In Japan schnellen die Corona-Zahlen nach oben  – Italien fürchtet um seinen Nachwuchs

Agenturen/red

3.7.2020 - 20:30

Nicht nur in Japan, auch in der Schweiz steigen die Zahlen weiter: Am Freitag verzeichnete das BAG 134 neue Corona-Fälle. Der Bund sieht die Kantone in der Pflicht – und informiert zur Maskenpflicht im ÖV. Die Entwicklungen des Tages im Überblick.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Verschiedene Kantone verschärfen die Anti-Corona-Massnahmen: Tessin verbietet Ansammlungen mit mehr als 30 Personen, Waadt und Jura führt eine Maskenpflicht beim Einkaufen ein.
  • Nirgendwo haben sich bislang mehr Menschen innert 24 Stunden angesteckt, als in den USA: Das Land meldet 53'069 Neuinfektionen.
  • Wer aus Risiko-Ländern in die Schweiz einreist und gegen Quarantänebestimmungen verstösst, riskiert bis zu 10'000 Franken Busse. 
  • China erholt sich rascher als bisher angenommen. Der Index der Dienstleister hat so stark zugelegt wie seit zehn Jahren nicht mehr.
  • Die Regierung Portugals erhöht ihren Anteil an der von der Corona-Krise gebeutelten Fluggesellschaft TAP auf 72,5 Prozent.

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 134 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Zum dritten Mal in Folge überschritt die Zahl damit die Hundertermarke.

Am Mittwoch war die Zahl der Neuansteckungen zum ersten Mal seit Anfang Mai wieder auf über hundert Fälle gestiegen. Es wurden 137 neue Ansteckungen gemeldet. Dies bedeutete zugleich mehr als eine Verdoppelung der am Vortag gemeldete 62 Fälle. Am Montag waren dem BAG noch 35 neue Ansteckungen gemeldet worden.

Insgesamt gab es bisher 32'101 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag mitteilte. In Spitalpflege befinden sich 4'055 Personen, vier mehr als am Vortag.

Der Kanton Waadt reagiert auf die steigenden Infektionszahlen in der Region und führt ein Maskenobligatorium in den Einkaufsgeschäften ein. Dies hat die Kantonsregierung am Freitag angekündigt. Das Tragen einer Schutzmaske soll in allen Geschäften im Kanton Waadt Pflicht werden, sobald sich mehr als zehn Menschen in ihnen aufhalten. Die Massnahme wird am nächsten Mittwoch in Kraft treten. Auch im Kanton Jura müssen ab nächster Woche beim Einkaufen Schutzmasken getragen werden.

Die Tessiner Regierung hat neue Massnahmen im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie verhängt. Per sofort sind Menschenansammlungen von mehr als 30 Personen wieder verboten. Ausgehlokale dürfen pro Abend maximal 100 Personen bewirten.

Unterdessen kämpfen die USA weiter mit einem dramatischen Anstieg der Corona-Fälle. Mit rund 52'300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden wurde laut Daten der Johns-Hopkins-Universität am Donnerstag (Ortszeit) ein neuer Höchststand erreicht.

Zum Start des langen Feiertagswochenendes zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli rief der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, die Menschen am Freitag auf, Schutzmasken zu tragen und physische Distanz zu wahren, sollten sie sich in der Öffentlichkeit aufhalten.

22.00 Uhr: Wir beenden unseren heutigen Ticker

20.30 Uhr: Bolsonaro billigt abgeschwächte Form der Maskenpflicht

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit verabschiedet, allerdings in abgeschwächter Form. Bürgerinnen und Bürger sollen einen Mund- und Nasenschutz demnach auf Strassen und in Bussen und Bahnen tragen, aber Bolsonaro legte am Freitag sein Veto gegen eine Maskenpflicht in Kirchen, Schulen, Geschäften und Produktionshallen ein. Menschen dort eine Maske aufzuzwingen, könne gegen die Eigentumsrechte verstossen, argumentierte Bolsonaro. Er entschied sich ausserdem gegen eine Verordnung, die seine Regierung verpflichtet hätte, Masken an schutzbedürftige Gruppen auszuhändigen und Gleiches von Unternehmen für ihre Mitarbeiter verlangt hätte.



20.10 Uhr: USA begehen überschattet von Coronavirus-Pandemie Unabhängigkeitstag

Überschattet von der Coronavirus-Pandemie begehen die USA am Samstag ihren Unabhängigkeitstag. In der Hauptstadt Washington wird Präsident Donald Trump eine Zeremonie unter dem Motto «Salute to America» (Salut an Amerika) leiten. Geplant sind wie im Vorjahr Überflüge von Militärflugzeugen und ein grosses Feuerwerk. Der Nationalfeiertag am 4. Juli wird in den USA traditionell mit Paraden, Familientreffen und Feuerwerken gefeiert.

