«Havanna-Syndrom»

CIA findet natürliche Ursachen – aber nicht in allen Fällen

dpa

21.1.2022 - 08:47

In der US-Botschaft in Havanna, Kuba, gab es 2016 die ersten Fälle von neurologischen Beschwerden, die anschliessend als «Havanna-Syndrom» bezeichnet wurden. (Archiv)

Seit dem Jahr 2016 berichten US-Diplomaten von neurologischen Beschwerden, hinter denen Angriffe eines anderen Staates vermutet wurden. Die CIA untersucht das Phänomen. Nun sind Ergebnisse bekannt geworden.

dpa

21.1.2022 - 08:47

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA geht Medienberichten zufolge derzeit nicht davon aus, dass ein fremdes Land für das sogenannte «Havanna-Syndrom» verantwortlich ist. Die CIA habe keine entsprechenden Beweise, hiess es in US-Medien unter Berufung auf einen Zwischenbericht.

Die meisten mysteriösen Erkrankungen von Botschaftspersonal scheinen demnach auf bisher nicht diagnostizierte Krankheiten oder Stress zurückzuführen zu sein. Es gebe allerdings auch Fälle, die sich nicht erklären liessen. Es sei aber unwahrscheinlich, dass es sich um eine anhaltende weltweite Kampagne handele.

Dutzende in Havanna lebende US-Diplomaten und ihre Angehörigen haben ab 2016 über rätselhafte Kopfschmerzen, Hörverlust, Schwindel und Übelkeit geklagt. Das Botschaftspersonal dort wurde daraufhin auf ein Minimum reduziert.

Auch Diplomaten in Genf betroffen

Später wurden auch an anderen Orten der Welt ähnliche Beschwerden gemeldet. Zuletzt auch in der Schweiz. Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» waren mehrere US-Diplomaten im Genf von rätselhaften neurologischen Beschwerden betroffen. Die US-Regierung schloss nicht aus, dass es sich dabei um eine Art Angriff handeln könnte – es wurde aber immer betont, dass man nicht wisse, was dahinterstecke.

US-Aussenminister Antony Blinken ging am Donnerstag auf Nachfrage nicht direkt auf die Ergebnisse des Berichts ein. «Wenn man mit den Menschen spricht, wenn man hört, was sie durchgemacht haben, dann gibt es für mich keinen Zweifel, dass sie echte Erfahrungen, echte Symptome und echtes Leid erlebt haben», betonte er. «Wir werden weiterhin alles tun, was wir können, um zu verstehen, was passiert ist, warum es passiert ist und wer dafür verantwortlich sein könnte.»

dpa/uri

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