Schweizer Politiker fordern teilweise Maskenpflicht

Agenturen/red

30.3.2020 - 21:59

Kommt auch in der Schweiz eine Maskenpflicht? Erste Politiker sind dafür – allerdings nur eingeschränkt. Die Nachrichten des Tages in Überblick.

Soll auch die Schweiz eine Pflicht zum Tragen von Atemschutzmasken einführen? Manche Politiker wie Grünen-Nationalrat Bastien Girod halten das für sinnvoll. Auch die österreichische Politik ist davon überzeugt, dass das Tragen von Masken die Ausbreitung der Corona-Pandemie bremsen könnte. Experten der WHO sehen derartige Vorstösse hingegen kritisch. «Wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist», so WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan.

Unterdessen steigen die Fallzahlen weltweit an. In der Schweiz sind laut Daten der Johns-Hopkins-Universität 15'760 Infektionen bekannt, 348 Todesfälle sind zu beklagen. Laut Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit ist die Lage hierzulande stabil, die ergriffenen Massnahmen würden Wirkung zeigen.

Vor allem Italien, Spanien und die USA sind besonders betroffen. Aus den USA wurden am Abend 150'000 Corona-Infektionen und fast 3'000 Tote gemeldet; am Montag erreichte ein Spitalschiff die besonders stark betroffene Stadt New York. In Italien sank die Zahl der Neuinfektionen leicht, dafür stieg die Zahl der Toten. Die Regierung in Rom verlängerte die Ausgangssperre bis Ostern. In Frankreich wurden am Montag insgesamt 3'000 Todesfälle gemeldet, in Spanien mehr als 7'300.

Die Ereignisse des Tages im Überblick

  • Eine teilweise Maskenpflicht, wie sie Österreich nun eingeführt hat, ist für manche Schweizer Politiker auch hierzulande sinnvoll.
  • Weltweit steigen die Zahlen der Infizierten und Toten. «In gewissem Sinne ist die Übertragung von der Strasse in die Familien geschoben worden», sagt nun die WHO.
  • In Italien steigt die Zahl der Toten, es gibt aber weniger Neuinfizierte. Das Land verlängert die Ausgangssperren.
  • Bisher haben Unternehmen fast 32'000 Kredite beantragt. Bis Sonntagabend hat der Bund Bürgschaften für eine Kreditsumme von 6,6 Milliarden Franken übernommen.
  • Die Post reduziert ihren Service: Einzelne Filialen haben kürzere Öffnungszeiten – die Paketzustellung dauert länger.
  • 1'201 neue Covid-19-Fälle an einem Tag in der Schweiz.
  • Wegen der Coronavirus-Pandemie leben inzwischen weltweit mehr als drei Milliarden Menschen in häuslicher Isolation.

21:35 Uhr: USA melden 150'000 Corona-Infektionen und fast 3'000 Tote

In den Vereinigten Staaten gibt es nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr als 150'000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Dort gibt es damit weiterhin mehr bekannte Infektionen als in jedem anderen Land der Welt, noch vor Italien, Spanien und China.

Bis Montagnachmittag (Ortszeit) gab es 153'000 Infektionen mit Sars-CoV-2, wie aus einer Übersicht der Universität Johns Hopkins hervorging. Mehr als 2'800 Menschen kamen in den USA laut Johns Hopkins infolge der Lungenerkrankung Covid-19 ums Leben.

Die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie in den USA hat sich zuletzt dramatisch beschleunigt. Die Zahl der bekannten Infektionen etwa hatte erst am Freitag die Marke von 100'000 überschritten. Bis zu dem Zeitpunkt waren rund 1'500 Tote gemeldet gewesen.

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21.22 Uhr: Schweizer Politiker für teilweise Maskenpflicht

Mehrere Schweizer Politiker haben sich für eine teilweise Pflicht zum Tragen einer Atemschutzmaske ausgesprochen. «Wenn es genug Masken hätte, würde es Sinn machen, eine vorübergehende Maskenpflicht etwa für das Einkaufen oder den ÖV einzuführen», sagte Grünen-Nationalrat Bastien Girod gegenüber «20 Minuten».

Laut WHO sollten nur Erkrankte eine Maske tragen, allen anderen wird davon abgeraten. «Wenn alle, die sich möglicherweise angesteckt haben, von Anfang an eine Maske hätten tragen müssen, hätten wir sicherlich einige Ansteckungen verhindern können», glaubt SVP-Nationalrat Andreas Glarner. Ähnlich sieht das Nationalrätin Ruth Humbel (CVP). Die Politikerin sagte gegenüber «20 Minuten»: «Wenn die Schweiz von Anfang an ausreichend Masken an Lager gehabt hätte, hätte man vermutlich auch diese Massnahme ergriffen, um das Virus einzudämmen.»

Kritik kommt von CVP-Ständerat Erich Ettlin, der eine Maskenpflicht unverhältnismässig findet.

21.04 Uhr: Italien verlängert Ausgangssperre bis Ostern

Die wegen der Corona-Pandemie in Italien verhängte Ausgangssperre wird bis Ostern verlängert. Die vor drei Wochen angeordnete landesweite Ausgangssperre gelte noch mindestens bis zum 12. April, teilte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Montagabend mit.

Die Regierung folge damit der Empfehlung ihres wissenschaftlichen Beratergremiums, alle Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie aufrechtzuerhalten. Mit 11'591 Opfern führt Italien die weltweite Rangfolge der Corona-Toten an.

Allerdings sehen die Behörden mittlerweile leichten Grund zur Hoffnung. Der Anstieg bei den Neuinfektionen sank nach Angaben des italienischen Zivilschutzes am Montag auf ein neues Tief von 4,1 Prozent. Zudem ging erstmals die Zahl der aktuell Erkrankten im Pandemie-Epizentrum rund um Mailand zurück. Die Zahl der geheilten Patienten erreichte in den vergangenen 24 Stunden mit 1'590 Fällen ihren höchsten Stand seit Beginn der Pandemie.

20.24 Uhr: Mehr als 3'000 Tote in Frankreich

In Frankreich ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten am Montag auf mehr als 3'000 angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 418 weitere Todesfälle verzeichnet, wie die Behörden am Montag mitteilten. Mehr als 5'000 Menschen befänden sich auf Intensivstationen, hiess es weiter. Insgesamt seien aktuell fast 21'000 Covid-19-Patientinnen und -Patienten im Krankenhaus. Rund 34 Prozent der schwer Erkrankten seien jünger als 60 Jahre, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon. Insgesamt zählt Frankreich 44'550 bestätigte Infektionen.