19.45 Uhr: Air France will mehr als 7'500 Stellen abbauen

Die Fluggesellschaft Air France will bis Ende 2022 wegen der Luftfahrtkrise rund 7'500 Stellen streichen. Das betreffe 6'560 Stellen bei Air France selbst, wie die Airline am Freitagabend mitteilte. Hinzu kämen 1'020 Stellen bei der Regionalfluggesellschaft Air France Hop. Durch viele altersbedingte Abgänge werde der Abbau aber abgefedert - bei Air France werde «mehr als die Hälfte dieses Stellenabbaus dank einer günstigen Alterspyramide ausgeglichen.» Bei Hop bleibt der Überschuss aber dennoch recht hoch.

Hop hat nach Angaben der Airline derzeit 2'420 Arbeitsplätze, Air France 41' 000. «Drei Monate lang gingen die Aktivitäten und Einnahmen von Air France um 95 Prozent zurück, und auf dem Höhepunkt der Krise verlor die Fluggesellschaft 15 Millionen Euro pro Tag», hiess es in einer Mitteilung mit Blick auf die Corona-Krise. So prognostiziert Air France, dass die Airline vor 2024 nicht das gleiche Aktivitätsniveau wie im Jahr 2019 erreichen werde.

19.00 Uhr: Plexiglas-Trennwände an Herbstsession im Bundeshaus

Für die Herbstsession von Nationalrat und Ständerat im Bundeshaus werden zum Schutz vor dem Coronavirus in den Ratssälen Plexiglas-Trennwände montiert. Dies teilte die Verwaltungsdelegation am Freitagabend mit.

Dass die Herbstsession der eidgenössischen Räte statt in der Berner Messe Bernexpo wieder im Parlamentsgebäude abgehalten wird, war bereits am 3. Juni beschlossen worden. Die Verwaltungsdelegation traf am Freitag nun weitere Entscheide über die Organisation der parlamentarischen Arbeit.

18.00 Uhr: Schweizer müssen in England bald nicht mehr in Quarantäne

Mit «Luftbrücken» will die britische Regierung Sommerurlaube ermöglichen und Quarantänemassnahmen verhindern. Doch die nur für England geltenden Massnahmen stossen auf grosse Bedenken.

Rechtzeitig zum Sommerurlaub lockert England seine wegen der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende aus 59 Ländern.

Von der neuen Regelung profitieren zudem 14 Überseegebiete, wie aus einer Liste der Regierung hervorgeht. Besucher unter anderem aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich ab 10. Juli bei ihrer Ankunft nicht mehr für 14 Tage isolieren.

17:15 Uhr: Auch in Japan schwillt Fallzahl wieder an

In Japan wächst die Angst vor einer neuen Infektionswelle. Das Land hat mit 209 Fällen am Freitag den höchsten Tagesanstieg an Corona-Neuinfektionen seit zwei Monaten erlebt, wie die Behörden meldeten. Darunter fallen auch 124 Fälle allein in Tokio, ebenfalls der höchste Anstieg an Neuinfektionen binnen 24 Stunden für die Hauptstadt seit Anfang Mai.

Tokio müsse sich auf eine mögliche zweite Corona-Welle einstellen, sagte Gouverneurin Yuriko Koike. Sie appellierte an die Menschen, das Nachtleben zu meiden. Die 20- bis 30-Jährigen machten etwa 70 Prozent bei den Neuinfektionen am Freitag aus, sagte sie. Der Aufwärtstrend kommt zwei Tage vor der Gouverneurswahl in Tokio, bei der die amtierende Gouverneurin eine Wiederwahl anstrebt.

16 Uhr: Italien befürchtet noch weniger Kinder

Italien befürchtet, dass durch die Corona-Krise die ohnehin niedrige Zahl der Geburten weiter sinken wird. Als Gründe nennen Experten das aktuell oft unsichere Lebensgefühl, Arbeitslosigkeit und Zukunftsängste wegen der Wirtschaftskrise.

Schon in den vergangenen Jahren gab es in dem Mittelmeerland oft sehr niedrige Babyraten. Derzeit gehen die Fachleute von einer Zahl von im Schnitt 1,3 Kindern pro Frau aus.

Nun schätzen die Statistiker in Prognosen, dass wegen der Corona-Krise – verteilt auf 2020 und 2021 – in Italien mindestens rund 10'000 Babys weniger geboren werden, als vor der Lungenkrankheit erwartet. Sollte die Arbeitslosigkeit steil steigen und sich die Wirtschaftslage weiter verdüstern, könnte es sogar noch weniger Nachwuchs geben.

15.15 Uhr: GDK fordert Ausweispflicht im Ausgang

Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) empfiehlt den Kantonen, in Bars und Clubs eine Ausweispflicht einzuführen. Dadurch soll das Rückverfolgen von Infektionsketten sichergestellt werden.

In den vergangenen Tagen habe sich gezeigt, dass die Schutzkonzepte von Bar- und Clubbetreibern zum Teil grosse Mängel aufwiesen oder diese umgangen werden könnten, schreibt teilt die GDK mit. Das erschwere das Contact Tracing der Kantone.

