Corona-Übersicht

Festnahmen in Genf nach unbewilligter Corona-Demo

Agenturen/red

26.2.2021

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag innerhalb von 24 Stunden 1065 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG Acht neue Todesfälle und 45 Spitaleinweisungen.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 159,78 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,01.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 932'375 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 751'009 Dosen verabreicht. 221'259 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Schweizer Wirtschaft wächst nur noch ganz leicht

Die Schweizer Wirtschaft ist im vierten Quartal wegen der zweiten Corona-Welle nur noch ganz leicht gewachsen. Die starke Erholung vom Corona-Absturz im Sommer ist damit zum Stehen gekommen. Im Gesamtjahr 2020 sank das Bruttoinlandprodukt (BIP) derweil so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Das BIP stieg in der Periode von Oktober bis Dezember 2020 gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Grosse Einbussen hätten jene Dienstleistungsbranchen erlebt, die direkt durch die verschärften Eindämmungsmassnahmen betroffen gewesen seien, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mit. Das Gastgewerbe etwa erlitt eine Einbusse von gut einem Fünftel.


Die Ereignisse des Tages im Überblick:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Rund vier Millionen Menschen im Grossraum Athen werden mindestens eine weitere Woche mit einem Lockdown leben müssen.
  • Das BAG meldet 1065 neue Fälle bei 29'915 Tests, die Positivitätsrate liegt bei 3,6 Prozent. Acht Personen sind an Covid gestorben, 45 Personen wurden hospitalisiert. 
  • Bewegung im Terrassen-Streit: Glarus, Ob- und Nidwalden, Uri, Schwyz und das Tessin geben dem Druck aus Bern nach und schliessen die Restaurant-Terrassen in den Skigebieten.
  • Der Impfstoff von Pfizer/Biontech muss offenbar nicht bei extrem tiefen Temperaturen gelagert werden. Ein normales Gefrierfach mit rund minus 20 Grad ist in den letzten zwei Wochen vor dem Einsatz ausreichend.

21.50 Uhr: Wir beenden den Live-Ticker am Freitag

21.16 Uhr: Ecuadors Gesundheitsminister tritt nach Impf-Skandal zurück

Vor dem Hintergrund eines Impf-Skandals in Ecuador ist der Gesundheitsminister des südamerikanischen Landes zurückgetreten. Juan Carlos Zevallos zog am Freitag die Konsequenzen, nachdem er eingeräumt hatte, dass seine 87-jährige Mutter und «mehrere» weitere Menschen in seinem Umfeld Corona-Impfstoffdosen erhalten hatten, die eigentlich für Mitarbeiter im Gesundheitswesen reserviert waren.

Präsident Lenín Moreno dankte Zevallos im Online-Dienst Twitter für seine Arbeit während der Corona-Pandemie. Damit habe der Minister «hunderttausende Leben gerettet». Moreno betonte zudem, keiner seiner Angehörigen habe bisher eine Corona-Impfung erhalten.

Zevallos hatte das Gesundheitsministerium für elf Monate inne. Wegen der Impfstoff-Affäre wird nun gegen ihn ermittelt. Seine Entscheidung zum Rücktritt sei «angesichts der aktuellen politischen Situation» gefallen, ausserdem wolle er eine reibungslose Fortsetzung der Impfkampagne ermöglichen, hiess es in seiner Rücktrittserklärung.

20.27 Uhr: Mehr als 150 Personen demonstrieren in Genf gegen Corona-Einschränkungen

Zwischen 150 und 200 Menschen haben am Freitagabend in Genf bei einer nicht genehmigten Kundgebung gegen die pandemiebedingten Einschränkungen protestiert. Es kam zu mehreren Festnahmen.

Fast alle ohne Masken, versuchten die Demonstranten schnell zu den Standorten der Genfer Behörden zu marschieren. Die Polizei reagierte rasch, errichtete eine Absperrung und zwang die Demonstranten zurück auf den Platz, wo sie sich versammelt hatten. In der Nähe war sogar ein Park gesperrt worden, um die Ausbreitung der Versammlung zu verhindern.

«Ist das Freiheit? Schämt euch!», rief eine Frau mit einem Kind im Arm den Sicherheitskräften zu. Beleidigungen gegen die Polizei ertönten – von «Kollaborateure» bis «Gestapo», einige mit rassistischen Untertönen. Schilder prangerten eine «Diktatur» unter dem Deckmantel des Coronavirus an. «Hört auf, unsere Bistros zu töten», rief ein Demonstrant.

Nach einer Weile begann die Polizei Personenkontrollen durchzuführen. Obwohl es Dutzenden von Demonstranten gelang, aus der Polizeiabsperrung herauszukommen, umzingelte die Polizei die lautstärkeren. Widerspenstige Demonstranten wurden festgenommen, darunter auch einer, der von der Motorradeinheit eingeholt wurde.

Die Polizei nahm bei der nicht genehmigten Kundgebung gegen die Pandemiebeschränkungen in Genf mehrere Personen fest.
Die Polizei nahm bei der nicht genehmigten Kundgebung gegen die Pandemiebeschränkungen in Genf mehrere Personen fest.
Bild: Keystone

19.31 Uhr: WHO vermisst Kooperation für eine Ausweitung der Impfstoff-Produktion

Um die Produktion von Impfstoffen gegen das Coronavirus deutlich anzukurbeln, müssen aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) endlich bestimmte Hürden fallen. Es gehe um Technologie-Transfer, freiwillige Lizenzen oder den befristeten Verzicht auf geistiges Eigentum, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. In einer Jahrhundertkrise wie dieser, sei der Moment für solche Schritte gekommen. «Wir stellen mangelnde Zusammenarbeit und sogar erheblichen Widerstand fest.» Eine Ausweitung der Produktionskapazitäten wäre ein wichtiger Schritt, um Impfstoffe auch in den ärmeren Ländern schnell verteilen zu können. Davon würden alle Staaten profitieren, so Tedros.