«Bleiben Sie zu Hause, um Leben zu retten», mahnte er. Bisher habe es in Frankreich etwa 5'000 Intensivbetten gegeben, man erhöhe derzeit die Kapazitäten. «Wir streben 10'000 Betten an», sagte Salomon. Er geht davon aus, dass die Zahl der Menschen, die mit schweren Krankheitsverläufen in Kliniken kommen, gegen Ende der Woche sinkt.

19.48 Uhr: WHO: Corona-Ansteckung jetzt eher zu Hause als auf der Strasse

Weil in vielen Ländern strikte Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt worden sind, lauert die Gefahr einer Ansteckung jetzt in der Familie. «In den meisten Teilen der Welt finden wegen der Ausgangsbeschränkungen die meisten Ansteckungen jetzt im Wohnumfeld statt, in der Familie», sagte der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, am Montag in Genf. «In gewissem Sinne ist die Übertragung von der Strasse in die Familien geschoben worden.» Deshalb müssten alle zu Hause ihre Gesundheit strikt überwachen.

Verdachtsfälle müssten schnell erkannt und von den anderen Familienmitgliedern getrennt werden. Bestätigte Fälle müssten isoliert werden und Familienmitglieder, die sich angesteckt haben könnten, unter Quarantäne bleiben. Nur, wenn dies gewährleistet sei, könne man über eine Lockerung der strikten Ausgangsbeschränkungen nachdenken, sagte Ryan. Jedes Land müsse für sich einen praktikablen Weg für solche Massnahmen finden.

19.30 Uhr: Auch dritter Corona-Test bei Angela Merkel negativ

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kann immer mehr aufatmen: Auch bei ihrem dritten Test auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Montag in Berlin mit. Er ergänzte: «Die Bundeskanzlerin wird auch in den nächsten Tagen die Dienstgeschäfte aus ihrer häuslichen Quarantäne wahrnehmen.»

Merkel hatte sich am 22. März in häusliche Quarantäne begeben, nachdem sie darüber unterrichtet worden war, dass sie am 20. März mit einem Arzt Kontakt hatte, der dann positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der Mediziner hatte Merkel vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft.

19.01 Uhr: Mehr Tote, aber weniger Neuinfizierte in Italien

In Italien ist am Montag die Zahl der Coronavirus-Todesopfer gestiegen, jene der Neuinfizierten sank jedoch, was Experten optimistisch stimmt. Die Zahl der Coronavirus-Toten innerhalb von 24 Stunden kletterte um 812 auf insgesamt 11'591 Tote. Dies liegt über dem Zuwachs der letzten zwei Tage, teilte der Zivilschutz mit.

Die Zahl der Infizierten in Italien stieg um 4'050 und kletterte auf 75'528. Der Anstieg war der niedrigste seit Tagen. 3'981 Patienten lagen auf der Intensivstation. 43'752 positiv getestete Patienten befinden sich in Heimisolierung, 14'620 Personen sind inzwischen genesen.

18.51 Uhr: Dubai will Weltausstellung Expo verschieben

Die Ausbreitung des Coronavirus macht auch eine Verlegung der diesjährigen Weltausstellung im Golf-Emirat Dubai immer wahrscheinlicher. Die Veranstalter der Expo 2020 Dubai teilten am Montag nach einem Treffen des Leitungsgremiums mit, sie unterstützten den Vorschlag, die für Oktober geplante Eröffnung der Weltausstellung um ein Jahr zu verschieben.

Die endgültige Entscheidung muss das internationale Expo-Büro in Paris treffen. Dessen Generalsekretär Dimitri Kerkentzes begrüsste der staatlichen emiratischen Nachrichtenagentur WAM zufolge den Vorschlag. Die VAE haben bisher 611 Corona-Fälle gemeldet. Das Land liegt in Nachbarschaft des Iran, der von dem neuartigen Virus besonders stark betroffen ist.

18.23 Uhr: Schweizer Massnahmen scheinen zu wirken

An einer Medienkonferenz in Bern kommentierte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Lage rund um das Coronavirus. Die Situation scheine über das Wochenende stabil geblieben zu sein, der Anstieg sei einigermassen gleich wie in den vergangenen Tagen.

«Das ist sicher ein erstes kleines Zeichen, dass die Massnahmen greifen», sagte Koch. Die Bevölkerung scheine sich an die Massnahmen zu halten. Eine Umfrage habe gezeigt, dass die Bevölkerung begriffen habe, worum es gehe.

Es sei aber zu früh für eine Schlussfolgerung. Auch die Frage, wann der Höhepunkt der Epidemie erreicht sein könnte, lasse sich noch nicht beantworten. Jetzt gelte es, über die Ostertage standhaft zu bleiben.

18 Uhr: Kein Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus keinen Nutzen im allgemeinen Mundschutztragen. Es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass damit etwas gewonnen wäre, sagte der WHO-Nothilfedirektor Michael Ryan am Montag in Genf.

Vielmehr gebe es zusätzliche Risiken, wenn Menschen die Masken falsch abnehmen und sich dabei womöglich infizieren. «Unser Rat: Wir raten davon ab, Mundschutz zu tragen, wenn man nicht selbst krank ist», sagte Ryan.

Österreich hatte am Montag angekündigt, Mundschutz beim Einkaufen zur Pflicht zu machen. Die Masken sollen an den Eingängen der Läden ausgeteilt werden. Bei dem Mund-Nasen-Schutz handle es sich nicht um die hochwertigen Masken, die das Gesundheitspersonal benötigt. Auch Tschechien hat einen Mundschutz-Zwang in der Öffentlichkeit eingeführt.

17.50 Uhr: US-Spitalschiff erreicht New York

Im Kampf gegen das Coronavirus hat ein Spitalschiff der US-Marine am Montag New York erreicht. Die 272 Meter lange «USNS Comfort» verfügt über tausend Betten und zwölf Operationssäle und soll New Yorker Kliniken entlasten.

Zwar werden darauf keine Coronavirus-Patienten behandelt, dafür können andere Patienten auf das Schiff verlegt werden, um den Spitälern mehr Kapazitäten für Coronavirus-Patienten zu verschaffen.

Der Bundesstaat New York und die gleichnamige Grossstadt sind besonders schwer von der Pandemie betroffen. Dort wurden mehr als 60'000 Infektionsfälle bestätigt – das ist fast die Hälfte aller Infektionen landesweit. Die Spitäler in New York sind zunehmend überlastet. In dem Bundesstaat werden deswegen mehrere temporäre Spitäler eingerichtet, um mehr Kapazitäten zu schaffen.