Mit dem Vorweisen einer Identitätskarte könne sichergestellt werden, dass die korrekten Angaben der Besucherinnen und Besucher erfasst würden, und dass diese bei Bedarf kontaktiert werden könnten.

Zudem sollte aus Sicht der GDK rechtlich vorgesehen werden, dass Bars und Clubs mit einschränkenden Massnahmen belegt werden könnten, sollten diese Schutzmassnahmen nicht einhalten oder Personendaten nicht erfassen. Die GDK nennt etwa eine erneute Einschränkung der Öffnungszeiten, eine Einschränkung der Personenzahl oder gar die Schliessung eines Betriebs.

15.09 Uhr: Waadt zieht bei Maskenpflicht in Läden nach

 Wie der Jura hat auch der Kanton Waadt eine Maskenpflicht in Läden beschlossen. Diese gilt ab nächstem Mittwoch und sofern sich in einem Geschäft mehr als zehn Leute gleichzeitig aufhalten, wie SRF schreibt. 

Die Maske wird in den Kantonen Jura und Waadt auch beim Einkaufen Pflicht.
Bild: Getty/afp/Belga Mag

14:54 Uhr: Nach der Medienkonferenz ist vor der Medienkonferenz

Die Medienkonferenz endet, aber die nächste läuft bereits. Dabei geht es um die SBB und 100 Tage Vincent Ducrot. Bis hierhin Danke fürs Mitlesen.

14.40: Strenge Grenzen im Tessin, Maskenpflicht im Jura

Die Tessiner Regierung hat neue Massnahmen im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie verhängt. Per sofort sind Menschenansammlungen von mehr als 30 Personen wieder verboten. Ausgehlokale dürfen pro Abend maximal 100 Personen bewirten.

Damit setzt der Südkanton die Obergrenze der Gäste für Nachtclubs und Diskotheken herab. Schweizweit gilt die Regelung, dass Nachtclubs pro Abend 300 Personen aufnehmen dürfen. Die Kantone dürfen diese Regel jedoch verschärfen, falls das Contact Tracing nicht mehr umgesetzt werden könnte. Dies sei im Moment im Südkanton der Fall, erklärte Paolo Binachi, Direktor der Abteilung Öffentliche Gesundheit, am Freitagnachmittag vor den Medien.

14:38 Uhr: Maskenpflicht in Einkaufszentren

Im Kanton Jura müssen ab nächster Woche beim Einkaufen Schutzmasken getragen werden. Diese hat die Regierung am Freitag beschlossen. Grund sei die Zunahme von Infektionen mit dem Coronavirus.

In letzten zehn Tage seien 20 Neuinfektionen registriert worden, teilte die Regierung des Kantons Jura mit. Das Maskenobligatorium tritt am Montag in Kraft und gilt vorerst für zwei Monate. Die Maskentragpflicht in Läden gilt auch für Kinder ab 12 Jahren.

14.38 Uhr: Was droht Quarantänebrechern?

Das Höchstmass sind 10'000 Franken Busse. Wie hoch die Strafe wirklich ausfällt, obliegt den Kantonen. Die Kontrolle erfolgt ebenfalls durch die Kantone – etwa durch einen Telefonanruf. Die App wird nicht für Kontrollen eingesetzt.

14.36 Uhr: Warum Sie in den letzten zehn Minuten nichts verpasst haben...

Im Moment gibt es ein zähes Gespräch darüber, ob es eine Lohnfortzahlung geben kann, wenn ein Land erst auf die Liste rutscht, wenn man dort ist. Die Antwort auf diese lange Diskussion: Es ist umstritten, das wird wohl vor Gericht geklärt müssen. Wie viele Fälle das nachher wohl betreffen mag? Aber was soll’s, wir können ja über alles reden…

14.22 Uhr: Kommt wieder eine Homeoffice-Empfehlung?

Derzeit ist das nicht geplant, es könnte aber wieder eine geben, lautet die schwammige Antwort.

14.21 Uhr: Wird es Kauf- oder Gratis-Masken in Zug geben?

Hänes Antwort dauert einige Minuten. Wir erlauben uns, zu kürzen: Nein.

Allerdings gibt es Masken in Selecta-Automaten zu kaufen und an grossen Bahnhöfen in einigen Läden.



14.19 Uhr: Essen im ÖV

«Man darf essen und trinken im Zug, wenn man die Maske danach wieder aufsetzt», so Häne. Es wird ergänzt, dass das im Nahvekehr aber zumeist durch die örtlichen Betreiber verboten sei.

14.15 Uhr: Was wenn mann seine Reise wegen der Liste absagt?

Wenn das BAG von Reisen in solche Länder abrät, ist eine Deckung über Reiseversicherungen teilweise möglich, so Mathys. Das treffe aber nur auf Reise zu, die in der Vergangenheit schon gebucht worden sind.

