Bundesrat Berset über die Pandemie: «Es wird bis Mitte Mai noch nicht vorüber sein»

Agenturen/gbi/twei/dor

29.3.2020 - 21:15

Gesundheitsminister Alain Berset erwartet, dass die Corona-Krise in der Schweiz nicht vor Mitte Mai zu Ende sein wird. Sars-CoV-2 greift in Europa weiter um sich, in den USA stellt man sich auf Millionen von Fällen ein. Die wichtigsten Ereignisse des Tages im Überblick.

Anzeichen verdichten sich, dass der Bundesrat den Lockdown verlängert. Der Ausnahmezustand in der Schweiz dürfte nach Informationen der «NZZ am Sonntag» länger als bis zum 19. April dauern. Auch nach dem 19. April könne höchstens eine schrittweise Lockerung der Massnahmen anvisiert werden, hiess es in dem Bericht.

Gesundheitsminister Alain Berset erwartet, dass die Corona-Krise in der Schweiz nicht vor Mitte Mai zu Ende sein wird. Es sei verfehlt, zu denken, dass die epidemische Welle die Schweiz treffe, aber dann vorbeigehen und verschwinden werde, sagte der Bundesrat in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung «La Liberté» und deren Partnerzeitungen. Spezialisten sagten, dass das neuartige Coronavirus bleiben werde, so Berset. Man müsse eine Impfung entwickeln. Er schloss eine Ausgangssperre nach dem Vorbild von Italien oder Frankreich nicht aus  – sollte sich die Lage hierzulande verschlechtern.

In einem vertraulichen Lagebulletin vom Dienstag, aus dem wiederum der «SonntagsBlick» zitiert, wagte Schutz & Rettung Zürich eine Prognose. Die «wahrscheinlichste Lageentwicklung» sei demnach, dass die Pandemie nicht genügend eingedämmt werden könne. Daher müssten die Massnahmen weiter verschärft und «massiv verlängert» werden – über die Sommerferien hinaus.

Die Anzahl bestätigter Covid-19-Erkrankungen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein stieg auch am Wochenende weiter. Bis Sonntagmittag gab es 14’336 bestätigte Fälle, 1123 mehr als am Vortag. Laut BAG starben 257 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Gemäss den von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA starben bis Sonntagmittag gemäss aus den Kantonen bezogenen Zahlen insgesamt 298 Menschen.

Coronavirus greift in Europa und den USA weiter um sich

Europaweit sind nach amtlichen Zahlen vom Sonntag mehr als 22'200 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben – das entspricht zwei Dritteln der Todesfälle weltweit.

Weltweit wurden bis Sonntag mehr als 31'400 Corona-Todesfälle gemeldet, rund 667'000 Menschen infizierten sich. Italien ist mit über 10'000 Todesfällen weiterhin das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Mehr als 97'600 Menschen haben sich dort mit dem Virus infiziert. Allerdings scheint die Ausgangssperre Wirkung zu zeigen: Der Anstieg der Infektionszahlen verlangsamte sich am Wochenende weiter.

In Spanien wurde am Sonntag ein neuer trauriger Rekord gemeldet. Binnen 24 Stunden starben nach Behördenangaben 838 Menschen am Coronavirus. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land liegt damit bei über 6500. Die Regierung ordnete die vorübergehende Schliessung aller «nicht lebenswichtigen» Unternehmen an. Eine ähnliche Regelung gilt auch in Italien. Moskau verhängt ab Montag eine Ausgangssperre.

Ebenfalls stark von der Pandemie betroffen ist der Iran, wo mehr als 38'300 Menschen an dem Virus erkrankten und über 2600 starben.

Wegen der Pandemie leben inzwischen mehr als drei Milliarden Menschen rund um den Globus in häuslicher Isolation.

Pelosi macht Trump schwere Vorwürfe: «Sein Leugnen war tödlich»

Die führende US-Demokratin Nancy Pelosi hat Präsident Donald Trump in der Corona-Krise schwere Vorwürfe gemacht. «Sein Leugnen am Anfang war tödlich», sagte die Sprecherin des Repräsentantenhauses am Sonntag im TV-Sender CNN. Die Oppositionspolitikerin warnte davor, wieder in den Normalbetrieb zurückzukehren, und mahnte, dass alles getan werden müsse, um weitere Tote zu verhindern. «Während der Präsident herumtrödelt, sterben Menschen. Wir müssen einfach jede Vorsichtsmassnahme ergreifen.»

Die USA sind mittlerweile das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit: die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete am Sonntagnachmittag (Ortszeit) mehr als 132'000. Mehr als 2300 Menschen starben demnach bereits. Die Lage im Bundesstaat New York ist besonders besorgniserregend.

Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, rechnet mit Millionen von Corona-Infizierten in den USA. Ausgehend von der aktuellen Lage bestehe die Möglichkeit, dass 100 000 bis 200 000 Menschen in Folge der Pandemie sterben, sagte Fauci am Sonntag in einem Gespräch mit CNN.

Trump hatte das Virus noch bis vor einem Monat als einen Scherz abgetan, der den USA nichts anhaben könne. Seither muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Epidemie das Land wegen verschleppter Vorbereitungen kalt erwischt hat. Experten gehen von einer dramatischen Verschlechterung der Lage aus, bevor man mit einer Beruhigung rechnen kann. Trump ist dazu übergegangen, von einem «unsichtbaren Feind» zu sprechen, der viele Länder der Welt angegriffen habe.

Die Ereignisse des Tages:

Das Wichtigste im Überblick

  • Der US-Virologe Virologe Fauci rechnet mit Millionen von Corona-Fällen in den USA.
  • Grossbritannien: Ein Experte befürchtet eine Verlängerung der Ausgangssperre bis Juni.
  • Von und nach Italien fahren keine Züge mehr. Die SBB hat den Personenverkehr vollständig eingestellt.
  • 20 französische Covid-19-Patienten werden ab Sonntag in Schweizer Spitälern behandelt.
  • Spanien meldet 838 Corona-Tote innert 24 Stunden.
  • Die Zahl von Covid-19-Infizierten in der Schweiz steigt weiter an. Nun gibt es 14’336 Fälle.
  • In Spitälern und Altersheimen: Schweizer legen ausgeprägte Solidarität an den Tag.

21.01 Uhr: Mehr als 9000 Coronavirus-Fälle in Türkei – 131 Todesopfer

Die Zahl der Todesopfer durch Covid-19 ist in der Türkei auf 131 gestiegen. An einem Tag seien 23 Personen gestorben, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntag auf Twitter mit.

Zudem seien 1815 weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden, damit steigt die Gesamtzahl der offiziell erfassten Infizierten auf 9217. In 24 Stunden seien rund 10'000 Tests durchgeführt worden, schrieb Koca.

Die türkische Regierung gibt keine regionale Aufschlüsselung der Fälle bekannt. Nach offiziellen Angaben gibt es im gesamten Land Coronavirus-Fälle.

Ankara hat zahlreiche Massnahmen gegen die Verbreitung des Virus erlassen. Unter anderem sind Cafés und Bars geschlossen und Sport- und Kulturveranstaltungen abgesagt. Die Kundenzahl in Supermärkten wurde beschränkt. Zudem gilt eine Ausgangssperre für Menschen ab 65 Jahren und für chronisch Kranke. Alle internationalen Flüge wurden inzwischen eingestellt.