Das Spitalschiff USNS Comfort hat New York erreicht und soll die örtlichen Spitäler im Kampf gegen das Coronavirus unterstützen.
Bild: Keystone

17.30 Uhr: Über 15'000 Infektionen

Die Zahl der Covid-19-Erkrankungen in der Schweiz und in Liechtenstein steigt weiter. Laut Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Montagmittag gibt es 15'475 laborbestätigte Fälle, 1'201 mehr als am Vortag.

Bisher traten in der Schweiz gemäss den Zahlen des BAG 295 Todesfälle auf. Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die sich auf die Angaben der Kantone stützt, waren es bis am späten Montagnachmittag bereits 353 Todesfälle.

Die meisten davon verzeichnete das Tessin, das mit 105 Todesfällen erstmals die 100-er-Schwelle überschritten hat, gefolgt von der Waadt mit 66 Toten.

17.20 Uhr: EU passt Luftfahrt-Regeln an

Fluggesellschaften behalten ihre Start- und Landerechte auf europäischen Flughäfen auch ohne ständige Nutzung dieser Slots im laufenden Sommerflugplan. Der entsprechende Beschluss soll an diesem Dienstag im EU-Amtsblatt erscheinen und damit rechtskräftig werden. Das Europäische Parlament hatte der Änderung bereits am Donnerstag zugestimmt. 

Normalerweise müssen Fluggesellschaften mindestens 80 Prozent ihrer Slots nutzen, damit ihre Maschinen in der entsprechenden nächsten Saison wieder zu den gleichen Zeiten starten oder landen dürfen. Die Einschränkungen im Zuge der Coronavirus-Krise haben den Luftverkehr in Europa jedoch weitgehend zum Erliegen gebracht.

Deshalb hat die EU die Regel vom 1. März bis zum 24. Oktober ausgesetzt. Für Flüge von und nach China, die zuerst von Ausfällen betroffen waren, gilt die Ausnahmeregelung zudem rückwirkend vom 23. Januar an.

17 Uhr: Italien peu à peu zur Normalität?

In Italien gelten bis Freitag strenge Ausgangsverbote mit wenigen Ausnahmen, die wohl verlängert werden – aber gleichzeitig vielleicht auch gelockert. Den richtigen Weg aus den Massnahmen mit ihren harten Folgen für Bevölkerung und Wirtschaft zu treffen, werde schwer, so der Präsident des nationalen Gesundheitsinstitutes ISS, Silvio Brusaferro.

«Es gibt zwar noch keine Signale eines Rückgangs, doch es geht besser», sagte Regierungsberater der Zeitung «La Repubblica». «Wir warten bis Ostern und werden dann die Zahlen prüfen, um weitere Schritte zu unternehmen. Das Problem besteht darin, herauszufinden, welche Öffnungsformen sicherstellen, dass die Kurve nicht wieder wächst.»

Vorsicht müsse noch für Monate das Leben bestimmen, mahnte der für Gesundheit zuständige Regionalkommissar der Lombardei, Giulio Gallera. Seine Region ist der Brennpunkt des Ausbruchs. Nach einem Neustart werde man sich länger «an eine andere Lebensweise gewöhnen müssen, das Haus mit Atemschutz zu verlassen, Distanz zu anderen zu halten (...)», sagte er in einem Fernsehinterview.

Der Regionalpräsident Venetiens, Luca Zaia, sprach im Fernsehen von einer «weichen Landung» mit Zwischenschritten. Was möglich werde, hänge auch davon ab, wann die Forschung Antikörper-Tests bereitstelle, zitierte ihn die Nachrichtenagentur ANSA.

16.13 Uhr: 5'600 Armeeangehörige sind einsatzbereit

Am Montag waren 5'600 Armeeangehörige zur Unterstützung der zivilen Behörden einsatzbereit. Tatsächlich im Einsatz sind nach Angaben von Brigadier Raynald Droz vor den Bundeshausmedien derzeit nur gut 1'500.

1'000 davon waren im Sanitätsbereich aktiv, 550 beim Botschaftsschutz und zur Unterstützung des Grenzwachtkorps. Laut Droz sind bei der Armee inzwischen rund 300 Anfragen um Unterstützung von den Kantonen eingegangen.

16.04 Uhr: Post dünnt Service aus

Auch die Post bekommt die Coronavirus-Krise zu spüren und muss aus Personalmangel und wegen verschärfter Hygienevorschriften Abstriche an ihrem Service machen. Das heisst: Einzelne Filialen werden kürzere Öffnungszeiten haben, und die Paketzustellung dauert länger.

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) habe zugestimmt, die gesetzlich vorgesehenen Vorgaben für die Beförderungs- und Zustellzeiten von Briefen und Paketen sowie die Vorgaben zu Erreichbarkeit und Zugang zu ihren Filialen temporär auszusetzen, heisst es in einer Mitteilung der Post vom Montag. Dies geschehe mit dem Ziel, die unverzichtbaren Dienstleistungen der Post während der ganzen Dauer der Notlage aufrechtzuerhalten.

15.59 Uhr: Gastroverband rät zu Mietzahlungen-Stopp

Die Gastronomie gehört wohl zu den am stärksten betroffenen Branchen in der Corona-Krise. Der Gastrogewerbeverband der Bezirke Zürich und Dietikon empfiehlt daher seinen Mitgliedern, ab April 2020 keine Miete mehr zu bezahlen.

Auf behördliche Anweisung hin sind schweizweit alle Gastronomiebetriebe mit Ausnahme von Take-aways seit dem 17. März 2020 geschlossen. Von der Schliessung seien alleine im Kanton Zürich knapp 3'000 Restaurants, Bars und Clubs betroffen, teilte der Branchenverband GastroZürich-City am Montag mit.

Nur wenige Betriebe seien in der Lage, einen Abhol- oder Lieferdienst einzurichten, und würden daher seit der Schliessung keine Einnahmen mehr erzielen. Daher hat der Gastrogewerbeverband laut der Mitteilung seinen Mitgliedern nun empfohlen, ab 1. April die Zahlung von Mieten einzustellen, wenn bis dahin mit dem Vermieter keine einvernehmliche Lösung erzielt werden könne.