Jüngst hatten sich Indien und Südafrika bei der Welthandelsorganisation (WTO) dafür eingesetzt, die Patente von Pharmafirmen auf Corona-Impfstoffe vorübergehend aufzuheben. Die Gespräche bei der WTO verliefen ergebnislos. Die reichen Länder argumentierten, dass es nicht genügend Produktionsfirmen gebe. Die Pharmaindustrie will verhindern, dass der Patentschutz angetastet wird. Investitionen in Medikamentenforschung lohnten sich nur, wenn die Firmen bei Erfolg damit auch Geld verdienen können, heisst es.

19.03: Corona Test - Roche-Corona-Selbsttest erhält Genehmigung in Deutschland

Der Corona-Antigen-Schnelltest von Roche hat in Deutschland eine Sondergenehmigung für den Einsatz als Selbsttest erhalten. Damit könnten Patienten einen Corona-Test mittels eines einfachen Nasenstäbchens zuhause durchführen, wie einer Mitteilung des Pharmakonzerns vom Freitagabend zu entnehmen ist.

Beim Schnelltest handle sich um einen verlässlichen Test für die qualitative Entdeckung spezifischer SARS-Cov-2 Antigene, heisst es weiter. Der Test verwendet laut den Angaben Proben von der vorderen Partie der Nase statt aus dem Nasenrachenraum, was zu einer einfacheren und bequemeren Probenentnahme führe.

Die Resultate seien nach lediglich 15 Minuten bereit. Der Test werde in Apotheken ohne Rezept erhältlich sein, schreibt Roche.

18.44 Uhr: Lockdown in weiten Teilen Griechenlands um eine Woche verlängert

Rund vier Millionen Menschen im Grossraum Athen werden mindestens eine weitere Woche mit einem Lockdown leben müssen. Ursprünglich hätte dieser nach zwei Wochen an diesem Sonntag enden sollen. Allerdings ist die Zahl der Neuinfektionen seither nicht so stark gesunken wie erhofft. Deshalb entschied der griechische Corona-Stab sich am Freitagnachmittag für eine Verlängerung. Ausserdem gehen mehrere andere Gegenden in Griechenland wegen steigender Zahlen ebenfalls in den Lockdown.

Die griechische Gesundheitsbehörde hatte am Freitag 1790 Neu-Infektionen binnen 24 Stunden registriert, fast die Hälfte davon im Grossraum Athen, wo die Intensivbetten zu 88 Prozent belegt sein sollen. Landesweit soll es rund 12’000 aktive Fälle geben, mit einem steigenden Anteil von Infektionen mit mutierten Viren.

Zu den Gegenden, die neu in den Lockdown gehen, gehören die kretische Hafenstadt Heraklion, Teile der Halbinsel Peloponnes sowie die Inseln Samos uns Syros. Zu den Massnahmen gehören geschlossene Schulen, Geschäfte und Gastronomie sowie eine tägliche Ausgangssperre von 21.00 bis 5.00 Uhr. Das Haus darf nur verlassen, wer einkaufen, zum Arzt, arbeiten oder sich sportlich betätigen will. Dazu müssen die Bürger jeweils eine entsprechende SMS an den Zivilschutz senden.

18.39 Uhr: Die Queen wirbt fürs Impfen

Eigentlich sind Informationen zur Gesundheit der Royals strikte Privatsache – aber nun hat sich die Queen zu ihrer Corona-Impfung geäussert. Die überraschende Einlassung der 94-Jährigen dient einem klaren Zweck.

Dass Königin Elizabeth II. mit Traditionen bricht, hat es in ihrer mittlerweile 69 Jahre langen Regentschaft kaum gegeben.

Umso überraschender, dass die Monarchin nun sehr deutlich für die Corona-Impfung geworben hat – und dabei sogar aus dem Nähkästchen plauderte, zumindest im Vergleich zu dem, was die 94-Jährige ansonsten preisgibt. «Es hat überhaupt nicht wehgetan», erzählte die Queen in einem Videogespräch. «Soweit ich das beurteilen kann, war es ziemlich harmlos.» Die Äusserungen der Königin gelten als enorme Unterstützung für die Impfkampagne. Das Ziel ist offensichtlich: Dank des Zuspruchs Ihrer Majestät sollen Impfskeptiker überzeugt werden.



Ob EU-Austritt oder andere politische Entscheidungen: Die Queen mischt sich nicht ein. So lautet die eiserne Regel, an die sich auch Elizabeth hälft. «Als Staatsoberhaupt muss die Queen in politischen Angelegenheiten streng neutral bleiben», betont der Buckingham-Palast auf seiner Internetseite.

Königin Elizabeth II. von Grossbritannien geht es gesundheitlich weiterhin gut.
Königin Elizabeth II. von Grossbritannien geht es gesundheitlich weiterhin gut.
Bild: dpa

18.07: Belgien warnt vor steigenden Corona-Neuinfektionen

In Belgien steigt die Zahl der bestätigten Corona-Neuinfektionen, nach Expertenangaben teils wahrscheinlich wegen der sich schneller ausbreitenden zuerst in Grossbritannien entdeckten Virus-Variante. Durchschnittlich kommt es zu 2294 Neuinfektionen pro Tag, wie am Freitag veröffentlichte Zahlen der Gesundheitsbehörden zeigten. Das war ein Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum vorherigen Sieben-Tage-Zeitraum. In den vergangenen Tagen hat die Zahl der Krankenhauseinlieferungen zugenommen.

Die belgische Regierung will frühestens in einer Woche neuen Lockerungen der Beschränkungen gegen das Coronavirus zustimmen. «Die Zahlen steigen überall an», sagte der belgische Ministerpräsident Alexander De Croo. «Wir müssen deshalb äusserst vorsichtig bleiben, vor allem, weil wir wissen, dass es so gefährliche Varianten gibt.»

Nach Einschätzung des belgischen Wissenschaftlichen Instituts für Öffentliche Gesundheit gehen mehr als die Hälfte der neuen Infektionen aus der vergangenen Woche auf die Variante aus Grossbritannien zurück, wie der Chef der Abteilung für virale Krankheiten, Steven Van Gucht, sagte.

