Teure Energiepreise

Plötzlich wollen viele Briten ihre Reptilien loswerden

dpa/amo

10.6.2022

A Bearded Dragon (pogona), pictured in the zoo in Basel, Switzerland, on Wednesday, February 11, 2015. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)
Besonders Bartagame werden in Grossbritannien häufig abgegeben, da die Haltungskosten hoch sind. (Symbolbild) 
KEYSTONE/Georgios Kefalas

In Grossbritannien steigen die Energiepreise. Das hat nicht nur Folgen für die Briten selbst, sondern auch für Reptilien, die als Haustiere gehalten werden. Immer öfter geben Besitzer ihre Reptilien ab. 

dpa/amo

10.6.2022

Schlangen, Echsen und andere Reptilien mögen Wärme. Nur ist Wärme in Grossbritannien gerade sehr teuer. Wegen der steigenden Energiepreise  geben immer öfter britische Reptilien-Besitzer ihre Tiere ab.

In den ersten drei Monaten dieses Jahres seien bereits mehr Reptilien zur Betreuung überlassen worden als im Gesamtjahr 2021, sagte der Chef des National Centre for Reptile Welfare (NCRW), Chris Newman, der BBC. «Finanzen sind offensichtlich das grösste Problem. Die Leute haben Angst, dass sie es sich nicht mehr leisten können, die Tiere mit Wärme zu versorgen und zu füttern», sagte Newman. Eine NCRW-Studie habe ergeben, dass 80 Prozent derjenigen, die ihre Tiere abgeben, aus «wirtschaftlichen Gründen» handelten.

In Grossbritannien sind die Energiekosten in der Grundversorgung zum 1. April um 54 Prozent gestiegen. Die Erhöhung war bereits vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine beschlossen worden – im Herbst wird eine weitere drastische Erhöhung erwartet.

Le serpent python reticule male decouvre son nouveau terrarium lors du demenagement des deux pythons reticules et de trois Axolotls dans leurs nouveaux espaces de vie du vivarium renove ce lundi 21 mars 2022 au Muzoo, parc zoologique Le Bois du Petit-Chateau de La Chaux-de-Fonds. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)
Auch Schlangen suchen in Grossbritannien wegen den hohen Energiekosten neue Besitzer. (Symbolbild)
KEYSTONE/Laurent Gillieron

Viele Reptilien müssen durchgehend mit energieintensiven Wärmelampen bestrahlt werden. Vor allem die Haltungskosten für Bartagamen sind sehr hoch. Hier habe es einen erheblichen Anstieg gegeben, hiess es vom NRCW mit Sitz im südostenglischen Tonbridge.

In Mittelengland registrierte die Organisation Proteus Reptile Trust ebenfalls deutlich mehr abgegebene Haustiere sowie Tiere, die in Pappschachteln und ausserhalb von Zoofachgeschäften abgestellt wurden. Die Tierschutzorganisation RSPCA befürchtet angesichts der steigenden Energiekosten, dass sich die Lage noch verschlimmert.