Ein weitverbreitetes Bild dieser Tage: Restaurants wie das Cucaracha in der Steinenvorstadt in Basel bleiben geschlossen.
Bild: Keystone

15.49 Uhr: Cassis ruft Schweiz und Tessin zum Zusammenhalt auf

Aussenminister Ignazio Cassis bekräftigte an einer Medienkonferenz in Bellinzona die Unterstützung des Tessins durch die Landesregierung. Der Bundesrat sei sich bewusst, dass die Pandemie nicht alle Kantone gleich stark treffe.

Dass die Landesregierung die vom Tessin verhängten restriktiveren Massnahmen nachträglich abgesegnet hätte, sei ein «starkes Signal des Zusammenhalts» sagte Regierungspräsident Christian Vitta zu Beginn der Medienkonferenz am Montagnachmittag. Der Tessiner Bundesrat Cassis habe den Kanton auf diesem Weg unterstützt.

Das Tessin hatte vor etwas mehr als einer Woche die vorübergehende Schliessung aller Betriebe verfügt und diese gegen Bundesrecht verstossende Sperre trotz einer Rüge aus Bern aufrechterhalten.

Bundesrat Ignazio Cassis (Mitte) spricht an der Medienkonferenz zur Coronavirus-Krise in Bellinzona.
Bild: Keystone/Kanton Tessin/Elizabeth La Rosa

15.21 Uhr: Kritik vom SGB 

Die Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus sollen vor allem auch besonders gefährdete Menschen vor einer Infektion schützen. Diese sollen aber nach einer Verordnungsänderung wieder zur Arbeit gehen. Das sei widersprüchlich und nicht tolerierbar, findet der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB). Er fordert, dass die Änderung wieder rückgängig gemacht wird.

Ursprünglich war vorgesehen, dass besonders gefährdete Arbeitnehmende ihre Arbeit von zuhause aus erledigen oder, wenn dies nicht möglich ist, unter Lohnfortzahlung beurlaubt werden. Vier Tage nach Inkrafttreten der Verordnung wurde diese jedoch ergänzt.

Neu gilt: Wenn die Arbeit aufgrund der Art der Tätigkeit nur am üblichen Arbeitsort – also etwa auf einer Baustelle oder in einer Bankfiliale – erledigt werden kann, ist der Arbeitgeber verpflichtet sicherzustellen, dass die Empfehlungen betreffend Hygiene und sozialer Distanz eingehalten werden.

15.20 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Die heutige Medieninformation der Bundesbehörden ist abgeschlossen. Wir danken für die Aufmerksamkeit. 

Die nächste Medienkonferenz ist für Mittwoch geplant. Dann informiert der Bundesrat über den aktuell Stand und allfällige weitere Massnahmen. 

15.14 Uhr: Derzeit keine Übernahme von Geflüchteten

Die Schweiz hat seit Jahresbeginn mehrere unbegleitete Minderjährige aus griechischen Flüchtlingslagern aufgenommen. Seit den Grenzschliessungen und der Ausdünnung der Flugverbindungen sei dies aber nicht mehr möglich, so Barbara Büschi vom Staatssekretariat für Migration. Sobald die Krise aber abgeklungen sei, solle dies fortgesetzt werden. Der Bund prüfe zudem Massnahmen, um den Geflüchteten in den Lagern in Griechenland zu helfen.

15.10 Uhr: Bund setzt gegen Entlassungen auf Anreize

Der Bund setzt derzeit auf Anreize für Unternehmen, ihre Angestellten auch in der aktuell schwierigen Lage zu behalten, anstatt sie auf die Strasse zu stellen. Sanktionen für jene, die nun Entlassungen aussprechen, sind nicht vorgesehen, wie Erik Jakob vom Staatssekretariat auf die Frage einer Journalistin sagt. Bisher scheinen die Anreize ihr Ziel in den meisten Fällen zu erreichen, gleichwohl komme es nun immer wieder zu Entlassungen.

14.55 Uhr: Keine Produktionspflichten

Eine Anordnung an in der Schweiz ansässige Unternehmen, Beatmungsgeräte für den hiesigen Gebrauch herzustellen, sei derzeit nicht vorgesehen, so Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit. In den USA hat Präsident Donald Trump am Freitag eine entsprechende Anordnung erteilt.

14.45 Uhr: Ansteckungswege unklar

Bereits seit zwei Wochen gelten die strengen Massnahmen des Bundes, trotzdem geht die Zahl der Ansteckungen noch nicht deutlich zurück. Wo sich die Menschen derzeit immer noch anstecken, sei auch seinem Amt nicht restlos klar, sagt Daniel Koch. Letztlich sei die Schweiz aber immer noch ein freies Land, und es gebe immer wieder Leute, die Kontakt zu anderen hätten.

14.38 Uhr: Massentests bei Firmen sind keine gute Idee

Daniel Koch hält es für keine gute Idee, wenn Unternehmen nun ihren ganzen Mitarbeiterstab auf das Coronavirus testen, sagt er auf die konkrete Frage eines Journalisten. Denn solche Tests seien nicht aussagekräftig, da es nach der Ansteckung einige Tage gehen kann, bis sich das Virus durch einen Test nachweisen lässt.

14.31 Uhr: Senioren sollen sich draussen bewegen

Ältere Leute sollen sich weiterhin draussen bewegen, beispielsweise kurze Spaziergänge unternehmen oder Turnübungen auf dem Balkon absolvieren, empfiehlt Daniel Koch. Weiterhin gelte aber, dass Senioren keinen Kontakt zu Menschen ausserhalb ihres Haushalts haben sollen. Insbesondere naher Kontakt zu Kindern sei zu vermeiden, sagt Daniel Koch.

14.28 Uhr: Noch keine Trendwende

Das Wachstum der Neuansteckungen verlangsamt sich aktuell etwas, so Daniel Koch. Eine Trendwende sei aber noch nicht erkennbar.

14.22 Uhr: Keine Maskenpflicht für die Schweiz

Angesichts der teilweisen Maskenpflicht in Österreich stellt ein Journalist die Frage, ob sich ähnliche Massnahmen auch für die Schweiz aufdrängten. Daniel Koch vom BAG sagt, aus Sicht des Bundes seit es weiterhin nicht angebracht, eine solche Anordnung auch in der Schweiz zu erlassen, sie sei aktuell kein Thema. «Nach wie vor gibt es keine gesicherte Evidenz, dass das Maskentragen in der Öffentlichkeit wirklich einen grösseren Schutzfaktor darstellt», so Koch weiter. 