16.37 Uhr: Ökonomen korrigieren Wachstumsprognose nach unten

Die Ökonomen der Grossbank UBS korrigieren ihre Prognose für das Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) für das laufende Jahr etwas nach unten. Sie begründen dies mit den strikten Corona-Massnahmen im ersten Quartal und dem hierzulande nur langsam anlaufenden Impfprogramm, wie sie in einer am Freitag veröffentlichten Studie schreiben.

Neu erwarten die UBS-Ökonomen noch ein Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent im laufenden Jahr, nachdem sie zuvor von einem Plus von 3,6 Prozent ausgegangen waren. Für das kommende Jahr bleiben sie aber bei ihrer Prognose eines BIP-Wachstums von 3,0 Prozent.

16.30 Uhr: Nationalratskommission ist für weitere Milliarden

Die Finanzkommission des Nationalrats (FK-N) ist mit dem Bundesrat und ihrer Schwesterkommission einverstanden, zur Bewältigung der Corona-Pandemie weitere 14,3 Milliarden Franken an Bundesgeldern zur Verfügung zu stellen. Das Parlament entscheidet in der Frühjahrssession.

16 Uhr: Bisher 95 schwerwiegende Nebenwirkungen nach Impfungen

Bisher sind beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic nach Impfungen gegen das Coronavirus 95 Meldungen über schwerwiegende Nebenwirkungen eingegangen.

16 Personen starben «in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung». Aber konkrete Hinweise, dass diese die Ursache für den Todesfall gewesen wäre, gebe es keine.

Die Todesfälle seien «besonders sorgfältig analysiert» worden, teilt Swissmedic mit. Die Verstorbenen seien im Durchschnitt 86 Jahre alt gewesen und hätten mehrheitlich unter schweren Vorerkrankungen gelitten. Nach jetzigem Kenntnisstand hätten diese Erkrankungen zum Tod geführt.

Nach rund 750'000 verabreichten Impfdosen gingen bei Swissmedic bis am vergangenen Mittwoch 363 Meldungen über «unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit Covid-19-Impfungen» ein.

199 betrafen den Impfstoff von Pfizer/Biontech, 154 denjenigen von Moderna. In rund Zweidrittel der Fälle waren Frauen betroffen, bei rund 45 Prozent waren die Personen älter als 75-jährig.

Rund einen Viertel der Meldungen stufte Swissmedic als schwerwiegend ein. Das heisst, dass die betroffenen Personen entweder im Spital behandelt werden mussten oder die Reaktionen aus anderen Gründen «als medizinisch bedeutsam eingeordnet» wurden. Die häufigsten dieser Reaktionen waren Gürtelrose (Herpes Zoster), Fieber, Kopfschmerzen, eine Covid-19-Erkrankung oder allergische Reaktionen.

Dreiviertel der Meldungen waren nicht schwerwiegend und betrafen Rötungen, Juckreiz, Schmerzen oder Schwellungen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Fieber oder Schüttelfrost. Als «auffällig» bezeichnet Swissmedic Berichte über verzögert auftretende Hautreaktionen am geimpften Arm, vor allem beim Impfstoff von Moderna.

Am positiven Nutzen-Risiko-Profil änderten die Meldungen über unerwünschte Nebenwirkungen gemäss Swissmedic nichts. Nicht gemeldet werden müssen die bekannten, nicht-schwerwiegenden und sehr häufigen Reaktionen wie Schmerzen und Schwellungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost, Fieber sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen.

Das medizinische Personal hält ein Tablett in den Händen mit Spritzen mit dem Comirnaty-Impfstoff im Spital Emmental in Burgdorf. 
Das medizinische Personal hält ein Tablett in den Händen mit Spritzen mit dem Comirnaty-Impfstoff im Spital Emmental in Burgdorf. 
Bild: KEYSTONE

15.01 Uhr: Ende der Medienkonferenz

Damit ist die Presseinformation beendet, vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

14.58 Uhr: Noch einmal Einsiedeln

«Man kann nicht aus den Erfahrungen mit einer Veranstaltung, bei der sich glücklicherweise keine Ansteckungen ereignet haben, Schlüsse ziehen», sagt Masserey auf die neuerliche Frage nach den Lehren aus der Fasnachts-Versammlung in Einsiedeln.

Das war die letzte Frage der heutigen Medienkonferenz, die an dieser Stelle endet. Wir danken für die Aufmerksamkeit. Die nächste Veranstaltung in dieser Runde ist geplant für den kommenden Dienstag um 14 Uhr, «blue News» wir auch diese wieder im Ticker begleiten.

14.56 Uhr: Hilft das frühlingshafte Wetter?

Wird das schöne Wetter einen positiven Effekt auf die Entwicklung der Fallzahlen haben? Dazu Ackermann: Wenn die Temperaturen steigen, nehme die Übertragungsrate tatsächlich zu einem gewissen Grad ab. Das hänge damit zusammen, dass sich die Leute dann mehr im Freien träfen, wo das Ansteckungsrisiko geringer sei.

14.53 Uhr: Masserey sieht Test für zu Hause skeptisch

Eine einfache Einführung von Schnelltests für zu Hause sei nicht machbar, beantwortet Masserey eine entsprechende Frage. Denn es sei wichtig, dass die Tests zuverlässig durchgeführt würden. Sowohl positive als auch negative Testresultate zögen Konsequenzen nach sich, darum sei es wichtig, dass der Umgang damit sauber sei.

14.50 Uhr: Nochmals Impfstoff

Warum investiert der Bund nicht in die Impfstoffproduktion, wie das etwa in Deutschland gemacht wird? Eric Scheidegger vom Seco antwortet, dass dies ein extrem komplexes Feld sei, allein schon was die Lieferketten angehe. Seines Wissens habe das BAG da einmal etwas angedacht, aber er könne nicht für das BAG sprechen. Weitere Angaben dazu, was er genau anspricht, bleiben die Expert*innen erst einmal schuldig.