14.11 Uhr: Kann die Quarantänepflicht überprüft werden, wenn jemand im Auto aus Deutschland oder Frankreich kommt?

Kurze Antwort: Nein. Das sei höchstens bei Flug- oder Busreisen aus dem Ausland möglich.

14.10 Uhr: Nachfragen der Presse

Die Liste der Risikostaaten werde monatlich angepasst, sagte Sommaruga am Mittwoch noch. In der Verordnung werde das aber auch so umgesetzt, sagt Mathys. Man liesse sich dennoch die Möglichkeit offen, auch noch kurzfristiger zu reagieren. Und wenn ein Land beim Auslandsaufenthalt auf die Liste rutscht? Mathys sagt, in diesem Falle bestehe keine Quarantänepflicht. Mike Schüpbach bestätigt, der Zeitpunkt der Einreise sei in diesem Fall ausschlaggebend.

14.05 Uhr: Zur Lage im Nahverkehr

Christa Hostettler von Postauto hat rund 150 Kondukteure im Einsatz, die ebenfalls Passagiere wegweisen können. Die Verhältnismässigkeit müsse aber gewahrt werden. Die ersten Reihen in den Bussen bleiben abgesperrt und auch der Billetkauf sollte vor Fahrtantritt erfolgen.

14 Uhr: Zur Maskenpflicht im ÖV

Toni Häne, Leiter Personenverkehr SBB, weiss, dass der Abstand im ÖV «nicht immer eingehalten» werden könne und begrüsst das das Obligatorium ab Montag. Ein «regionaler Flickenteppich» werde durch die landesweite Regelung verhindert.

Die Pflicht werde analog etwa zum Rauchverbot umgesetzt, das Personal werde aber «keine Polizei spielen» und «keine Bussen aussprechen». «Wer sich weigert, eine Maske zu tragen, kann aufgefordert werden, dass Transportmittel zu verlassen.» in der Folge könne die Bahnpolizei eingreifen.

Essen und Trinken ist im öffentlichen Verkehr nach wie vor erlaubt – während dieser Zeit kann die Maske entfernt werden. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind einzig Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren und Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen dürfen.

Die Auslastung der SBB steigen um fünf auf 60 Prozent, beim Nahverkehr wuchs das Passagieraufkommen seit vergangener Woche ebenfalls um fünf auf 70 Prozent.

13.55 Uhr: Stichwort Kurzarbeit

Boris Zürcher führt Details zur Kurzarbeiterentschädigung aus. Ab 1. September gilt wieder ein Tag Selbstbehalt für die Arbeitnehmenden. Der Kreis der Berechtigten werde mehr und mehr verkleinert, um die Massnahme bis 2021 auslaufen zu lassen. Das Personal beim RAV werde von den Kantonen wegen der erwarteten Formularflut aufgestockt.

13.47 Uhr: Änderungen am 20. Juli

Ab dem 20 Juli werden einige Staaten von der Liste gestrichen – von Algerien über China bis Zypern. Cornelia Lüthy, verweist darauf, dass die Schweiz eine Einreise kaum verhindern kann, wenn die Einreise in den Schengen-Raum erfolgt ist.

13.45 Uhr: Zum Grenzregime

Zu den Schengen-Staaten gibt es keine Kontrollen mehr, sagt Cornelia Lüthy, vom SEM, aber die Quarantäneverpflichtungen gelten dennoch. Man könne also von Schweden aus einreisen, müsse aber in Quarantäne. Dasselbe gelte auch beispielsweise für Franzosen, die in den USA leben würden.

13.40 Uhr: Zur Maskenpflicht

«Weitere Massnahmen in Bezug auf das Maskentragen obliegt den Kantonen», so Mathys. Es werde weiter beobachtet, wo ausser in Clubs oder Bars noch Hotspots entstünden. «Wir müssen jetzt mit Skalpell und Pinzette da tätig werden, wo man weiss, dass es eine Problematik bezüglich einer Ansteckung bestehen kann.» Der Bund setzt grosse Hoffnungen ins Contact Tracing – und fordert die Kantone zum Handeln auf.

«Die Kantone stehen jetzt in der Pflicht», so Mathys. Mit der Rückkehr aus der ausserordentlichen Lage liege die Kompetenz wieder bei ihnen. National umsetzbare Massnahmen seien nicht das Ziel.

13.37 Uhr: 29 Länder auf der Liste

Die Liste mit Ländern, bei denen Quarantäne-Zwang besteht, wird 29 Länder umfassen. «Wer ab Montag von dort einreist, ist verpflichtet, sich bei den kantonalen Behörden zu melden und sich für zehn Tage in Quarantäne zu begeben», sagt Patrick Mathys vom BAG. Eine Entschädigung werde dafür nicht gezahlt. «Wer aus so einem Land zurückreist, hat eine gewisse Mitschuld. Wir empfehlen definitiv nicht, in diese Länder zu reisen.»