14.17 Uhr: Schweiz hilft bisher erst Frankreich

Bisher hat die Schweiz lediglich Patienten aus Frankreich aufgenommen zur Entlastung der dortigen Gesundheitssysteme. Aus Italien habe es bisher –wenigstens auf nationaler Ebene – keine solchen Anfragen gegeben, sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit auf Anfrage.

14.15 Uhr: 128 Covid-19-Fälle bei der Armee

Die Unterstützung der Armee ist weiterhin sehr gefragt bei den Kantonen. Inzwischen sind 5'600 Armeeangehörige einsatzbereit. Rund 1'500 davon sind auch tatsächlich im Einsatz. Brigadier Raynald Droz sagt zudem, dass sich bei der Armee bisher 128 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Beinahe 100 davon verteilten sich aber auf lediglich zwei Standorte.

14.10 Uhr: Rückflüge gehen weiter

Die Rückkehrbewegung von Schweizern im Ausland nimmt Fahrt auf: bisher haben über 13'000 Menschen ihre Reisepläne in der entsprechenden App des Aussendepartements registriert, wie Hans-Peter Lenz vom EDA sagt. Nach wie vor würden Schweizer mit eigens gecharterten Flugzeugen ins Land zurückgeflogen. 

14.03 Uhr: Kredite von 6,6 Milliarden Franken vergeben

Erik Jakob vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) informiert über den aktuellen Stand bei den Wirtschaftshilfen. Die Anträge für die Kredite sind seit Donnerstag weit über 100'000 Mal heruntergeladen worden.

Bisher haben die zuständigen Stellen 31'853 abgeschlossene Kreditvereinbarungen. Am Donnerstag und Freitag wurde je ca. 8'000 Kreditvereinbarungen abgeschlossen, am Samstag sogar 11'000 in einem Tag. Und am Sonntag wurden erneut 4'000 Kredite abgeschlossen. Der durchschnittliche Betrag, der dabei bezogen wird, liegt bei 207'000 Franken. Bis Sonntag 17 Uhr wurden Bürgschaften über 6,6 Milliarden Franken vergeben – also rund ein Drittel der bisher bereitgestellten Summe von 20 Milliarden Franken.

14.00 Uhr: Situation ist stabil

«Die Situation über das Wochenende scheint weitgehend stabil geblieben zu sein», sagt Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit zu Beginn der Medienkonferenz. Die Zunahme der Fälle habe sich nicht weiter beschleunigt. Auch habe sich in einer Umfrage bei der Bevölkerung gezeigt, dass die Informationskampagne des Bundes gut ankomme. «Jetzt geht es darum, über Ostern standhaft zu bleiben», so Koch.

13.58 Uhr: Die Informationsrunde geht los

Die heutige Medieninformation der Bundesbehörden fängt an. Wir begleiten die Konferenz hier im Ticker.

13.40 Uhr: Bundesrat Ignazio Cassis spricht zur Presse 

Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA, äussert sich auf einer Medienkonferenz in Bellinzona zur Coronavirus-Pandemie. 

13.35 Uhr: Um 14 Uhr informieren die Behörden

Um 14 Uhr ist eine weitere Pressekonferenz der Behörden zur neuesten Coronavirus-Situation in der Schweiz anberaumt. Unter anderem wird Daniel Koch, Leiter der Abteilung Übertragbare Krankheiten, vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) informieren. «Bluewin» überträgt die Konferenz live und tickert. 

13.33 Uhr: Sonderprämie für Belegschaft bei Lidl

Leere Regale auffüllen, die Hygienebestimmungen umsetzen, Sonderschichten schieben und sich dem Risiko einer Ansteckung aussetzen: Das Personal von Lebensmittelhändlern ist in Zeiten von Corona besonders gefordert. Lidl Schweiz dankt es der Belegschaft nun mit einer Sonderprämie.

Insgesamt zahlt der Discounter den rund 3'500 Filial- und Lagermitarbeitenden Sonderprämien in Höhe von insgesamt über einer Million Franken. Dies sei als Dank für den «unermüdlichen Einsatz» zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit gedacht, schreibt das Unternehmen am Montag in einer Mitteilung.

Der erste Teil der Prämie im Wert von 350 Franken je Mitarbeitenden sei in Form von Einkaufsgutscheinen bereits vor drei Wochen ausbezahlt worden, so Lidl weiter. Der Rest werde im April geleistet. Dabei lobt Lidl Schweiz-Chef Georg Kröll in der Mitteilung die hohe Einsatzbereitschaft und den Zusammenhalt des Personals.

12.50 Uhr: Elf weitere Todesfälle im Kanton Waadt

Elf weitere Menschen sind im Kanton Waadt im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Seit Beginn der Pandemie verloren im Kanton bis zum Montag insgesamt 66 Menschen ihr Leben, wie aus aktuellen Zahlen der Behörden hervorgeht.

Die Zahl positiven Fällen hat die 3'000er-Marke inzwischen überschritten, nämlich um 232 auf 3'168. Die Zahl der laufenden Spitalaufenthalte wegen des Coronavirus ist mit 388 (-2) stabil. Davon befanden sich 78 Personen (+2) auf der Intensivstation.

12.30 Uhr: 1'201 Infektionen mehr als am Vortag

Laut den neuesten Zahlen des des Bundesamts für Gesundheit BAG sind in der Schweiz inzwischen 15'475 Coronafälle bestätigt. Das seien 1'201 Fälle mehr als noch am Vortag. Schweizweit seien insgesamt bereits 295 Personen an den Folgen von Covid-19 gestorben.

12.15 Uhr: Zürcher Kantonsrat genehmigt Corona-Hilfspaket

Der Kantonsrat hat am Montag das Hilfspaket der Regierung offiziell genehmigt, ohne Gegenstimme. Von links bis rechts herrschte im Parlament Einigkeit: Dieses Hilfspaket ist nötig, um die Zürcher Wirtschaft in die Zeit nach der Coronavirus-Pandemie hinüberzuretten.

Für Unternehmen steht nun – zusätzlich zum Hilfspaket des Bundes – eine Kreditausfallgarantie von 425 Millionen Franken bereit. Weitere 15 Millionen liegen bereit, um Selbständige zu unterstützen. Das Geld stammt aus der ZKB-Jubiläumsdividende. Mit ihm sollen Selbständige schnelle und unbürokratische Hilfe erhalten. 

12.00 Uhr: Erfolg für BAG-Präventionskampagne

Die Präventionskampagne des Bundes zeigt Wirkung. Nicht nur sind die Verhaltens- und Hygieneregeln einem Grossteil der Bevölkerung bekannt, sondern sie werden auch akzeptiert und umgesetzt. 92 Prozent der Schweizer haben die Informationskampagne des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wahrgenommen.