14.46 Uhr: Neue Testformen?

In Österreich oder in Dänemark würden neue Formen der Selbsttests erprobt. Ist das auch für die Schweiz ein Thema? Masserey antwortet generell, dass man natürlich an neuen Möglichkeiten interessiert sei.

Der Kanton Bern will Speicheltests für zu Hause auch dann einsetzen, wenn sie nicht vom Bund freigegeben worden seien. Was sagt der Bund dazu? Virginie Masserey sagt, dass es in der Schweiz hier klare Zuständigkeiten gebe. Auch der Bund evaluiere derzeit Tests, die einfacher angewendet werden können und suche hier das Gespräch mit den Beteiligten.

14.41 Uhr: Neuer Impfstoff in Aussicht?

Frage zum Impfstoff: Im März wird eine Zulassung des Vakzins von Johnson&Johnson erwartet. Plant das BAG, sich nun auch Impfstoff-Lieferungen von diesem Hersteller zu sichern? Masserey erwidert lediglich, zu laufenden Verhandlungen könne sie keinen Kommentar abgeben.

14.39 Uhr: Einsiedeln taugt nicht als «Feldstudie»

In Einsiedeln haben sich die Fallzahlen trotz der verbotenen Fasnachtsversammlung nicht erhöht, sondern sind nach jetzigem Kenntnisstand gesunken. Ein Journalist will wissen, was der Bund daraus schliesse und ob man das Ereignis gewissermassen als Feldstudie sehen könne. Masserey entgegnet, dass sie sich mit der genauen Situation im Kanton Schwyz nicht genau auskenne und verweist auf die zuständigen kantonalen Behörden.

Ähnlich äussern sich Linda Nartey und auch Matthias Ackermann von der Wissenschafts-Taskforce: Aufgrund der Vielzahl der Faktoren, die bei der Ausbreitung des Virus eine Rolle spielten, lasse sich aus dem Fall Einsiedeln nicht ableiten, dass Treffen im Freien mit einer Vielzahl von Personen ungefährlich seien.

14.37 Uhr: Alles halb so wild mit den Virus-Varianten?

Frage an den Taskforce-Chef: Die Situation mit der britischen Virusvariante sei nicht so schlimm wie erwartet, dennoch werde zur Geduld ermahnt – wird so nicht die Akzeptanz in der Bevölkerung strapaziert? Ackermann antwortet: Diese positive Entwicklung sei aufgrund der getroffenen Massnahmen eingetreten, und nur darum könne man nun Lockerungen überhaupt ins Auge fassen. Er wiederholt nochmals, dass es nun noch etwas Geduld brauche, bis wir wieder mehr Freiheiten geniessen könnten.

14.34 Uhr: Nachfrage zum Terrassen-Streit

Die nächste Frage dreht sich um den – inzwischen beigelegten – Terrassen-Streit. Ob es aus epidemiologischer Sicht sinnvoller sei, wenn sich die Menschen einfach am Boden sitzend verpflegen, anstatt in gebührlichem Abstand auf der Terrasse. Virginie Masserey erläutert, dass es darum gehe, Menschenansammlungen zu vermindern und damit Übertragungswege auszuschliessen. Und die gebe es, wenn sich viele Menschen am selben Ort befänden.

14.31 Uhr: Wann kommt Impfstoff-Nachschub?

Die Fragerunde ist eröffnet: Wann kommt die nächste grosse Impfstoff-Lieferung und wann kann im grossen Stil geimpft werden? Virginie Masserey erklärt, dass es tatsächlich gewisse Unsicherheiten gebe. Im Mai oder Juni sollte viel Impfstoff vorhanden sein, damit sich die breite Bevölkerung impfen lassen könne.

Und gleich eine Nachfrage: Verschiedene Kantone hätten mitgeteilt, dass eine neue Ladung von Pfizer-Biontech eingetroffen sei. Warum informiert nicht das BAG darüber? Masserey sagt lediglich, das müsse man die Kantone fragen.

14.30 Uhr: Schweizer Wirtschaft steht im Vergleich gut da

Nun ist das Wort an Eric Scheidegger vom Staatssekretariat für Wirtschaft. Er erklärt, wie sich die Wirtschaft in der Schweiz Ende des vergangenen Jahres entwickelt hat. Die Zahlen zeigen, dass es nach den massiven Einbrüchen in den ersten beiden Quartalen im vierten Quartal eine eindrückliche Aufholjagd gegeben hat. Im vierten Quartal habe immer noch ein kleines Plus resultiert.

Mit dieser Entwicklung stehe die Schweiz im Vergleich zum Euro-Raum gut da. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei die Schweiz insgesamt glimpflich davongekommen, so Scheidegger. Der Euro-Raum, aber auch die USA und Japan mussten grössere Einbussen hinnehmen.

Auch in den ersten Wochen des Jahres habe es nun wieder einen Rückgang gegeben, doch sei der in keiner Weise vergleichbar mit jenem der ersten Welle im März und April des vergangenen Jahres. Für das ganze erste Quartal rechnet der Seco-Experte mit einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung. Und damit leitet er über in die Fragerunde.

14.24 Uhr: Es braucht noch etwas Geduld

Um über Lockerungen zu entscheiden, müssten verschiedene Kriterien betrachtet werden. Die Positivitätsrate müsse etwa tiefer als 5 Prozent sein. Auch müsse überprüft werden, ob die Quarantäne schnell eingeleitet wird. Ackermann schliesst mit: «Wir müssen noch etwas Geduld haben.» Bald könne die Bevölkerung ihre Freiheiten wieder geniessen, man dürfe jetzt das Erreichte nicht aufs Spiel setzen.

14.20 Uhr: Positive Zeichen

Immerhin: Der Anstieg bei der Virusmutation sei kleiner ausgefallen als erwartet. Das zeige, dass die ergriffenen Massnahmen eine Wirkung zeigten. Noch seien aber zu wenige Leute geimpft, als dass man nun grossflächig lockern könne. Die Taskforce kommt zum Schluss: Man darf in dieser Phase nicht zu viele Massnahmen auf einmal lockern. Und: Die Bevölkerung brauche eine Perspektive. Ackermann hält einen Abstand von vier Wochen zwischen den einzelnen Öffnungsschritten für sinnvoll. Man müsse aber in Varianten planen, um flexibel reagieren zu können.