20.18 Uhr: Wieder Hunderte Corona-Tote in Italien – aber Anstieg verlangsamt

In Italien ist die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten am Sonntag erneut deutlich gestiegen. Aber die Zunahme der Neuinfektionen hat sich weiter verlangsamt.

Wie der Zivilschutz am Abend mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Corona-Toten am Sonntag um 756 auf 10'779. Dies ist der höchste Zahl weltweit.

Die Gesamtzahl der Infizierten seit Beginn der Pandemie stieg um 5217 auf jetzt 97'689. Der Tagesanstieg ist deutlich geringer als am Samstag (5974) und entspricht einer Zunahme um 5,6 Prozent. Vor einer Woche lagen die Zuwachsraten noch im zweistelligen Bereich.

Die Zahl der Geheilten stieg um 646 auf 13'030.

19.39 Uhr: Moskau verhängt eine Ausgangssperre

Im Kampf gegen das Coronavirus verhängt die russische Hauptstadt Moskau eine Ausgangssperre. Von diesem Montag an dürfe man die Wohnung nur unter bestimmten Umständen verlassen, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntagabend mit. Darunter fallen demnach der Weg zur Arbeit, zum Supermarkt, zur Apotheke und zum nächst gelegenen Müllcontainer. Auch Haustiere dürften nur in einem kleinen Radius um die eigene Wohnung herum ausgeführt werden.

Die Moskauer dürften sich «nicht mehr ohne Grund in der Stadt bewegen», meinte der Bürgermeister. Bislang gab es eine Ausgangssperre für Menschen im Alter von über 65 Jahren.

Sobjanin reagiert damit auf weiter steigende Infektionszahlen. In der Millionen-Metropole haben sich nach offiziellen Angaben bereits mehr als 1000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert – Tendenz steigend. An diesem Montag beginnt zudem eine von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete arbeitsfreie Woche, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Es war befürchtet worden, dass viele diese Zeit zum Einkaufen oder für Freizeitaktivitäten nutzen könnten.

Deshalb waren bereits am Samstag alle Einkaufszentren, Restaurants, Bars und grösseren Parks geschlossen worden. Bereits dieser Schritt galt als beispiellos in der jüngeren Geschichte Moskaus. Derartige Einschnitte gab es zuletzt während des Zweiten Weltkrieges.

19.29 Uhr: Zahl der an den Folgen von Covid-19 gestorbenen Menschen in New York steigt auf fast 1000

Inmitten der sich verschärfenden Corona-Krise in New York hat der Bundesstaat fast die Zahl von 1000 Toten erreicht. Im Vergleich zum Vortag seien 237 neue Todesopfer hinzugekommen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag. Damit seien in New York nun 965 Menschen an der Krankheit gestorben. Die bekannten Fälle kletterten unterdessen auf mehr als 59'500 – mehr als die Hälfte davon kommen aus der Millionenmetropole New York City.

Cuomo lobte das hohe Aufkommen von freiwilligen Helfern – es hätten sich mehr als 76'000 Menschen für die Unterstützung der medizinischen Dienste der Stadt gemeldet.

Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zum Epizentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt. Weil die Kapazitäten der Krankenhäuser dort nicht auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet sind, werden provisorische Kliniken aufgebaut und vorhandene Einrichtungen mit zusätzlichen Betten aufgestockt. Ein Lazarettschiff der Marine soll am Montag in New York ankommen.

Insgesamt sind in den USA nach Angaben der Johns Hopkins University in Baltimore (Stand Sonntagnachmittag Ortszeit) mehr als 125'000 Corona-Fälle nachgewiesen – mehr als in jedem anderen Land. Demnach sind bislang fast 2300 Menschen gestorben.



19.13 Uhr: Pelosi: Trumps Leugnung von Corona-Krise war «tödlich»

Die führende US-Demokratin Nancy Pelosi hat Präsident Donald Trump in der Corona-Krise schwere Vorwürfe gemacht. «Sein Leugnen am Anfang war tödlich», sagte die Speakerin des Repräsentantenhauses am Sonntag im TV-Sender CNN. Die Oppositionspolitikerin warnte davor, wieder in den Normalbetrieb zurückzukehren, und mahnte, dass alles getan werden müsse, um weitere Tote zu verhindern. «Während der Präsident herumtrödelt, sterben Menschen. Wir müssen einfach jede Vorsichtsmassnahme ergreifen.»

Konkret müsse es mehr Tests auf das Virus geben, Schulen und Betriebe sollten ausserdem nicht voreilig wieder geöffnet werden. Wenn die Pandemie vorüber sei, müsse der Kongress untersuchen, ob Trump bei seiner Reaktion auf den Ausbruch Ratschläge von Wissenschaftern befolgt habe. «Was wusste er und wann wusste er es?», fragte Pelosi.

Die USA sind mittlerweile das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Die Lage im Bundesstaat New York ist besonders besorgniserregend. Allerdings breitet sich das Virus auch in Grossstädten wie Chicago und New Orleans rasant aus.

Trump hatte das Virus noch bis vor einem Monat als einen Scherz abgetan, der den USA nichts anhaben könne. Seither muss er sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Epidemie das Land wegen verschleppter Vorbereitungen kalt erwischt hat. Experten gehen von einer dramatischen Verschlechterung der Lage aus, bevor man mit einer Beruhigung rechnen kann. Trump ist dazu übergegangen, von einem «unsichtbaren Feind» zu sprechen, der viele Länder der Welt angegriffen habe.

18.52 Uhr: Das Bürgerkriegsland Syrien meldet das erste Coronavirus-Opfer

Eine Woche nach Bekanntgabe der ersten Coronavirus-Infektion in Syrien hat das Bürgerkriegsland den ersten Todesfall im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit gemeldet. Eine Frau sei unmittelbar nach Einlieferung ins Krankenhaus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Ein Test dort habe ergeben, dass sie sich mit Sars-CoV-2 infiziert habe. Wo genau sie starb oder wie alt sie war, teilte das Ministerium nicht mit.

Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, sind Reisen zwischen syrischen Provinzen ab Dienstag und zunächst bis 16. April untersagt. Bildungseinrichtungen wurden bereits geschlossen und der öffentliche Verkehr innerhalb der Provinzen eingestellt. Die Regierung von Präsident Bashar al-Assad hat bisher zehn Coronavirus-Fälle in den von ihr beherrschten Gebieten gemeldet.

Syrien hatte am Sonntag als eines der letzten Länder der arabischen Welt seinen ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Experten fürchten, dass ein Ausbruch das Land hart treffen könnte. Unter den Hunderttausenden Vertriebenen in den verbliebenen Gebieten unter Kontrolle von Regierungsgegnern könnte ein Ausbruch verheerende Folgen haben.



18.43 Uhr: Flugzeug mit Coronapatient in Manila verunglückt – acht Tote

Beim Brand eines Flugzeugs auf den Philippinen sind acht Personen ums Leben gekommen, darunter ein Coronavirus-Patient. Die Maschine habe am Ende der Startbahn auf dem Flughafen von Manila Feuer gefangen, sagte Airport-Chef Ed Monreal am Sonntag. Niemand der sechs Crewmitglieder und zwei Passagiere an Bord habe überlebt. Der Flug war als medizinischer Einsatz Richtung Japan geplant, wo der Patient in Tokio behandelt werden sollte.