Erfolg für das BAG: Die Präventionskampagne zeigt in der Bevölkerung Wirkung.
Bild: Keystone

Noch umfassender bekannt seien die vermittelten Inhalte: 98 Prozent der Befragten hätten angegeben, dass ihnen die Verhaltensregel «gründlich Hände waschen» voll und ganz bekannt sei. Aber auch die anderen Verhaltensregeln wie «Händeschütteln vermeiden», «in Taschentuch oder Armbeute husten und niesen», «bei Fieber und Husten zuhause bleiben» sowie «Abstand halten», seien bei über 95 Prozent der Befragten bekannt.

11.28 Uhr: Schutzmasken-Pflicht in Österreich

Österreich verschärft die Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Ab Mittwoch werden alle Supermarktketten am Eingang Schutzmasken verteilen, die dann verpflichtend getragen werden müssen. Das teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag in Wien mit.

Mittelfristig soll dieser Mund- und Nasenschutz überall dort getragen werden, wo man an Menschen vorbeigeht.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz verkündete am Montag eine Schutzmaskenpflicht beim EInkaufen.
Bild: Keystone

11.25 Uhr: ABB-Management verzichtet auf Teil des Lohns

Der Technologiekonzern ABB rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem Umsatzrückgang im ersten Quartal 2020. Das Top-Management verzichtet deshalb ab sofort auf einen Teil seines Lohns.

Konkret haben der Verwaltungsrat und die Konzernleitung entschieden, freiwillig und per sofort auf zehn Prozent ihrer Verwaltungsratsbezüge und ihres Salärs für die Zeit der Krise zu verzichten. Ziel sei es, dieses deutliche Zeichen der Solidarität auch auf andere Managementebenen im Unternehmen auszuweiten, hiess es in einer Mitteilung vom Montag.

«Wir müssen zusammen stark bleiben – für ABB und unsere Gesellschaft», so die Botschaft. Das durch die Reduktion von Vergütung und Salären eingesparte Geld werde Bemühungen zur Bekämpfung der Auswirkungen der Coronavirus-Krise zugutekommen, sagte der neue ABB-CEO Björn Rosengren.

11.22 Uhr: Geschäftsklima in Euro-Zone bricht rasant ein

Die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone ist im März wegen der Coronavirus-Pandemie in einem Rekordtempo eingebrochen. Das Barometer für das Geschäftsklima sackte um 8,9 Punkte auf 94,5 Zähler ab, wie die EU-Kommission am Montag bekanntgab.

Das ist der bislang stärkste gemessene monatliche Rückgang seit Beginn der Umfrage 1985. Bei den Industriemanagern gingen die Produktionserwartungen massiv zurück. Auch bei den Dienstleistern trübte sich die Stimmung erheblich ein, da mit wegbrechender Nachfrage gerechnet wurde. Zudem stürzte das Verbrauchervertrauen so stark ab wie noch nie, da die Konsumenten die wirtschaftliche Lage deutlich schlechter beurteilten.

11.15 Uhr: Fast 60'000 Corona-Nachweise in Deutschland

In Deutschland sind bis Montagvormittag 59'268 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 472 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang landesweit gestorben. Auch in Deutschland rechnen Experten mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen an Infizierten haben Nordrhein-Westfalen mit 14'219 nachgewiesenen Fällen und 125 Toten und Bayern mit 13'263 Fällen und 110 Toten. 

10.56 Uhr: Top-Manager kaufen vermehrt eigene Aktien

Nach den breiten Kursverlusten an den Börsen gibt es derzeit auffällig viele meldepflichtige Transaktionen aus dem Top-Management der Firmen. Verwaltungsräte und Konzernleitungsmitglieder nutzen offensichtlich die Coronakrise, um sich mit Anteilen des eigenen Unternehmens einzudecken.

Vom 1. bis 25. März sind bereits über 360 Meldungen zu Management-Transaktionen bei der Regulierungsstelle der Börse eingegangen. Das sind über 60 Prozent mehr als im selben Zeitraum im Vorjahr.

Insgesamt wurden vom Top-Management über 29 Millionen eigene Wertpapiere gehandelt. Zum Vergleich: 2019 betrug das Handelsvolumen im selben Zeitraum nur gerade 1,1 Millionen Wertpapiere. 

10.50 Uhr: Oxfam fordert Schuldenerlass für arme Länder

Die Hilfsorganisation Oxfam hat Milliardenhilfen und einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer gefordert. Mit dem Geld könne die öffentliche Gesundheitsversorgung in diesen Ländern gestärkt werden, erklärte die Organisation am Montag.

Ohne schnelle Hilfe für arme Staaten drohe die «schlimmste humanitäre Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg». Oxfam forderte Schuldenerlasse und Hilfsgelder in Höhe von rund 160 Milliarden Dollar. Dies sei das Doppelte dessen, was die 85 ärmsten Länder der Welt derzeit für die öffentliche Gesundheitsversorgung ausgäben.

In Mali kämen auf eine Million Menschen nur drei Beatmungsgeräte, in Sambia gebe es für 10'000 Menschen lediglich einen Arzt, erklärte die Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, Marion Lieser. 

10.35 Uhr: Zwölf weitere Tote durch Covid-19 im Tessin

Im Kanton Tessin sind in den letzten 24 Stunden erneut zwölf Personen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. 125 Personen sind neu positiv auf das Virus getestet worden. Insgesamt wurden bis Montagmorgen im Kanton Tessin 1'962 Personen positiv auf das Virus getestet. 105 Menschen verloren ihr Leben.

10.10 Uhr: China meldet 31 neue Infektionen 

China hat 31 weitere Covid-19-Infektionen gemeldet. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Montag mitteilte, kamen zudem vier weitere Patienten ums Leben. Mit 30 Fällen wurde ein Grossteil der Infektion erneut bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind.

Schon seit Wochen gibt es in der Volksrepublik fast ausschliesslich nur noch solche «importierte Fälle». Die Ausbreitung im Inland ist dagegen nach offiziellen Angaben unter Kontrolle gebracht worden. Allerdings machen die Behörden keine Angaben dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden.

Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage spiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist. Nach den Zahlen der Gesundheitskommission sind bislang 3'304 Menschen in China dem Virus zum Opfer gefallen. Insgesamt wurden auf dem chinesischen Festland
81'470 Infizierte registriert, von denen sich bislang fast 76'000 wieder erholt haben.