13.35 Uhr: BAG besorgt

«Die Situation gibt zu wenig positivem Anlass», sagt Patrick Mathys vom BAG. Es gebe «verschiedene Hotspots, wo die Fallzahlen rapide zunehmen.» Konkret genannt werden die USA und Brasilien. Doch auch in den Nachbarländern gebe es den Trend zu einer Zunahme, der «gut beobachtet werden» müsse. In der Schweiz gab es so eine Tendenz zuletzt ebenfalls: «Es ist nicht absehbar, ob der Trend anhält.» Auch die Hospitalisierung hätten leicht zugenommen. Aktuell würden zwölf Intensiv-Patienten beatmet.

13.15 Uhr: Medienkonferenz um 13.30 Uhr

Das BAG informiert in Sachen Corona über den neusten Stand der Dinge. Wir tickern die Medienkonferenz live.

12.30 Uhr: 134 Neuinfektionen in der Schweiz

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 134 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Zum dritten Mal in Folge überschritt die Zahl damit die Hundertermarke.

Insgesamt gab es bisher 32'101 laborbestätigte Covid-19-Fälle, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag mitteilte. Am Donnerstag wurden 116 neue Fälle gemeldet, am Mittwoch 137. Die 137 Neuinfektionen stellten gegenüber dem Dienstag mehr als eine Verdoppelung dar. Am Montag waren dem BAG noch 35 neue Ansteckungen gemeldet worden.

Bisher starben gemäss Angaben von Freitag 1686 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis am Donnerstagmorgen übermittelt hatten. In Spitalpflege befinden sich 4055 Personen, vier mehr als am Vortag.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher auf insgesamt 614'283. Bei 6,3 Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus. Von Donnerstag auf Freitag wurden dem BAG 15'178 neue Tests gemeldet.

Grund zur Sorge gibt weiterhin die Reproduktionszahl R, also die Anzahl Personen, die eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Diese liegt nach Angaben der Swiss National Covid-19 Science Task Force des Bundes seit Mitte Juni wieder signifikant über 1. Das heisst, dass eine infizierte Person im Durchschnitt mehr als eine weitere Person ansteckt.

12 Uhr: Strenge Auflagen für Reisende aus Risikogebieten

Wer in die Schweiz aus Ländern mit erhöhtem Corona-Ansteckungsrisiko – also etwa Argentinien, Bahrain, Israel, Serbien, Russland oder den USA – einreist, muss sich ab kommenden Montag zwingend zehn Tage lang in Quarantäne begeben und darf seine Wohnung also so lange nicht verlassen. Ausserdem haben sich diese Personen innert zwei Tagen nach ihrer Rückkehr bei den kantonalen Behörden zu melden.

Wer gegen diese Pflichten handelt, riskiert strenge Strafen, wie SRF berichtet. Entziehe man sich der Quarantäne, könne man nach dem Epidemiegesetz mit einer Busse von maximal 10'000 Franken bestraft werden, im Falle einer Fahrlässigkeit könnten es bis zu 5000 Franken werden.

Entsprechende Reisen dürften sich die meisten also gut überlegen, denn nachteilig wirken sich diese auch auf den Lohn aus: Wer aus einem Risikogebiet zurückkehre und deshalb zehn Tage lang nicht arbeiten könne, habe nämlich keinen Lohnanspruch, wie das Bundesamt für Gesundheit in den Erläuterungen zu den neuen Bestimmungen erklärt.

Wer aus einem Land mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in die Schweiz einreist, muss zehn Tage lang in Quarantäne. Verstösst man dagegen, drohen hohe Bussen. (Symbolbild)
Bild: Keystone

11.57 Uhr: Verwirrung und Staus an griechischen Grenzen 

An den griechischen Einreisestellen kommt es seit Tagen zu Staus und Missverständnissen wegen Corona-Tests. An der Grenze Griechenlands zu Bulgarien hatte sich bereits am Freitagmorgen abermals ein mehr als zehn Kilometer langer Stau gebildet. Der Grund für das lange Warten von bis zu sechs Stunden in sengender Hitze sei der Personalmangel auf griechischer Seite sowie die Coronatests, die alle Urlauber aus Nicht-EU-Staaten machen müssen, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Frust auch im Tourismusministerium: Am Donnerstagabend landete während einer Live-Übertragung eines privaten TV-Senders ein Flieger aus Stockholm auf dem Flughafen von Rhodos. Reporter fragten, wieso ein Flug aus Schweden ankommt, obwohl Direktflüge aus diesem Land bis 15. Juli nicht erlaubt seien. Das Ministerium für Tourismus in Athen gab an, es sei ein Sonderflug, in dem Journalisten und wichtige Funktionäre eines großen Reiseunternehmens saßen. Reporter wollen zugleich festgestellt haben, dass auch normale Urlauber darunter gewesen sein sollen.

11.25 Uhr: 47-Jähriger bezieht durch Betrug Covid-19-Kredite

Im Tessin ist ein 47-jährigen Mann festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem in der Region Lugano wohnhaften Italiener vor, durch Falschinformationen zwei Covid-19-Kredite in Höhe von insgesamt über 600'000 Franken bezogen zu haben.