Laut Monreal stammten zwei Personen aus den USA und Kanada, die sechs anderen seien Philippiner gewesen. Die philippinische Flugaufsichtsbehörde gab bekannt, bei dem Flugzeug habe es sich um eine Agusta gehandelt und es habe offenbar ein «technisches Problem» beim Rollen vor dem Flugstart gegeben.

Videoaufnahmen zeigten, wie die Maschine in Flammen stand und Feuerwehrleute versuchten, den Brand mit Löschschaum zu bekämpfen. Gut drei Stunden nach dem Unglück waren die Leichen noch im Innern der Maschine. Sie könnten erst geborgen werden, nachdem die Polizei den Unfallort untersucht habe, so Monreal. Die Hauptstart- und Landebahn des Flughafens in Manila wurde geschlossen. Personal war wegen der Corona-Krise lediglich in Notfallbesetzung vor Ort.

18.35 Uhr: Alain Berset: Corona-Krise in der Schweiz wird bis mindestens Mitte Mai andauern

Gesundheitsminister Alain Berset erwartet, dass die Corona-Krise in der Schweiz nicht vor Mitte Mai zu Ende sein wird. Es sei verfehlt, zu denken, dass die epidemische Welle die Schweiz treffe, aber dann vorbeigehen und verschwinden werde, sagte Berset im am Samstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung «La Liberté» und deren Partnerzeitungen. Spezialisten sagten, dass das neuartige Coronavirus bleiben werde, hielt Berset fest. Nötig sei, eine Impfung zu entwickeln. Berset schloss eine Ausgangssperre nach dem Vorbild von Italien oder Frankreich nicht aus für den Fall, dass sich die Lage verschlechtern sollte.

Die Anzahl bestätigter Covid-19-Erkrankungen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein stieg auch am Wochenende weiter. Bis Sonntagmittag gab es 14’336 bestätigte Fälle, 1123 mehr als am Vortag. Laut BAG starben 257 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Gemäss den von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA starben bis Sonntagmittag gemäss aus den Kantonen bezogenen Zahlen insgesamt 298 Menschen.

280 Menschen müssen derzeit wegen einer Covid-19-Erkrankung künstlich beatmet werden. Das sagte Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten im Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Samstag vor den Bundeshausmedien. Das seien 280 Menschen, die um ihr Leben kämpften und hunderte Pflegende, die sich um sie kümmerten. «Das ist für die Schweiz enorm viel», stellte Koch fest. Allerdings sei keine Intensivpflegestation voll ausgelastet, es könnten noch mehr Erkrankte künstlich beatmet werden. Er hoffe aber sehr, dass sich die Bevölkerung weiterhin diszipliniert verhalte.

Unterdessen werden bereits 20 Patienten aus Frankreich ab Samstagabend in Schweizer Spitälern gepflegt. Das teilte Frédéric Journes, der französische Botschafter in der Schweiz im Kurznachrichtendienst Twitter mit. Einige der Patienten sind auf künstliche Beatmung angewiesen.

Ein seltener Anblick: Das Autobahnkreuz zwischen der A1 und A6 in Bern ist am Sonntag (29. März 2020) ist wegen der Corona-Krise verkehrsfrei.
Bild: Keystone/Anthony Anex

18.16 Uhr: Ehefrau von Kanadas Premier Trudeau von Covid-19 erholt

Die Frau des kanadischen Premierministers Justin Trudeau, Sophie Grégoire Trudeau, hat die Lungenkrankheit Covid-19 überwunden. «Ich fühle mich so viel besser und habe die Entwarnung von meinem Arzt und dem Gesundheitsamt von Ottawa erhalten.» Das schrieb sie am Samstag (Ortszeit) auf Facebook. Sie drängte ihre Landsleute, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern. Anstelle sich direkt zu treffen solle man die sozialen Netzwerke nutzen.

Sophie Grégoire Trudeau hatte vor gut zwei Wochen mitgeteilt, nach einer Reise nach London positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden zu sein. Sie hatte angekündigt, in Isolation zu bleiben. Sie fühle sich aber gut und habe nur leichte Symptome.

Justin Trudeau hatte daraufhin angekündigt, er werde sich auch isolieren und von zu Hause aus arbeiten, obwohl er keine Symptome hatte. Der Ministerpräsident kündigte am Sonntag an, in den kommenden Tagen weiter in seinem Haus zu arbeiten, um das Restrisiko einer Ansteckung zu verhindern.

Auf Facebook schrieb Sophie Grégoire Trudeau nun: «Ich glaube fest daran, dass Wissenschaft UND Mitgefühl uns durch diese Krise bringen werden.» Das bedeute, dass man die Vorschriften befolgen und vorerst zu Hause bleiben müsse. «Das sind herausfordernde Zeiten. Ich weiss, es ist nicht einfach, allein zu sein – wir alle sind soziale Wesen – mich eingeschlossen!»

In Kanada wurden mittlerweile knapp 5500 Infektionen registriert, mehr als 60 Menschen starben an der Krankheit, wie aus den Daten der Johns Hopkins University in der US-Stadt Baltimore hervorgeht.

18.07 Uhr: Ägypten schliesst Spitäler nach Corona-Infektionen

In Ägypten sind mehrere Spitäler nach Corona-Infektionen geschlossen worden. «Wir desinfizieren derzeit das Spital zur Sicherheit aller Beteiligten», sagte ein Mitarbeiter des Al-Salam-Krankenhauses im Westen der Hauptstadt Kairo am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP, nachdem dort ein Patient positiv getestet wurde und sich ein Angestellter infiziert hatte.

Einen Wiedereröffnungstermin für das Spital gibt es laut dem Mitarbeiter noch nicht. Auch das Universitätsspital in Alexandria und das Al-Schoruk-Spital in Kairo wurden in den vergangenen Tagen geschlossen, nachdem sich dort positiv auf das neuartige Coronavirus getestete Menschen gemeldet hatten.

Am Samstag kündigte die Regierung zudem an, zehn Orte im ganzen Land, vor allem in Oberägypten, unter Quarantäne zu stellen. «Wir haben mehrere Fälle von Ansteckungen, die von derselben Quelle kommen», sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Chaled Megahed. Bevor sich das Virus weiter verbreite, werde vorsorglich beschlossen, die Dörfer «für 14 Tage unter Quarantäne zu stellen», sagte Megahed im Fernsehen.

Ägypten hat nach offiziellen Angaben bislang 576 Corona-Infektionsfälle. 36 Menschen starben an der Lungenkrankheit Covid-19. Um die Verbreitung des Virus einzudämmen, verhängte die Regierung am 25. März eine nächtliche Ausgangssperre. Zudem wurden Schulen und Universitäten, Gotteshäuser, Museen und archäologische Stätten bis zum 15. April geschlossen.

17.35 Uhr: Grönland führt wegen Corona-Krise Alkoholverbot für Hauptstadt ein

Grönland führt auch aus Sorge vor Gewalt gegen Kinder während der Corona-Krise ein vorübergehendes Alkoholverbot ein. Die Massnahme gilt umgehend und bis zum 15. April für die Hauptstadt Nuuk sowie die nahe gelegenen Siedlungen Kapisillit und Qeqertarsuatsiaat.