9.55 Uhr: EKK ruft zur Zusammenarbeit auf

In einer Medienmitteilung hat die Eidgenössische Kommission für Konsumentenfragen (EKK) Wirtschaftskreise und Konsumentenorganisationen zur Zusammenarbeit aufgerufen. Es solle gemeinsam an umfassenden Lösungen für durch die Corona-Pandemie verursachte Probleme der Konsumenten und Betriebe gearbeitet werden.

Dabei wolle die EKK unterstützend zur Seite stehen, Austauschmöglichkeiten organisieren und potentielle Lösungen auf breiter Basis umsetzen. Man hoffe sehr, dass es eine gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und sozialen Akteueren gebe, «denn darin liegt die Stärke der Schweiz».

9.30 Uhr: 259 Schweizer sitzen auf Kreuzfahrtschiff fest

Über 250 Schweizer sind voraussichtlich bis Ende April auf dem Kreuzfahrtschiff «Costa Deliziosa» eingeschlossen. Ursprünglich sollte die Weltreise in die Karibik, nach Südamerika, Australien und Ostasien führen und Ende April wieder in Italien anlegen.

Derzeit befinde sich das Schiff im Indischen Ozean und nehme Kurs auf Maskat, die Hauptstadt des Oman, wie «20 Minuten» berichtet. Man suche mit den italienischen Behörden einen Hafen, wo das Schiff anlegen könne. Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten EDA beobachte die Situation genau. Ein EDA-Sprecher bestätigte, dass sich 259 Schweizer Bürger an Bord befänden.

Laut «20 Minuten» haben sich mehrerer Schweizer Passagiere an die italienische Reederei Costa Crociere gewandt und deren Kommunikationspolitik kritisiert, weil man nicht darüber informiert worden sei, dass am 16. März im australischen Perth die letzte Gelegenheit bestand, um das Schiff zu verlassen.

9.10 Uhr: USA lassen Nutzung von Malariamitteln zu

Die US-Arzneimittelbehörde hat im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie die Nutzung von zwei Malaria-Medikamenten in Notfällen erlaubt.

Die US-Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) hat die Herausgabe oder Verschreibung der Malaria-Medikamente Chloroquin und Hydroxychloroquin «durch Ärzte an im Krankenhaus liegende jugendliche und erwachsene Patienten mit Covid-19» genehmigt, teilte das US-Gesundheitsministerium am Sonntag (Ortszeit) mit. Dies sei angebracht, wenn kein klinischer Test verfügbar oder machbar sei.

Demnach wurde kürzlich der nationale Medikamentenvorrat um die beiden Mittel Chloroquin und Hydroxychloroquin aufgestockt. Sie gelten als mögliche Mittel gegen die vom neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19.

8.55 Uhr: 70'000 Selbständige beantragen Entschädigung

Innerhalb von fünf Tagen haben 70'000 Selbständigerwerbende einen Antrag für eine Corona-Erwerbsersatzentschädigung bei den kantonalen Ausgleichskassen eingereicht. Das ist etwa ein Fünftel aller Selbständigerwerbenden in der Schweiz.

Die meisten von ihnen machen als Grund die Schliessung des Betriebs aufgrund der vom Bundesrat angeordneten Massnahmen geltend, wie die Konferenz der Kantonalen Ausgleichskassen am Montag mitteilte. Anspruch auf Entschädigung haben Selbständige zudem bei einer ärztlich belegten Quarantäne und beim Wegfall der Fremdbetreuung für Kinder unter 12 Jahren.

Die Entschädigungen werden wie beim Erwerbsersatz monatlich im Nachhinein gezahlt. Das Geld soll ab Mitte oder Ende April ausgezahlt werden. Der aufwendigste Schritt ist nach Angaben der Ausgleichskassen die erstmalige Erfassung der Anmeldungen. Zudem müssen die Ansprüche geprüft werden. Die Ausgleichskassen gehen davon aus, dass sich auch Selbständige angemeldet haben, die keinen Anspruch auf Leistungen haben.

8.52 Uhr: Easyjet stellt Flugbetrieb ein

Der britische Billigflieger lässt wegen der Reisebeschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus alle Maschinen am Boden. Derzeit sei unklar, wann die Maschinen wieder abheben können, teilte Easyjet mit.

Um die Auswirkungen auf die Bilanz möglichst gering zu halten, würden Kosten reduziert. Zudem wurde mit der Gewerkschaft eine Urlaubsregelung für das Kabinenpersonal getroffen, die ab 1. April für einen Zeitraum von zwei Monaten gilt. In der Zeit erhält die Besatzung 80 Prozent ihres Durchschnittslohns.

7.35 Uhr: Ermotti spendet eine Million Franken

UBS-Chef Sergio Ermotti hat aus seinem Privatvermögen eine Millionen Franken für Opfer der Corona-Pandemie gespendet. Wie «Blick» berichtet, solle das Geld hilfsbedürftigen im Tessin zugutekommen. Ermotti  sagte der Zeitung, die Lage in seinem Heimatkanton mache ihn tief betroffen: «Ich höre von der schwierigen Situation in den Spitälern und von Menschen, die Familienangehörige verloren haben. Die Situation ist dramatisch!»

7.10 Uhr: Twitter löscht Botschaften Bolsonaros 

Der Internetdienst Twitter hat zwei Botschaften des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gelöscht, in denen der Staatschef den Sinn von Isolationsmassnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in Zweifel gezogen hatte. Die Botschaften hätten gegen die bei Twitter geltenden Regeln verstossen, erklärte das US-Unternehmen am Sonntag. Es würden solche Botschaften gelöscht, die den Informationen der Gesundheitsbehörden zu der Pandemie widersprächen und das Risiko einer Weiterverbreitung des Virus erhöhen könnten.

Bei den von Twitter gelöschten Botschaften handelt es sich um zwei Videos, die zeigen, wie Bolsonaro sich persönlich über Empfehlungen seines eigenen Gesundheitsministeriums für den Kampf gegen die Pandemie hinwegsetzt. Der Präsident ist dabei zu sehen, wie er am Sonntag durch die Hauptstadt Brasília läuft, sich mit Unterstützern trifft und sie drängt, die Wirtschaft am Laufen zu halten.

6.30: Uhr: Modebranche erwartet drastische Umsatzeinbrüche

Topmanager aus der Modebranche rechnen durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr mit Umsatzeinbrüchen von 20 bis 25 Prozent. Das geht aus einer Befragung von 25 Firmenchefs grosser Modekonzerne durch die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor.