14.17 Uhr: Fallzahlen haben sich dreimal halbiert

Als Nächster hat Martin Ackermann von der Wissenschafts-Taskforce das Wort. Seit November 2020 hätten sich die Fallzahlen dreimal halbiert. In der ganzen Schweiz zeigten die Fallzahlen einen rückläufigen Verlauf, der jedoch in den letzten Tagen gestoppt worden seien. Dabei zeige sich eine unterschiedliche Entwicklung: Die Infektionen mit dem ursprünglichen Coronavirus sinken, die rund 50 Prozent ansteckendere britische Variante dagegen nehme zu. Die britische Variante dürfte bald die Mehrheit der Fallzahlen ausmachen.

14.15 Uhr: Zahl der Tests ist konstant

Nun übernimmt die Berner Kantonsärztin Linda Nartey: «Die Fallzahlen stagnieren nun in etwa auf dem Peak der ersten Welle.» Darum sei die Lage weiterhin fragil, betont auch sie. Derzeit werde in der Schweiz etwa gleich viel getestet wie in den vergangenen Wochen. Das Land könnte von mehr Testungen profitieren, doch dazu brauche es niederschwellige und einfach zugängliche Tests. Nartey führt weiter aus, wie derzeit das Contact-Tracing funktioniert und was die Flächentests bringen. 

Besonderen Effort braucht es laut Nartey bei jenen, die sich mit der südafrikanischen oder der brasilianischen Variante anstecken: Hier würden nicht nur die Kontaktpersonen von Erkrankten aufgenommen, sondern auch deren Kontaktpersonen.

14.10 Uhr: Erleichterungen für Jugendliche

Die Krise dauere nun schon ein Jahr an und sei belastend, fährt Masserey vor. Das wirke sich auch auf die Psyche der Bewohner*innen der Schweiz aus, insbesondere auch auf junge Menschen, da sie von den Massnahmen stärker betroffen seien als andere Gruppen. Darum würden nun auch ab Montag die Einschränkungen für Personen bis zu einem Alter von 20 Jahren gelockert. Trotzdem gelten die Vorsichtsmassnahmen wie die Maskenpflicht, das Abstandsgebot und die Hygiene-Regeln hier weiterhin.

Etliche sportliche und kulturelle Aktivitäten werden den Jugendlichen nun wieder erlaubt. Weiterhin geschlossen blieben aber Theater und Kinos, eine Öffnung nur für die unter 20-Jährigen sei nicht vorgesehen, so die BAG-Vizechefin weiter.

14.05 Uhr: Die Richtung stimmt, aber Lage bleibt fragil

Als Erste ergreift Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit das Wort: «Die Zahlen entwickeln sich gut, aber die Lage bleibt fragil», sagt sie. Bei den Spital-Einlieferungen entwickeln sich die Zahlen ebenfalls gut. Der R-Wert liege weiterhin bei 0,9, was eine Abnahme bedeute – wenn auch eine langsame. Die Mutationen des Coronavirus breiten sich weiter aus, unterdessen seien sie für rund 60 Prozent aller Infektionen mit Covid-19 verantwortlich. 

13.45 Uhr: Neueste Informationen vom Bund ab 14 Uhr

Ab 14 Uhr informieren die Fachexperten des Bundes über die neuesten Entwicklungen. Auf dem Podium sitzen heute: Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), Eric Scheidegger, Staatssekretariat für Wirtschaft Seco, Mike Schüpbach ebenfalls vom BAG, Linda Nartey, Kantonsärztin Bern, und Martin Ackermann, Präsident der COVID-19 Science Task Force.

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle und Impfprogramm BAG, informiert mit anderen Experten des Bundes über die aktuelle Lage. (Archiv)
Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle und Impfprogramm BAG, informiert mit anderen Experten des Bundes über die aktuelle Lage. (Archiv)
Bild: Keystone

13.29 Uhr: BAG meldet 1065 Neuinfektionen und 8 Tote

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitag 1065 Coronavirus-Ansteckungen bei 29'915 Tests innerhalb eines Tages gemeldet worden. Das entspricht einer Positivitätsrate von 3,6 Prozent. Acht Personen sind an den Folgen von Covid-19 gestorben, 45 Personen mussten ins Spital eingewiesen werden.

Die Positivitätsrate für die vergangenen zwei Wochen lag bei 4,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum wurden pro 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner 159,78 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. Die Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt, lag vor rund zehn Tagen bei 1,01.

Insgesamt wurden bis vorgestern Abend 932'375 Impfdosen an die Kantone und Liechtenstein ausgeliefert. Davon wurden 751'009 Dosen verabreicht. 221'259 Personen sind bereits vollständig geimpft.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Schweiz und in Liechtenstein 5'025'401 Tests auf Sars-CoV-2 durchgeführt, den Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19, wie das BAG weiter mitteilte. Insgesamt gab es 554'932 laborbestätigte Fälle von Ansteckungen mit dem Coronavirus.

Von den mutierten Varianten des Coronavirus sind in der Schweiz bisher 9543 Fälle entdeckt worden. 3492 betrafen die britische Variante (B.1.1.7), 144 die südafrikanische (B.1.351) sowie sechs die brasilianische (P.1). 5901 Fälle konnten keiner Variante eindeutig zugewiesen werden.

12.10 Uhr: Bewegung im Terrassen-Streit

In den Streit um geöffnete Terrassen kommt Bewegung: Der Kanton Glarus gibt dem Druck aus Bern nach und ordnet die Schliessung der Restaurant-Terrassen in den Skigebieten an, wie der Kanton mitteilt. Glarus will die bisherige Praxis gemäss der «bundesrätlichen Auslegung» anpassen – die Betriebe haben allerdings nach wie vor noch eine Frist bis Sonntag, 17 Uhr.

