Dutzende Verletzte bei schweren Sprengstoff-Explosionen

SDA/dpa

1.6.2019

Eine Rauchwolke steigt über der russischen Stadt Dserschinsk auf.
Bild: Yelena Sorokina/Tass

Auf dem Werksgelände einer Rüstungs- und Sprengstofffabrik im russischen Dserschinsk ist es zu schweren Explosionen gekommen. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt — weite Teile der Fabrik sind zerstört worden.

Bei mehreren Sprengstoff-Explosionen in einem Munitionsbetrieb in der russischen Stadt Dserschinsk sind Dutzende Menschen verletzt worden. 38 Werksmitarbeiter und Bewohner benachbarter Häuser hätten medizinische Hilfe gebraucht, teilte die Gesundheitsbehörde der Region der Agentur Interfax zufolge mit.

Darunter seien vier Schwerverletzte. Die Behörden riefen den Notstand aus. Die Zahl der Verletzten wurde mehrfach erhöht.

In russischen Medien waren eine riesige Rauchwolke sowie Feuer zu sehen. Die Explosionen geschahen demnach am Samstag bei der Firma Kristall, die für das Militär unter anderem Bomben herstellt sowie auch Sprengsätze für zivile Zwecke. Dserschinsk liegt rund 400 Kilometer östlich von Moskau.

Schwere Zerstörungen

Grosse Teile des Werks seien komplett zerstört worden, hiess es. Auf Videos mit Tonspur war die schwere Erschütterung zu hören. Anwohner der Stadt wurden aufgerufen, die Fenster geschlossen zu halten. Teils seien auch Fenster benachbarter Häuser infolge der Druckwelle geborsten, hiess es. Das Feuer war auch nach Stunden noch nicht gelöscht. Zudem wurden weitere Explosionen nicht ausgeschlossen.

Immer wieder verheerende Unglücke

Gebietsgouverneur Gleb Nikitin habe einen Sonderstab eingerichtet, meldete Interfax. Er sei auf dem Weg an die Unglücksstelle. Reporter berichteten, die Zufahrt zu dem Rüstungsbetrieb sei gesperrt.

Die Hintergründe der Explosionen waren noch unklar. Das nationale Ermittlungskomitee ermittelt wegen Verstosses gegen die Sicherheitsvorschriften.

In Russland kommt es immer wieder zu verheerenden Unglücken mit vielen Toten und Verletzten. Ursache dafür ist oft, dass elementarste Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten werden.

Allein seit 2014 habe es in Russland in Werken für Sprengstoffherstellung fast ein Dutzend ähnlicher Explosionen gegeben, listete die staatliche Nachrichtenagentur Tass in einem Dossier auf.

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