Der Mann hat die Gelder für «fremde Zwecke» verwendet, wie Tessiner Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei am Freitagmorgen in einem Communiqué festhalten. Der italienische Staatsbürger habe die Kredite hauptsächlich für persönliche Ausgaben eingesetzt.

Neben Betrug und Falschangaben werden dem Mann auch Geldwäsche und ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Wie es im Communiqué weiter heisst, hat der Zwangsmassnahmenrichter den vorläufigen Freiheitsentzug des 47-Jährigen bestätigt.

11 Uhr: Trump kommt zu Feuerwerk am Mount Rushmore

US-Präsident Donald Trump beginnt das Wochenende des Unabhängigkeitstags in den USA mit der Teilnahme an einem umstrittenen Feuerwerk am Mount Rushmore. Trump wird voraussichtlich am (heutigen) Freitag bei der Veranstaltung im US-Staat South Dakota sprechen. Für die Feuerwerksshow wurden ungeachtet des Coronavirus 7'500 Tickets verkauft. Trump kündigte am Donnerstag an, es werde eine «Darbietung, wie sie wenige Menschen gesehen haben».

Trump nutzt die Kulisse, um sich von seinen Anhängern feiern zu lassen. Sogar T-Shirts mit dem Gesicht Trumps neben dem der übrigen vier Präsidenten auf dem Mount Rushmore, George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt, werden bei dem Event verkauft. Gleichzeitig gibt es Proteste von Gruppen indigener Amerikaner und Bedenken wegen des Virus und der Gefahr von Waldbränden durch das Feuerwerk. Die republikanische Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, sagte, bei der Veranstaltung müsse der Abstand zu anderen nicht eingehalten werden. Mundschutze seien freiwillig. Organisatoren wollen jedem, der will, einen Mundschutz geben und Teilnehmer an der Veranstaltung auf Symptome des Coronavirus untersuchen.

Der republikanische Bürgermeister der nahen Stadt Rapid City, Steve Allender, sagte, er werde Ausschau nach einem Anstieg von Corona-Infektionen nach der Veranstaltung halten, wie die Zeitung «Rapid City Journal» meldete.

Vertreter mehrerer indigener Gruppen in der Region äusserten Bedenken, die Feuerwerksshow könne zu einem Ausbruch des Virus unter ihren Angehörigen führen. Diese seien besonders anfällig für das Coronavirus, weil sie ein unterfinanziertes Gesundheitssystem und vielfach chronische Krankheiten hätten. «Der Präsident gefährdet unsere Stammesangehörigen, um einen Fototermin an einer unserer heiligsten Stätten zu veranstalten», sagte der Vorsitzende der Cheyenne River Sioux, Harold Frazier.

US-Präsident Trump will an dem umstrittenen Feuerwerk am Mount Rushmore teilnehmen.
Bild: dpa

10.35 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in Israel steigt rasant

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in Israel erstmals die Marke von 1'000 überschritten. Wie das Gesundheitsministerium am Freitagmorgen mitteilte, wurden am Donnerstag 1'107 Fälle registriert - so viele wie nie zuvor seit dem Ausbruch der Pandemie. Der bisherige Höchstwert war am Mittwoch mit 967 vermerkt worden. Nach Angaben des Ministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 27'542 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 325 Infizierte sind gestorben. Aktive Fälle gibt es etwa 9'600.

In Israel und den Palästinensergebieten war die Pandemie zunächst glimpflich verlaufen. Nach Lockerungen stiegen die Zahlen der Infizierten jedoch seit gut einem Monat stark an. Experten führen den Zuwachs in Israel unter anderem auf zu rasches Lockern, aber auch auf die gestiegene Zahl von Tests zurück.

Ultraorthodoxe Juden warten nach einem Coronavirus-Ausbruch in Ashdod. Israel, an einer gesperrten Strasse. 
Bild: Keystone

10.15  Uhr: England lockert Quarantäne-Vorschriften

England lockert seine wegen der Corona-Pandemie getroffenen Quarantäne-Vorschriften für Einreisende aus etwa 60 Ländern und Überseegebieten. Das berichtete der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag dem Nachrichtensender Sky News. Besucher unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien müssen sich ab dem 10. Juli bei ihrer Ankunft nicht mehr selbst für 14 Tage isolieren.

Eine Liste aller Länder, die von der Quarantäne ausgenommen werden, sollte noch am Freitag veröffentlicht werden. Die neue Regelung gilt nur für England – in Wales, Schottland und Nordirland sind weiter die alten Vorschriften in Kraft.

England will die Quarantänepflicht für Einreisende aus bestimmten Ländern beenden. (Symbolbild)
Bild: AP

9.50 Uhr: Krematorium verschmutzt die Luft

Im bolivianischen La Paz arbeitet das städtische Krematorium aufgrund der Corona-Pandemie rund um die Uhr und schlägt deshalb auch den gesunden Anwohnern auf die Lunge. Nun fordern sie eine Verlegung.