Das teilte die grönländische Regierung am Wochenende mit. In der besonderen Situation müssten viele Vorkehrungen getroffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden, erklärte Regierungschef Kim Kielsen. «Der Kern meines Beschlusses ist aber, dass Kinder beschützt werden. Sie sollen ein sicheres Zuhause haben.» Hinzu komme, dass Menschen unter Alkoholeinfluss weniger aufmerksam seien, was letztlich das Infektionsrisiko erhöhe.

Gemäss den Auflagen von Kielsen dürfen in der Hauptstadtregion keine Getränke mit einem Alkoholgehalt jenseits von 2,25 Prozent ausgeschenkt werden. Es ist auch nicht mehr möglich, Alkohol im Laden zu kaufen.

Grönland ist weitgehend unabhängig, zählt offiziell aber zum Königreich Dänemark. Auf der grössten Insel der Erde leben rund 55'000 Menschen, davon ein knappes Drittel in Nuuk.

Bislang sind in Grönland nach Angaben der dänischen Gesundheitsbehörde zehn Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden. Gestorben ist dort bisher niemand an Covid-19. Grönland hatte seine Grenzen parallel mit Dänemark am 14. März für Ausländer geschlossen, zwei Tage später wurde der erste Infektionsfall bekannt.

16.56 Uhr: Virologe Fauci rechnet mit Millionen von Corona-Fällen in den USA

Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, rechnet mit Millionen von Corona-Infizierten in den USA. Ausgehend von der aktuellen Lage bestehe die Möglichkeit, dass 100'000 bis 200'000 Menschen in Folge der Pandemie sterben, sagte Fauci am Sonntag dem TV-Sender CNN.

Der angesehene Virologe machte zugleich jedoch deutlich, dass er wenig von Prognosen halte, da man leicht falsch liegen und die Leute in die Irre führen könne. «Schauen Sie sich einfach die Daten an (...) und sorgen Sie sich nicht um diese Worst-Case- und Best-Case-Szenarien», sagte Fauci. «Wir haben ein ernsthaftes Problem in New York, wir haben ein ernsthaftes Problem in New Orleans und wir werden ernsthafte Probleme in anderen Gebieten entwickeln.»

Der US-Virologe Anthony Fauci prophezeit den USA Millionen Corona-Fälle.
Bild: Keystone

Die Zahl der nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierten Menschen in den USA liegt nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bei mehr als 125'000 – in keinem anderen Land der Welt ist die Zahl so hoch. Fast 2'200 Menschen sind bereits gestorben. (Stand Sonntagnachmittag Ortszeit)

16.38 Uhr: Ausgangssperre in Grossbritannien bis Juni?

Die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausgangssperre in Grossbritannien wird nach Angaben der Regierung deutlich länger als drei Wochen andauern. «Ich kann keine genaue Vorhersage treffen. Aber ich denke, jeder muss sich darauf einstellen, dass diese Massnahme noch geraume Zeit in Kraft bleiben wird», sagte Michael Gove, Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, am Sonntag dem Sender BBC. Ein Experte warnte, die Ausgangsbeschränkungen könnten noch bis Juni andauern.



Premierminister Boris Johnson, der selbst am Coronavirus erkrankt ist, hatte vor rund einer Woche erklärt, die Ausgangssperre werde drei Wochen andauern. Grossbritannien hatte die Massnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie deutlich später als die meisten europäischen Länder verhängt. Die Menschen dürfen inzwischen nur noch zum Einkaufen, zum Arbeiten, für Arzttermine und sportliche Aktivitäten ausser Haus.

Ein Monat mit Corona – ein Rückblick im Video

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16.33 Uhr: Grönland führt Alkoholverbot für Hauptstadt ein

Grönland führt auch aus Sorge vor Gewalt gegen Kinder während der Corona-Krise ein vorübergehendes Alkoholverbot ein. Die Massnahme gilt umgehend und bis zum 15. April für die Hauptstadt Nuuk sowie die nahe gelegenen Siedlungen Kapisillit und Qeqertarsuatsiaat, wie die grönländische Regierung am Wochenende mitteilte.

In der besonderen Situation müssten viele Vorkehrungen getroffen werden, um die Ausbreitung des Virus zu vermeiden, erklärte Regierungschef Kim Kielsen. «Der Kern meines Beschlusses ist aber, dass Kinder beschützt werden. Sie sollen ein sicheres Zuhause haben.» Hinzu komme, dass Menschen unter Alkoholeinfluss weniger aufmerksam seien, was letztlich das Infektionsrisiko erhöhe.

Gemäss den Auflagen von Kielsen dürfen in der Hauptstadtregion keine Getränke mit einem Alkoholgehalt jenseits von 2,25 Prozent ausgeschenkt werden. Es ist auch nicht mehr möglich, Alkohol im Laden zu kaufen.

16.24 Uhr: 55 Coronavirus-Opfer in der Waadt, 32 im Kanton Genf

Im Kanton Waadt hat die Opferzahl des Coronavirus bis Sonntagmittag 55 erreicht. Allein in den vergangenen 24 Stunden kamen damit sieben Tote hinzu. In Genf stieg die Bilanz seit Samstag um fünf Opfer auf insgesamt 32 Tote.

Die Zahl der Personen in Intensivpflege bliebt im Kanton Genf mit 59 stabil. Im Spital lagen 365 Patientinnen und Patienten, 25 mehr als am Vortag. Als geheilt entlassen wurden bisher 193 Personen. Bis Sonntagmittag wurden sechs Personen neu positiv auf das Virus getestet. Am Vortag waren es noch 188 gewesen, so dass die Gesamtzahl nun bei knapp 2300 liegt, wie die Gesundheitsbehörden meldeten.

Im Kanton Waadt starben zwischen Samstag- und Sonntagmittag sieben Personen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion. 390 Menschen lagen im Spital, 20 mehr als am Samstag. Auf der Intensivstation waren 77 Personen hospitalisiert, eine Zunahme um drei gegenüber Samstag. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei 2936.

16.13 Uhr: New Yorks Bürgermeister: Medizinische Ausrüstung nur für eine Woche

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schlägt angesichts knapp werdender medizinischer Ausrüstung in der Corona-Krise Alarm. Er könnte den reibungslosen Betrieb der Krankenhäuser nur für eine Woche garantieren, sagte er am Sonntag dem TV-Sender CNN. Dabei gehe es nicht nur um Masken, Schutzkleidung und dringend benötigte Beatmungsgeräte, sondern auch um medizinisches Personal. Die Ärzte und Pfleger könnten im jetzigen Tempo nicht über Wochen weiterarbeiten und bräuchten Unterstützung. «Hier in New York fühlt es sich wortwörtlich an wie zu Kriegszeiten», sagte de Blasio.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio fürchtet Engpässe bei der medizinischen Ausrüstung.
Bild: Keystone

Die Millionenmetropole New York an der US-Ostküste hat sich zum Zentrum der Pandemie in dem Land entwickelt. Mit über acht Millionen Einwohnern ist sie die grösste US-Stadt und eines der kulturellen und finanzwirtschaftlichen Zentren der Welt. Restaurants, Bars, Schulen, Museen und Broadwayshows sind geschlossen. Alle Bürger sind aufgerufen, Zuhause zu bleiben, «nicht lebenswichtige» Einrichtungen und Firmen sind geschlossen.