Und auch die Kantone Ob- und Nidwalden sowie das Tessin lenken ein. Doch auch sie halten die Terrassen für ein letztes Wochenende der Rebellion bis Sonntag um 17 Uhr offen. 

Uri schliesst seine Terrassen schon etwas früher, nämlich bereits morgen Samstag. Auch Graubünden will seine Terrassen morgen Samstag räumen.

Die Terrasse des Bergrestaurants Bahnhöfli auf Rigi Staffel im Skigebiet auf der Rigi im Kanton Schwyz am Dienstag, 23. Februar 2021. (Archiv)
Die Terrasse des Bergrestaurants Bahnhöfli auf Rigi Staffel im Skigebiet auf der Rigi im Kanton Schwyz am Dienstag, 23. Februar 2021. (Archiv)
Bild: Keystone

11.38 Uhr: Weiteres Testangebot am Flughafen Zürich

Die Swissport-Tochter Checkport und das Berner Schnelltest-Unternehmen Ender Diagnostics weiten ihr Corona-Testangebot am Flughafen Zürich aus. Ab dem 1. März bieten sie neben PCR-Speicheltests auch Antigen-Tests via Abstrich im Nasen- und Rachenbereich an. Zudem öffnet das Testcenter am Morgen zwei Stunden früher.

Die Tests werden im bestehenden Covid-Testcenter im Terminal 2 durchgeführt, wie Swissport am Freitag mitteilte. Mit den angepassten Öffnungszeiten von 4 bis 20 Uhr (zuvor 6 bis 20 Uhr) erhielten Passagiere, die kurz vor ihrem Abflug einen Antigen-Test benötigten, eine zusätzliche Testmöglichkeit. Das Testangebot sei für Personen ohne Symptome gedacht, welche ein negatives Testresultat zum Reisen benötigen.

Ein Antigen-Schnelltest kostet 80 Franken und ist damit günstiger als der PCR-Test, der 195 Franken kostet. Zudem liegt das Ergebnis mit 15 bis 20 Minuten deutlich schneller vor, beim PCR-Test dauert es fünf Stunden nach Abfahrt des Kuriers, der die PCR-Tests in ein externes Labor bringt.

Plakate weisen den Weg zum Covid-Test am Flughafen in Zürich. (Archiv)
Plakate weisen den Weg zum Covid-Test am Flughafen in Zürich. (Archiv)
Bild: Keystone

11.05 Uhr: Hälfte aller Israelis mindestens einmal geimpft

Die Hälfte aller Israelis ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Dies ging am Freitag aus Daten des israelischen Gesundheitsministeriums hervor. Die Erstimpfung erhielten seit Beginn der Impfkampagne kurz vor Weihnachten demnach rund 4,7 Millionen Menschen, die Zweitimpfung etwa 3,3 Millionen. Nach Angaben des nationalen Statistikamtes lebten im Dezember 9,294 Millionen Menschen in Israel.

Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu strebt die Impfung von mindestens 6,2 Millionen Menschen an. Israel ist ein sehr junges Land, rund 30 Prozent der Bevölkerung ist jünger als 16 Jahre alt. Diese Altersgruppe kann bisher noch nicht geimpft werden. Trotz der Impfbemühungen lag die Zahl der Neuinfektionen zuletzt weiter auf hohem Niveau. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden binnen 24 Stunden 3782 neue Fälle registriert.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu besucht am 20. Februar öffentlichkeitswirksam ein wiedereröffnetes Fitnessstudio in Petah Tikva, Israel. 
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu besucht am 20. Februar öffentlichkeitswirksam ein wiedereröffnetes Fitnessstudio in Petah Tikva, Israel. 
Bild: Keystone

10.15 Uhr: Dritter Rückgang der Gesamtbeschäftigung

Der Schweizer Stellenmarkt hat im Zuge der Corona-Pandemie auch im Schlussquartal einen Rückgang erlitten. Die Zahl der Stellen sank innert Jahresfrist um 0,4 Prozent. Zudem präsentieren sich die Beschäftigungsaussichten schlechter als im Vorjahr.

Insgesamt zählte das Bundesamt für Statistik (BFS) im vierten Quartal dieses Jahres 5,135 Millionen Beschäftigte in der Schweiz, wie es am Freitag mitteilte. Saisonbereinigt belief sich der Wert auf 5,128 Millionen, was gegenüber dem Vorquartal einer minimalen Zunahme um 0,1 Prozent entspricht.

In Vollzeitäquivalenten belief sich die gesamte Beschäftigung in der Schweiz im letzten Quartal 2020 auf insgesamt 3,995 Millionen Stellen. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Minus von 0,4 Prozent.

Dabei sank sowohl im sekundären Sektor, also in der Industrie und im Baugewerbe, als auch im Dienstleistungssektor die Beschäftigung. Sie nahm um 1,2 Prozent (–13'000 Stellen) respektive 0,2 Prozent (–10'000 Stellen) ab.

Eine Person füllt während der Corona-Pandemie an einem Schalter des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV (Ufficio Regionale Di Collocamento) in Lugano ein Dokument aus. (Symbolbild)
Eine Person füllt während der Corona-Pandemie an einem Schalter des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums RAV (Ufficio Regionale Di Collocamento) in Lugano ein Dokument aus. (Symbolbild)
Bild: Keystone

9.45 Uhr: Rund 75'000 Neuinfektionen in den USA

In den USA ist die Zahl der täglich erfassten Corona-Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Die Behörden meldeten am Donnerstag 75'176 neue Fälle, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore von Freitagmorgen (MEZ) hervorging. Am Donnerstag der Vorwoche waren noch 69'266 neue Infektionen gemeldet worden. Der bisherige Tagesrekord war am 2. Januar mit 299'786 neuen Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet worden.

