Symbolbild)
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Besonders freuen konnten sich in dieser Zeit jene Superreiche, die ihr Vermögen in den Bereichen Industrie und Technologie investiert hatten. Deren Wohlstand stieg der Börsenperformance dieser Sektoren nach dem Crash entsprechend um 44,4 bzw. 41,3 Prozent.

Der «Club der Milliardäre» zeigt sich laut dem Bericht aber auch grosszügiger, was die Spendenbereitschaft im Zuge des Ausbruchs des Coronavirus betrifft: «Zwischen März und Juni haben über 200 Milliardäre rund 7,2 Milliarden Dollar an Spenden öffentlich zugesagt, um den Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen», sagte Josef Stadler, Chef des Global Family Office bei der UBS.

Gemäss einer Befragung des Beratungsunternehmens PwC zeigte sich zudem, dass gut ein Fünftel der Milliardäre in den letzten zwölf Monaten bereit war, mehr Geld philanthropischen Zwecken zuzuführen. Innerhalb des nächsten Jahres wollen sich die Vermögenden aber eher wieder vermehrt um ihre Geschäftsstrategie und die Nachfolgeplanung kümmern.



5.03 Uhr: EU kommt bei Corona-Karte für Reisen voran

Die EU-Staaten machen Fortschritte bei den Bemühungen um eine bessere Koordinierung der Corona-Reisebeschränkungen. Wie aus einem Kompromissvorschlag der deutschen EU-Ratspräsidentschaft hervorgeht, könnten sich die Länder auf Kriterien für eine gemeinsame Karte einigen, auf der Regionen je nach Infektionsgeschehen farblich markiert sind. Für Gebiete mit wenigen Coronafällen sollen die Staaten keine Beschränkungen erlassen.

Die Karte soll von der europäischen Gesundheitsagentur ECDC erstellt und jede Woche aktualisiert werden. Am Mittwoch wollen sich die EU-Botschafter mit dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, befassen. Kommenden Dienstag könnte es vom Rat der Europaminister angenommen werden. Deutschland führt noch bis Ende des Jahres in der EU die Ratspräsidentschaft.

4 Uhr: Heftiger Hurrikan steuert auf Mexiko zu 

Mexikos Yucatán-Halbinsel wappnet sich für den stärksten Sturm dort seit 15 Jahren. Hurrikan «Delta» zog am Dienstag über dem Karibischen Meer als Hurrikan der Stufe 4 von 5 an den Cayman-Inseln vorbei. Er erreichte eine anhaltende Windgeschwindigkeit von bis zu 230 Stundenkilometern – ab 252 Kilometern pro Stunde wäre von einem Wirbelsturm der höchsten Stufe die Rede. Es wurde erwartet, dass «Deltas» Zentrum in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) in Yucatán auf Land treffen und sich später weiter Richtung USA bewegen würde.

Das Nationale Hurrikanzentrum der USA warnte vor lebensbedrohlichen Sturmfluten und «potenziell katastrophalen» Bedingungen durch den «extrem gefährlichen» Sturm an der Nordostküste Yucatáns. Es würden Wellen von bis zu zehn Metern Höhe sowie Stromausfälle erwartet, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Quintana Roo, Carlos Joaquín. Besonders bedrohte Gegenden wurden evakuiert und verzichtbare Aktivitäten eingestellt, auch im Nachbarstaat Yucatán. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador kündigte den Einsatz von 5'000 Soldaten zum Katastrophenschutz an.

Im betroffenen Gebiet liegen beliebte Ferienorte, darunter die Städte Cancún und Tulum. Nach Medienberichten, die sich auf Behördenangaben stützen, hielten sich in Quintana Roo trotz der Coronapandemie rund 40’000 Touristen auf. Allein in Cancún standen laut Bürgermeisterin Mara Lezama 170 Notunterkünfte bereit. Der Flughafen der Stadt sollte am späten Dienstagabend (Ortszeit) vorerst den Betrieb einstellen.

«Delt» ist nach Angaben von Gouverneur Joaquín der stärkste Sturm in der Gegend seit 2005, als «Wilma» grosse Teile der weissen Sandstrände von Cancún wegspülte. Um sie wiederherzustellen, wurden für rund 20 Millionen US-Dollar 2,7 Millionen Kubikmeter Sand herbeigeschafft.

3.20 Uhr: Trump will Ende der Verhandlungen um Hilfspaket

US-Präsident Donald Trump hat die US-Regierung und seine Republikaner angewiesen, bis nach der Wahl nicht mehr mit den Demokraten über ein weiteres Coronavirus-Konjunkturpaket zu verhandeln. Dafür versprach Trump am Dienstag auf Twitter, dass es «sofort» nach seinem Wahlsieg ein grosses Konjunkturpaket geben werde.