15.43 Uhr: Über fünf Millionen Atemschutzmasken in Saudi-Arabien beschlagnahmt

In Saudi-Arabien haben die Behörden einem Medienbericht zufolge mehr als fünf Millionen illegal gehortete Atemschutzmasken beschlagnahmt. In Hail nordwestlich der Hauptstadt Riad stellte das Handelsministerium rund 1,2 Millionen Masken sicher, wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Sonntag berichtete.

Weitere rund vier Millionen Masken waren bereits am Mittwoch wegen Verstosses gegen Handelsbestimmungen in der westlichen Stadt Dschedda beschlagnahmt worden. Die Verantwortlichen würden strafrechtlich belangt und die Ausrüstung werde wieder dem freien Markt zur Verfügung gestellt, teilte das Ministerium mit. Wegen Panikkäufen sind auch in Saudi-Arabien Atemschutzmasken knapp geworden.



In dem Land wurden nach offiziellen Angaben bisher mehr als 1'200 Infektionsfälle mit dem Coronavirus und vier Todesfälle gemeldet. Die Regierung hat landesweite Ausgangsbeschränkungen verhängt und den Zugang zu den Pilgerstätten Mekka und Medina gesperrt. Auch Inlandsreisen zwischen den Provinzen des Landes sind verboten.

15.22 Uhr: Verkehr fliesst wieder durch Wuhan

Nach langem Stillstand fliesst in Chinas Epizentrum der Corona-Pandemie allmählich wieder der Verkehr: In die Millionenstadt Wuhan kehrten nach Wiederaufnahme der Zugverbindungen am Wochenende Zehntausende zurück. Allein am Samstag hätten 60 000 Menschen, die wegen der Blockade andernorts gestrandet waren, die Stadt wieder betreten, berichtete die Nachrichten-Webseite «The Paper» unter Berufung auf die Bahn. Auch die U-Bahn fuhr wieder.

Der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge kamen 12 000 Menschen mit Hochgeschwindigkeitszügen in die schwer von der Corona-Pandemie getroffene Stadt. Bis zum 8. April ist allerdings nur die Einreise nach Wuhan erlaubt. Erst danach können Chinesen die Stadt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern auch wieder verlassen.

Langsam aber sicher kehrt in Wuhan wieder Leben ein.
Bild: Keystone

Wuhan war am 23. Januar komplett abgeriegelt worden. Zunächst war nur die Ausreise nicht mehr erlaubt. Nach und nach wurden die Regeln verschärft. Schliesslich durfte überhaupt niemand mehr auf die Strassen. In der gesamten Provinz Hubei standen faktisch 60 Millionen Menschen unter Zwangsquarantäne. Am Sonntag nahmen in weiten Teilen der zentralchinesischen Provinz die Flughäfen den Betrieb wieder auf.

15.00 Uhr: Bahn stellt Personenverkehr mit Italien ein

Die SBB hat den grenzüberschreitenden Reiseverkehr von und nach Italien wegen Anordnungen der italienischen Behörden bis auf weiteres eingestellt, wie die Bahn am Sonntag auf Twitter mitteilte. Der Güterverkehr ist von dieser Massnahme nicht betroffen.

Grenzüberschreitende S-Bahn-Züge werden an den Bahnstationen in der Schweiz gewendet, hiess es bei der SBB-Medienstelle auf Anfrage. Die SBB verweisen auf den Online-Fahrplan, dieser werde laufend aktualisiert.

Nebst dem grenzüberschreitenden Regionalverkehr sind drei EC-Züge betroffen: Die Strecke Basel-Brig-Mailand, Genf-Brig-Mailand und Zürich-Mailand. Diese Züge werden in Brig VS respektive Chiasso TI gewendet.

14.18 Uhr: Tessin meldet weitere sechs Corona-Todesfälle

Im Kanton Tessin sind in den vergangenen 24 Stunden sechs weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Die Zahl der Toten im Südkanton steigt damit auf 93, wie der kantonale Krisenstab am Sonntag meldete.

Zudem meldete der Kanton 110 neue bestätigte Ansteckungen; die Zahl der Fälle im Tessin erhöht sich damit auf 1'837. In den Tessiner Spitälern liegen zurzeit 402 Personen, 333 auf den normalen Abteilungen und 69 in Intensivpflege. Von diesen sind 59 Personen intubiert und werden künstlich beatmet.

14.03 Uhr: Papst plädiert für weltweite Waffenruhe

Papst Franziskus hat angesichts der Corona-Pandemie einen weltweiten Stopp aller Kampfhandlungen gefordert. Er schliesse sich einem entsprechenden Appell von UN-Generalsekretär António Guterres an, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag beim traditionellen Angelus-Gebet in Rom.

Alle kriegerischen Auseinandersetzungen sollten gestoppt, humanitäre Hilfskorridore eingerichtet und Wege für die Diplomatie geöffnet werden, sagte Franziskus. «Der gemeinsame Einsatz gegen die Pandemie kann uns alle dazu bringen zu erkennen, dass wir die brüderlichen Bande als Mitglieder einer einzigen Familie stärken müssen», fügte er hinzu.

Papst Franziskus erhofft sich in der Corona-Krise Zusammenhalt über Ländergrenzen hinweg. (Archivbild)
Bild: Keystone

Guterres hatte am 23. März in New York dazu aufgerufen, «die Seuche namens Krieg» zu beenden und die Waffen zum Schweigen zu bringen. «Die Konflikte lösen sich nicht durch den Krieg. Es ist nötig, die Gegensätze mit Hilfe des Dialogs und einer konstruktiven Suche nach dem Frieden zu beenden», sagte der Papst.

13.44 Uhr: 20 französische Covid-19-Patienten in Schweizer Spitälern

20 Patienten aus Frankreich werden ab Sonntagabend in Schweizer Spitälern gepflegt. Das teilte Frédéric Journes, der französische Botschafter in der Schweiz im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Journes dankte den insgesamt acht Kantonen, die den Kranken aus dem Nachbarland Hilfe leisten. Er nannte Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg und Jura sowie beide Basel und den Kanton Aargau. Tweets mit gleichem Inhalt verschickte in der Folge auch die französische Verteidigungsministerin Florence Parly.

Am Samstag übernahmen die Kantone Aargau und Genf je zwei schwer erkrankte Coronavirus-Patienten aus dem stark vom Virus betroffenen Elsass. Alle vier Patienten sind auf künstliche Beatmung angewiesen.

13.31 Uhr: Einige Resultate der Luzerner Wahlen folgen verspätet

Trotz Corona-Krise haben am Sonntag im Kanton Luzern die kommunalen Gesamterneuerungswahlen stattgefunden. Ob Luzern einen neuen Stadtpräsidenten erhält, oder ob Beat Züsli von der SP die Wiederwahl schafft, wird erst in einigen Tagen feststehen. Vorläufig ist in der Stadt einzig die Wahlbeteiligung klar: Sie betrug 38,6 Prozent. Damit gingen genau fast gleich viele Stimmberechtigte wählen wie vor vier Jahren. Damals betrug die Wahlbeteiligung 38,54 Prozent. Insgesamt seien 20'584 Wahlcouverts bei der Stadt eingegangen, teilte diese am Sonntagmittag mit.



