EU-Länder wollen härter gegen Schleuser am Ärmelkanal vorgehen

sda/tgab

28.11.2021 - 20:40

In this photo taken on Sunday, April 17, 2016 migrants ask for help from a dinghy boat as they are approached by the SOS Mediterranee's ship Aquarius, background, off the coast of the Italian island of Lampedusa. The European Union's border agency says the number of migrants crossing the Mediterranean Sea to Italy more than doubled last month. Frontex said in a statement on Monday that almost 9,600 migrants attempted the crossing, one of the most perilous sea voyages for people seeking sanctuary or jobs in Europe. (Patrick Bar/SOS Mediterranee via AP)
Einige EU -Länder haben sich auf strengere Massnahmen im Kampf gegen illegale Migartion über das Mittelmeer verständigt. (Symbolbild)
Bild: KEYSTONE/Patrick Bar

Immer wieder sterben illegale Migranten auf überladenen Booten  im Ärmelkanal auf dem Weg nach Grossbritannien. Bei einem Krisentreffen haben nun einige EU-Länder einen härteren Kampf gegen Schleuser vereinbart. 

sda/tgab

28.11.2021 - 20:40

Grossbritannien, das Ziel der mit kleinen Booten übersetzenden Flüchtlinge ist, wurde zur Schaffung legaler Migrationswege aufgerufen, sagte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Sonntagabend nach einem Krisentreffen der EU-Länder Frankreich, Belgien, Niederlande und Deutschland in Calais. Ausserdem müsse Grossbritannien die illegale Beschäftigung von Flüchtlingen erschweren. 



Frankreich hatte Grossbritannien von dem Treffen ausgeladen, nachdem der britische Premierminister Boris Johnson ein Abkommen mit Frankreich zur Rücknahme von Migranten gefordert hatte. Darmanin betonte, er wolle erneut mit seiner britischen Amtskollegin Priti Patel beraten. «Wir wollen mit den Briten zusammenarbeiten, die Briten sind unsere Alliierten.» Allerdings wolle Frankreich sich nicht zur Geisel der britischen Innenpolitik machen lassen, für die die Migrationspolitik gerade ein heisses Eisen ist.



Von der europäischen Grenzschutz-Agentur Frontex soll ausserdem ab Anfang Dezember ein Flugzeug zur Überwachung der Kanalküste auf französischer, belgischer und niederländischer Seite bereitstehen, sagte Darmanin. Zugleich zeigte er Verständnis für die Not der Flüchtlinge und betonte die humanitäre Dimension des Einsatzes an der Küste. Es helfe nicht, die Flüchtlinge zu kriminalisieren, die französische Polizei wolle Leben retten, indem sie versuche, die gefährlichen Überfahrten zu unterbinden.

sda/tgab