Die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Ansteckung ging im Wochenvergleich leicht zurück. Sie lag laut JHU am Donnerstag bei 2237. Am gleichen Tag der Vorwoche waren 2451 Todesfälle gemeldet worden. Der bisherige Höchstwert wurde am 12. Januar mit 4407 Toten verzeichnet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 28,4 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 508'000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Behandlung eines Covid-Patienten in Coronado bei San Diego, Kalifornien. (Archiv)
Behandlung eines Covid-Patienten in Coronado bei San Diego, Kalifornien. (Archiv)
Bild: Keystone

9.11 Uhr: Schweizer Wirtschaft wächst nur noch ganz leicht 

Die Schweizer Wirtschaft ist im vierten Quartal wegen der zweiten Corona-Welle nur noch ganz leicht gewachsen. Die starke Erholung vom Corona-Absturz im Sommer ist damit zum Stehen gekommen. Im Gesamtjahr 2020 sank das Bruttoinlandprodukt (BIP) derweil so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Das BIP stieg in der Periode von Oktober bis Dezember 2020 gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent. Grosse Einbussen hätten jene Dienstleistungsbranchen erlebt, die direkt durch die verschärften Eindämmungsmassnahmen betroffen gewesen seien, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Freitag mit. Das Gastgewerbe etwa erlitt eine Einbusse von gut einem Fünftel.

In anderen Bereichen habe sich die Erholung dagegen fortgesetzt. «Insgesamt wirkte sich die zweite Corona-Welle bis Ende 2020 deutlich weniger auf die Wirtschaft aus als die erste im vergangenen Frühjahr», schreibt das Seco.

Die Corona-Pandemie hat der Schweizer Wirtschaft Im Gesamtjahr 2020 den stärksten Einbruch seit Jahrzehnten eingebrockt. (Archiv)
Die Corona-Pandemie hat der Schweizer Wirtschaft Im Gesamtjahr 2020 den stärksten Einbruch seit Jahrzehnten eingebrockt. (Archiv)
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8.32 Uhr: Hunderte Verstösse gegen Regeln in Israel

Bei Feiern anlässlich des jüdischen Karnevalsfestes Purim haben in Israel nach Angaben der Polizei Hunderte gegen Corona-Regeln verstossen. In Jerusalem lösten Beamte eine Party mit rund 250 Teilnehmern in einem Hotel auf, wie die Polizei am Freitag mitteilte. An anderen Orten der Stadt wurden demnach weitere Feiern mit jeweils Dutzenden Gästen beendet.

Aus Sorge vor einer Zunahme von Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat die Regierung anlässlich des Purim-Festes von Donnerstagabend bis Sonntagmorgen nächtliche Lockdowns verhängt. Man darf sich dann nicht weiter als 1000 Meter von seiner Wohnung entfernen und auch nicht andere Haushalte besuchen. Partys dürfen nicht während der Lockdown-Stunden gefeiert werden.

Vor einem Jahr hatten sich viele Menschen in Israel auf Karnevalsfeiern angesteckt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte vor dem diesjährigen Fest an die Bürger appelliert, sich an die Regeln zu halten. Trotz rascher Impfkampagne verharrte die Zahl der Neuinfektionen zuletzt auf einem hohen Niveau.

Ultraorthodoxe Juden und teils verkleidete Kinder begehen am 25. Februar in Bnei Brak, Israel, das jüdische Karnevalsfest Purim.
Ultraorthodoxe Juden und teils verkleidete Kinder begehen am 25. Februar in Bnei Brak, Israel, das jüdische Karnevalsfest Purim.
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7.55 Uhr: Heimbewohner nach erster Impfung infiziert

In einem Freiburger Pflegeheim haben sich 15 Bewohner und fünf Pflegefachkräfte nach der ersten Covid-Impfung mit dem Coronavirus infiziert, berichtet SRF. Zu den Ansteckungen kam es demnach, obwohl über drei Viertel der Bewohner ein erstes Mal geimpft gewesen sei.

Von den 15 Infizierten würden zehn bislang keine Symptome zeigen, was als Hinweis gelten könnte, dass bereits die erste Impfung einen gewissen Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf biete. Der Freiburger Kantonsarzt Thomas Plattner gehe davon aus, dass das Virus zu einem Zeitpunkt ins Pflegeheim gekommen sei, als der Impfschutz noch nicht vollständig gewährleistet war, schreibt SRF.

In einem Pflegeheim werden Covid-Tests vorgenommen. (Symbolbild)
In einem Pflegeheim werden Covid-Tests vorgenommen. (Symbolbild)
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7.40 Uhr: Knapp 10'000 Neuinfektionen in Deutschland

In Deutschland sind binnen eines Tages fast 10'000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 9997 neue Ansteckungsfälle registriert. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut etwas an und liegt nun bei 62,6. Am Donnerstag hatte der Wert 61,7 betragen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie wuchs den Angaben zufolge auf 2'424'684. Laut RKI wurden ferner 394 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 69'519. Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Menschen bezifferte das RKI mit rund 2,236 Millionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz pendelt seit mehreren Tagen um die Marke 60. Während des seit Dezember andauernden harten Lockdowns war der Wert wochenlang zurückgegangen, bevor er im Verlauf der vergangenen Tage wieder stieg, dann erneut sank und nun den zweiten Tag in Folge wieder zunahm.

6.53 Uhr: Erneut kein «Rock the Ring»-Festival in Hinwil 

Das Musikfestival «Rock the Ring» im Autobahnkreisel in Hinwil muss erneut abgesagt werden: Wegen der Corona-Pandemie wird es auch in diesem Jahr nicht stattfinden.

Das Festival im Betzholz-Kreisel hätte vom 17. bis am 19. Juni stattfinden sollen. Für Grossveranstaltungen gebe es aber keine Planungssicherheit, deshalb müsse das Festival leider abgesagt werden, teilten die Organisatoren mit.

Die Veranstalter bedauern dies «ausserordentlich», wie sie schreiben. Die Risiken in der aktuell unsicheren Lage seien aber schlicht zu gross. Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit für das «Rock the Ring» 2022.