Die Auszählung der Wahlzettel begann bereits Samstag. Alle Wahlhelfer müssen Mundschutz und Handschuhe tragen und sich regelmässig die Hände desinfizieren. Auch werde die Zwei-Meter-Abstandregel strikte eingehalten, heisst es weiter. Insgesamt sind für die ganzen Wahlen rund 140 Wahlhelfer im Einsatz. Normalerweise sind es rund 220. Weil einige der bisherigen Wahlhelfer zu den Corona-Risikopersonen gehören, werden in den nächsten Tagen noch rund 50 Angestellte der Verwaltung beim Auszählen mithelfen, heisst es weiter.

Diese Massnahmen verzögern die Auszählung aller Stimmen. Das Ergebnis wird die Stadt in den nächsten Tagen mitteilen. Am Montag will die Stadt wieder über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen informieren.

12.58 Uhr: Spanien meldet neuen Höchststand an Corona-Todesfällen an einem Tag

Mit 838 Todesopfern durch das neuartige Coronavirus binnen 24 Stunden hat Spanien einen neuen traurigen Rekord gemeldet. Die Gesamtzahl der Corona-Opfer in dem Land stieg damit auf 6'528, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Sonntag mitteilte.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg innerhalb eines Tages um 9,1 Prozent auf 78'797 Fälle. Mit Ausnahme von Donnerstag war die Zahl der neu hinzugekommenen Corona-Opfer in Spanien in den vergangenen Tagen stetig gestiegen.

Gleichzeitig stieg die Zahl der bereits wieder genesenen Patienten seit Samstag um 19,7 Prozent auf 14'709, wie das Ministerium weiter mitteilte. Auch die Anstiegsraten gehen weiterhin deutlich zurück. Bei den Todeszahlen betrug sie am Sonntag knapp 15 Prozent, nach gut 17 Prozent am Samstag. Bei den Infektionszahlen ging sie im Vergleich zum Vortag sogar um fast vier Prozentpunkte auf neun Prozent zurück.

Spanien ist nach Italien das Land mit den meisten Corona-Todesopfern weltweit. Am Samstag hatte die Regierung eine weitere Verschärfung der Massnahmen gegen das Coronavirus verkündet. Alle «nicht lebenswichtigen» Unternehmen müssen für zwei Wochen schliessen. Eine ähnliche Regelung gilt bereits in Italien.

12.31 Uhr: Österreich bleibt hart: Nein zu Coronabonds

Der österreichische Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) hat das Nein seines Landes zur Einführung sogenannter Coronabonds bekräftigt. «Wir dürfen die Fehler vergangener Krisen nicht wiederholen, sonst droht nach Corona gleich die nächste Schuldenkrise», teilte Blümel am Sonntag der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Für die Unterstützung der am stärksten betroffenen Länder sei genügend Geld da.



Mit dem Europäischen Rettungsschirm mit einem aktuellen Volumen von 410 Milliarden Euro gebe es ein für solche Krisensituationen wirksames Instrument. Eurobonds seien für ihn eine rote Linie. Die Krise dürfe keine Hintertür für Forderungen vergangener Jahre sein. «Viele der Länder, die jetzt unter dem Deckmantel der Krise nach Gemeinschaftsschulden rufen, haben vor wenigen Monaten Ausnahmen vom Stabilitätspakt gefordert», sagte Blümel in Anspielung auf Italien.

12.16 Uhr: Zahl der Erkrankungen steigt auf 14'336

Die Anzahl bestätigter Covid-19-Erkrankungen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein steigt weiter. Bis Sonntagmittag gab es 14’336 bestätigte Fälle, 1'123 mehr als am Vortag. Laut BAG starben 257 Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung .

Die Zahlen basieren auf den Informationen, die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) im Rahmen der Meldepflicht bis Sonntagmorgen übermittelt haben. Daher können die Daten in diesem Bericht von den Fallzahlen abweichen, die in den Kantonen kommuniziert werden, schrieb das BAG.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Covid-19 beläuft sich laut Mitteilung bisher insgesamt auf etwa 111’000. Davon fiel das Resultat bei 13 Prozent der Getesteten positiv aus.

Bei den Infizierten sind laut Statistik des BAG Erwachsene häufiger betroffen als Kinder. Die Hälfte der Infizierten sei jünger als 52 Jahre alt, die andere Hälfte älter als 52. Das zeigt der sogenannte Medianwert. Bei Erwachsenen ab 60 Jahren sind Männer häufiger betroffen als Frauen, bei Erwachsenen unter 50 Jahren Frauen.

11.57 Uhr: Grosse Solidarität in den Spitälern

Kliniken, Altersheime und andere medizinische Einrichtungen arbeiten in der Schweiz derzeit am absoluten Limit. Für Entlastung sorgen aber immerhin freiwillige Helfer – und das in grosser Zahl. Wie «Blick» berichtet, werden die Spitäler vielerorts von einer Welle der Solidarität erfasst. Alleine im Luzerner Kantonsspital meldeten sich demnach mehr als 1'000 Freiwillige. Auch in Zürich und Aarau zeigten sich viele Bürger hilfsbereit.

«Wir sind überwältigt von der Solidarität, welche die Bevölkerung an den Tag legt», berichtete Fabio Blasi vom Kantonsspital Aarau gegenüber «Blick». Teilweise seien es sogar zu viele potenzielle Helfer, wie Mia Meyer vom Unispital Zürich bestätigte: «Einigen Freiwilligen mussten wir deshalb vorerst absagen.»

11.38 Uhr: Rund 1'100 Reisende zurück in der Schweiz

Bisher rund 1'100 Reisende aus der Schweiz sind in vom Aussendepartement EDA gecharterten Flugzeugen in die Schweiz zurückgekehrt. Am Vormittag landete in Zürich eine Maschine der Swiss aus Santiago de Chile mit 159 Personen an Bord.

Es war der vierte Rückholflug aus Lateinamerika, nach Flügen aus Costa Rica, Kolumbien und Peru, wie das Aussendepartement mitteilte. Weitere Schweizer Reisende wurden aus Casablanca (Marokko) und Dakar (Senegal) zurückgebracht. In Genf wurde am Sonntagnachmittag ausserdem noch ein Flugzeug aus Algier erwartet.

11.14 Uhr: Coronavirus breitet sich in Moskau rasant aus

In der russischen Hauptstadt Moskau steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen rasant. Mehr als 1'000 Menschen hätten sich bereits mit dem hochansteckenden Virus infiziert, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntag mit. «Die Situation im Zusammenhang mit der Ausbreitung hat ein neues Ausmass erreicht.» Die meisten Corona-Fälle in Russland entfallen auf die Millionenmetropole Moskau. Landesweit wurden mehr als 1500 Fälle bekannt.

In Moskau sei das Virus bislang bei sechs gestorbenen Menschen nachgewiesen worden, teilten die Behörden der Agentur Interfax zufolge mit. «Bitte passen Sie auf sich auf», appellierte Sobjanin. Unter den Infizierten seien auch 13 Kinder.



Um die Ausbreitung einzudämmen, sind seit Samstag Einkaufszentren, Restaurants, Bars und grössere Parks geschlossen. «Die meisten Moskauer hörten auch auf die Empfehlungen der Behörden und blieben zu Hause», meinte der Bürgermeister. In U-Bahnen, Bussen, Bahnen und Taxen hätten deutlich weniger Fahrgäste gesessen als sonst.

