Politik Estland schliesst vorübergehend Grenzübergang zu Russland in Narva

SDA

21.6.2024 - 21:49

ARCHIV - Der Grenzübergang zwischen Estland und Russland in Narva bleibt an diesem Wochenende geschlossen. Foto: Kay Nietfeld/dpa
ARCHIV - Der Grenzübergang zwischen Estland und Russland in Narva bleibt an diesem Wochenende geschlossen. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Keystone

Estlands wird den Grenzübergang nach Russland in Narva aus Sicherheitsgründen über das Wochenende vorübergehend schliessen. Die Polizei- und Grenzschutzbehörde des baltischen EU- und Nato-Landes begründete den Schritt mit deutlich verlangsamten Grenzkontrollen auf russischer Seite. Dadurch mussten den Angaben zufolge Grenzgänger am Donnerstag und Freitag stundenlang auf die Möglichkeit warten, die Grenze überqueren zu können. Um eine Gefährdung der Gesundheit der Menschen und der öffentlichen Ordnung zu vermeiden, bleibe der Übergang am Samstag und Sonntag dicht, teilte die Behörde am Freitag mit. Andere Übergänge seien davon nicht betroffen, auch Einreisen nach Estland seien weiter möglich.

21.6.2024 - 21:49

Nach estnischen Angaben hatten sich aufgrund der langsamen Kontrollen am Donnerstag erstmals lange Warteschlangen in Narva gebildet. Bilder im Internet zeigten Hunderte Menschen, die teils mit Gepäck an der nachts geschlossenen Grenze ausharrten. Die Stadtverwaltung hat mobile Toiletten aufgestellt und Wasserflaschen verteilt. Weil es keine Anzeichen dafür gebe, dass Russland die Grenzkontrollen in naher Zukunft verbessern werde, sei im Interesse der lokalen Bevölkerung und des Wohlergehens der Grenzgänger beschlossen worden, den Grenzübergang zu schliessen, hiess es in der Mitteilung.

Innenminister Lauri Läänemets sagte, es gebe keine genauen Informationen darüber, warum der russische Grenzschutz gegenwärtig sehr langsam agiere. Estnische Medien spekulierten, dass der Zwischenfall mit den in Narva geplanten Feierlichkeiten und einer Parade von Militärangehörigen zum estnischen Tag des Sieges gegen die Rote Armee 1919 am 23. Juni zusammenhänge. Sie veröffentlichten auch Bilder von einem russischen Ballon, der offenbar die Menschenmassen auf der estnischen Seite der Grenze beobachten soll.

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