9.30 Uhr: Remdesivir könnte europaweit zugelassen werden

Die Substanz Remdesivir soll heute in der Europäischen Union die Zulassung zur Behandlung von schweren Covid-19-Erkrankungen, bekommen, wie SRF berichtet. Es werde erwartet, «dass die EU-Kommission die Entscheidung im Laufe des Tages bekannt gibt».

Das Medikament gilt als eines der wenigen bislang bekannten Mittel, die gegen Covid-19 helfen sollen. Eine internationale Studie mit über 1'000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann – von 15 auf 11 Tage.

Die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt die Behandlung von Erwachsenen und Heranwachsenden ab 12 Jahren mit Remdesivir. Voraussetzung sei aber, dass der Patient eine Lungenentzündung habe und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt werden muss.

In der Schweiz darf der Wirkstoff bereits ausserhalb von klinischen Studien zur Behandlung von Covid-19 Patienten breiter eingesetzt werden, wie das Schweizerisches Heilmittelinstitut Swissmedic gestern mitteilte.

Grafik: dpa

8.15 Uhr: Neuer Rekord bei Infektionen in den USA

Das Coronavirus breitet sich weiterhin rasant in den USA aus. Am Donnerstag erreichte die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen mit 53'069 Fällen binnen 24 Stunden abermals einen neuen Höchststand, wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mitteilte. Damit wurde ein erst am Vortag erreichter Höchststand von 52'898 Neuinfektionen übertroffen.

Insgesamt wuchs die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA auf 2,735 Millionen an. Zuletzt wurden zudem der Universität zufolge weitere 649 Todesfälle verzeichnet, womit die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten auf 128'677 stieg. Die Vereinigten Staaten sind sowohl hinsichtlich der Ansteckungs- als auch der Totenzahlen das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Menschen warten in Houston, Texas, auf einen Covid-19-Test. (Archiv)
Bild: Keystone

Die Rate der Infektionen hatte in den USA in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Kritiker bezeichneten deswegen die Lockerungen der Corona-Beschränkungen als voreilig. In mehreren Regionen des Landes wurden diese Restriktionen inzwischen teilweise wieder rückgängig gemacht oder neue Arten von Beschränkungen verhängt.

Besonders betroffen vom zuletzt starken Anstieg der Infektionszahlen sind Bundesstaaten im Süden wie Texas und Florida, aber auch der Westküstenstaat Kalifornien. In Texas ordnete der als enger Verbündeter von Präsident Donald Trump geltende republikanische Gouverneur Greg Abbott eine Maskenpflicht für alle Bezirke an, in denen mindestens 20 Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. Auch verhängte Abbott ein Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern. Zudem gelten nun Abstandsregeln.

7.59 Uhr: Kuoni bietet Touristen Umbuchungen an

Kuoni reagiert auf die Entscheidung des Bundes, mehrere Länder auf einen Corona-Index zu setzen. Pauschalreisekunden, die nach ihren Ferien nicht in die Pflicht-Quarantäne wollen, könnten ihre Reise kostenlos stornieren oder umbuchen, teilte die Kuoni-Besitzerin DER Touristik Suisse mit.

Insgesamt stehen 29 Länder auf der am Donnerstag vom Bund publizierten Quarantäne-Liste. Darunter sind etwa Schweden, oder die für die Schweiz wichtigen Länder Serbien, Kosovo und Nordmazedonien. Dazu gehören aber auch die USA, Russland und viele lateinamerikanische Länder. Wer ab Montag aus einem solchen Risikoland in die Schweiz einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne.

Die Reisemarken von DER Touristik Suisse würden nun die betroffenen Kunden informieren und ihnen ermöglichen, die Reise zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen beziehungsweise sie ganz zu stornieren. Die Entscheidung seien vor dem Hintergrund getroffen worden, dass die Quarantäne-Pflicht ein Hindernisgrund für die Reise sein könnte, so die Mitteilung.

Für alle Destinationen in Nordamerika und Ozeanien habe man ausserdem entschieden, die Programme auch für den Monat August ganz abzusagen. Diese Kunden könnten ebenfalls umbuchen oder ganz stornieren.

Zwei Männer mit Schirm gehen in Zürich vor dem Logo des Reisekonzerns Kuoni vorbei. (Archiv)
Bild: Keystone

7.10 Uhr: Kein Corona durch Schmusen mit Katzen

Laut der WHO können einige Tiere durch den Menschen mit Covid-19 angesteckt werden. Eine Übertragung durch Haustiere auf den Menschen sei jedoch nicht belegt.

6.30 Uhr: Die am stärksten betroffenen Länder

Die am stärksten betroffenen Länder - Infizierte, Todesfälle, Genesene.
Grafik: dpa

5.10 Uhr: US-Studenten feiern Corona-Partys

Studenten im US-Staat Alabama sollen Corona-Partys gefeiert haben, um einander bewusst mit dem Virus anzustecken. Sie hätten in einer Art Spiel darum wettgeeifert, wer sich den Erreger zuerst einfangen würde, berichteten Medien unter Berufung auf Sonya McKinstry, Stadträtin in Tuscaloosa.