Dennoch seien viele Leute unterwegs gewesen, ohne ausreichenden Abstand zu halten. Andere hätten sich draussen mit Freunden getroffen, so Sobjanin. Auch etwa 20 Prozent der Moskauer im Alter von über 65 Jahren hätten entgegen der Auflagen ihre Wohnung verlassen. Sobjanin berief sich auf Handy-Daten. «Meine Lieben, Sie sind in Gefahr.»

10.56 Uhr: EU unterstützt Aufruf zur Waffenruhe in Syrien

Die Europäische Union unterstützt den Aufruf der Vereinten Nationen zu einer sofortigen landesweiten Waffenruhe in Syrien wegen der Corona-Pandemie. Die EU sei führend bei humanitärer Hilfe für Syrien und bereit, die UN bei ihren Bemühungen zum Stopp der Kampfhandlungen und der Ausbreitung des Coronavirus zu unterstützen, erklärte ein Sprecher des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell am Sonntag in Brüssel. Man spreche bereits mit UN- und Hilfsorganisationen über eine Aufstockung der Hilfen.

Die Vereinten Nationen hatten am Samstag zur Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland aufgerufen. Es gelte, eine weitere Katastrophe zu verhindern, sagte der Chef der UN-Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, in Genf. Nach neun Jahren Bürgerkrieg seien viele Gesundheitseinrichtungen zerstört. Ausserdem hätten 70 Prozent der früheren Mitarbeiter im Gesundheitswesen das Land verlassen. Besonders gefährdet seien 6,5 Millionen Menschen, die in Syrien ausserhalb ihrer Heimatorte unter oft schlimmen hygienischen Bedingungen leben müssten.

10.47 Uhr: US-Automesse in Detroit abgesagt

Auch die grösste US-Automesse in Detroit fällt dieses Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie aus. «Auch wenn wir enttäuscht sind, gibt es für uns nichts Wichtigeres, als die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürger von Detroit und Michigan», sagte Messe-Direktor Rod Alberts in einem Statement am Samstagabend in Detroit. «Und wir werden tun, was wir können, um den Kampf unserer Gemeinschaft gegen den Ausbruch des Coronavirus zu unterstützen.» Die US-Katastrophenschutzbehörde Fema will das Kongresszentrum in Detroit wegen der Ausbreitung der Lungenkrankheit als Feldkrankenhaus nutzen.



Die Messe sollte in diesem Jahr erstmals im Juni stattfinden, nachdem in den vergangenen Jahren zum gewohnten Termin Mitte Januar die Besucher- und Ausstellerzahlen deutlich zurückgegangen waren. Autohersteller zog es zunehmend auf die vorher stattfindende Technikmesse CES in Las Vegas. Die Messe in Detroit wird vom Autohändlerverband der Region Detroit ausgerichtet, in der Metropole sind mit General Motors, Ford und Fiat Chrysler aber auch die «Big Three» der US-Autobauer beheimatet.

Wie in Europa in den Werken von unter anderem Volkswagen, Daimler und BMW stehen derzeit auch die Bänder der Autofabriken in Nordamerika still. Wegen des neuartigen Coronavirus waren zudem bereits die geplanten international wichtigen Automessen in Genf (März) und Peking (April) ausgefallen oder verschoben worden.

10.37 Uhr: Von der Leyen setzt trotz Corona-Krise weiter auf Klimaschutz

Für die Zeit nach der Corona-Krise setzt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf hohe Investitionen in den Klimaschutz und die Digitalisierung. «Die werden beim Wiederaufbau eine ganz dominante Rolle spielen», sagte von der Leyen in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Gerade in der Krise helfe ja vor allem digitale Technik, ob nun beim Lernen der Schulkinder, bei Videokonferenzen im Homeoffice oder beim 3D-Druck von medizinischen Schutzvisieren gegen Corona. «Wir werden in ganz Europa massiv neu investieren müssen», sagte von der Leyen. «Dabei sollten wir ganz bewusst auf Zukunftstechnologien setzen und auf saubere Technologien. Der Klimawandel geht ja nicht weg, weil ein gefährliches Virus grassiert.»

EU-Kommissionspräsidentin will trotz des Coronavirus Massnahmen zum Klimaschutz nicht aus den Augen verlieren. (Archivbild)
Bild: Keystone

Von der Leyen hatte nach ihrem Amtsantritt am 1. Dezember den sogenannten Green Deal für ein klimaneutrales Europa bis 2050 zur Priorität erklärt, ebenso wie die Digitalisierung und die «geopolitische Rolle» der EU. Tschechien und Polen hatten zuletzt Vorbehalte gegen Klimaschutzmassnahmen in der Corona-Krise geäussert. Von der Leyen betonte jedoch: «Bei unseren Schwerpunkten bleibt es.»

10.23 Uhr: Europa sucht Technologien zur Hilfe in Corona-Krise

Im Ringen um eine Eindämmung des Coronavirus setzen immer mehr Regierungen in Europa auf moderne Technik. Vor allem wollen sie herausfinden, auf welchen Wegen und wie schnell sich die Pandemie ausbreitet. Welche Rolle dabei der Datenschutz spielt und ob Regeln angesichts der Gefahr durch das Virus geändert werden, handhaben die Länder unterschiedlich.

So hat in Polen die Regierung eine Quarantäne-App für Bürger auf den Markt gebracht, die aus dem Ausland zurückkehren. Sie arbeitet mit Gesichtserkennung und kontrolliert persönliche Details mit Hilfe eines Ortungsfilters. Sie soll verpflichtend für jeden in Quarantäne werden.



Produktmanager Kamil Pokora, der kürzlich von Thailand zurück nach Danzig reiste, nutzt die App derzeit freiwillig und ist enttäuscht: «Sie hat viele Fehler. Ich werde ständig gebeten, Dinge zu tun, die in der App gar nicht möglich sind.» Die polnische Datenschutzbehörde, die für die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union, verantwortlich ist, war in die Entwicklung der App nicht eingebunden.

Das Handytracking, das in vielen Ländern Asiens seit dem Ausbruch des Coronavirus längst an der Tagesordnung ist, gibt es in Europa bisher nicht. Stattdessen wird europaweit geschaut, ob es nicht noch andere technologische Lösungen gibt. Verschiedene Länder laden zu Hackathons ein, bei denen es darum geht, Software oder Hardware zu entwickeln, die im Kampf gegen das Virus hilfreich sein kann.

Auch bei der WHO sind zahlreiche Ideen eingegangen. «Wir müssen das jetzt in Produkte umwandeln», sagte WHO-Experte Michael Ryan. Es sei die erste Pandemie, in der Informationstechnologien, soziale Netzwerke und Künstliche Intelligenz eingesetzt werden könnten.

9.29 Uhr: Après-Ski in Ischgl als Corona-Hotspot

In der Schweiz breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Die Unklarheit, wo und wann die Krise ihren Anfang nahm, scheint sich nun zu lichten. Die «SonntagsZeitung» bringt einige Seuchenherde ins Spiel, in denen die Corona-Krise hierzulande seinen Auslöser gefunden haben könnte. Ein Hotspot sei demnach eine Après-Ski-Bar im Wintersportort Ischgl gewesen. Trotz der drohenden Gefahr wurden dort noch grosse Partys gefeiert, auf denen sich Gäste aus ganz Europa ansteckten und den Virus in ihre Heimat einschleppten – darunter auch mindestens 27 Schweizer.