Auch in diesem Jahr fällt das «Rock the Ring» in Hinwil aus. Im Bild Iggy Pop bei einem früheren Auftritt im Autobahnkreisel Betzholz. (Archiv)
Auch in diesem Jahr fällt das «Rock the Ring» in Hinwil aus. Im Bild Iggy Pop bei einem früheren Auftritt im Autobahnkreisel Betzholz. (Archiv)
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5.25 Uhr: Für Biontech-Impfstoff reicht normales Gefrierfach

Der Corona-Impfstoff der Unternehmen Biontech und Pfizer darf in den USA ab sofort bis zu zwei Wochen bei Temperaturen eines normalen Gefrierfachs transportiert und gelagert werden. Das wird die Handhabung des Impfstoffs erleichtern und den Einsatz auch an Orten wie Arztpraxen oder Apotheken vereinfachen, die nicht über weitaus kältere Gefrierfächer verfügen. Die Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) erklärte am Donnerstag, die Erlaubnis werde bei der Corona-Impfkampagne für mehr Flexibilität sorgen und den Druck auf die Lieferkette für ultrakalte Gefriermodule senken.

Bislang musste der Impfstoff bei minus 80 bis minus 60 Grad Celsius transportiert und gelagert werden, was bei der nötigen Logistik von Impfkampagnen eine zusätzliche Herausforderung ist. Der Hersteller liefert den Impfstoff daher in speziellen Behältern mit Trockeneis aus. Nun sind begrenzt auf zwei Wochen auch Transport und Lagerung im Temperaturbereich von minus 25 bis minus 15 Grad erlaubt. Zudem ist es nach wie vor erlaubt, den Impfstoff bis zu fünf Tage vor der Verwendung bei Kühlschranktemperatur aufzubewahren.

Neueste Erkenntnisse erleichtern die Handhabung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech. Er muss nicht wie bisher bei minus 70 Grad gelagert werden, rund zwei Wochen vor dem Verbrauch reichen auch minus 20 Grad. (Symbolbild)
Neueste Erkenntnisse erleichtern die Handhabung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech. Er muss nicht wie bisher bei minus 70 Grad gelagert werden, rund zwei Wochen vor dem Verbrauch reichen auch minus 20 Grad. (Symbolbild)
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4.32 Uhr: Pandemie erinnert Queen an die Pest

Königin Elizabeth II. (94) fühlt sich angesichts der Corona-Krise an andere schwere Pandemien erinnert. «Ich meine, es ist ein bisschen wie eine Pest, nicht wahr?», sagte die Queen bei einer Videokonferenz mit den Verantwortlichen für die Impfkampagne in Grossbritannien. «Weil wir nicht nur hier das Virus haben, sondern es überall ist, ist es ein seltsamer Kampf, den wirklich alle führen.»

Die Monarchin lobte den gemeinsamen Einsatz gegen die Pandemie. Das Gemeinschaftsgefühl erinnere sie an den Zweiten Weltkrieg. «Es ist sehr ähnlich wie damals, wissen Sie, als alle am selben Strang gezogen haben.» Sie habe den Eindruck, dass die Kriegserinnerungen das heutige Gemeinschaftsgefühl im Kampf gegen Corona inspiriert hätten.

Die Queen und ihr Ehemann Prinz Philip (99) hatten am 9. Januar ihre erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Nun äusserte sich die Königin überraschend zu ihren Erfahrungen. «Es hat überhaupt nicht weh getan», sagte sie. «Sobald man geimpft wurde, hat man das Gefühl, geschützt zu sein. Das halte ich für sehr wichtig.» Die Queen betonte: «Es ging sehr schnell, und ich habe viele Briefe von Menschen bekommen, die sehr überrascht waren, wie einfach es war, den Impfstoff zu bekommen.»

Königin Elisabeth II. spricht überraschend über ganz Privates, nämlich wie sie die Corona-Impfung erlebt hat. (Archivbild) EPA/ROBERT PERRY
Königin Elisabeth II. spricht überraschend über ganz Privates, nämlich wie sie die Corona-Impfung erlebt hat. (Archivbild) EPA/ROBERT PERRY
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Eigentlich sind Informationen zur Gesundheit der Royals strikte Privatsache. Mit der Mitteilung über ihre Impfung hatte die Queen aber Spekulationen und Falschinformationen einen Riegel vorschieben wollen, wie aus Palastkreisen zu hören gewesen war. Im Gespräch mit den Verantwortlichen für die Auslieferung der Impfstoffe in den Landesteilen England, Wales, Schottland und Nordirland äusserte die Queen zwar Verständnis dafür, dass einige Menschen Angst vor der Impfung haben. «Aber sie sollten eher an andere Menschen denken als an sich selbst.»

3.20 Uhr: USA sind eigenem Impfplan voraus

US-Präsident Joe Biden will bei der Corona-Impfkampagne weiter aufs Tempo drücken. «Je mehr Leute geimpft werden, desto schneller werden wir diese Pandemie eindämmen», sagte er am Donnerstag. Er sprach im Weissen Haus, um die Schwelle von 50 Millionen Impfungen während seiner Amtszeit zu markieren. Biden bezeichnete die Fortschritte bei der Impfkampagne als grossen Erfolg: Die USA lägen damit «Wochen» vor dem angestrebten Zeitplan.

Biden hatte vor seinem Amtsantritt am 20. Januar als Ziel gesetzt, dass es in seinen ersten hundert Tagen als Präsident mindestens 100 Millionen Impfungen geben soll. Nun wurde nach 37 Tagen bereits die Schwelle von 50 Millionen erreicht, wie Biden erklärte.

Biden dürfte bei seinem Ziel zugutekommen, dass die Hersteller der beiden in den USA zugelassenen Impfstoffe, Moderna und Pfizer/Biontech, ihre Produktion inzwischen ausgeweitet haben. Bis Ende März haben sie zusammen die Lieferung von rund 200 Millionen Dosen versprochen. Bis Ende Juli sollen die USA insgesamt 600 Millionen Dosen bekommen.

Seit Beginn der Impfkampagne im Dezember wurden nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC 66 Millionen Dosen gespritzt, knapp 21 Millionen Menschen sind demnach schon doppelt geimpft worden.

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