UN-Chef stimmt bei Klimakonferenz auf «Kampf unseres Lebens» ein

SDA

11.11.2021 - 21:15

Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen.
Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. hat bei der Weltklimakonferenz eindringliche Worte zur Klimakrise gewählt.
Bild: John Minchillo/POOL AP/dpa

Weiter werden Kohlekraftwerke gebaut und fossile Energien subventioniert – trotz eskalierender Klimakrise. Das muss aufhören, fordert UN-Chef Guterres. Kann die Klimakonferenz die richtigen Signale geben? Ein Pakt Chinas mit den USA macht manchen Hoffnung.

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11.11.2021 - 21:15

Im Endspurt der Weltklimakonferenz in Glasgow hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres die rund 200 Staaten ermahnt, in den Verhandlungen mehr Ehrgeiz und Kompromissbereitschaft zu zeigen. Zudem müssten alle Länder «radikal» ihren Ausstoss klimaschädlicher Treibhausgase drosseln.

«Dies ist der wichtigste Kampf unseres Lebens», sagte er am Donnerstag vor dem Plenum. Am vorletzten Gipfeltag machte auch UN-Klimachefin Patricia Espinosa Druck. «Wir werden härter arbeiten als jemals zuvor – weil wir es müssen.» Bewegung in die teils stockenden Gespräche könnte ein überraschend geschlossener Klima-Pakt Chinas und der USA bringen – den zwei grössten Verursachern schädlicher Klimagase.



«Jedes Land, jede Stadt, jede Firma, jede Finanzinstitution muss radikal, glaubwürdig und nachvollziehbar ihre Emissionen runterfahren und ihre Portfolios entsprechend bereinigen – und zwar ab jetzt», forderte Guterres. Anders sei das gemeinsame Ziel nicht zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

Dänemark, Costa Rica und Co. gehen voran

Die bisherigen Versprechen vieler Länder klängen hohl, wenn die Öl-, Gas- und Kohleindustrie weltweit immer noch Billionen an Subventionen erhalte, wie es der Internationale Währungsfonds festgestellt habe. «Oder wenn Staaten immer noch Kohlekraftwerke bauen. Oder wenn Treibhausgasemmissionen immer noch keinen Preis haben – was Märkte und Investitionen verzerrt.»

Rund ein Dutzend Staaten wollen unter der Führung von Dänemark und Costa Rica mit gutem Beispiel vorangehen und einen konkreten Ausstieg aus Öl und Gas festlegen. «Wir tun das, weil wir denken, dass wir es tun müssen», sagte der dänische Klimaminister Dan Jørgensen. «In einer 1,5-Grad-Welt gibt es keinen Platz für Öl und Gas.» Deutschland gehört wie bereits bei mehreren anderen internationalen Allianzen nicht zu den Unterzeichnern.



Die Umweltministerin von Costa Rica, Andrea Meza, verteidigte die Bedeutung der Allianz, auch wenn grosse Ölstaaten wie Saudi-Arabien oder Russland nicht dabei sind. «Wir wissen, dass das nur ein Anfang ist», sagte Meza. «Aber wir sind eben die, die den Mut haben, etwas zu tun.»

Pakt zwischen den USA und China überrascht

Neuen Schwung könnte auf den letzten Metern der überraschende Pakt von zwei Klimasündern bringen, die sich sonst selten einig sind: Der US-Klimaschutzbeauftragte John Kerry sagte, Amerika und China hätten keinen Mangel an Differenzen. «Aber beim Klima ist das der einzige Weg, diese Aufgabe zu bewältigen.» China trägt zu 27 Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen bei, während die USA einen Anteil von elf Prozent haben.

Beide Seiten wollen gemeinsam und jeder für sich den Umbau zu einer klimaneutralen Weltwirtschaft beschleunigen, wie es in der Erklärung heisst. Dazu werde man noch in diesem Jahrzehnt ehrgeizigere Klimaschutzmassnahmen ergreifen. Eingesetzt werden soll dazu auch eine gemeinsame Arbeitsgruppe.

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Der ugandischen Klimaaktivistin Vanessa Nakate ist das nicht genug: «Wir ertrinken in Versprechen. Aber Versprechen werden das Leiden der Menschen nicht stoppen», sagte sie. «Nur sofortige und drastische Massnahmen werden uns aus dem Abgrund ziehen.» Während die Klimakonferenzen kommen und gingen, stiegen die Emissionen weiter an.

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