Trump will sich am 3. November eine zweite Amtszeit sichern. Sein demokratischer Gegenkandidat ist der ehemalige Vizepräsident Joe Biden. Die Verhandlungsführerin der Demokraten im Kongress, die Vorsitzende des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi, sei nicht kompromissbereit gewesen, klagte Trump auf Twitter. Seine Seite habe ein Paket in Höhe von 1,6 Billionen US-Dollar vorgeschlagen. Die Demokraten hätten aber auf 2,4 Billionen beharrt, behauptete er. Der New Yorker Aktienmarkt drehte nach Trumps Tweet sofort ins Minus.

2.50 Uhr: Weiterer Trump-Berater mit Coronavirus infiziert

Die Liste der mit dem Coronavirus infizierten Vertrauten des US-Präsidenten Donald Trump wird immer länger. Am Dienstag wurde auch Präsidenten-Berater Stephen Miller positiv getestet, wie Trumps ebenfalls positiv auf das Virus getestete Sprecherin Kayleigh McEnany im TV-Sender Fox News sagte. «Es ist offensichtlich, dass es einen Ausbruch im Weissen Haus gab», räumte sie ein. Trumps Berater und Redenschreiber gilt als Hardliner in der Einwanderungspolitik.

Der Leibarzt von Vizepräsident Mike Pence betonte unterdessen am Dienstag, dass die Coronavirus-Tests des Vizepräsidenten nach wie vor negativ ausfielen und er keine Quarantäne benötige.

In den USA haben sich zudem mehrere hochrangige Generäle, darunter Generalstabschef Mark Milley, wegen eines Coronavirus-Kontakts vorsorglich in Quarantäne begeben. Die Top-Militärs arbeiteten bis auf Weiteres von zu Hause, berichteten unter anderem der Sender CNN sowie die Zeitungen «New York Times» und «Wall Street Journa» unter Berufung auf Kreise im US-Verteidigungsministerium.

Der an Covid-19 erkrankte Präsident hat nach eigenen Angaben keine Symptome mehr, zugleich hält sich das Weisse Haus aber mit Details über seinen Gesundheitszustand zurück.

In den USA haben sich zudem mehrere hochrangige Generäle, darunter Generalstabschef Mark Milley, wegen eines Coronavirus-Kontakts vorsorglich in Quarantäne begeben. Die Top-Militärs arbeiteten bis auf Weiteres von Zuhause, berichteten unter anderem der Sender CNN sowie die Zeitungen «New York Times» und «Wall Street Journal» unter Berufung auf Kreise im US-Verteidigungsministerium.

2.43 Uhr: Biden: Keine Debatte, solange Trump Covid hat

Die für kommende Woche geplante TV-Debatte mit US-Präsident Donald Trump sollte aus Sicht seines Herausforderers Joe Biden abgesagt werden, wenn Trump seine Covid-19-Erkrankung bis dahin nicht überwunden hat. Die zweite Debatte der Kontrahenten ist für den 15. Oktober angesetzt. «Ich denke, wenn er immer noch Covid hat, sollten wir keine Debatte haben», sagte Biden nach einem Wahlkampfauftritt. Man werde auf jeden Fall «sehr strikten Richtlinien» folgen müssen, betonte der demokratische Präsidentschaftskandidat in Hagerstown im Bundesstaat Maryland. «Zu viele Leute wurden infiziert.»

1.45 Uhr: Verschärftes Vorgehen gegen QAnon-Mythen

Die Online-Netzwerke Facebook und Instagram verschärfen ihr Vorgehen gegen den rechtsextremen QAnon-Verschwörungsmythos, dessen Verbreiter die Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump unterstützen. Wie Facebook am Dienstag (Ortszeit) mitteilte, sollen künftig alle Facebook-Seiten und -Gruppen sowie alle Instagram-Konten mit Verbindungen zu QAnon entfernt werden, «selbst wenn sie keinen gewalttätigen Inhalt haben».

Im August hatte Facebook bereits rund 800 Gruppen, 100 Seiten und 1'500 Anzeigen mit Verbindungen zu QAnon aus seinem Netzwerk entfernt. Für mehr als 10'000 Instagram-Konten, 440 Facebook-Seiten und fast 2'000 Facebook-Gruppen wurden zudem Restriktionen verhängt, um die Reichweite von QAnon-Inhalten einzuschränken. Auch mehr als 300 sogenannte Hashtags – also Schlagworte – mit Bezug zu QAnon wurden deshalb in beiden Netzwerken blockiert. Twitter hatte bereits zuvor Tausende Konten mit Verbindungen zu QAnon gelöscht.

Die QAnon-Ideologie beinhaltet die Behauptung, dass die USA von einer kriminellen Organisation beherrscht würden, der etwa die früheren Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama, der Milliardär George Soros sowie diverse Hollywoodstars angehören sollen. Viele QAnon-Botschaften haben antisemitischen und rechtsradikalen Charakter.

Unter den QAnon-Anhängern sind viele Trump-Unterstützer. Anhänger der Ideologie nahmen zuletzt auch an Protesten gegen die Corona-Restriktionen in den USA und anderen Ländern  teil. Trump hatte nach der Facebook-Entscheidung im August gesagt, er wisse nicht viel über QAnon. Die Anhänger der Bewegung seien aber «Leute, die unser Land lieben».

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