Noch deutlicher als der Umsatz – nämlich um 35 bis 40 Prozent – werde das operative Ergebnis (Ebitda) einbrechen, prognostizierten die Manager. Die Modebranche kommt weltweit BCG zufolge auf einen Umsatz von 1,35 Billionen Euro.

6 Uhr: Trump bereitet USA auf dramatische Todeszahlen vor

US-Präsident Donald Trump befürchtet, dass die Coronavirus-Krise in den USA 100'000 Menschen das Leben kosten könnte. Das sagte er am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus.

Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Eindämmungsmassnahmen auf 100'000 zu begrenzen, «dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht», sagte Trump. «Das ist eine furchtbare Zahl.»

Trump verwies auf eine am 16. März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen in den USA ausgeht – allerdings ohne Massnahmen zur Eindämmung des Virus. Der Präsident begründete damit die Verlängerung der Schutzmassnahmen seiner Regierung.

Grafik:  dpa

5.36 Uhr: Südkorea meldet weniger Neuinfektionen

Die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Südkorea ist erneut auf unter 100 gesunken. Am Sonntag seien 78 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Montag mit. Die Gesamtzahl erreichte damit 9'661. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus wurde mit 158 angegeben.

Zwar hatte sich in diesem Monat im Vergleich zum Februar ein deutlicher Abwärtstrend bei den Neuansteckungen eingestellt. Doch Sorgen bereiten den Behörden nach wie vor lokale Häufungen sowie «importierte» Fälle.

5.23 Uhr: Arbeitsfreie Woche in Russland

Russland will mit einer arbeitsfreien Woche die weitere Ausbreitung der Corona-Pandemie eindämmen. Das ist eine von mehreren Massnahmen, die an diesem Montag in Kraft tritt.

Auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin sollen grosse Teile der russischen Geschäftswelt ruhen. Die Löhne sollen aber weiter gezahlt werden. Supermärkte, Apotheken und Spitäler bleiben geöffnet. Die Bevölkerung sollte jetzt «Disziplin und Verantwortung» zeigen und zu Hause bleiben, hatte Putin an seine Landsleute appelliert.

5.10 Uhr: Kreuzfahrer mit Corona-Patienten fährt durch Panama-Kanal

Das Kreuzfahrtschiff «Zaandam» mit mindestens zwei positiv auf das Coronavirus getesteten Passagieren hat seine Fahrt durch den Panamakanal begonnen. Gemeinsam mit seinem Schwesternschiff «Rotterdam» habe es die Passage vom Pazifik in den Atlantik eingeleitet, teilte die Verwaltung des Panamakanals am Sonntag mit.

Zuvor hatte das panamaische Gesundheitsministerium die Durchfahrt genehmigt. «Für die Durchfahrt werden Massnahmen ergriffen, um das Risiko für das Personal des Panamakanals zu minimieren», teilte die Verwaltung mit.

Auf dem Kreuzfahrtschiff sind bereits vier Passagiere gestorben. Nach Angaben der Reederei Holland America Line handelte es sich dabei um vier ältere Menschen. Zuvor hatten sich 53 Passagiere und 85 Besatzungsmitglieder mit grippeähnlichen Symptomen beim Medizinerteam an Bord gemeldet.

5.01 Uhr: Über 22'000 Tote allein in Europa

Der Coronavirus-Pandemie sind in Europa und den USA weitere Menschen zum Opfer gefallen: Europaweit sind bisher mehr als 22'200 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben – das entspricht zwei Dritteln der Todesfälle weltweit.

Weltweit wurden bis Sonntag mehr als 31'400 Corona-Todesfälle gemeldet, rund 667'000 Menschen infizierten sich. Italien ist mit über 10'000 Todesfällen weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 97'600 Menschen haben sich dort mit dem Virus infiziert. Allerdings scheint die Ausgangssperre Wirkung zu zeigen: Der Anstieg der Infektionszahlen verlangsamte sich am Wochenende weiter.

In Spanien wurde am Sonntag ein neuer trauriger Rekord gemeldet. Binnen 24 Stunden starben nach Behördenangaben 838 Menschen am Coronavirus. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land liegt damit bei über 6'500. Die Regierung ordnete die vorübergehende Schliessung aller «nicht lebenswichtigen» Unternehmen an. Eine ähnliche Regelung gilt auch in Italien.

Auch in Deutschland geht der Anstieg der Corona-Fallzahlen weiter: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts stieg die Zahl der Infizierten bis Sonntag um 3'965 auf 52'547. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 389. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete für Deutschland bereits 57'695 Infizierte und 433 Todesfälle.

In der Schweiz stieg die Zahl bestätigter Corona-Erkrankungen am Wochenende auf 14’336 bestätigte Fälle, 1'123 mehr als am Vortag. Laut BAG starben 257 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Gemäss den von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus den Kantonen bezogenen Zahlen starben insgesamt 298 Menschen.

Deutschland fliegt Kranke ein

Nachdem am Samstag die ersten schwerkranken Corona-Patienten aus Italien und Frankreich nach Deutschland ausgeflogen worden waren, folgten am Sonntag weitere Krankentransporte. Derzeit werden in Deutschland nach Angaben von Aussenminister Heiko Maas zwölf italienische und 30 französische Corona-Patienten behandelt. Frankreich weist mit mehr als 2'600 Toten die fünfthöchste Todesrate weltweit auf.

Im chinesischen Wuhan, dem Ausgangspunkt der Pandemie, kehrte langsam wieder Alltag ein. Die vor mehr als zwei Monaten angeordnete Isolation wurde gelockert. Um eine zweite Infektionswelle durch aus dem Ausland «importierte» Fälle zu verhindern, schloss China seine Grenzen für die meisten Ausländer und strich den Grossteil der internationalen Flüge.

Drei Milliarden Isolierte

Wegen der Pandemie leben inzwischen mehr als drei Milliarden Menschen rund um den Globus in häuslicher Isolation. Für Irritationen sorgte am Samstag ein Vorstoss von US-Präsident Donald Trump, der wegen der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus an der Ostküste eine Abriegelung des Bundesstaats New York und angrenzender Regionen in Erwägung zog. Wenige Stunden später rückte er von dem Vorhaben wieder ab.

Ebenfalls stark von der Pandemie betroffen ist der Iran, wo mehr als 38'300 Menschen an dem Virus erkrankten und über 2'600 starben.

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