Die Fasnacht in Bellinzona mit ihren knapp 150'000 Gästen war wohl ein Hotspot der Corona-Krise.
Bild: Keystone

Auch einen weiteren Verstärker der Krise nannte die «SonntagsZeitung». Demnach könnte die Fasnacht in Bellinzona eine weitere Brutstätte für das Virus gewesen sein. Zwischen 20. und 25. Feb­ruar feierten etwa 150'000 Menschen beim traditionellen «Rabadan». Das Tessin ist eine der Regionen in der Schweiz, die am stärksten von Covid-19-Infektionen getroffen ist. 

9.08 Uhr: Gericht in Brasilien kippt Regierungskampagne gegen Einschränkungen wegen Corona

Ein brasilianisches Gericht hat es der Regierung des rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro untersagt, Empfehlungen gegen Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus zu verbreiten. Die Richter in Rio de Janeiro ordneten am Samstag die Einstellung der Regierungskampagne «Brasilien darf nicht stillstehen» an. Trotz steigender Infektionszahlen in Brasilien lehnt Bolsonaro strenge Eindämmungsmassnahmen gegen das neuartige Coronavirus ab.

Die Richter ordneten zudem an, dass Regierungsvertreter und mit ihnen in Verbindung stehende Menschen es unterlassen müssen, Informationen zum Coronavirus ohne wissenschaftliche Grundlage zu verbreiten oder «agitatorisch» einzusetzen. Binnen 24 Stunden muss die Regierung gemäss der richterlichen Verfügung eine offizielle Erklärung abgeben, in der klargestellt wird, dass die Kampagne «Brasilien darf nicht stillstehen» wissenschaftlichen Kriterien nicht standhält.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro fährt im Zusammenhang mit dem Coronavirus einen umstrittenen Kurs.
Bild: Keystone

Am Donnerstagabend hatten der Präsident und sein Sohn Flavio im Online-Dienst Facebook ein Video verbreitet, das einen Autokorso zeigte, dessen Teilnehmer die Wiedereröffnung von Geschäften und Schulen im südlichen Bundesstaat Santa Catarina bejubelten. Zudem teilten Jair und Flavio Bolsonaro ein Video der Regierungskampagne «Brasilien darf nicht stillstehen».

In dem Video werden die Menschen aufgerufen, ihrem Alltag trotz der Coronavirus-Pandemie weiterhin nachzugehen – ungeachtet aktueller Zahlen des Gesundheitsministeriums, wonach sich in Brasilien bereits 3500 Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben und 100 Menschen gestorben sind.

8.00 Uhr: Werden Massnahmen «massiv verlängert»?

Der Ausnahmezustand in der Schweiz dürfte laut «NZZ am Sonntag» länger als bis zum 19. April dauern. Die Zeitung beruft sich dabei auf Informationen von der Bundesratssitzung. Auch nach dem 19. April könne höchstens eine schrittweise Lockerung der Massnahmen anvisiert werden, hiess es.

In einem vertraulichen Lagebulletin vom Dienstag, aus dem der «SonntagsBlick» zitiert, wagte zudem Schutz & Rettung Zürich eine Prognose. Die «wahrscheinlichste Lageentwicklung» sei demnach, dass die Pandemie nicht genügend eingedämmt werden könne. Daher müssten die Massnahmen weiter verschärft und «massiv verlängert» werden – über die Sommerferien hinaus.

7.50 Uhr: Novartis-Chef macht Tempo

Novartis-Chef Vasant Nara­simhan setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das neue Coronavirus die grössten Hoffnungen in das Ma­lariamittel Hydroxychloroquin: «Präklinische Studien mit Tieren sowie ­erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus ­tötet», sagt Narasimhan im Interview mit der «SonntagsZeitung». Derzeit würden in Europa und den USA Patientinnen und Patienten für klinische Studien gesucht; mit den Aufsichtsbehörden in Washington und Bern kläre man eine Zulassung per Eilverfahren ab.

Der Basler Pharmariese untersucht verschiedene bereits entwickelte Medikamente, ob sie auch für den Einsatz gegen Covid-19 infrage kommen. Auch das Krebsmittel ­Jakavi sei «sehr vielversprechend», sagt Narasimhan. «Es wirkt zwar nicht gegen das Coronavirus, aber gegen die Immunreaktion im Körper».

Nach seiner Einschätzung zum weiteren Verlauf der Pandemie gefragt, antwortet der Novartis-CEO, dass eine Pandemie in Wellen komme: «In den nächsten Monaten dürfte die erste Welle zu Ende gehen, dann müssen wir uns auf die nächste vor­bereiten.» Italien und Spanien dürften den Höhepunkt erreicht haben, in den USA dagegen erwartet er vorerst noch eine weitere Ausbreitung. 

Novartis-CEO Vasant Nara­simhan leitet sein Unternehmen derzeit ebenfalls aus dem Home Office. 
Bild: Keystone

05.05 Uhr: Kloster überträgt Messe im Internet

Das Kloster Engelberg überträgt wegen der Corona-Pandemie heute Sonntag seinen in der leeren Kirche zelebrierten Gottesdienst im Internet. Auch am Palmsonntag, 5. April, kann die Messe aus dem Benediktinerkloster auf dessen Website mitverfolgt werden.

Bereits am Samstag, 21. März, dem Tag des Heiligen Benedikts, hatte das Kloster den Gottesdienst via Stream zugänglich gemacht. Abt Christian Meyer und ein Organist waren die einzigen, die sich in der der Kirche Unserer Lieben Frau von Engelberg, in der über 1'000 Personen Platz finden, aufhielten. Einen Klostersprecher zufolge haben rund 200 Personen die Übertragung verfolgt – er sprach von einem Erfolg.

7.00 Uhr: Johnson stimmt Briten auf schwere Zeiten ein

Mit einem emotionalen Brief stimmt der an Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson seine Landsleute auf schwere Zeiten ein. Auch schliesst er schärfere Massnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus nicht mehr aus.

«Es ist wichtig für mich, offen und ehrlich mit Ihnen zu reden. Wir wissen, dass sich die Lage verschlechtert, bevor sie besser wird», heisst es in dem Schreiben, das Downing Street am Samstag in London veröffentlichte. Am Montag hatte der Premier nach langem Zögern eine Ausgangssperre verhängt.

Die Zahl der Coronavirus-Toten in Grossbritannien stieg am Sonntag auf über 1'020. Die Zahl der bestätigten Infektionen lag bei rund 17'300. Neben Johnson haben sich auch Gesundheitsminister Matt Hancock und Thronfolger Prinz Charles infiziert.



2.05 Uhr: Über 2'000 Coronavirus-Todesfälle in den USA

In den USA sind mehr als 2'000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Dies zeigt eine Auflistung der renommierten Johns-Hopkins-Universität in Baltimore von Samstagabend (Ortszeit).

Ein Grossteil der Todesfälle entfällt auf den Bundesstaat New York, in dem sich das Coronavirus in den vergangenen Tagen besonders schnell ausgebreitet hat. Gouverneur Andrew Cuomo hatte die Zahl der Toten dort am Samstag mit mehr als 700 angegeben.

Die USA sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 – derzeit beläuft sich die Zahl auf mehr als 121'100. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. In Italien starben seit Beginn der Pandemie mehr als 10'000 Menschen. Das ist die höchste Zahl weltweit.

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