Die Organisatoren hätten Gäste eingeladen, die zuvor positiv auf das Virus getestet worden seien. Dann hätten die Studenten Geld in einen Topf geworfen. Wer zuerst an Covid-19 erkrankte, bekam Bares. «Es macht keinen Sinn», sagte McKinstry. «Die machen das absichtlich.»

Tuscaloosas Feuerwehrchef Randy Smith sagte dem Stadtrat am Dienstag, dass seine Kollegen die Teilnahme einiger Studenten an solchen Partys bestätigen könnten. Dabei hätten die jungen Leute gewusst, dass sie sich angesteckt hätten. Erst habe die Feuerwehr gedacht, dass die Feten Gerüchte seien. Nach einigen Recherchen seien Behördenvertreter aber zum Schluss gekommen, dass sie Realität seien. Auch Arztpraxen könnten dies bestätigen.

Die Tageszeitung «Tuscaloosa News» zitierte den örtlichen Mediziner Ramesh Peramsetty mit den Worten, dass Gerüchte über Corona-Partys schon seit rund einem Monat kursierten. Als seine Pflegekräfte Patienten für Corona-Tests ausgewählt hätten, hätten sie von den Hauspartys erfahren, sagte er.

Sogar Videos von den Feten hätten College-Studenten seinen Mitarbeitern gezeigt. Als die Studenten gerufen wurden, um ihnen ihre Resultate mitzuteilen, sei aufgefallen, dass einige sehr erregt und glücklich darüber gewesen seien, dass ihr Test positiv ausgefallen sei. Andere wiederum seien sehr verstimmt gewesen, weil es bei ihnen negativ ausgegangen sei, sagte Peramsetty.

US-Studenten feiern nach aus Ausbruch der Corona-Pandemie am Strand. (Archiv)
Bild: Keystone

4.49 Uhr: Chinas Dienstleister legen überraschend stark zu

Chinas Dienstleistungsbranche ist dank der Lockerungen in der Corona-Krise im Juni so stark gewachsen wie seit zehn Jahren nicht mehr. Der am Freitag veröffentlichte Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex stieg auf 58,4 Punkte nach 55,0 Zählern im Mai.

An Bord eines Transportschiffes der Wan Hai Lines im Hafen von Kwai Chung in Hongkong stapeln sich die Container. Chinas Wirtschaft nimmt Fahrt auf. Die Dienstleistungsbranche überrascht mit dem grössten Wachstumssprung seit zehn Jahren. (Archivbild)
Keystone

Das war der höchste Stand seit April 2010. Aufgrund der Lockerungen seien Dienstleistungen wieder verstärkt nachgefragt worden. Auch der Index für das Neugeschäft legte zu auf 57,3 Punkte. Das war das stärkste Wachstum seit August 2010. Die Neuaufträge im Aussenhandel wiesen erstmals seit Januar wieder ein Plus aus.

Die Daten deuten darauf hin, dass die Erholung der chinesischen Wirtschaft nach dem Einbruch wegen der Coronavirus-Pandemie ausgewogener ist und eine breitere Basis hat als zunächst angenommen. Viele Ökonomen gehen inzwischen davon aus, dass die nach den USA zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt im laufenden zweiten Quartal wieder wächst.

0.05 Uhr: Staat übernimmt Kontrolle über TAP Air Portugal

Der portugiesische Staat springt als Retter bei der nationalen Fluglinie TAP Air Portugal ein. Er übernehme die Kontrolle über die wegen der Corona-Pandemie schwer angeschlagene Fluggesellschaft, sagte Finanzminister Joao Leao am späten Donnerstagabend in Lissabon.

In Portugal übernimmt der Staat die Kontrolle über die heimische Fluggesellschaft TAP Air Portugal. (Symbolbild)
Keystone

Mit den privaten Aktionären sei ein Abkommen zur Erhöhung des Staatsanteils am Aktienkapital der traditionsreichen Airline auf 72,5 Prozent vereinbart worden. Die Airline gehörte zuvor zu 50 Prozent dem Staat und zu 45 Prozent dem privaten Investor Atlantic Gateway.

Medienberichten zufolge reduziert sich nun der Anteil des Konzerns Atlantic Gateway auf 22,5 Prozent. Dafür zahlt der Staat 55 Mio. Euro, sagte Leao. Fünf Prozent des Aktienkapitals werden weiterhin von Mitarbeitern gehalten.

Die sozialistische Regierung hatte zuvor mit einer Zwangsverstaatlichung der Fluggesellschaft gedroht, falls keine Einigung mit den privaten Investoren zustande kommen sollte. Auch eine Insolvenz war zeitweilig in Erwägung gezogen worden.

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